"Facebook für Schafe"Eigentlich kaufen die tunesischen Familien ihr Schaf für das Opferfest auf dem Markt, wo sie zwischen Dutzenden Tieren das passende auswählen können. Sie schauen ihnen buchstäblich ins Maul um sicherzugehen, dass sie eine gute Qualität erhalten. Auf der Webseite des "Sfar-Bauernhofs" kann man sich stattdessen durch einen Schaf-Katalog klicken: die Tiere lassen sich nach Preis und Gewicht, Fellfarbe und Hörnern filtern. Außerdem gibt es Porträts und Ganzkörperfotos. Jedes einzelne der 111 Schafe wurde von einer professionellen Fotografin abgelichtet, so dass potentielle Käufer sich ein Bild machen können. Die Rechnung ist voll aufgegangen: Innerhalb von wenigen Tagen waren alle Schafe verkauft und die tunesische Presse berichtete erstaunt und belustigt über das "Facebook für Schafe" [...] Gedacht war die Kampagne eigentlich nur als Marketinggag, um die Marke von Sfar bekannter zu machen. Denn Mohamed Hassine Sfar hat ein Problem: Er kriegt seine Bioprodukte in Tunesien nicht los, da es keine etablierten Vertriebswege dafür gibt. Frisches Gemüse, Obst oder Fleisch in Bioqualität suchen Kunden auf dem Markt oder im Einzelhandel vergeblich.
04.09.2017 - Qantara
Gruß
Birgitt




