Flüchtlingswelle nach Europa

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Mia
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Mia »

Festnahmen in Spanien:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 73965.html

Soviel zum Mitgefühl das Flüchtlinge gegenüber anderen Flüchtlingen aufbringen.
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)
Mia
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Mia »

In Hamburg ist ein Streit um ein Flüchtlingsheim im vollen Gange. Die Anwohner aus Harvestehude wehren sich gegen den Ausbau des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes als Flüchtlingsheim.

http://www.welt.de/regionales/hamburg/a ... ertel.html
http://www.welt.de/regionales/hamburg/a ... ndern.html

Im Jahr 2014 haben 173072 Flüchtlinge Erstantrag, bzw haben in den letzten 5 Jahren fast 450 000 Menschen Erstantrag auf Asyl gestellt.

Trotz der Warnungen, von Städten und Kommunen, der finanziellen Überforderung, werden von unseren Bundespolitikern immer noch keine ernsthaften Konzepte in Angriff genommen, obwohl man über mangelnden Handlungsbedarf in dieser Hinsicht nicht klagen kann.
Diese Tatenlosigkeit ist eine große Gefährdung für unserer Demokratie.
Mia
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Kuno
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Kuno »

Die gute FRONTEX hat es offensichtlich auch nicht so genau genommen mit der Berichterstattung - man erinnert sich doch bestimmt an das kürzlich aufgegriffene "Geisterschiff", welches schrottreif war und zu sinken drohte noch bevor es unausweichlich an italienischen Felsen zerschellen würde.

Nun stelllt sich folgendes heraus:

- Das Geisterschiff war gar keines, denn die Mannschafft, bestehend aus syrischen Seeleuten war serh wohl an Bord.
- Folgedessen bestand auch keine Gefahr, dass es an den italienischen Felsen zerschellen würde.
- Es war auch kein Schrottkahn, denn das Schiff ist absolut seetüchtig.

Das ganze haben Recherchen von PANORAMA ans Licht gebracht.

Und die DEtails kann man zum Beispiel hier nachlesen: http://www.20min.ch/ausland/news/story/ ... --15105232 oder hier: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/ ... er164.html
Kuno
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Kuno »

"Angesichts der vielen Flüchtlinge, die versuchen, über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen, und angesichts der unzähligen, die dabei ums Leben kommen, ist oft vom Versagen und von der Schuld Europas die Rede. Mit moralischem Unterton wird von der «Festung Europa» gesprochen, den hohen Zäunen in Marokko, der Hartherzigkeit der Behörden, die Flüchtlinge auf offener See ertrinken lassen, den profitgierigen Schleppern, den rigiden Migrationsgesetzen und einer Asylpraxis, die den Fremden wenig Perspektiven lasse. All dies ist bedenkenswert. Aber seltsam ist, dass in all diesen Diskussionen die Hauptschuldigen der ganzen Misere kaum je an den Pranger gestellt werden: die afrikanischen Regierungen."

Ein Kommentar von David Signer

Den Artikel kann man in der NZZ nachlesen. Wenn man denn möchte*: http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/ei ... 1.18492075

* Der Kommentar geht für einmal vom Tenor "Der Westen ist an allem Schuld" weg und weist auf die Ursachen und Missstände in Afrika selber hin. Man kann es sich danach aber einfach machen und grad erklären, dass die Missstände in Afrika ja auch "Die Schuld des Westens" sind :wink:
weiland alex
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von weiland alex »

Die Hauptschuld liegt an den Regierungen und natürlich zu allererst an den Afrikanern selbst - der Kontinent hat seine Bevölkerung in 50 Jahren vervierfacht, nichts dafür getan diesem enormen Bevölkerungswachstum entgegen zu wirken, oder Bedingungen dafür zu schaffen, dass dieser enorme Zuwachs an Menschen dort auch leben kann.
Alex
Barbara4x4
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Barbara4x4 »

Wenn es um nackte Zahlen geht müßte der Titel auf Deutschland bezogen eigentlich "Flüchtlingswelle aus Europa" heißen.

Mehr als die Hälfte unserer Flüchtlinge kommen aus Ex-Jugoslawien, die Afrikaner stellen insgesamt eine Minderheit.

Die "Schuld des Westens" an den derzeitigen afrikanischen Zuständen ist so komplex und historisch über die Jahrhunderte erzeugt, daß eine Erklärung das, was ein Reiseforum leisten kann, schlicht übersteigt.

Auch deutsche Steuergelder haben aktiv dazu beigetragen, funktionierende afrikanische Wirtsschaftsstrukturen zu zerstören, z.B. die Ausrottung des Stammes, der den Handel im südwestlichen Afrika wuppte. Der Hamburger Steuerzahler finanzierte die entsprechende "Strafexpedition" zum Wohle des Handelshauses Woermann, welches den Job in dieser Gegend übernahm. Ein winziges Beispiel, wie Geldgier funktionierende Strukturen dauerhaft zerstört.

Es gibt übrigens Politologen die der Meinung sind, daß Afrikas Problem nicht die Über- sondern die Unterbevölkerung ist, hervorgerufen durch den Jahrhunderte andauernden Sklavenhandel.

Vielleicht sollten wir unserst mal um die Hauptquelle unserer Flüchtlinge, also den Balkan kümmern und uns fragen: was läuft da falsch in unserer direkten Nachbarschaft? Zumal wir militärisch ja auch geholfen haben, diese Zustände herzustellen.

Viele Grüße
Barbara
Kuno
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Kuno »

Barbara4x4 hat geschrieben:Es gibt übrigens Politologen die der Meinung sind, daß Afrikas Problem nicht die Über- sondern die Unterbevölkerung ist, hervorgerufen durch den Jahrhunderte andauernden Sklavenhandel.
Es gibt auch Leute, die heute noch erklären, dass sich die Sonne um die Erde dreht...
Barbara4x4
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Barbara4x4 »

Ach Kuno,

siehst du nicht den unglaublichen Unterschied zwischen Natur- und Geisteswissenschaft?

Und nebenbei sehen diese Politologen in der Bevölkerungsfrage nur einen Baustein des Wirkungsgefüges,welches zu den heutigen Zuständen führt. Ich sach doch, dat Dingen ist komplex 8)

Wenn wir Schuld und Sühne suchen statt ergebnisoffen und mit maximaler Neutralität Ursache und Wirkung zu untersuchen werden wir wohl kaum Probleme lösen können.

Wir (d.h.die Welt außerhalb Afrikas) haben und hatten nun mal unsere Hände mit im großen afrikanischen Spiel und sind somit auch Beteiligte, also Wirkung erzeugende Ursachen. Und so sicher wie wir Gutes dort getan haben, so sicher haben wir auch richtig Schlechtes getan. Letztlich wumpe, ob wir die Guten oder Bösen sind, die Frage muß lauten: warum läuft die Sache wie sie läuft, wo sind mögliche Ansatzpunkte und wie steht es um deren Umsetzbarkeit.

Viele Grüße
Barbara
Kuno
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Kuno »

Barbara; eigentlich schreibst du ja nun genau das, was ich oben schon angedeutet habe - "der Westen ist halt doch Schuld"...

Zuerst erwähnst du, dass es Politologen gäbe, die erklären, dass Afrika sogar noch zuwenig Menschen habe. Nicht dass ich nun wirklich erwarten würde, dass das auch noch mit ein paar plausiblen Darstellungen untermauert würde...

...aber dann heisst es ganz schnell, dass das Thema eben viel zu kompliziert ist, als dass man es hier erörten könnte. Und...
...dass "wir" eben doch schuld sind.

"Zu kompliziert" heisst imemr auch, dass man halt eh nichts machen Tolle daran, dass man ja weiss dass es nicht so ist. Selber fühlt man sich auch nicht wirklich schuldig (logischerweise, da man es auch nicht ist), kann dann aber die Schuld der Gesellschaft (wie auch immer man diese definieren mag) aufladen - und wenn möglich beendet man dann die Darstellung mit der Aussage "Man müsste endlich etwas unternehmen" (wobei sich das "man" selbstverständlich hauptsächlich auf die Gesellschaft, die Politik, die Regierung oder wen auch immer bezieht).
JoachimS
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von JoachimS »

Niemand hier wird wohl bestreiten, daß unsere Startchancen hier wesentlich besser sind, als in fast? allen afrikanischen Ländern. Scheinbar sind hier viele der Meinung, die Afrikaner sind doch selbst schuld an ihrem Unglück. Ich erlaube mir, das anders zu sehen.
Im Prinzip kämpfen wir alle um ein Stück Kuchen. Leider sind die Zutaten nur begrenzt verfügbar und wachsen auch nicht in beliebiger Menge nach. Das schafft Probleme, die wir lösen müssten. Wer stellt wieviel vom Kuchen her? Wer bekommt wieviel Stücke ab? Usw. Ich kann nicht hingehen, mir 2 Stücke nehmen und dann sagen, Pech gehabt, ist nur noch ein halbes Stück da. Oder wie mancher geschrieben hat, kann ich doch nichts für, wenn du nur noch ein halbes hast. Bist doch selbst schuld. Um das halbe streiten sich dann noch mehr Leute. Das bedeutet gleichzeitig, noch mehr Zank und Streit. Ein besonders Schlauer, Durchtriebener wird versuchen sich einen möglichst grossen Anteil an dem restlichen Kuchen zu sichern. Mit Versprechungen, mit Betrug oder mit sonst was. Auch da sagen einige, selbst schuld. Wenn ihr so einen wählt, zu eurem Stammesältesten macht, da seid ihr schon selber schuld.
Ich will damit nicht sagen, wir sind alleine am Elend Afrikas schuld. Wir tragen aber unseren Teil dazu bei.
Nur wie das lösen? Die Karre ist nun mal richtig im Dreck gelandet und aus eigener Antriebskraft kommt die da nicht mehr raus.
Wir halten unser System für das Beste. Klar, wir sind ja auch auf der Gewinnerseite. Wenn wir auf der Verliererseite wären, hätten wir ne andere Meinung zu dem Ganzen.
Und noch was, ne Reise durch Afrika, nur zum Vergnügen, ist ein Privileg. Nicht alle auf dieser Welt haben das. Ein bisschen mehr Demut im Umgang mit anderen Kulturen stünde uns gut zu Gesicht.

Joachim
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Kuno
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Kuno »

JoachimS hat geschrieben:Ein bisschen mehr Demut im Umgang mit anderen Kulturen stünde uns gut zu Gesicht.
Respekt - verstehe ich.
Achtung - verstehe ich ebenfalls

Aber "Demut" im Umgang mit anderen Kulturen? Im Wiki ist der Begriff folgendermassen erklärt:"Begriffserklärung: Der Demütige erkennt und akzeptiert aus freien Stücken, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt."

Da kann ich nicht mehr ganz folgen...

Und... ist Europa heute wirklich noch auf der Gewinnerseite? Ich wage mal ganz schüchtern zu behaupten, dass mindestens der Zenit schon vor einiger Zeit überschritten worden ist...
JoachimS
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von JoachimS »

Kuno,

das war nur ein Sprachmittel von mir. Gemeint war, mehr geben wollen (Opferbereitschaft!) und natürlich auch Hingabe. Jetzt kommt der Clou. Das sind alles Synonyme für das Wort "Demut". Frag doch einfach nach und zitiere nicht irgendwelche Wikidingsbumsdinger. Hat auch den angenehmen Vorteil, nicht so oberlehrerhaft rüber zu kommen.

Joachim

p.s. willst die undiplomatische Antwort auch noch hören? :mrgreen:
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Wolfgang K
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Wolfgang K »

Wer stellt wieviel vom Kuchen her? Wer bekommt wieviel Stücke ab?
Ich sag mal so: wer Kuchen will muss halt auch welchen backen.
Und wer keinen gebacken bekommt muss sich fragen warum nicht - anstelle permanent über die Anzahl von Kuchenstücken auf anderen Tellern zu lamentieren.

@Barbara
Es gibt übrigens Politologen die der Meinung sind, daß Afrikas Problem nicht die Über- sondern die Unterbevölkerung ist, hervorgerufen durch den Jahrhunderte andauernden Sklavenhandel.
Du meinst John Iliffe?
Barbara4x4
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Barbara4x4 »

Wolfgang K hat geschrieben: @Barbara
Es gibt übrigens Politologen die der Meinung sind, daß Afrikas Problem nicht die Über- sondern die Unterbevölkerung ist, hervorgerufen durch den Jahrhunderte andauernden Sklavenhandel.
Du meinst John Iliffe?
Frag bitte nicht mehr nach Namen - es ist mehr als 2 Jahrzehnte her, daß ich mich mit dem Thema intensiv auseinandersetzte. War halt eine von den exotischen Thesen, die durchaus ein Körnchen Wahrheit enthält.

@Kuno:

wegen der Vielfalt an Regionen und Akteuren ist eine Afrikaweite Diagnose sowieso nur oberflächlich. Wirklich seriös kann IMHO eine Analyse nur auf kleinräumiger Ebene erfolgen. Und da kann man als einzelperson dann auch was machen - auch ohne Staat, Organisation oder gutmenschiges Oberlehrertum.

Viele Grüße
Barbara
Wolfgang K
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Wolfgang K »

War halt eine von den exotischen Thesen, die durchaus ein Körnchen Wahrheit enthält.
Iliffe vertritt zumindest diese These als eine(!) der endogenen Ursachen wie Klima und schwierige Umweltbedingungen und Iliffe ist sicher kein Exot oder Ideologe. Allerdings datiert er das Ende des Problems der Unterbevölkerung in die 1980er Jahre.
Derzeit kenne ich nur die katholische Kirche als Vertreter der These der "Unterbevölkerung Afrikas". Wahrscheinlich hat das aber mit deren latenter Panik vor Pille und Zipfelmützen zu tun. :wink:
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