Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

Moderator: Moderatoren

Antworten
Jürgen
Beiträge: 3555
Registriert: Mo 1. Aug 2005, 12:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Jürgen »

Schlüssel zur Waffenruhe

Tausende Flugblätter gingen am Donnerstag über Rafah nieder. Die israelische Luftwaffe forderte die Bevölkerung an der Grenze zu Ägypten auf, ihre Wohnungen wegen bevorstehender Militäraktionen zu verlassen. „Die Hamas nutzt Eure Häuser, um Waffen zu schmuggeln und zu lagern“, stand auf den Flugblättern - als wäre das etwas Neues für die Menschen in Rafah: Seit der Gazastreifen von den Israelis hermetisch abgeriegelt worden ist, sind die Tunnel vom palästinensischen zum ägyptischen Rafah unter der Grenze und einer Betonmauer hindurch die wichtigste Einnahmequelle für das Städtchen.
mehr...

Bild

Quelle-Bild u. Text: faz.net
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
schu achbar ?

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von schu achbar ? »

Bild

So sieht das ganze dann in der Wirklichkeit aus.
"Kuhschieber" quasi :mrgreen:

Laut New York Times soll Bush vor ein paar Monaten Ehud Olmerts
Anfrage nach modernen bunkerbrechenden Bomben
abgewiesen haben, da Olmert den Iran direkt angreifen wollte.
Zum Glück hat sich Bush von Robert Gates u. Anderen überzeugen lasen, dass das wohl keine gute Idee sei.
schu achbar ?

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von schu achbar ? »

Leider gewinnen in Konfliktsituationen immer die Extremisten zulauf.
Auch wenn ich den Palis näherstehe, so dürfte es mit der Hamas
wirklich schwierig werden etwas auf die Beine zu bekommen.
Wäre ich ein Olmert ( Gott bewahre), so hätte ich die Hamas nach ihrem Wahlsieg umarmt u. bei den anschliessenden Auseinandersetzungen hätte
sich die Hamas gespalten.
Mit den Gemäßigten hätte man weiterarbeiten können.
Es gibt ja durchaus Vernünftige dort.
Diese Video habe ich von einem angeblich christlichen Pali bei
Youtube gefunden.
Es zeigt, dass leider die Radikalen den Ton angeben u. aus weiterer
Verschärfung des Konflikts neuen Zulauf bekommen.
Schaut es euch mal an, ist schon ziemlich erschreckend.
ursula
Beiträge: 2530
Registriert: So 31. Jul 2005, 17:54
Wohnort: Zürich
Kontaktdaten:

Gaza Israel Palästina

Beitrag von ursula »

Die Lügen des Krieges von Uri Avnery

...Der Krieg – jeder Krieg – ist ein Lügenreich. Ob dies nun Propaganda oder psychologische Kriegsführung
genannt wird, jeder akzeptiert, dass es richtig ist, für sein Land zu lügen. Jeder, der die Wahrheit sagt, riskiert,
als Verräter gebrandmarkt zu werden...
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29514/1.html

Uri Avnery vertritt seit 1948 die Idee des israelisch-palästinensischen Friedens und die Koexistenz zweier Staaten:
des Staates Israel und des Staates Palästina, mit Jerusalem als gemeinsamer Hauptstadt. Uri Avnery schuf eine
Weltsensation, als er mitten im Libanonkrieg (1982) die Front überquerte und sich als erster Israeli mit Jassir Arafat traf.
Er stellte schon 1974 die ersten geheimen Kontakte mit der PLO-Führung her...
http://www.uri-avnery.de/
Jürgen
Beiträge: 3555
Registriert: Mo 1. Aug 2005, 12:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Jürgen »

Heftige Kämpfe im Gaza-Streifen

Auch heute lieferten sich israelische Soldaten und Hamas-Kämpfer schwere Kämpfe. Die palästinensisch-radikalislamsiche Hamas schoss Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet ab. Nach Militärangaben gab es keine Verletzte. Die israelische Armee war zuvor tiefer in die Vororte von Gaza-Stadt vorgerückt. Soldaten lieferten sich im Viertel Hawa nach Augenzeugenberichten schwere Gefechte mit militanten Palästinensern.

mehr...

Quelle:tagesschau.de
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Jürgen
Beiträge: 3555
Registriert: Mo 1. Aug 2005, 12:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Jürgen »

Mit den Bomben kommen die Seuchen

Der Gazastreifen bereitet den UN-Organisationen immer größere Sorge: Schon bald könnte es zum Ausbruch von Seuchen kommen. Auch die EU erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel.
mehr...

Quelle:focus.de
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Israel hatte damals den Gazastreifen geräumt und dies seither als uneigennützige Vorleistung betont. Es war aber - und das ist auch nicht verwunderlich, bei den örtlichen Gegebenheiten -ein politisches Kalkül. Die geplanten Wahlen im Gaza hätten wohl kaum bei israelischer Anwesenheit stattfinden können! Daß dann die Hamas diese Wahlen (von denen international behauptet wird, sie seien weitgehend demokratisch gewesen!) gewinnen und anschließend die Fatah in einem Bürgerkrieg vertreiben würde, haben die Strategen nicht bedacht.
Die sattsam bekannte Doppelstrategie der Hamas - hier politischer Sieger, dort zynisch kalkulierende Terrororganisation - hat danach Israel zur Blockade veranlaßt: eine Fehlentscheidung und selbstgelegte Falle! Dadurch wurden die Lebensumstände in diesem kleinen Streifen (4000 Einwohner/qkm!!) noch unhaltbarer als ohnehin schon "gewohnt", was der Hamas Zulauf brachte.

Zur Frage der immer wieder erwähnten Blauhelme: Mir scheint, daß in den üblichen Stellungnahmen internationale Garantien zu Unrecht sofort mit internationalen Truppen gleichgesetzt werden. Solche Truppen dienen allgemein eher zur Einhaltung/Überwachung eines zuvor ausgehandelten Status quo, nicht aber der Problemlösung. Sollten UN-Truppen die über die Grenzen und ihre Köpfe fliegenden Raketen zählen? Nein, damit würde also wieder mal nur eine weitere Verlagerung des Konfliktes in die nächste Zukunft erreicht.

Garantien aber - wenn sie klare, glaubhafte Hinweise auf eventuelle Sanktionen in beide Richtungen enthielten - würden nicht nur die Belligéranten, sondern auch die internationale Gemeinschaft binden. Und ohne diese gibt es keinen Ausweg!! Militärischer Zwang löst auch hier kein Problem - politischer dagegen schon. Das mag im Moment utopisch klingen, ist es aber, gemessen an der augenblicklichen Situation, keineswegs! Es ist eher pervers denaturierte Utopie, zu glauben, man könne diesen Konflikt ("Gewaltfalle" ist der richtige Ausdruck!) militärisch lösen. Allein der Blick auf die Vorwarnzeiten von wenigen Minuten, sollte dies eigentlich ausreichend verdeutlichen. Man mag heute versuchen, eine Organisation (Hamas) zu vernichten - morgen wird eine andere an ihre Stelle treten. Oder, will sich jemand vorstellen, ein Volk, eine Bevölkerung zu vernichten?

Seid mehreren Generationen wird der Konflikt immer wieder unter historischen Gesichtspunkten betrachtet. Das ist inzwischen längst eine Sackgasse, denn die Leidenden auf beiden Seiten sind keine Historiker und der Blick zurück bringt hier nicht die Lösung - zuviel Unrecht ist geschehen. Aufrechnen verhindert den Neuanfang, denn es sind Menschen, deren Leben verinnt - dort in Bedrohung und Angst, trotz relativen Wohlstandes; hier in krassem Elend ohne Perspektive für eine bessere Zukunft, ständiger Demütigung und Willkür unterworfen.
Der haßerfüllte Terror der Hamas und die barbarischen Bombenabwürfe auf dicht bewohnte Städte in Gaza verletzen beide das Völkerrecht. Abwägende Begründungen für das eine oder das andere machen nicht ungeschehen, daß es kriminelle Handlungen sind. Israel zerbomt seinen internationalen Kredit ebenso, wie es die USA gerade unter Bush durchführten.

Wer das Bild des herumirrenden Kindes in der bombardierten Schule gesehen hat, inmitten von Zerstörung, Blut und Toten, vor Entsetzen starr, verloren weinend nach den Eltern rufend, der weiß, daß hier wahrhaftig grenzenloses -ein paar Kilometer weiter wäre es ein israelisches Kind gewesen - Unrecht geschieht: darf man es hinnehmen, daß ein Kind - noch ehe es etwas vom Leben weiß - schon erfahren muß, was Todesangst ist?
mikepiller
Beiträge: 952
Registriert: Sa 13. Mai 2006, 20:59
Wohnort: Berlin

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von mikepiller »

Hi,

hier sind ja inzwischen für mein Empfinden sehr gute und wichtige Fakten aufgeführt worden, um die Problematik der besetzten Gebiete sowie ganz allgemein den Nahost- Konflikt etwas näher zu beleuchten.

Erwähnenswert fände ich noch ein im Kern sehr simples, in der Wirkung jedoch fatales Problem, welches Roger in seinem letzten- m.E. sehr gut gedacht und formulierten Beitrag- kurz anriss, die demographische Entwicklung:
...in diesem kleinen Streifen (4000 Einwohner/qkm!!)
Israel hat etwa die Größe des Bundeslandes Hessen!
In den 70er Jahren lebten dort etwa 3 Millionen Menschen.
Heute- nicht einmal 40 Jahre später- liegt die Bevölkerungszahl bei 7 Millionen, sie hat sich also mehr als verdoppelt in dieser kurzen Zeit.

Der Grund dafür ist nicht etwa eine erhöhte Geburtenrate der Israelis, sondern weitgehend die für Israel fatalen Einwanderungswellen insbesondere seit Beginn der 90er Jahre- hier insbesondere weitgehend unqualifizierte Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion-
sowie die Bevölkerungszunahme unter der arabischen Bevölkerung in Israel. Heute gibt es mehr Aus- als Einwanderer in Israel, die Geburtenraten der jüdischen Bevölkerung stagnieren, während jene der arabischen Bevölkerung weiterhin stark zunimmt. Diese wird in absehbarer Zeit die Mehrheit in Israel bilden- m.E. ein denkwürdiger Prozess!

Man schätzt, dass bei Gründung des Staates Israel etwa eine knappe Million Palästinenser aus Israel vertrieben wurden....geflüchtet wurden könnte man zynisch sagen.
Heute wird die Zahl der Palästinenser auf etwa 1,4 Millionen Menschen allein im Gazastreifen geschätzt, 2,4 allein im Westjordanland. Die Palästinenser haben die höchste Geburtenrate der Welt- pro Generation verdoppelt sich ihre Bevölkerung.

Völlig unabhängig davon, ob dieser Effekt durchaus erwünscht ist innerhalb großer Teile der palästinensischen Bevölkerung- sozusagen als einzig verbliebene, wirksame Waffe....

stellen sich doch zwei markante Fragen:

1) All diese aufwachsenden Kinder haben nahezu keine menschenwürdige Perspektive- es gibt keine vernünftige, schulische Ausbildung, es gibt keine Arbeitsplätze- etwa 80 Prozent der Bevölkerung im Gazastreifen und im Westjordanland leben unterhalb der Armutsgrenze! Ein extrem fruchtbarer Nährboden für tödliche Ideologien, für Wut, Frust...diese Menschen haben absolut nichts zu verlieren!

2) Wie teilt man ein Land von der Größe Hessens unter so vielen Menschen auf in der Hoffnung auf irgend eine bessere Perspektive?

Diese Bevölkerungsexplosion betrifft übrigens den gesamten Nahost- Raum, also auch Syrien, Jordanien etc...

*

Schon allein hier- einzig in der Demografie- liegt ein Drama verborgen, welches nahezu jede weitere Überlegung zur dauerhaften Lösung des Nahostkonfliktes ziemlich leer laufen lässt- oder?

Gruß
Micha
schu achbar ?

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von schu achbar ? »

Israel ist in einer Position der Stärke und wird sich von Niemandem irgendwas diktieren lassen. Es vertraut keiner Garantie und meint das auch nicht nötig zu haben.
Es gibt neben dem Bevölkerungswachstum noch zahlreiche andere
Knackpunkte, die eine Einigung unmöglich machen.
Die Zionisten werden dort nie weggehen, im Gegenteil, sie werden
Stück für Stück immer mehr von Gaza und der Westbank einkassieren.
Die beiden blauen Streifen sind nicht zum Spass auf der Fahne der
Auserwählten.
Sie symbolisieren die Grenzen des Reiches , den Nil und den Euphrat.
Das ist das Fernziel.
Die Palis wiederum werden auch immer radikaler werden und stirbt die Hamas, dann lebt sie nach ein paar Monaten mit neuen Kämpfern u. Waffen wieder.
Endziel ist ein Palästina mit Scharia u. ohne Besatzer.
Dann kommen noch die USA, die Judenlobby dort, der Iran, die Hisb-
Allah hinzu.
Es gibt dort keine 2 Staaten Lösung.
Da können Steinmeier, Joschka Fischer
( appointed by Madeleine Albright :mrgreen: ) oder sonstwer seine austauschbaren Textbausteine in die Mikros sprechen:
Es gibt nur Sieger und Besiegte.
Es wird ein Ort des Todes bleiben.
Bis 1885, bevor Rothschild sein Israelprogramm mit viel Geld in
Bewegung setzte, gab es etwa 5 bis 7 % Juden in ganz Palästina
einschliesslich dem späteren Transjordanien.
Das hätte sich nie ändern dürfen, dann wäre viel Schlimmes nie
passiert.
Es gab noch ein kleines Zeitfenster , welches eine Chance bot.
Als GB als Mandatsmacht beschloss, Gebiete östlich des Jordan
den Arabern und westlich des Jordan den Juden zuzuschreiben.
Hätten die Palis damals eingewilligt und gleichzeitig die Haschemiten
sich diesen Teil Palästinas (etwa 75%) nicht eingesackt und später zu Jordanien gemacht... es hätte friedlich ablaufen können.

Aber vielleicht ist das zuviel verlangt, da es keinen vernünftigen Grund gibt, warum die Eingeborenen dort eine von Besatzungsmächten
tolerierte Masseneinwanderung von kulturfremden Migranten aus
Europa und Russland einfach so hinnehmen sollten.
Hätten die Ureinwohner eine Kristallkugel gehabt und ins Jahr 2008 geschaut, sie hätten sicher sofort zugestimmt.
Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer...

Wenn wir uns wenigstens neutral verhalten würden, anstatt auch noch
die Getriebe für die Merkava -Panzer zu liefern (Renk)
und sogar den Uboot Verkauf mit 300 MillionenEuro deutscher
Steuergelder zu unterfüttern.

Aber wir stellen uns auch noch bedingungslos an die Seite des einen
Kontrahenten.
Merkel nennt das Staatsräson.
Also etwas , dessen Wesen nicht zu hinterfragen ist.

Ich bin nicht gläubig und ob ein Jude nun an Jahwe glaubt oder ein
Moslem an Al Hakeem, al Hameed,al Lateef, al Musaweer...
... meinetwegen, solang man mich nicht über Maß behelligt.

Es ist aber auch für mich als Ungläubiger interessant, warum Merkel
immer von christlich-jüdischen Wurzeln oder Gemeinsamkeiten
spricht... ist mir echt unerklärlich.
Es gibt schlicht keine bis auf das AT.
Der Erlöser der Christen war für die Juden ein Ketzer, ein Aufrührer,
ein Nichts.
Sie zogen den Verbrecher Barnabas für die Begnadigung vor.
Sterben sollte der Ketzer Jesus.
Pilatus war nur derjenige, der dem Druck der Juden nachgab.

Dies ist nicht meine Erfindung u. auch nicht die Sichtweise der
Christen , es ist die Geschichte aus Sicht der Juden selbst.
Genauso , wie es die Sichtweise der Juden ist, dass Jesus gesteinigt statt gekreuzigt wurde und für immer
in der Hölle sitzt und zwar inmitten von Exkrementen.

Nicht ,dass mich diese schrägen Sichtweisen irgendwie beleidigen würden.
Es ist mir völlig egal.
Es ist nur erstaunlich, warum eine Pfarrerstochter angesichts dieser
Dinge so bedacht darauf ist Gemeinsamkeiten aufzuzeigen wo schlicht keine sind.

Alles Argumente sich schnell mit einer Segelyacht auf die Weltmeere zu verdrücken und die einem noch verbliebene Zeit weit weg von lauter
ideologischen Zwangspatienten mit politischer Macht zu verbringen.
Bis man dann auf die somalische "Küstenwache" trifft... :mrgreen:


Es gibt keine Lösung.
schu achbar ?

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von schu achbar ? »

Zu meinem, sorry, etwas langatmigen Beitrag noch eine Ergänzung.

Die Zion-Infofront läuft im Gegensatz zu früher wie geschmiert.
Welcher Journalist weiss schon, dass Israel am 4 November die Waffenruhe brach.
Vermutlich geschah das aus Vorsatz am Tag der US Wahlen,
da an diesem Tag alle Augen auf Washington gerichtet waren.
Ein Angriff der IDF auf einen Tunnel mit in Folge sechs toten
Hamasleuten wurde kaum beachtet.
Die Kadimapartei hätte keinen besseren Coup landen können,
um aus wahltaktischen Gründen (Wahlen im Februar 09) einen
neuen Waffengang gegen Hamas zu initiieren.

Im Netz gibt es viele Israelblogs.
Auf youtube ein kaum übersehbarer Wust von Vids der IDF, Mark Regev
und seine unteren Chargen sind als nimmermüde Erklärer in allen
wichtigen Sprachen der Welt unterwegs.
Die Palis haben dagegen die Macht der Bilder von verstümmelten Zivilopfern auf ihrer Seite.

Die Palis in Europa täten gut daran eine eigene PR Linie zu verfolgen.
Zum Teil klappt das auch, zB die wirklich ausgesprochen symphatische Demo in Bremen.
Zum anderen Teil werden die Palis leider von grenzwertigen Gruppen als
Vehikel benutzt. Als da wären Milli Görüs u. verschiedene andere islamische Aktivisten,
die sich schon bei den Demos gegen Westergard/ Mohammedkarikatur
undemokratisch und hasserfüllt hervortaten.
Den Vogel schiesst mal wieder London ab,wo aus einer Pro -Pali Demo
eine Art Hetzjagd auf die britische Polizei wurde mit Takbiir !! und
Kuffar !! Geschrei.
Das waren selbst vermutlich überhaupt keine Palis, es versaut aber den gesamten Ruf des eigentlich guten Anliegens, wenn religiöse Eiferer das
Gastvolk beschimpfen und angreifen.
Eine komplette Abkehr der Palis in Europa vom Islam aspekt in dieser Sache wäre der richtige Weg

Es gibt zum ersten Mal auch viel Verständnis in der www-Gemeinde
selbst für Phosphoreinsatz der IDF.
Zumindest habe ich den Eindruck, es gibt zum ersten Mal wirklich zahlreiche Stimmen in der Richtung
" Was solls, sie stechen hier unsere Kinder ab, kassieren viel Geld für ihre Grossfamilien und beschimpfen uns als Schweinefleischfresser, sollen sie doch jetzt die Quittung kriegen."

Ich bin auch angefressen von solchen Vorfällen , aber man sollte
so etwas nicht mit dem Nahostkonflikt vermischen.
Die Palis dort können nichts für Kriminelle und Eiferer in Deutschland.
Die Israel -Apologeten verstehen leider geschickt, beides miteinander zu vermischen.
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Roger-Tecumseh »

mikepiller hat geschrieben:Diese Bevölkerungsexplosion betrifft übrigens den gesamten Nahost- Raum, also auch Syrien, Jordanien etc...
Schon allein hier- einzig in der Demografie- liegt ein Drama verborgen, welches nahezu jede weitere Überlegung zur dauerhaften Lösung des Nahostkonfliktes ziemlich leer laufen lässt- oder?
Gruß
Micha

Hallo Micha,

der demografische Gesichtspunkt ist - obwohl früher schon durchaus beachtet - erst in den letzten Jahren zu einem brennenden zentralen Thema geworden. Es gibt nicht wenige Analysen, welche die unglaubliche Brutalität und Unverhältnismäßigkeit der augenblicklich akuten israelischen Kriegshandlungen auch unter diesem Aspekt betrachten: die Palästinenser sollen soweit demoralisiert werden, daß sie schließlich Gaza (und nicht nur Gaza ) verlassen, um anderswo erneut als Flüchtlinge in Lagern zu leben. Ein staatliches Gebilde "Palästina" wäre damit als störendes Projekt vom Tisch.
Deshalb hier dieser kurze Blick zurück: Der größte Teil der jetzigen Gazaouis hat sich nicht ausgesucht, dort zu wohnen. Sie stammen ursprünglich von Familien ab, die aus den umliegenden Städten und Dörfern (z.B. Ashkelon und Beershaba)von der israeelischen Armee "umgesiedelt" wurden. Das war 1948!

Der Abzug der israelischen Armee 2005, hat nichts daran geändert, daß Israel weiter als Besatzungsmacht wirksam war und ist, denn es kontrolliert vollständig (der ägyptische Grenzstreifen beträgt nur ca. 14km) den Zugang zu diesem Gebiet (die zahlreichen Tunnelbauten sind überwiegend auch auf diese Abschnürung zurückzuführen.) Mit dieser Kontrolle unterliegt Israel der Genfer Convention, die zum Schutz der Zivilbevölkerung verpflichtet!
Hamas und Israel haben sich - indem sie zivile Opfer nüchtern einkalkulieren - Kriegsverbrechen zuschulden kommen lassen. Die Hamas, als Terrororganisation, hat damit ihr Ziel erreicht, den demokratischen Staat Israel zu sich auf die gleiche Ebene zu ziehen und als vom Militär beherrschten Staat darzustellen, der das Völkerrecht bricht.

International wird schon mal diskutiert, ob man nicht den Druck auf Israel erhöhen müsse, um ein Ende des Massakers zu erzwingen. Es ist nun aber zu spät, den internationalen Druck auf Israel zu "erhöhen" (gab es ihn eigentlich überhaupt??): in wenigen Tagen wird Israel einen großen Teil seiner Kriegsziele erreicht haben und (siehe z.B. Obamas baldige Amtseinführung) von selbst versuchen, seine Militäraktionen zurückzufahren. Diese militärische Erfolge werden - ohne politische Zugeständnisse von Seiten Israels - aber nicht von Dauer sein und müssen sich erneut als Pyrrhussieg erweisen. Wozu also die 1000 Toten (dreiviertel davon Zivilisten) - hunderte von Kindern - und die ca. 4000 Verletzten, wenn doch konkrete Zugeständnisse unausweichlich sein werden?

Die bekannten Forderungen der Hamas haben in ihrer Gesamtheit allerdings nicht die geringste Chance auf Erfüllung, wenn diese Organisation sich nicht in Verhandlungen zur Anerkennung des Staates Israel bewegen läßt. Man MUSS also direkt - und nicht wie jetzt über inkompetente Mittelsmänner - mit ihnen verhandeln! - Nachdem die Fatah im "Schwarzen September" militärisch fast vernichtet schien, gewann sie Jahre später als politischer Gegner eine größere Bedeutung als je zuvor.
(Auch De Gaulle hat sich im Krieg mit Algerien schließlich zu Verhandlungen mit der - aus damaliger französischer Sicht - Terrororganisation FLN bereiterklären müssen.)
Es gibt keinen Weg zum Frieden ohne Garantien für beide Seiten. Diese Verträge müssen harte und glaubhafte Sanktionsankündigungen für den Fall der Verletzung enthalten! Israel darf sich dabei nicht mehr darauf verlassen können, durch ein Veto im Sicherheitsrat der UN vor angekündigten Konsequenzen sicher zu sein.
Man kann Geschichte nicht rückwirkend korrigieren, aber man kann der Zukunft ohne Gerechtigkeit auch keine Basis geben - das gilt oft schon im privaten Leben, im Leben der Völker aber immer!

Gruß

Roger-T.
Jürgen
Beiträge: 3555
Registriert: Mo 1. Aug 2005, 12:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Jürgen »

UN-Hauptquartier in Gaza beschossen

Beim anhaltenden Vormarsch israelischer Truppen in Gaza-Stadt ist auch das Hauptquartier des UN-Flüchtlingshilfswerks für die Palästinenser (UNRWA) getroffen worden. Mindestens drei Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher mit. Hunderte Tonnen Hilfsgüter seien durch den Angriff zerstört worden, teilte ein UNRWA-Mitarbeiter mit. Das Hilfswerk ist die wichtigste Anlaufstelle für notleidende Palästinenser.

mehr...

Quelle:tagesschau.de
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Jürgen
Beiträge: 3555
Registriert: Mo 1. Aug 2005, 12:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Jürgen »

Die UN-Resolution 1860 zum Gaza-Krieg

Der UN-Sicherheitsrat hat Israel und die Hamas zu einer sofortigen Waffenruhe im Gazastreifen aufgefordert. 14 der 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums stimmten für die Entschließung. Die USA enthielten sich der Stimme. Die UN-Resolution 1860 enthält unter anderem folgende Punkte:
mehr...

Quelle:mdr.de



Hier eine Liste aller UN-Resolutionen.

Quelle:Wikipedia
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Kuno
Beiträge: 9586
Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
Kontaktdaten:

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Kuno »

Fand gerade diesen Begriff:

humanitärer Korridore

Gibt's sowas überhaupt?
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Gaza - Auf Gewalt folgt mehr Gewalt

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben:Fand gerade diesen Begriff:

humanitärer Korridore

Gibt's sowas überhaupt?

Das kannst Du bei dieser Sachlage in den gleichen Bereich ordnen, wie "Kollateralschaden"!
Beides ist eine zeitgemäße Umschreibung für Zynismus!
Antworten