Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Birgitt
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Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Birgitt »

In Jerusalem ist man empört: Die Entscheidung der EU-Kommission, eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus den Siedlungen einzuführen, sei nicht hinnehmbar, heißt es. Und erwägt juristische Schritte. [...] Konkret geht es um Obst und Gemüse, zum Beispiel Äpfel von den annektierten Golan-Höhen im Norden oder Paprika aus dem fruchtbaren Jordan-Tal im besetzten Westjordanland. Und es geht um Kosmetika, gewonnen aus den Mineralien des Toten Meers, wenn sie von besetztem Gebiet abgebaut wurden. Für diese drei Produkte-Gruppen hat die EU-Kommission Richtlinien beschlossen, dass sie in den Supermärkten und Drogerien aller 28 Mitgliedstaaten nicht mehr als "Made in Israel" verkauft werden dürfen. Die Siedlungen als Herkunftsort sollen klar erkennbar sein.
Ein "extremer und diskriminierender" Beschluss
11.11.2015 - tagesschau

EU sets guidelines on labelling Israeli settlement goods
11.11.2015 - BBC

Gruß
Birgitt
Ralf Kiefer
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Ralf Kiefer »

Hallo!

Eine wegweisende Idee dieser EU, vermutlich die einzige bisher! Bleibt zu hoffen, daß nicht einzelne EU-Staaten mit ihren "Ausführungsbestimmungen" daraus ausscheren können oder die Ratifizierung auf Jahrzehnte verschieben dürfen. Mir fiele dazu spontan eine Kandidatin ein :-( Wir haben bekanntlich schon seit Jahren eine deutliche Kennzeichnung von Lebensmitteln auf Bestandteile mit gentechnischer oder radioaktiver Behandlung.

Wenn diese EU diese Idee jetzt noch konsequent fortsetzen würde, dann würden Waren aus der Westsahara als solche gekennzeichnet und nicht als marokkanisch.

Gruß, Ralf
Chrigu
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Chrigu »

Der Judenstern ist wieder da.
Gehts eigentlich noch?
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Ralf Kiefer
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Ralf Kiefer »

Chrigu hat geschrieben:Der Judenstern ist wieder da.
Gehts eigentlich noch?
Wieso denn das? Wenn ich in der Gemüseabteilung vom Supermarkt oder auf dem Markt schaue, dann sind Obst und Gemüse immer mit ihrem Herkunftsland gekennzeichnet. Wer aus "Herkunft Israel" einen Judenstern phantasiert, was macht der dann aus "Herkunft Italien" oder "Herkunft Deutschland"?

Gruß, Ralf

P.S.: Ich orientiere mich selbstverständlich an diesen Herkunftshinweisen, weil ich z.B. nicht einsehe, daß ein Salat aus Spanien nach Deutschland transportiert werden muß, wenn ich den auch aus der Pfalz kaufen könnte (20km von mir entfernt). Falls es Dich interessiert, ob ich aus politischen Gründen das Angebot aus manchen Herkunftsländern verweigere: ja, schon lange.
landcruiser.
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von landcruiser. »

Chrigu hat geschrieben:Der Judenstern ist wieder da.
Gehts eigentlich noch?
Verstehe ich nicht.

Das Westjordanland ist kein israelisches Staatsgebiet, sondern durch Krieg besetztes Gebiet.

Dazu gibt es m.W. eine UN-Resolution, die Israel zum Rückzug (auch) aus diesem Gebiet auffordert.

Die Waren kommen demnach nicht aus Israel und können auch nicht als "Made in Israel" deklariert werden.

Oder hab ich das was falsch verstanden?
Ralf Kiefer
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Ralf Kiefer »

KaDeWe nimmt Produkte aus Israels Siedlungen aus dem Verkauf
"Die Europäische Union sollte sich schämen", schimpfte Premierminister Benjamin Netanyahu, die Kennzeichnungsvorschrift bringe "dunkle Erinnerungen hoch". Staatspräsident Reuven Rivlin sagte seinen geplanten Besuch in Brüssel ab. Mehrere Minister nannten den Vorstoß der EU "anti-jüdisch" oder "antisemitisch".
Irgendwann nutzt sich das Argument mit der Nazikeule so langsam ab. Es geht hier nicht um eine Religion, auch wenn sich Israel selbst als Gottesstaat versteht, sondern um Völkerrechtliches. Insofern gibt's nichts Anti-jüdisches oder Antisemitisches zu erkennen. Ich kann mich genausowenig dran erinnern jemals jüdischen Orangensaft gekauft zu haben, aber Orangensaft aus Israel durchaus.

Die Herren in Israel sollten mal beginnen formal korrekt zu denken, bevor sie sich lächerlich machen.

Gruß, Ralf
Turi
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Turi »

Hallo Wüschigemeinde

Gerade Netanyahu hat es nötig.
Wir haben seine Politik in Israel zu spüren bekommen.
Fragt mal einen Palästinenser, wie sein Pass aussehen muss, um nach Israel zu kommen.
Was dort abgeht ist vergleichbar, wie damals mit dem Judenstern,
dieses Mal sind es einfach die Araber.
Irgendwann sollten die Vorschusslorbeeren mal zu Ende sein.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Ralf Kiefer
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Ralf Kiefer »

Wie lächerlich ist denn das?

"Nach Vorwürfen aus Israel: KaDeWe nimmt Siedlerprodukte wieder ins Sortiment"
"Dieses Kaufhaus war in jüdischem Besitz, die Nazis haben es enteignet", sagte Benjamin Netanyahu am Sonntag in Jerusalem.
... und diverse Leute hier stehen stramm.

Halten wir fest: die EU beschließt eine eindeutige, völkerrechtlich korrekte Herkunftsbezeichnung auf den Waren. Der Herr Netanyahu rastet aus, und das KaDeWe ignoriert EU-Vorschriften, um jenem Herrn aus Nahost zu gehorchen. Wenn diese EU ansatzweise glaubwürdig wäre, würde sie vom KaDeWe Strafen in geeigneter Höhe wg. Mißachtung von EU-Vorschriften einfordern und mit Schließung des Kaufhauses drohen. Die US-Amerikaner zeigen derzeit VW, wie das geht.

BTW auch in diesem Spiegel-Artikel werden wie so häufig die Begriffe israelisch und jüdisch durcheinandergeworfen. Geht's hier um einen Staat oder geht's hier um eine Religion. Netanyahu spielt mit diesen Begriffen, wie es gerade zu seinem Vorteil ist und verwässert diese. Nur leider ist er Politiker und daher erkenntnisresistent. Laut Wikipedia-Eintrag sieht's dort so aus:
2014 waren gut 75 % der israelischen Bevölkerung Juden gemäß israelischem Innenministerium.
... und 25% der israelischen Staatsbürger sind keine Juden.

Auch bemerkenswert aus dem Spiegel-Artikel:
Der Grünen-Politiker Volker Beck, Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe hatte das KaDeWe am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter gefragt: "Sagen Sie stimmt es, dass Sie Produkte aus Israel boykottieren & warum haben Sie nicht à la EU nachetikettiert?"
Erdkunde: 6, setzen! Ein Politiker eben. Aber leider im deutschen Parlament.

Gruß, Ralf
Turi
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Re: Kennzeichnungspflicht für israelische Siedlerprodukte

Beitrag von Turi »

Hallo Ralf
Geht's hier um einen Staat oder geht's hier um eine Religion

Für Netanyahu wie für den Rest der israelischen Regierung ist Staat gleich Religion und Religion gleich Staat
und genau da wird Israel einmal zum Verhängnis, meiner Meinung nach.
Aber wie gesagt, bis jetzt noch hat Israel Vorschusslorbeeren.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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