Turi hat geschrieben:in Deutschland würde man Otto Normalverbraucher sagen, also, der einfache Bürger und Steuerzahler von denen der Staat in erster Linie lebt.
Der das gesellschaftliche Leben prägt und nicht zu den "oberen zehntausend" gehört, das ist ein Füdlibürger in der Schweiz.
Der Vergleich trifft es aber nun nicht - jedenfalls, wenn man die Wiki-Definition zugrunde legt:
"Als Spießbürger oder Spießer werden in abwertender Weise Personen bezeichnet, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen, Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung und ein starkes Bedürfnis nach sozialer Sicherheit hervortun."
Ehrlich - ich bin baff! Mit so einem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet, zumal die Kampagne einen wirklich seeehr komischen Beigeschmack hatte.
Ich denke, man muss sich entscheiden, ob man eine religiöse (in unserem Fall dann „christlich“) geprägte Gesellschaft ist bzw. sein will, oder ob man sich als säkular betrachtet. Ich kann leider nicht sagen, ob sich die Schweiz als eine säkulare Gesellschaft begreift. Für Deutschland wage ich zu sagen: Auf dem Papier, aber ohne es verinnerlich und konsequent umgesetzt zu haben. Wenn man sich als eine säkulare Gesellschaft betrachtet, kann man dann solche unsinnigen Verbote bleiben lassen und sich eventuellen ungewünschten Einflüssen gezielt erwehren und religiösen Einflüssen engere Grenzen setzen. Nimmt man es mit der Religionsfreiheit wirklich ernst – und das halte ich für eine aufgeklärte, säkulare Gesellschaft für notwendig – müssen diese Grenzen für alle Religionen gelten. Aber davor hat man Angst, und dann kommt so etwas wie diese Abstimmung heraus, die kein einziges Problem wirklich löst, sondern Symbolismus der über die Motive jeder Spekulation Tür und Tor öffnet. Ich kann mir kein Urteil über die tatsächlichen Motive des Einzelnen erlauben, aber ich bin mir sicher, dass das Ergebnis anders ausgefallen wäre, wenn es einen breiteren und verbindlichen Konsens gäbe ab wo man religiösen Einflüssen grundsätzlich einen Riegel vorschiebt. Gäbe es diesen Konsens wären viele Ängste beseitig, viele "Argumente" für dieses Verbot gegenstandslos.
Wolfgang K hat geschrieben:... wenn es einen breiteren und verbindlichen Konsens gäbe ab wo man religiösen Einflüssen grundsätzlich einen Riegel vorschiebt. Gäbe es diesen Konsens wären viele Ängste beseitig, viele "Argumente" für dieses Verbot gegenstandslos.
Grüße
Wolfgang
Wenn Du wirklich eine Antwort suchst, dann wirst Du sie bei einer intensiven Auseinandersetzung mit dem dem Begriff "laïcité" (Laizitaet) finden!
Hallo Roger, ich glaube Du weist was ich damit sagen wollte und sonst haben mich die anderen im Forum sicher verstanden, auf Wortklauberei habe ich keinen Bock.
Zur Religionsfreiheit, ein fehlendes Minarett hat zur Ausübung des Glaubens sicher keinen Einfluss, ein echter Muslim braucht höchstens eine Moschee und wo er keine hat, eben nur die Himmelsrichtung.
Wie können denn die Pater und Schwestern auf der ganzen Welt ihre Religion ausüben wo sie doch vielfach keinen Kirchturm haben???
Meiner Meinung nach ein Politikum, genauso wie eine Mehrwertsteuererhöhung.
Wir haben schon vor Jahren im Nachbardorf einen Waschraum für eine Moschee eingerichtet, diese wurde in einem Mehrfamilienhaus installiert, sagt diesen Gläubigen einmal, es wären die schlechteren Musime nur weil sie kein Minarett haben.
Ein echter Muslim kann seinen Glauben, genauso wie ein echter Christ, mit und ohne Turm leben, die Religionsfreiheit ist in keinster Weise beeinflusst, nur die politische.
Turi hat geschrieben:Hallo Roger, ich glaube Du weist was ich damit sagen wollte und sonst haben mich die anderen im Forum sicher verstanden, auf Wortklauberei habe ich keinen Bock.
Es ging hier nicht um mich - und ich denke, "Du weisst, was ich damit sagen will"!
Wenn Du irgendwo "Wortklauberei" witterst, dann wende Dich an Wiki. Sie werden es Dir danken!
Niederländische Rechtspopulisten sprangen sofort auf den Schweizer Zug auf. mehr...
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
ISLAM: MINARETS; ULEMA COUNCIL IN MOROCCO LAUNCHES CRITICISM 01.12.2009 - ANSAmed
RABAT - The Superior Ulema Council in Morocco, led by king Mohammed VI, criticised the ban on building minarets in Switzerland, calling the decision a form of exclusion and extremism. In a statement released by news agency, MAP, the council said that it can only criticise this orientation, whatever its origin may be, which is a form of extremism and exclusion ... mehr
Islamwissenschaftler: "Eine Moschee braucht kein Minarett"
Die Schweizer erwarten von den Muslimen Anpassung an ihren Lebensstil, statt eine offensive Integrationsstrategie zu entwickeln, meint Reinhard Schulze. Der deutsche Islamwissenschaftler spricht mit WELT ONLINE über den Einfluss der Schweiz als Modell für Europa und Parallelgesellschaften in Hinterhöfen. mehr...
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
WELT ONLINE: Braucht eine Moschee überhaupt ein Minarett?
Schulze: Normativ gesehen braucht eine Moschee natürlich kein Minarett, genau wie sie eigentlich auch keine Mauern braucht. Moschee kann theologisch gesehen überall stattfinden. Nur der kulturelle Konsens besteht darin, dass ein Minarett notwendig ist, damit eine Moschee im öffentlichen Raum überhaupt als Gebetsraum erkennbar ist. Darum geht es: Die Anerkennung der Moschee als Gebäude im öffentlichen Raum
meine Worte, für diese Weisheit braucht man wahrhaftig keinen Islamwissenschaftler[/quote]
Jetzt geht es erstmal zum Strassburger EU Gerichtshof.
Und auch von der UN wird den Schweizern wahrscheinlich ein Verstoss gegen die allgemeine Erklärung der Menschenrechte vorgeworfen werden.
Das ist eben das Dilemma, wenn man sich von vornherein nicht traut
die Zahl der Korangläubigen klein zu halten oder diese Religion als
verfassungsfeindlich gleich zu verbieten.
Dieser Massnahmen erdreistete sich kein europäisches Land und
nun setzt sich in der Schweiz halt der Volkswille durch.
Und in der Tat zäumt man das Pferd damit etwas von hinten auf.
Und die Zahl der Moscheen wird weiter wachsen, ob mit oder ohne
Turm.
Allerdings ist der Voksentscheid f. kritische Europäer ein Mutmacher u. stösst eine Diskussion darüber an was man eigentlich für eine Zukunft in Europa haben will.
Die katholische Kirche ist übrigens "sehr besorgt" über die Schweizer Entscheidung. Die Evangelische wahrscheinlich ähnlich.
Wohl immer noch der Meinung mit gutem Willem könnte man auch auf Kirchen in der Türkei und anderswo hoffen.
Ausserdem wähnt man sich ja in einem Boot mit anderen Glaubensrichtungen gegen die säkularen Strömungen.
Glauben ja alle an den gleichen Gott etc... kicher...
Auch Islam. de ( Zentralrat der Muslime in Deutschland) meckert:
""Plebiszite dürften nicht international garantierten Grundrechte aufweichen. Die Europäische Menschenrechtskonvention garantiere das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit, gab der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, am Montag in Straßburg zu bedenken. Es sei daher Aufgabe des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu prüfen, ob ein Verbot von Minaretten mit der Konvention zu vereinbaren sei. Die Schweizer Grünen haben bereits den Gang vor das Straßburger Gericht angekündigt.
""
Zuletzt geändert von schu achbar ? am Mi 2. Dez 2009, 15:08, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Gutes hat ja die Sache:
Jetzt sieht man ja offensichtlich wie demokratisch die Linke in ganz Europa (und der Schweiz!!!) ist. Geht ihnen was gegen den Strich, wird gewettert was die Bildschirme und der Blätterwald hergibt.
Und unsere Landesregierung (Bundesräte)! Mir fehlen wirklich die anständigen Worte, sie kriechen förmlich vor Entschuldigungen zu Staub! Toll, sogar vor Ländern in denen Menschenrechte, Demokratie, Dialog und Toleranz gar nicht existent sind.
Dachte dass es unsere Volksvertreter sind. Ja was sind das denn für Vertreter, die nicht fähig und willens sind, die Entscheide „ihres“ Volkes in die Welt zu tragen und zu verteidigen?
PS: Übrigens bin ich ein NEIN –Stimmer! Ich habe die Initiative nicht befürwortet, weil ich 1. nicht der Meinung bin, dass ein Baugesetz in die Bundesverfassung gehört und 2. ich mich vom Islam absolut nicht bedroht fühle.