Müllentsorgung in Afrika

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Birgitt
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Birgitt »

Ich bin in Afrika oft voller Unverständnis, was den Umgang mit Müll angeht.

Aber ich erkenne mittlerweile auch gute Ansätze - in einigen Ländern Afrikas sind die beliebten grauen Plastik-Tragetaschen mittlerweile kostenpflichtig! Und ab dem Moment, wo die Menschen dort dafür zahlen müssen, kommen die Frauen wieder mit dem Korb in der Hand. NIEMAND will dort mehr diese grauen Dinger haben - demzufolge wehen auch wieder weniger "Fahnen" an den Bäumen.

PET-Flaschen beispielsweise sieht man in etwas weniger "erschlossenen" Regionen so gut wie nie, weil sich die Bevölkerung diese entweder nicht leisten kann, oder es schlicht und ergreifend keine Möglichkeit gibt, diese zu kaufen. Wir werden auf unseren Reisen ständig nach PET-Flaschen - vorzugsweise 5 ltr. Kanister - gefragt. Die Frauen nutzen diese Flaschen zur Wasserbevorratung, oder die kleineren Flaschen für die Hirtenkinder als Trinkflasche oder z.B. als Honigbehälter. Wenn wir also irgendwo Flaschen sehen oder übrig haben, sammeln wir diese auf und lassen sie gerne in "bedürftigen" Dörfern.


In den heimischen Wäldern in meiner Region wird oft und gerne Bauschutt entsorgt (Fliesen etc), aber auch Elektro-Schrott in Form von Kühlschränken und - ganz beliebt - Altreifen :? Und die Grünstreifen rechts und links der AB-Auf- und Ausfahrten, insbesondere an Autobahnkreuzen, sind vielfach auch hochinteressante Mini-Müllkippen für PET-Flaschen, McD-Verpackungen, Zigarettenkippen ...


Ganz raffiniert stellt es oft auch unsere europäische Industrie an - ihren eigenen Müll werden sie gerne so los:

:arrow: Elfenbeinküste - Bisher größter Giftmüllskandal in Afrika

Nur hinterher stehen sie nicht gerne zu ihren Taten bzw. versuchen diesen Dreck auch unter den Teppich zu kehren bzw. die Pressefreiheit zu beschneiden :kotz:


Gruß
Birgitt
Kuno
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Kuno »

Warum immer so philosophisch? Herumliegender Muell ist erstmal Scheisse. Buchstaeblich. Der Anfang ist schon gemacht, wenn man das Zeugs einsamelt un in die entsprechende Muelltonne wirft. Ohne das wird's nicht besser. So.
bruce
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von bruce »

mikepiller hat geschrieben:Bruce schrieb:
Ich raeume solange ein paar mal im Jahr auf und gebe acht darauf, dass ich und mein Bekanntenkreis das Problem moeglichst nicht verschlimmern.
Die Gefahr, dass man entnervt, verständnislos, vielleicht sogar zynisch wird angesichts der Tatsache, dass die Dinge sich nicht so schnell entwickeln wie man es SELBST gerne möchte-
ist RIESIG!

Gruß
Micha
:-)

Die Leute kann ich nur bewundern, die in Afrika nicht zynisch werden.

Vorsicht da habe ich jetzt wieder einen ganzen Kontinent in einen Topf geworfen.

b.
Zuletzt geändert von bruce am Di 3. Nov 2009, 17:48, insgesamt 1-mal geändert.
mikepiller
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von mikepiller »

bruce hat geschrieben:Die Leute kann ich nur bewundern, die in Afrika nicht zynisch werden.
Ich denke, man muss sie nicht bewundern.
Ich denke, es sind Leute, die nicht beseelt oder besessen von dem Gedanken sind, irgend etwas ändern zu MÜSSEN.

Es sind vermutlich Leute, die bestimmte Dinge- auch gute Dinge- einfach deshalb tun, weil sie es so wollen- weil es für sie selbst irgendwie Sinn macht.

Das ist nicht die schlechsteste Grundlage für eine gewisse Akzeptanz-
und diese ist wiederum nicht die schlechteste Grundlage für einen möglichst neutralen Denkprozess.

Irgendwie so würde ich das sehen...

Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

mikepiller hat geschrieben: Hi Roger,

das klingt mir etwas zu eigensinnig.


Nun jedoch zu erwarten- ja erzwingen zu wollen- dass dieser eigene Weg allein wegen seiner Richtigkeit grundsätzlich und immer von ALLEN gegangen werden MUSS-
da stimme ich nicht zu.

Aber zu erwarten, dass alle Menschen auf der Welt aus sich selbst heraus vernünftig handeln- nur weil Du und einige andere dies vielleicht können-

das erscheint mir etwas blauäugig, Roger!

Dort hin zu kommen ist ein Prozess und mir scheint Du hast vergessen, das dieser Prozess- Gruppenzwang gehört dazu- spätestens in unserer Buddelkiste begonnen hat.

Aber vielleicht habe ich Dich auch falsch verstanden?

Gruß
Micha

Um Deine Frage zu beantworten: mit Sicherheit! :)

Noch mal zur Erinnerung: "bruce" schrieb:

"Weil den Durchschnittsafrikaner die Welt genau bis zur Grenze seines Grundstuecks interessiert. Oder eben bis zur Tuer seines Zimmers, wenn er kein Grundstueck hat. Und auch sonst interessiert ihn die Welt aussen herum hoechstens dann, wenn die eigenen Taschen gut gefuellt sind.

Der Rest kann ihn am A...... lecken.

Sorry, aber nach mehr als 20 Jahren in Westafrica ist das meine Ueberzeugung. "



DARAUF habe ich geantwortet! Wenn das nun nachtraeglich als "bewusste Provokation" deklariert wird, dann haette so etwas vielleicht in der kleinen Welt der "Morgenpost" (oder aehnlich) Platz. In einem Afrika-Forum erscheint mir eine solch angebliche "Provokation" verfehlt, weil ja wohl ueberfluessig und also unglaubwuerdig. Jeder der hier Lesenden/Reisenden kennt die geschilderten Umstaende. Wollen wir uns also hier versammeln, zu einer kleinen Runde gemeinsamen Greinens? Nicht ohne augenzwinkernde Wertungen, ganz tief im Untergrund - muss man doch nicht noch extra erklaeren, oder? :) Fragt sich nur, was dann als gemeinsamer Nenner uebrig bleibt: das Beklagen, oder vielleicht doch die Wertung!

Haette "bruce" geschrieben: "Ich lebe in Afrika und finde den Muell, der dort achtlos angehaeuft wird, unertraeglich. Deshalb raeume ich ihn, wo ich kann, zu bestimmten Gelegenheiten regelmaessig weg." Dann haette ich gesagt: alle Achtung, Du machst dort etwas, was auch in Europa seit Jahren zu bestimmten Daten mit (immer wieder erschreckenden Tonnenergebnis!) durchgefuehrt wird!

Zu Deiner ersten Feststellung: ja, stimmt, ich verfuege ueber einen eigenen Sinn. Allerdings ist er nicht MEIN Eigentum und deshalb ist es auch nicht ausgeschlossen, dass er von anderen geteilt werden kann.

"immer von ALLEN gegangen werden MUSS-", schreibst Du. Wo haettest Du diese Maxime, diesen "Befehl" wohl bei mir gelesen? Raetsel! Wir alle haben doch ein Recht auf Irrtum! :)

"das dieser Prozess- Gruppenzwang gehört dazu- spätestens in unserer Buddelkiste begonnen hat." Ja, siehst Du, da sind wir sehr direkt beim Thema! In der Buddelkiste buddeln wir aber eben nicht mehr, obwohl so manch wirksamer Atavismus da unweigerlich seine Ursache hat! Ich sehe es - und Du magst es meinem hohen Alter nachsehen - mehr in Richtung "Kategorischer Imperativ". :D (Die Betonung liegt hier auf RICHTUNG, also Bewegung, unterwegs sein!)


Gruss

Roger-T.
Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben:Warum immer so philosophisch? Herumliegender Muell ist erstmal Scheisse. Buchstaeblich. So.

Leider eben nicht nur, lieber Kuno, denn die waere ja biodégradable! :)
mikepiller
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von mikepiller »

Roger-Tecumseh hat geschrieben:Um Deine Frage zu beantworten: mit Sicherheit!
Hi Roger,
grins-


gut, dann lass mich auch meine Beweglichkeit beweisen und diesen Punkt so akzeptieren.

Allerdings weigere ich mich, das Thema nun noch mehr zu
verKanten!
Ich springe also (ich bin etwas jünger, smile) mit Freuden an den von Dir gesetzten Punkt:
Ja, siehst Du, da sind wir sehr direkt beim Thema! In der Buddelkiste buddeln wir aber eben nicht mehr...
Und diesmal ohne gleich zu kommentieren, sondern zunächst mit einer Frage:

Woran machst Du das fest, wer wann wie wo nicht mehr in der Buddelkiste steckt.

Wir reden über sowas wie Selbsterkenntnis, oder?
Einem Zustand, der uns im besten Falle auf eine Weise handeln läßt, die nicht nur für einen selbst, sondern auch für sein Umfeld- menschlich wie ökologisch- tieferen Sinn macht.

Der Buddelkiste und ihren äußeren Zwängen also entwachsen.

Gruß Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
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die anderen bauen Mauern.
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Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

mikepiller hat geschrieben:Woran machst Du das fest, wer wann wie wo nicht mehr in der Buddelkiste steckt.

Wir reden über sowas wie Selbsterkenntnis, oder?
Einem Zustand, der uns im besten Falle auf eine Weise handeln läßt, die nicht nur für einen selbst, sondern auch für sein Umfeld- menschlich wie ökologisch- tieferen Sinn macht.

Der Buddelkiste und ihren äußeren Zwängen also entwachsen.
Woran ich das festmache? Am fuer mich erkennbaren Ergebnis! Wobei "Selbsterkenntnis" und Erkennen des Anderen oft parallel laufen, ohne sich unbedingt beruehren zu muessen.

(Die "Buddelkiste" ist aber vor allem gepreagt von inneren (will sagen, dort eingeschlossenen, sich selbst genuegenden) Zwaengen. Glaube mir, ich war ein unermuedlicher Buddler und habe unvergessliche Erinnerungen an diesen Ort! :D )

Es geht aber eigentlich weniger um Selbsterkenntnis, als vielmehr um Verantwortung als Prinzip! Der Beweggrund einer Handlung ist der Massstab - und eben darin liegt das Risiko. Das Risiko der Freiheit - ausserhalb der Buddelkiste!
Na gut, lassen wir das, wir geraten ins unkalkulierbar Wesentliche (was z.B. Kuno nicht gutheissen wird! :) ) und entfernen uns vom Muell-Fred!
Kuno
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Kuno »

wir geraten ins unkalkulierbar Wesentliche (was z.B. Kuno nicht gutheissen wird! )

Ich kapiere nicht mal mehr, was ich da eventuell nicht gutheissen soll. Und das heisse ich bestimmt nicht gut.
Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben:wir geraten ins unkalkulierbar Wesentliche (was z.B. Kuno nicht gutheissen wird! )

Ich kapiere nicht mal mehr, was ich da eventuell nicht gutheissen soll. Und das heisse ich bestimmt nicht gut.


:lach:


(Nicht schlecht - wir sollten bei Gelegenheit mal zusammen ein paar, natuerlich alkoholfreie !, Biere trinken! :wink: )
mikepiller
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von mikepiller »

Roger-Tecumseh hat geschrieben:(Nicht schlecht - wir sollten bei Gelegenheit mal zusammen ein paar, natuerlich alkoholfreie !, Biere trinken!

Na Ihr seid vielleicht tolle Freunde, lach!

Haut einfach ab und kippt ein Bier- und mich lasst Ihr einfach hier im Müll stehen?
Micha macht den Oskar aus der Mülltonne- das kann er doch, grins...

tztztz....


Gruß
Micha
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Birgitt
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Birgitt »

Umweltverschmutzung
Müll auf dem Planeten Plastik

10.02.2010 - Beobachter

Möbel, Flaschen, Kisten, Kleider – Milliarden von Menschen setzen auf Plastik. Als Abfall aber lagert sich Kunststoff auch dort ab, wo er nicht hingehört: in der Wüste, im Meer, im Blut. Der Film «Plastic Planet» klagt den Werkstoff an und beunruhigt die Plastiklobby – auch in der Schweiz ... mehr


Der Film - auf den wir in unseren Veranstaltungstipps ja bereits hingewiesen haben - sorgt momentan ganz schön für Zündstoff. Scheinbar mitten ins Wespennest gestochen ...


Gruß
Birgitt
Birgitt
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Birgitt »

Mauritania capital pays residents to pick up trash
09.04.2010 - Reuters

NOUAKCHOTT - Mauritania's capital Nouakchott has started paying residents to collect their plastic garbage for recycling, a scheme intended to boost the local economy and help clean up its messy streets. The sprawling city on the edge of the Sahara had no refuse collection system until 2007. Even now, many of its one million population are still not served by it. The initiative is managed by women's cooperatives and pays residents 20 ouguiyas (5 eurocents) for each kilogram of hard plastic collected, enough to boost significantly the paltry incomes of many Mauritanian families ... mehr

Gruß
Birgitt
Alexander
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Alexander »

Marokko startet Umweltoffensive: Es grünt so grün im Königreich

Verschmutze Flüsse und schlechte Luft - Probleme mit der Umwelt gibt es in Marokko viele. Das soll sich nun ändern. Der König hat beschlossen: Unser Land soll grüner werden. Seitdem tut sich einiges im Königreich. mehr...

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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