Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Roger-Tecumseh
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Re: Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Gerade wird bekannt, daß Idris Déby die Mitglieder der Arche de Zoé begnadigt hat. Immerhin und Endlich! Die Strafe - acht Jahre Haft - der in F Einsitzenden ist damit aufgehoben. Nun werden möglicherweise noch andere Verfahren in F auf sie zukommen. Über die Lösung der Forderung des Tschad zur Zahlung von 6,2 Mill.€ sind noch keine Einzelheiten bekannt. Klar ist aber, daß keiner der Verurteilten sie zahlen könnte.
Alexander
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Re: Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Beitrag von Alexander »

dazu dieser Artikel:

Arche-de-Zoé-Mitarbeiter begnadigt

Die sechs Franzosen waren im Dezember im Tschad wegen versuchter Kindesentführung zu acht Jahren Zwangsarbeit und 6,3 Millionen Euro Strafe verurteilt worden. Präsident Idriss Déby hat nun überraschend ihre Begnadigung bekannt gegeben. mehr...

Grüsse
Alexander
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Roger-Tecumseh
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Re: Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Nur, weil es mich wirklich ärgert: die Begnadigung war überhaupt nicht überraschend! Überraschend war ausschließlich, daß sie ERST jetzt erfolgte. Mein Gott, hat der "Spiegel" abgebaut! :cry:
Jürgen
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Registriert: Mo 1. Aug 2005, 12:37

Tschad begnadigt Arche-de-Zoe-Mitarbeiter

Beitrag von Jürgen »

In Frankreich inhaftierte Helfer kommen frei

Der tschadische Präsident Idriss Deby hat die sechs Mitarbeiter der französischen Hilfsorganisation Arche de Zoe begnadigt... mehr dazu
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

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Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Angelika Baumann
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Re: Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Beitrag von Angelika Baumann »

Eine Darstellung der Ereignisse aus dem aktuellen Heft von Africa Positive

Tschad unter Schock "Zur Verurteilung der französischen Hilfsorganisation Arche de Zoé wegen Kindesentführung" von Anne-Lisa Osterbeck
In: Afrika Positive, 10. Jahrgang, Nummer 28, 2008, Seite 39.


Leider ist der Artikel nicht online verfügbar, deshalb hier auszugsweise als Zitat:

"Tschad im Oktober 2007. Rund 100 verstörte Kinder sitzen eingepfercht in einem Krankenwagen, präpariert mit Kunstblut und falschen Verbänden; sie wissen nicht was sie erwartet: der sog getarnte „Krankentrasport“ soll sie zum Flughafen von Abéché bringen, wo die spanische Boeing 757 bereits wartet. Denn die französische Hilfsorganisation Arche de Zoé hat eine Mission: sie möchte Waisen aus der Krisenregion Darfur retten. Sie sollen nach Europa ausgeflogen und dann an „ausgewählte“ Adoptiveltern vermittelt werden.
Dass diese Kinder weder aus Darfur stammen noch Waisen sind und keine „Retter“ brauchen, scheint sie nicht in ihrem Plan abzuhalten.
[...]
Die Arroganz des Westens, gegenüber Afrika zeigt sich nun einmal mehr in der verklärten Berichterstattung der westlichen Medien.
Der Fall trifft auf Unverständnis, denn, wie die Mitglieder der Organisation immer wieder betonen, wollten sie doch nur „helfen“. Warum werden sie dann verurteilt wird sich mach einer fragen.
[...]
So bleibt verborgen was AZ eigentlich mit den Kindern vorhatte, nachdem man sie erst mal nach Europa gebracht hatte. Auch Organhandel, Menschenhandel und Kinderprostitution schließt die taschdische Regierung nicht aus. Bekannt ist nur, dass sie für bis zu 6.000 Euro pro Kind verkauft werden sollten.
[...]"

Viele Grüße

Angelika
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Angelika Baumann hat geschrieben:Eine Darstellung der Ereignisse aus dem aktuellen Heft von Africa Positive
So bleibt verborgen was AZ eigentlich mit den Kindern vorhatte, nachdem man sie erst mal nach Europa gebracht hatte. Auch Organhandel, Menschenhandel und Kinderprostitution schließt die taschdische Regierung nicht aus. Bekannt ist nur, dass sie für bis zu 6.000 Euro pro Kind verkauft werden sollten.Angelika

Einzig Idris Déby Itno hat diese ungeheuerlichen Vorwürfe erhoben!! ER sagte es sofort nach der Verhaftung der Arche de Zoé-Mitglieder in die laufenden Kameras. Seither hat er dergleichen nicht mehr wiederholt. Auch in der Verhandlung vor dem Tschad-Gericht wurden diese Behauptungen nicht erwähnt - die Strafe wäre dann mit Sicherheit erheblich höher ausgefallen.
Déby ist nachweislich ein blutiger Diktator, der - leider erfolgreich - alle Mittel nutzt, sich in seiner Position zu retten. - Die Fehler und möglichen Vergehen dieser ONG werden zur Sprache kommen - dazu müssen die Beklagten sich doch aber wenigstens frei äußern dürfen!! Zumindest kennen wir noch das Recht auf rechtliche Anhörung.
Angelika, ich finde es sehr fragwürdig, Polemiken hier reinzustellen, die radikal den Stab über Menschen brechen, ohne Beweise für die massiven Anschuldigungen zu liefern. Das ist sehr unbedacht und klare Agitation!
Angelika Baumann
Beiträge: 406
Registriert: So 31. Jul 2005, 21:48
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Re: Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Beitrag von Angelika Baumann »

Hallo Roger, hallo zusammen,

ich wollte lediglich auch eine andere Darstellung der Dinge hier bringen. Ich kenne die Zeitschrift "Africa Positive" und den damit verbundenen Verein. Es wird darin ein anderes Bild von Afrika dargestellt, als das, was üblicherweise bei uns in den Medien zu finden ist (Kriege, Katastrophen). "Africa Positive" bietet viel aktuelle Informationen über die afrikanischen Länder, deren Alltag nicht nur von den Ereignissen bestimmt wird, die bei uns in den Medien meist verbreitet werden.

Ob die Vorwürfe der tschadischen Regierung, die du aus dem Beitrag zitierst, tatsächlich zutreffen, ist natürlich fraglich. Die Hintergründe über die Aktion von Arche de Zoé hat der Prozess im Tschad wohl nicht aufgedeckt...

Ansonsten findet man auch an anderer Stelle interessante Berichte über Arche de Zoé. Z. B.:

http://www.n-tv.de/872583.html

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,517912,00.html

Viele Grüße

Angelika
Roger-Tecumseh
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Re: Tschad - Affäre um "Arche de Zoé"

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Salut Angelika,

ich glaube, es ist nicht verborgen geblieben, daß es auch mein Anliegen ist, die (oft sehr positive) Realität Afrikas zu erkennen und vielleicht auch darzustellen.
Aber man sollte sich immer hüten, das hier bei uns gebräuchliche Afrika-Bild dadurch aufzuwerten, indem man der "Gegenseite" - also unserer Realität - böse Gerüchte anhängt - wie in diesem Fall die genannte Veröffentlichung. Das ist nur kontraproduktiv!
Ich kann deshalb sagen: abwarten, bis die ganze Wahrheit offen liegt. Die Ansätze dazu, werden in wenigen Tagen bekannt sein.
(Eine kleine Überlegung vorab: 6,2 Millionen € sollen als Entschädigung an die 103 betroffenen Familien gezahlt werden! Schau Dir mal die Summe an, vergleiche sie mit der Realität im Tschad und erinnere Dich, daß die betroffenen Kinder erst jetzt, vor wenigen Tagen, an ihre Eltern "zurückgegeben" wurden. Seit Oktober hatte Déby sie zurückgehalten!)
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