Unruhen in Südafrika

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Alexander
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Unruhen in Südafrika

Beitrag von Alexander »

Seit einigen Tagen suchen Unruhen Johannesburg, mit dem Zentrum in Gauteng heim. Die Gewalt richtet sich vor allem gegen schwarze Ausländer. Läden werden geplündert. Zwei Ladenbesitzer wurden durch Plünderer angezündet und zur Unkenntlichkeit verbrannt. Eine Bekannte, die in einem Taxi saß, musste in Deckung gehen, da das Fahrzeug beschossen wurde.

29% oder 6.6 Millionen Südafrikaner sind arbeitslos. 30% der Südafrikaner haben keinen Zugang zu sauberem und fließenden Wasser. 13% leben in Wellblechhütten oder schlimmer. Dem stehen 2.2 Millionen Migranten, vorwiegend aus Nigeria, Sudan und Nachbarländern gegenüber.

Mit der Gewalt machen sich die Südafrikaner nicht nur gegen Ausländer Luft. Die Bürger haben die Nase voll von Regierungsversprechen, Korruption und im Eiltempo ansteigende Kriminalität. Vergewaltigungen, Raub und Mord sind an der Tagesordnung. Es herrscht Selbstjustiz, da die Polizei nur daneben steht und machtlos zusehen muss. Ihnen fehlen die Mittel, Organisation und die Macht.

Heute geht es noch gegen Ausländer. Morgen könnte sich die Gewalt schon gegen die eigenen Landsleute richten. Südafrika brauch eine starke Hand am Ruder. Die fehlt allerdings und die Zukunft des Landes sieht düster aus.

Grüsse
Alexander
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Maputo
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Re: Unruhen in Südafrika

Beitrag von Maputo »

...ich hab auch kein gutes Gefühl mehr für Südafrika, es brodelt an vielen Orten und irgendwann wird der Hass und Frust der Schwarzen Bevölkerung sich noch mehr gegen die Weissen richten. Malema hetzt fleissig im Hintergrund... tötet die Farmer ( Buren usw...) ... das kommt auf Dauer nicht gut.

Aber im Moment ist noch Pragmatismus angesagt. Die Lastwagenfahrer aus den umliegenden Ländern montieren nach der Grenze ein südafrikanisches Dummy- Nummernschild, um halbwegs sicher zu sein, dass ihnen keiner den Truck anzündet...

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Alexander
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Re: Unruhen in Südafrika

Beitrag von Alexander »

Im Zusammenhang mit den letzten Unruhen, müssen die Nigerianer jetzt Südafrika verlassen. 650 Nigerianer wurden von nigerianischen Fluggesellschaften ausgeflogen. Weitere 317 warten auf ihren Flug. Auch ca. 700 Menschen aus Simbabwe und Malawi sollen ausgeflogen werden. Länder wie Simbabwe und Mosambique planen ihre Landsleute nach den letzten fremdenfeindlichen Unruhen und über 1000 geplünderten Geschäften von Ausländern aus Südafrika auszufliegen.

ANI News: Hundreds of Nigerians repatriated from South Africa after attacks

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Unruhen in Südafrika

Beitrag von Alexander »

Die Deportation hauptsächlich nigerianischer Staatsbürger kommt ins Stocken. 312 Nigerianer, die bereits im Flieger saßen, mussten diesen wieder verlassen, da Südafrika entschieden hatte, die Passagiere biometrisch zu erfassen, um eine zukünftige Einreise nach Südafrika für mindestens 10 Jahre zu verhindern. Bestehende gültige Visa wurden für ungültig erklärt.

Frauen, teilweise mit Kindern wurde die Ausreise mit ihrem nigerianischen Ehemann oder Lebenspartner verweigert, da sie eine Einverständniserklärung ihres Partners benötigen. Familien werden quasi getrennt.

Pretoria hat Bedenken bezüglich der Deportation, da die Beziehungen zu dem entsprechenden Land auf dem Spiel stehen könnten.

Punch: Xenophobia: South Africa may place 10-year travel ban on evacuated Nigerians

Grüsse
Alexander
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Joburg
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Re: Unruhen in Südafrika

Beitrag von Joburg »

Kriminalität ist seit mehr als 25 exorbitant hoch unabhängig von den momentanen Unruhen - das Augenmerk richtet sich zur Zeit wieder auf Johannesburg dabei gibt es circa 80/100 tagtägliche gewalttätige Konflikte verteilt übers ganze Land.Gerade in ländlichen Gebieten sind gewalttätige Proteste an der Tagesordnung. Durban seit Jahren gewalttätige Proteste querbeet. Der Konflikt zwischen indisch südafrikanischen Community schwellt schon seit Jahren.Durban einst die Perle am Indischen Ozean Hotspot der Schönen und Reichen dieser Welt. Das einstige schöne Centrum ist heutzutage ein High Crime Zone. Südafrika ist die letzten 25 Jahre von völlig unfähigen / korrupten sogenannten Politikern regelrecht Richtung Abgrund geführt wurden. Es gibt hanebüchene Storys der Unfähigkeit - die sind so irre die kann man nicht erfinden. Alle großen Staatsunternehmen sind faktisch pleite.Es ist völlig illusorisch dass sich in Südafrika in Zukunft etwas grundlegend ändert.Aber nichts desto Trotz muss das Totschlag Argument die frühere Apartheid ist allem Schuld für völliges Versagen in Südafrika herhalten. Nur mal so zum nachdenken 50 bis 60 tagtäglich durch Mord und Totschlag zu Tode kommende Südafrikaner querbeet - hochgerechnet auf Monat und Jahr x 25 Jahre das sind Zahlen da wird einem schwindelig. Und Südafrika ist kein Kriegsgebiet oder durch Terror geplagt.Bin mal in der ehemaligen Hinrichtungs Haftanstalt in Pretoria gewesen heute eine Gedenkstätte gleich neben dem Central Prison in Pretoria. Zu Apartheid Zeiten wurden ungefähr 4000 Menschen in 41 Jahren hingerichtet das betrifft aber nur den Tatbestand Mord.An Hand der dort dokumentierten Zahlen während der Apartheid sind die Zahlen durch Mord und Totschlag heutzutage ( der letzten 25 Jahre ) wirklich apokalyptisch. - Mehr als 400.000 tausend Tote durch Mord und Totschlag !!!

Joburg

Nachtrag zu Ausländern aus anderen afrikanischen Staaten - dazu gibt es keine genauen statischen Erhebungen es schwirren Zahlen von 4 - 6 bis 10 Millionen die in den letzen 25 Jahren nach Südafrika gekommen sind.
stellvertretender Polizeiminister des ANC



auweia wenn das einer in Deutschland gesagt hätte.
Mauritius
Beiträge: 533
Registriert: Mo 15. Mai 2017, 23:29
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Unruhen in Südafrika

Beitrag von Mauritius »

Habe von 1984 - 87 in Südafrika / Cape T. gearbeitet, zur Zeit der strengsten Apartheid - es herrschte Zucht & Ordnung, wen auch Apartheit. Fast hätte man mich eingesperrt, weil ich mit einer Farbigen am "White only" - Strand spazieren ging.
Seit dieser Zeit zählt das "Regenbogen"-Land zu meinen Lieblingsländern.- Vor einem Jahr fuhr ich mit dem Bus "Intercape-Mainliner" von Maputo nach Nelspruit, an einer Raststätte ging ein Brite frühmorgens, 10 Uhr, an einen ATM, und 5 Min. später war das gezogene Bargeld + auch seine Credit Card weg - man hatte ihn direkt vor dem ATM überfallen + alles geraubt, obwohl vor der Bank ein Security auf einem Stuhl saß, der aber pennte.- Seitdem angagiere ich bei jedem Besuch eines ATM einen Security, der direkt hinter mir mit dem Blick auf die Umgebung mich beschützt - ein kleines Trinkgeld, 50 ZAR, genügen ihm für die 10-minütige Gefälligkeit.-

Das kann aber genauso in Europa, z.B. in der Kriminalitätshochburg Barcelona, oder sonst wo passieren - nur eben ist es in RSA an der Tagesordnung.

Nach einem nächtlichen Pub-Besuch gehe ich NIE alleine zum Hotel - der Pub Owner oder irgendein Kellner bringt mich gerne mit seinem PKW für 100 ZAR in mein Hotel.

Sei es, wie es will - mich wird nie etwas vom Besuchen dieses wunderbaren Landes abhalten, egal, was passiert.

Das war meine Arbeitsstelle in Cape Town:

36752471jd.jpg

Und diese ID-Karte schützte mich vor der Verhaftung:

mauritius2.png
lehencountry
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Registriert: Di 10. Nov 2009, 13:10

Re: Unruhen in Südafrika

Beitrag von lehencountry »

Erstaunlich finde ich, dass trotz dieser seit Jahrzehnten steigenden und ausufernden Kriminalität viele Europäer nach SA immer noch auswandern. Jedes andere Land mit ähnlicher hoher Kriminalität würde für diese Einwanderer vermutlich nicht in Frage kommen. Viele Südafrikaner selbst sind aus diesem Grund schon ausgewandert, selbst ein Leben in diesen abgesperrten gated Communities war ihnen nicht mehr sicher genug oder letztendlich nicht mehr lebenswert.
Das Land ist schön und unglaublich vielseitig, die Menschen freundlich und hilfsbereit, Infrastruktur, wirtschaftliche und medizinische Versorgung für afrik. Verhältnisse einzigartig und auch auf europäischem Niveau. Keine übermäßige Bürokratie und Regularien (zumindest in der Vergangenheit).
Südafrika strahlt also einen derart unwiderstehlichen Reiz für viele aus, dass sie die täglichen Gewalt-Nachrichten trotzdem ignorieren...können...wollen. Mit Familie würde ich nicht, Single wie damals, könnte ich mir evtl. vorstellen, im Hinterland der Kapprovinz zu leben - für ein paar Jahre oder eben so lange man Spass hat. Das Leben dort ist beschaulich, entschleunigt, die Menschen sind sehr nett egal welcher Hautfarbe.

Mauritius
Fast hätte man mich eingesperrt, weil ich mit einer Farbigen am "White only" - Strand spazieren ging.
Ich war mit einer coloured Bekannten Essen, ca 1982 in einem Restaurant in weißer Wohngegend, die Leute haben den Kopf geschüttelt, mehr nicht.

Joburg
Durban einst die Perle am Indischen Ozean .....
ein Traum diese exotische Gegend, immer grün, baden übers ganze Jahr so lange dich der Hai nicht runter zieht, Durban besonders reizvoll mit seinem viktorianischem Stil und dennoch so indisch geprägt. Natal und die nördlichen Teile SA meide ich seit langem.

Ich finde, in den letzten Jahren explodiert die Gewalt geradezu. Wenn die Touristen dann nicht mehr kommen, gibt es noch mehr Arbeitslose und noch mehr Kriminalität.
Mit der Unabhängigkeit haben die Schwarzen die verdiente Gleichberechtigung bekommen. Was sie nicht bekamen sind Jobs, Sicherheit und vernünftiges Dach übern Kopf. Man kann mit Recht sagen, die schwarzen Regierungen seit 1994 waren nicht besser, sondern eher schlechter für das Land. Da hätte es schon mehr Mandela´s geben müssen.
Mauritius
Beiträge: 533
Registriert: Mo 15. Mai 2017, 23:29
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Unruhen in Südafrika

Beitrag von Mauritius »

lehencountry hat geschrieben: 1.: . . . Das Land ist schön und unglaublich vielseitig, die Menschen freundlich und hilfsbereit, Infrastruktur, wirtschaftliche und medizinische Versorgung für afrik. Verhältnisse einzigartig und auch auf europäischem Niveau. Keine übermäßige Bürokratie und Regularien (zumindest in der Vergangenheit).
Südafrika strahlt also einen derart unwiderstehlichen Reiz für viele aus, dass sie die täglichen Gewalt-Nachrichten trotzdem ignorieren...können...wollen.

2.: Single wie damals, könnte ich mir evtl. vorstellen, im Hinterland der Kapprovinz zu leben - für ein paar Jahre oder eben so lange man Spass hat. Das Leben dort ist beschaulich, entschleunigt, die Menschen sind sehr nett egal welcher Hautfarbe.

3.: Ich war mit einer coloured Bekannten Essen, ca 1982 in einem Restaurant in weißer Wohngegend, die Leute haben den Kopf geschüttelt, mehr nicht.
4.: Man kann mit Recht sagen, die schwarzen Regierungen seit 1994 waren nicht besser, sondern eher schlechter für das Land. Da hätte es schon mehr Mandela´s geben müssen.
Zu 1.: Stimmt zu 100 %!
Zu 2.: Das waren auch meine Gedanken: Hinterland der Kapprovinz, ausgesucht hatte ich mir den westl. Küstenort Saldana, nur 130 km närdlich Cape Town's, mit dem öffentl. Bus sehr gut erreichbar. Hier ist die Ruhe, wenig bis keine ausländ. Touris, alles sehr schön. Bin mir sicher, dort auch eine Partnerin, egal welcher Farbe, finden zu können.-
Gescheitert sind meine Pläne erst mal an den hohen Einwanderungsbedingungen, die mir das Immigartion Office in C. T. nannte, z.B. sehr hohes Einkommen bzw. Rente. - Eine Beamtin sagte mir: "Arme Leute brauchen wir nicht - die haben wir selbst genug!"
Zu 3.: So erging es mir in Upington, eine meiner Lieblingsstädte, das Tor zur KALAHARI-Wüste. Dort ging ich im O'HAGENS PUB zum Dinner mit einer coloured Lady u. sagte der Kellnerin: "Für die Dame ein Glas Weißwein" - die Kellnerin starrte mich entsetzt an: Wie kann man eine Coloured eine "Dame" nennen, sagte ihr sehr vorwurfsvoller Blick?
Zu 4.: Stimmt auch alles - aber so viele Mandelas gibt's eben nicht.

Übrigens, mein Lieblings-Musiktheaterstück ist dieses hier - eine traurige Geschichte des DISTRICT SIX - dazu gibt's auch ein sehr interessantes Museum in Cape T.

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