Wassermangel: Marokko trocknet aus

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Alexander
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Wassermangel: Marokko trocknet aus

Beitrag von Alexander »

In einigen Dörfern gab es schon Proteste aufgrund Wassermangels und der schlechten Wasserqualität. Jetzt sollen Staudämme und Wasserentsalzungsanlagen gebaut werden.

Der Klimawandel hat das Land bereits fest im Griff und bedroht die gesamte Versorgungssicherheit der Menschen und die marokkanische Volkswirtschaft. Neben den Schwierigkeiten bei der Trinkwasserversorgung ist die Landwirtschaft, die den wirtschaftlichen Primärsektor des Landes darstellt, bedroht. Die Menschen ziehen nicht nur vom Land in die Städte, wo Sie versorgt werden müssen, sondern gerade die risikofreudigen und nicht selten gebildeten Bevölkerungsgruppen verlasen das Land in Richtung Europa
Maghreb Post: Kommission soll Strategie gegen Wassermangel in Marokko entwickeln

Grüsse
Alexander
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Bäärti
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Re: Wassermangel: Marokko trocknet aus

Beitrag von Bäärti »

Der Wassermangel wird weniger vom Klimawandel als vom Bevölkerungswachstum verursacht. 1960 lebten 12 Millionen Leute in Marokk, jetzt 36 Millionen. Und alle verbrauchen Wasser. Und der wachsende Wohlstand auch...

Gruss Bäärti
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der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
Steppenwolf
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Re: Wassermangel: Marokko trocknet aus

Beitrag von Steppenwolf »

Ich bin in den letzten Jahren oft in Marokko unterwegs und lebe auch immer ein paar Tage bei Familien in der Region um den Mittlern Atlas. Also eher eine ländliche und dünn besiedelte Region. Hier habe ich recht gute Einblicke in die Tagesabläufe der Familien.

Das Thema Wasserversorgung ist fast täglich aktuell. Auch in den Cafes und nach dem Freitagsgebet diskutieren die Männer sehr oft über diese Problematik.

Tatsache ist, dass in den letzten Jahren in dieser Region einige Trinkwasserquellen und Brunnen vollständig versiegt sind. Die Folge ist, dass das Trinkwasser rationiert wird und täglich nur für wenige Stunden verfügbar ist.

Der Schnee in den Bergen wird seit Jahren weniger und taut dazu auch schneller ab, was zur Wasserknappheit führt.

Auch die Flüsse führen immer weniger Wasser, was sich auf die Bewässerung der Felder, also auf die Nahrungsversorgung der Menschen, negativ auswirkt.

Hinzu kommt noch, was Bäärti geschrieben hat.

Gruss Martin
Erisch
Beiträge: 139
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Re: Wassermangel: Marokko trocknet aus

Beitrag von Erisch »

. . . zwei Talsperren sind allerdings ausschließlich zur Bewässerung von zwei königlichen Golfplätzen - und die sind wirklich königlich - sogar von außen anzusehen.
In der Oase Sacre Source erfuhr ich schon vor Jahren, dass seit dem Betrieb der Golfplätze im Lac Iriqi kein Wasser mehr angekommen ist.
Schönen Gruß aus der Eifel

Erisch
(Rheinländer können kein "ch")

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Barbara4x4
Beiträge: 465
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Re: Wassermangel: Marokko trocknet aus

Beitrag von Barbara4x4 »

Nachdem das erste Jahrzehnt dieses Jahrtausends der Sahara vergleichsweise feuchte Winter bescherte ist im zweiten Jahrzehnt das Gegenteil der Fall. Auch den Atlas erlebe ich als sehr trocken, die Sommer sind außergewöhnlich heiß und lange im gesamten Land.

Insgesamt eine Wetterlaune, wie es sie in der Vergangenheit schon öfter gab. Nur hatte es weniger Menschen und der Verbrauch war geringer. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden in letzter Zeit im Rahmen des Grünen Planes sehr stark ausgeweitet.

Die Golfplätze im Süden sind allerdings am wasserlosen Iriqui unschuldig. Der bleibt seit dem Bau des Staudammes von Ouarzazate leer. Die Zuflüsse des Dra sind versandet, so daß selbst bei Hochwasser, wie z.B. 2014, die Drawasser nicht mehr zum Iriqui fließen können. Die Golfplätze gibt es erst seit den frühen 90ern, da war der Iriqui schon 20 Jahre trocken.

Viele Grüße
Barbara
marylin
Beiträge: 870
Registriert: Do 29. Nov 2012, 10:56

Re: Wassermangel: Marokko trocknet aus

Beitrag von marylin »

Die Stauseen um Agadir sind auch nicht ohne. Die Nomaden oben werden verhaftet , wenn sie Pumpen reinhängen, nachdem der Grundwasserspiegel so abgesunken ist, daß die Äcker trockenfallen. Immer mehr Arganwälder sterben ab. Das ist halt die Nebenwirkung, wenn die Investoren Landwirtschaft betreiben wollen. Gerne wird dann immer "Bevölkerungsexplosion" als "Selber schuld begründung" hergenommen. Ich darf nur kurz auf die "Veränderungen der Eigentumststruktur" nach dem kurzen "marokk. Frühling" hinweisen. Alles unterhalb Europa wird gerne immer in jahrhunderte alten , aus der Kolonialzeit stammenden, Stereotypen wahrgenommen.....
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