Nach ca. sechs Stunden Aufenthalt am Bir, Wasserbetankung, relaxen und die Umgebung erkunden geht es zurück in Richtung Siwa. Der Tag hat schon mehr als die Hälfte hinter sich gebracht und ich möchte mein nächstes Nachtlager schon mit deutlicher Entfernung vom Bir aufschlagen. Nur um sicher zu sein. Ich weiß nicht, wer sich nachts am Bir herumtreibt und die Spuren dort waren frisch.


Noch ein Wüstenwanderer? Mir wird dieses Schicksal mit Sicherheit erspart bleiben. Oder vielleicht doch nicht?
Ich starte mein altes Garmin GPS II Plus, um die Richtung festzulegen, in die ich laufen muss. Ich starre ungläubig auf mein GPS. Die Batterieanzeige zeigt an, dass die Batterien so gut wie leer sind. Das kann nicht sein. Die Batterien in diesem GPS halten normalerweise knapp drei Wochen. Es läuft nie permanent mit und ich nutze es wirklich nur, um Waypoints zu speichern oder die Richtung zu peilen. Es läuft im Schnitt jede Stunde für einige Minuten. Mehr nicht. Zum Glück habe ich noch ein zweites GPS dabei, das Garmin GPS III Plus.
Ich starte mein zweites GPS. Ich hatte dieses noch nicht verwendet. Die Batterien sollten also voll sein. Das GPS startet und ich falle fast vom Glauben ab: Die Batterieanzeige zeigt nur noch einige Millimeter an. Auch die Batterien waren fast leer. Ich hatte beide GPS Geräte mit nagelneuen Batterien bestückt. Den schnellen Verfall der Batterien kann ich mir nicht erklären. Ich beschließe die GPS nur noch im Notfall bzw. nur noch selten zu verwenden und suche meinen Kompass aus dem Rucksack. Meine Route verläuft fast genau nach Norden, also reicht mir eine grobe Peilung. Wo immer ich herauskommen werde, es wird in der Nähe von Siwa sein.

Irgendwann geht die zerpflügte Piste in spurlosen Sand über. Dort, wo die Piste verlaufen sollte, wurde sie teilweise mit kleinen Holzlatten oder großen Stangen markiert. Die meisten Holzlatten liegen im Sand. Auf meinem Weg zurück stecke ich die Markierungen wieder an ihren Platz.

Ein herrlicher Tag. Lange nicht enden wollende Dünenzüge, herrliches Wetter und stetiger Wind erleichtern das Ziehen der Wüstenkarre, die jetzt aufgrund der aufgefüllten Wasservorräte wieder an Gewicht zugelegt hat.






Am späten Nachmittag frischt der Wind wieder auf und entwickelt sich zum Sturm. Die harten Sandkörner trommeln gegen meine Brust und das Gesicht. Der Wind peitscht die Wolken vor sich her und Sammelt sie über der Sandsee. Doch es lockert immer wieder auf. Das Wetter kann sich nicht entscheiden. Irgendetwas sollte aber doch noch kommen.


Fortsetzung folgt



















