Teil 2 meines Abenteuers am Kairoer Flughafen
In diesem Moment war es nicht meine Priorität einen Flug nach Deutschland zu bekommen. Diese Option hatte ich bereits verpasst. Laut den Monitoranzeigen, die mir vor den Äugen flimmerten hatte ich nur zwei Optionen. Einen Flug nach London am frühen Morgen und einen Flug gegen 02:30 nach Amsterdam.
Ich begab mich zum Informationsschalter, der natürlich geschlossen hatte. Es blieb mir also nichts übrig auf das Personal der KLM zu warten und die Passagiere eincheckten.
Meine Augen waren auf die digitale Flughafenuhr fixiert. Die Minuten schienen hier wesentlich langsamer zu vergehen, als an jedem anderen Platz dieses Planeten.
Sie war blond und trug eine blaue Uniform. An ihrem Revers steckte ein goldener KLM Sticker, der das weiße Flughafenlicht reflektierte. Ich erklärte der hübschen Dame mein Problem. Sie zeigte mit dem Finger in Richtung KLM Ticketschalter, der jetzt geöffnet sein und zu dem ich mich begeben sollte.
Jetzt fingen die Probleme erst richtig an.
Am Kairoer Flughafen befinden sich die Check In und der nächtliche Ticketschalter hinter der ersten Security. Diese kann man aber nur passieren, wenn man im Besitz eines gültigen Tickets ist.
Ich legte meinen Rucksack auf das Förderband, welches die Gepäckstücke an den Röntgenstrahlen vorbei transportierte. Der Officer mit den goldenen Sternen auf seinen Schultern forderte von mir Passport und das Ticket.
Ich erklärte ihm meine Situation, mein verpasster Flieger vom Vortag und dass ich ein neues Ticket benötigen würde. Der Officer zog eine lange Passagierliste aus seiner Tasche und forderte mich auf, auf meinen Namen zu zeigen. Ich erklärte ihm nochmals, dass ich kein Ticket habe….. Der Officer, sichtlich genervt, meinte, kein Ticket, kein Zugang zum Ticketschalter.
Ich sah schon den KLM Flug ohne mich abfliegen. Da ich aber nicht so schnell aufgebe wiederholte ich mein Anliegen und bat ihn um Hilfe. Die Bitte konnte er natürlich nicht ablehnen

Er wies einen jüngeren Offizier an, mich zum Ticketschalter zu begleiten. Meine Hoffnung, meinen Reisepass wieder zurückzubekommen wurde enttäuscht. Er wurde dem jungen Beamten übergeben.
Am Ticketschalter angekommen schilderte ich zum wiederholten Male mein Problem. Oh, es tut uns Leid. Die Kollegin befindet sich gerade in einem der anderen Büros. Gut, da ich in Eile war und immer noch kein Ticket hatte, durchkämmten wir die Büros. Der junge Offizier sichtlich genervt fuchtelte mit meinem Pass in der Luft herum. Ich griff mir den Pass und erlöste den Offizier von seiner Verantwortung

worüber er offensichtlich nicht all zu unglücklich war. Er verlies mich, ich war alleine auf mich gestellt.
Im letzten Büro fand ich nun einige KLM Mitarbeiter damit beschäftigt, frisch gebrühten Kaffee zu sich zu nehmen. Wiederum schilderte ich mein Problem und fragte, ob es möglich sei, ein Ticket zu kaufen. Mit einigen Gesten versuchte man mir mitzuteilen, dass man gerade beschäftigt ist (Kaffee trinken) und ich später kommen sollte. Anscheinend machte ich so einen verzweifelten Eindruck auf eine KLM Mitarbeiterin, dass sie gewillt war, mir zu helfen.
Dann der nächste Adrenalinschub. Oh, es tut uns leid. Wir sind heute ausgebucht. Es gibt schon eine Warteliste

Ich war einem Nervenzusammenbruch nahe. Doch als sie mich fragte, ob Business Class auch ok wäre, schöpfte ich schon Hoffnung. Sie bediente einen alten Computer mit einem Mainframe Programm. Die Suche schien mir Stunden zu dauern als die hilfsbereite Dame mir mitteilte, dass noch ein Business Class Platz verfügbar wäre und was ich dafür zahlen müsste.
Da ich nicht mehr ausreichend Bargeld hatte, zog ich meine Kreditkarte. Die Dame gab die Kreditkartendaten in ihr Terminal ein und drückte die Enter Taste…..
Diese Kreditkartennummer ist ungültig

Mir lief es heiss und kalt den Rücken herunter. Es war eine nagelneue Mastercard. Ich hatte sie kurz vor meiner Reise aktiviert. Sollte bei der Aktivierung etwas schief gelaufen sein? Ich war kurz vor dem Kolabieren.
Ich sagte der Dame, dass das nicht sein könnte und es sich um eine neue Kreditkarte handeln würde. Sie nahm mir die Kreditkarte, die sie mir vorher zurückgegeben hatte wieder aus der Hand und gab die Kreditkartennummer erneut ein und drückte die Enter Taste…..
Dieses mal akzeptierte der Computer die Eingabe, die offensichtlich vorher nicht korrekt durchgeführt wurde. Meine Stimmung verbesserte sich schlagartig. Als die Dame mir nun noch ein Stück Papier in die Hand drückte, dass sie aus einem alten Matrixprinter gedruckt hatte und sie sagte: This is your ticket fiel mir ein ganzes Gebirge vom Herzen.
Ich konnte es noch gar nicht fassen. Ich checkte ein, ein Blick zurück und begab mich in die Wartehalle…..
Grüsse
Alexander