Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.
das waren tatsächlich riesige Mengen an Koloquinten. Da könnte man richtig Boccia spielen
Viele Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Danke Alex, für deinen tollen Bericht !
Heute die Passage ist zu köstlich und diese Fotos !!!
Man meint, du wärst mit der Iceage-Karawane unterwegs gewesen
für Iceage war es bei uns definitiv zu heiß. Aber eine gewisse Ähnlicheit kann man nicht leugnen.
Nochmal zurück zum Beladen der Kamele. Bevor wir die Wüstenschiffe wieder aufsatteln, vertreiben wir uns am Lagerfeuer erst einmal die nächtliche Kälte aus den Knochen. Es ist weniger die Temperatur, die uns zu schaffen macht. Wir sind bei weitem davon entfernt, was man als ausgeschlafen bezeichnen könnte.
Zum Frühstück gibt es einen steinharten Wüstenkeks. Gemalene Nüsse mit Datteln und als Sättigungsbeilage Wüstensand. Da der Keks sich mit der normalen Kaumuskulatur kaum zerkleinern läßt, warte ich, bis der heiße Tee fertig ist.
Die Nacht war dabei, den ersten Sonnenstrahlen zu weichen, als wir uns aufmachen, unsere Kamele zu beladen. Bis auf das Brüllen, Gurgeln und Grunzen der Kamele kommt den Karawanies kaum ein Laut über die Lippen. Auch ihnen stecken die Anstrenungen und der Schlafentzug in den Knochen.
Zunächst werden diese Ledersäcke mit den Datteln auf die Kamele geladen. Einen hinten und einen vor dem Höcker. Oder links und rechts davon.
Auf diese Säcke wird ein Holzgestell gebunden, welches das Gewicht, dass darauf geladen wird besser zu verteilen. Auf diesem Kamel wird Sidi reiten. Links und rechts werden noch zwei große und evtl. noch zwei kleine Salzkegel festgezurrt. Die harten Kegel liegen auf den Dattelsäcken und scheuern nicht am Kamel.
Darüber wird dann die leichtere Ladung festgebunden. Die Kamele, die während des Tages ihren Reiter noch tragen müssen, werden etwas "bequemer" beladen, damit man nicht direkt auf dem Salz sitzt.
Kamel mit Dattelsack und daneben liegt der in Palmblättern eingewickelt der Salzkegel.
Ok, ok, ich habs ja kapiert. Du bekommst etwas weniger auf den Rücken, denn du mußt mich später noch durch die Wüste tragen.
Manche Kamele haben ihr Fell schon durchgescheuert und teilweise sieht man die aufgescheuerte Haut. Um den Schmerz zu lindern und Entzündungen zu vermeiden wird der Rücken eingepudert.
Nein, das Kamel droht mir nicht. Es hat nur die grüne Masse hochgewürgt, um es widerzukäuen. Dabei malen Ober- und Unterkiefer gegeneinander.
Das kleine Kamel hat noch Welpenschutz und muss noch keine Lasten tragen. Soweit ich es mitbekommen habe, hat ein Tuareg das "wilde" Kamel eingefangen und hat ihm schnell sein Brandeisen eingedrückt.
Ok, die Kamele sind beladen. Dann kann es losgehen.
Zurück bleibt nur ein Haufen Kamelschei....e
Hier noch ein nettes Kamelbeladungsvideo
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Datteln von der Oase Bilma in die Oase Timia, das wird wohl geschehen das im harten Air-Steinboden nur in kleinen Nischenflächen Palmen wachsen können.
Offenbar zuwenig und die Qualität von Timia-Palmen wird auch keine Offenbarung sein. oder ?
Ich kann mich nicht erinnern in Timia viel Palmen gesehen zu haben..
Die Orientierung: selbst bei Sandwind-Light, manche Tuareg nennen es "den Wind der Gazellen" kann es bereits zum Problem werden, das der Madougu die Schatten-Silhouetten von sich und seinem Kamel nur schwer erkennen kann, er den milchig-trüben Sonnenstand im seinem Rücken nicht mehr mit der Exaktheit einordnen kann wie nötig, und seine dritte Orientierung Schiene wären die Silhouetten der Gegend und Sand-Farb-Nouancen.
Aber wie schafft er das dann trotzdem Alex ?
Hast er dir sein Geheimnis verraten ?
lg Peter
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
hallo Alexander
sorry wenn ich dich schon wieder mit fragen belästige.
wieviele kamele waren es insgesamt .......... und wieviele tuaregs total?
bin am rechnen. das beladen eines kamels dauert doch sicherlich etwa 5 min. (ergibt 12 kamele pro stunde) und dann muss natürlich jedes kamel ganz brav an ort und stelle sitzen und sich alles gefallen lassen! auf den fotos sehe ich rel wenig "personal". das muss ja stunden dauern bis all diese kamele beladen sind?
scheint mir ein logistischer kraftakt.
Peter D hat geschrieben:Die Orientierung: Sandwind-Light, ....... und seine dritte Orientierung Schiene wären die Silhouetten der Gegend und Sand-Farb-Nouancen.
Aber wie schafft er das dann .... ?
Hast er dir sein Geheimnis verraten ?
ja, staunen und bewunderung ................ schade dass solches können immer weniger gefragt sein wird
das Geheimnis hat mir der Madougou nicht verraten. Dazu reichte das Vokabular nicht aus. Es ist wohl eine Kombination aus Sternennavigation und hervorragenden Ortskenntnissen. Mir fiel immer wieder auf, dass Sidi markante Formationen zur Orientierung verwendete. Bei dieser Düne rechts, bei der anderen links. Und es machte alles Sinn.
Wenn ich eine Wüstenstrecke mehrmals gelaufen bin, dann kann ich sie auch ohne GPS laufen. Sidi hat jahrelange Erfahrung und ich denke, er würde die Strecke auch blind laufen.
Grüsse
Alexander
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majasch hat geschrieben:sorry wenn ich dich schon wieder mit fragen belästige.
Sehr gerne. Es freut micht, wenn dieser Reisebericht das Interesse weckt.
Wir waren mit ca. 300 Dromedaren unterwegs, die von 17 Tuareg geführt wurden. Das Beladen der Tiere ist mit Sicherheit ein Knochenjob. Aber es sitzt wirklich jeder Handgriff. Die Kamele werden auch in völliger Dunkelheit beladen. Es gibt kein Suchen oder Überlegen. Deine Rechnung kommt ganz gut hin. Aufstehen um 2.00 Uhr, kochen und essen bis etwas mehr als 2.30 Uhr und Abmarsch gegen 4.00 Uhr.
Ich habe Sidi wirklich bewundert, wie sicher er den Weg gefunden hat. Besonders nachts. In vollkommener Dunkelheit, nur mit Hilfe der Sterne liefen wir stundenlang. Und plötzlich standen wir in Fachi, genau dort, wo Wochen vorher die Grasbüschel für die Kamele deponiert wurden. Beeindruckend...
Grüsse
Alexander
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Wir nähern uns dem Air Gebirge. Der nördliche Teil des Gebirges und der Nordosten der Ténéré gehören seit 1991 zum Weltnaturerbe. Die Kel Ewey Tuareg leben hier vom Handel zwischen den Oasen Timia, Iferouane und Tabelot auf der einen Seite und Bilma, Fachi und Kano in Nigeria auf der anderen.
Das Naturschutzgebiet Air und Ténéré ist mit 7,7 Millionen Hektar das größte Schutzgebiet Afrikas. Hier wächst noch alles ungestört und manchmal hat man den Eindruck, dass man sich durch einen ehemaligen Urwald bewegt. Tatsächlich herrscht im Air in den unteren Regionen Buschlandschaft vor.
Akelex... Na ja, ihr wißt ja schon, was jetzt kommt.
Wenn ich den erwische.
Die Tuareg werden, nachdem sie still geworden waren, wieder ausgelassener. Sie wissen, dass sie in wenigen Tagen ihre Familien wieder sehen werden.
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Bis hierhin und nicht weiter. Hier beginnt der Air
Der Karawanenchef genehmig sich wieder seinen fünf Uhr Tee...
...und ich schließe mich der Tradition an.
Ein Bündel trockenes Gras ist immer bereit, mit dem die Holzkohle für den Tee angefeuert wird.
Etwas 100 Kilometer südlich von hier liegt Gadoufaoua, der Saurierfriedhof, das berühmte Ausgrabungsgebiet, in dem ganze Skelette von Sauriern gefunden wurden.
Wir befinden uns ca. 65 Kilometer östlich vom 2022 Meter hohen Vulkan Idoukal-n-Taghès. Er ist der höchste Berg in Niger.
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Neben diesem Esel bietet der Air eine Vielfalt an Fauna und Flora. Statistisch gesehen leben hier 40 Säugetierarten, 165 Vogel- und 18 Reptilienspezies. Vereinzelt soll es sogar noch Geparden im Air geben. Denen sind wir allerdings nicht begegnet.
Neben diesem schönen Falken gibt es aber auch Tiere, die auf der Roten Liste stehen. So wurden Ende der 80er Jahre zum letzten Mal Dama- und Dorkasgazellen und der Afrikanische Strauß beobachtet. Der Wilderei konnte zum Glück Einhalt geboten werden, sodass sich einige Tierarten wieder ansiedeln konnten. Die Mendesantilope z.B. war bereits auf 15 Tiere reduziert. Heute zählt man schon wieder über hundert Antilopen.
Seit dem der Air zum Schutzgebiet erklärt wurde, darf dort nicht mehr in die Natur eingegriffen werden. Die Jagd ist verboten. So wachsen die Pflanzen wild wie in einem Urwald.
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Je näher wir dem Air Gebirge kommen, um so grüner wird die Landschaft. Zunehmend treffen wir auch auf Menschen, die hier im Busch leben.
Der Brunnen ist ausgetrocknet. Woher bekommen die Menschen ihr Wassser?
Die Menschen leben in Armut und fristen ihr Dasein mit etwas Kleinviehzucht. Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn für einige Jahre die Regenzeit ausbleibt.
An unserer Route warten schon Kinder. Die Tuareg werfen Datteln in den Sand, welche die Kinder gierig aufsammeln. Mich würde interessieren, wovon sich die Menschen hier ernähren. Außer Datteln, Hirse und Ziegenmilch.
Gelegentlich verlassen wir das ausgetrocknete Flußbett und begeben uns in felsigeres Terrain und somit in höhere Lagen.
Manchmal stehen die stacheligen Akazienbäume so eng, dass wir mit unserem Körper an den Ästen entlangschrammen. Einige Kratzer bleiben zurück. Die verheilen allerdings wieder. Wichtiger ist, dass man auf die Augen aufpasst.
Die Gegend, in der wir jetzt unterwegs sind, ist für Geländefahrzeuge nicht befahrbar. Entsprechend unberührt ist die Natur. Wir laufen auf den Pfaden, welche die Karawanen vor langer Zeit hinterlassen haben.
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majasch hat geschrieben:irgendwo da könnte Alexander laufen
Stimmt Maja, ich bin ganz hinten, total erschöpft und versuche auf allen vieren die Karawane einzuholen.
Ich träume mit dir Maja. Ich könnte schon wieder...
Grüsse
Alexander
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