wer die Schildkröten von Ras al-Jinz bei der Eiablage oder vielleicht sogar beim schlüpfen beobachten will, muss unbedingt vorbuchen. So steht es im Reiseführer, und so wird es uns in Sur bestätigt. Die Turtle-Hotline
Gesagt, getan -
"sorry, fully booked for tonight" war die Auskunft.
Aber wir hätten die Möglichkeit morgen früh - ok, gerne. Wir bekommen eine Reservierungsnummer und freuen uns.
Die Abendtour beginnt um 21:00 Uhr am Visitor Center, d.h. um 20:30 Uhr beginnt das "boarding"
Wir wollen nicht auf die Morgentour warten und versuchen es abends einfach auf gut Glück. Wir sind um 20:00 Uhr am Visitor Center - "no problem"
Die Regeln sind einfach: kein Gebrauch von Taschenlampen, Fotografieren verboten auf der Abendtour, bei der Morgentour jedoch möglich. Leise sein, wenn überhaupt, dann nur im Flüsterton reden. Sich nicht von der Gruppe und dem Guide entfernen. Nicht auf den Schildkröten reiten. Ohne Quatsch. Es steht dort angeschlagen!
Wir sind gespannt was uns erwartet.
Ein modernes Besucherzentrum versperrt den Weg zum Strand und agiert sozusagen als Schranke. Obwohl es am Telefon hieß, dass ausgebucht sei, können wir dennoch an der Abendtour teilnehmen. Es werden bis zu 300 Personen an einer Tour durch das Gelände geschleust, aufgeteilt in Gruppen. Eine Schildkrötensichtung wird garantiert, denn erst wenn ein Guide eine Turtle entdeckt hat, startet der Ticketverkauf.
Bei unserem Besuch an diesem Abend gibt es 3 Gruppen mit je 30-40 Personen, die im 5-min-Rhythmus hinter ihrem Guide Richtung Strand marschieren. Es ist nicht allzu weit, ca 10 Gehminuten. Für jede Gruppe ist brav eine Schildkröte am Strand vorhanden, die sich mühevoll ein Loch zur Eiablage schaufelt. Da zunehmender Mond ist und glücklicherweise die Wolkendecke sehr licht, können wir das Schauspiel mit gebührendem Abstand sehr gut im Mondlicht beobachten. Nachdem die Schildkröte mit der Eiablage begonnen hat und in ihre Starre verfallen ist, werden wir aufgefordert, in kleinen Gruppen zu 4-5 Personen hinter das Tier zu treten und einen Blick auf die Szene zu werfen. Der Guide leuchtet die Schildkröte dabei von hinten an ...
Mir tut das arme Vieh in dem Augenblick nur leid. So weit sind wir schon auf der Welt, dass man als Schildkröte noch nicht einmal mehr die Möglichkeit hat, irgendwo ungestört Eier zu legen. Und ich fühle mich schlecht, weil ich das ganze durch meinen Besuch unterstütze. Andererseits - gäbe es das Visitor Center hier nicht, würden die Eier hier nicht akribisch bewacht und die Tiere hätten vielleicht noch weniger Überlebenschancen in der heutigen Welt.
Nach kurzer Zeit der Starre kommt wieder Leben in das Tier - das Zuschaufeln der Eigrube kann beginnen. Ein Stück weiter auf einmal Tumult am Strand und aufgeregtes Geflüster: schlüpfende Jungschildkröten? Und so wenige? Ich sehe zwischen unseren Füßen robbende Schildkrötenbabys sich Richtung Meer vorarbeiten - die sind doch niemals gerade frisch geschlüpft! Ich bin sicher, das ist ein Fake
Im Visitor Center -
Gruppe 3 darf nun durch die Türe Richtung Strand
Hinweistafel mit den Regeln ...


