
Der Parc National de la Pendjari im Norden Benins ist einer der schönsten National Parks Westafrikas. Der Park hat im Jahr nur wenig Besucher. Bei der Größe des Parks und der geringen Besucherzahl ist man im Regelfall allein. Die Fluchtdistanz des Wildes ist im Vergleich mit den Parks in Ost- und Südafrika wesentlich größer.
Zum Vergrößern auf das jeweilige Foto klicken
Der Präsident des Beniner Touristikverbandes hat seinen privaten Geländewagen mit Fahrer an uns vermietet. Uns, das sind Manfred ein Hobbyfotograf und ich.
Christian unser Fahrer kennt sich in Benin und Togo bestens aus. Auf befestigten Strassen und Pisten ist er ein exzellenter Fahrer. Nur im Gelände hat er erhebliche Defizite. Derartige Problemzonen schaue ich mir immer vorher an. Erst dann wage ich die Durchfahrt. Christian fährt drauf los, so kommt was kommen muss. Wir sitzen fest. Hier mühen sich Pascal unser Reisebegleiter aus Benin und Manfred ab. Was nur dazu führt, dass sich der schwere Geländewagen tiefer eingräbt.
Wir sind das einzige Fahrzeug im Park. Handys funktionieren nicht. Hilfe kann nicht gerufen werden. Wir müssen den Wagen herausbekommen, oder werden vielleicht länger festsitzen. Das faszinierende ist, wir müssen die Problemzone auf dem Rückweg noch einmal passieren. Es gibt keine andere Piste. Dann werden wir die Stelle nach meinen Regeln durchqueren.
Derweil schaue mich in der Nähe um und entdecke auf einem hohen Baum diese Kronenkraniche. Sie zu fotografieren ist relativ schwierig und nicht ungefährlich. Das Elefantengras ist über zwei Meter hoch und ragt immer wieder ins Bild. Das Gelände ist sehr unübersichtlich. Es gibt rund zweihundert Löwen im Park. Böse Zungen werden sagen - der will sich nur drücken, nicht schmutzig machen. Nein, wer nicht hören will muss fühlen.
Durch die verspäteten erheblichen Regenfälle stehen noch große Teile des Parks unter Wasser.
Diese Antilope schaut mich erstaunt an. Einen einsamen Wanderer hat sie bestimmt noch nicht gesehen. Es ist ein Cop de Buffon. Eine in Westafrika heimische Antilopenart.
Nicht weniger erstaunt ist diese rote Meerkatze.
Im Schatten dieses “Leberwurstbaumes” mache ich erstmal ein Nickerchen. Aber Vorsicht, nicht in der Fallrichtung der Früchte liegen. Die wiegen einige Kilo. Eine auf den Globus oder andere Körperteile zu bekommen führt zu ersthaften Verletzungen. Auch ohne sich zu bewegen. sieht man immer so aus, als habe man mit den Sachen die man an hat geduscht. Es ist mehr als erfreulich warm.
Afrika versöhnt sich immer wieder mit mir. Ist die Situation auch noch so schwierig, löst sich meist das Problem fast von allein. Aus dem Nachbarland Burkina Faso sind zwei Geländewagen gekommen. Wenn die weiter wollen müssen sie helfen unseren Wagen heraus zu bekommen. Die Stelle kann nicht umfahren werden. Rechts und links neben der Piste steht das Wasser.
Die durchdrehenden Reifen haben ihm den Schlamm ins Gesicht geschleudert.
Auch wenn es nicht so aussieht. Irgendwann bekamen sie den Wagen frei.
Nach knapp zwei Stunden ist der Wagen draußen. Etwas verschmutzt, scheinbar unbeschädigt. Den gleichen Weg müssen wir zurück. Daran will niemand denken.
Am späten Nachmittag geht es dann zurück. Jeden Tag mindestens ein Highlight. In der Nähe von zwei auf der Piste liegenden Löwen verlieren wir das rechte Hinterrad. Das ist ein anderes Abenteuer.




