Unten angekommen waren wir beide wie auch unsere Guides nur noch hundemüde und die Knie zeigten uns genau, wo sie waren...
Wir alle haben uns beim Abstieg mehrere Male unfreiwillig auf den Hintern gesetzt, aber niemand war verletzt!
Fity, der im Auto geschlafen und auf uns gewartet hat, begrüsste uns schon von weitem, gratullierte und war ganz verblüfft dass wir obwohl wir als letzte gestartet sind als erste oben und auch wieder unten waren.
Kein Wunder bei der Konkurenz...der Inder erreichte den Gipfel ja noch aus eigener Kraft, was die Ami´s nicht wirklich schaften...da wurde von den Guides geschoben und gezogen...die armen Guides!!!
Und trotzdem, ganz Ami-like...immer am Quasseln!
Nicht mehr gehen können vor lauter Schnauben, aber quasseln...tststs...
Für uns hiess es nun Frühstücken und ab ins zwischenzeitlich bepackte Auto rein...auf zur Monsteretappe zurück nach Mto Wa Mbu...
Auf der extrem holperigen mehrstündigen Fahrt plötzlich etwas, was ich noch nie erlebt habe: Ein Defekt an einem Toyota!
Plötzlich knallte es von unten bei jedem stärkeren Einfedern der Hinterachse...
Für Fity tönte es eher nach Dach, wo wir auch tatsächlich einen abgerissenen Haltegummi entdeckten, aber ich war mir hundertprozentig sicher dass das Schlagen von der Hinterachse stammte...
Endlich hielt Fity an und wir krochen zu dritt um die Hinterräder und fanden...nichts!
Keinen defekten Stossdämpfer, wie ich vermutete, keine gebrochene Feder, nichts was defekt aussah...
Also gings langsam weiter...
In Mto Wa Mbu angekommen ging Fity nachdem er uns abgeladen hatte zum Mechaniker...
Dessen Diagnose war so einfach wie einleuchtend und sichtbar..Vor lauter Schlaglöcher hat sich die Hinterachse mehrere Centimeter nach rechts verschoben und so das Differenzial an ein tieferliegendes Bodenblech schlagen lassen...
Zeitlich passte uns die notwendige Reperatur ganz gut, denn so konnten wir unser privates Hilfsprojekt für das durchwanderte Massaidorf Naiyobi in Ruhe organisieren!
In Naiyobi fiel uns auf dass offensichtlich zu wenig Grundnahrungsmitel vorhanden waren...beziehungsweise die Leute es sich nicht leisten konnten diese zu kaufen...
Anstatt einigen wenigen ihren Schmuck abzukaufen haben wir uns in Absprache mit dem Chief des Dorfes entschlossen, Mais einzukaufen und ihn den Bedürftigen verteilen zu lassen.
Nun gingen wir in Mto Wa Mbu zusammen mit unserem in diesem Dorf aufgewachsenem Koch Joachim und Elias in die Ecken, wo Weisse kaum hinkommen und verhandelten bis wir 10 Säcke Mais zusammen hatten, was etwas weniger als 400 Dollar kostete.
Die Fahrer, die den Mais zusammen mit anderen Dingen mitnehmen sollten, was bis zu diesem Zeitpunkt gegenüber uns immer als nichts kostende Gefälligkeit dargestellt wurde (sie fuhren sowieso), kamen dann plötzlich mit Transportkosten von 200 Dollar hervor...
Ihr hättet Elias' entgleistes Gesicht sehen sollen als er bemerkte dass seine Freunde sich auf Kosten hungernder Menschen mit Wucherpreisen bereichern wollten!
Willkommen in Afrika!
Beinahe hätten wir die Aktion abgebrochen...so eine Schweinerei!!!
Aber unsere Steffi verhandelte und verhandelte und verwarf die Arme und verhandelte und und und bis die Fahrer bereit waren die zehn Säcke für 40 Dollar zu transportieren...für die etwa 150km Weg immer noch genug...aber akzeptabel!
Natürlich waren wir nicht so naiv zu glauben dass das nun einfach so klappte, also baten wir Elias, vorher schon den Dorf-Chief und später den Veranstalter unserer Safari unabhängig voneinander zu überprüfen, ob der gesammte Mais in Naiyobi angekommen ist.
Am 10. März, SMS usw sei Dank, konnte Steffi verkünden: 'Mission erfüllt!' :-D
Und das mit einheimischen Resourcen und mit Unterstützung der einheimischen Bauern..

Bei der Verabschiedung fiel Elias der Steffi und mir um den Hals, was uns sehr berührte...wir waren für ihn offensichtlich mehr als nur Kunden geworden...

Sollte sich jemand für einen guten Massai-Führer interessieren, der Elias hat sich selbstständig gemacht: siehe
www.massai-trekking.info
Als wir zurück waren war auch das Auto fertig repariert und es ging weiter in Richtung L'Oasis Lodge in Arusha...der Fity hatte an diesem Tag einen wirklich anstrengenden Job!!!
Als wir endlich ankamen war's, wenn ich mich recht erinnere, schon nach acht und die Verabschiedung von Fity und Joachim war ebenfalls emotionsgeladen, vor allem Joachim bedankte sich bei jedem von uns herzlich und mit Umarmung für die Mais-Aktion...
Der nächste Tag sollte unser letzter gemeinsamer Tag sein...wir gingen noch kurz in die Stadt um Kaffee usw zu kaufen und hingen den Rest des Tages noch faul rum...nach den genauso anstrengenden wie wunderschönen Tagen der Wanderung hatten wir alle einen Faullenzertag nötig!
Am Abend hiess es für mich Abschied nehmen von meinen neuen Freunden...denn am nächsten Morgen um halb sechs gings für mich los zum Flug nach Nairoby...

...mit anschliessender Fahrt in den Amboseli...
Mein Zimmer:

...und ab vier auf den ersten Game-Drive...mit Funk und einem Fahrer, der nicht auf das hörte, was ich wollte...
