SUDAN ein Reisebericht

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Dieter W.
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SUDAN ein Reisebericht

Beitrag von Dieter W. »

Nord-Sudan
08.03. bis 31.03.2015
Eine Tour in den Nord-Sudan müßte man eigentlich im Vergleich zu der westlichen Wüste in Ägypten sehen. Der Vergleich ist aber deshalb müßig weil ich (wir) es nicht erreicht haben eine Genehmigung für die westliche Wüste zu bekommen. Die Alternative ist naheliegend, der Nord-Sudan. Wir das waren 1 Tour-Guide, 1 Fahrer und 2 Mitreisende, also ein Minigrüppchen. Die Planung- und Verwirklichung dieser Tour stand innerhalb 2 Wochen.
Um eines vornweg zu bemerken, die Bürokratie und der Kontrollwahn ist in beiden Ländern identisch von der herrschenden Politik gar nicht zu reden. Alles muß genehmigt werden, von den Angaben der Tourziele bis zur Foto-und Filmgenehmigung. Auf den Fern-(Asphalt) Straßen waren täglich mehrfache Straßenkontrollen die Regel. Auf den Pisten war diesbezüglich Ruhe!

Zur Tour:
Obwohl in der Sache limitiert haben wir die Streckenplanung nach den tatsächlichen Gegebenheiten abgehandelt, also Open Tour, ich liebe das. Da die Hotels außerhalb Khartums großteilig in einem erbarmungswürdigen Zustand und die Nobelherbergen auch hier teuer sind, haben wir meist im Outback übernachtet. Das ersparte die langen Wege zu einem Hotel und die Nächte unter den Sternen sind sowieso durch nichts zu ersetzen. Das setzt natürlich eine dementsprechende Ausrüstung und einen Allrad-Auto voraus, natürlich mit einem Driver der im und auf Sand zuhause ist.

Die Tour: Flug-Frankfurt-Aswan, dann nach Abu Simbel – per Fähre nach Wadi Halfa dann über Dongolla - Selima-Oasis – Karima – Merowe – Atbara nach Khartum, über Sennar - Singar zum Dinder Nationalpark, zurück nach Khartum und Flug zurück über Cairo nach Frankfurt. Das ganze garniert mit sehr viel Wüstenpisten und Übernachtungen , Nilüberquerungen per Kleinfähren und einer früh einsetzenden Hitzewelle das uns einiges abverlangte.

Die Krönung war dass wir es schafften die Oase Selima zu erreichen. Wer die Bücher von Almasy, von der Esch, Höllriegel-Berman und über den „Darb al Arbain, der Weg der 40 Tage“ gelesen hat, weiß das manche Dinge einfach im Kopf abgehen. Der dortige Militärkommandeur war nicht sehr amüsiert als wir dort urplötzlich aus dem Nichts auftauchten.

Der Nord-Sudan hat einiges zu bieten, nur kulturelle Höhepunkte wie Tempel, Pyramiden und Pharao-Feeling wie in Ägypten sind dünn gesät oder praktisch so speziell für Fachleute dass der Normalreisende etwas enttäuscht sein wird. Was dieses Land zu bieten hat war und ist fantastisch genug, Wüstenregionen, afrikanisch geprägten Savannen, als Kontrast die fruchtbaren Regionen am Nil mit den Katarakten und dem blauen Nil, den Dörfern vor allem der Nubas, die Fahrt zum „Dinder Nationalpark“ eine tolle Schinderei, aber etwas gemildert durch eine Zwischenstop in einem schönen Hotel in Singa.

Das Resüme: Für Outback-Fans, Wüsten Freaks und Liebhaber von Land und Leuten die sich was abverlangen, auch mal einige Tage ohne Dusche auskommen, Dreck- und Staub resistent sind, eine gewisse Leidensfähigkeit besitzen, absolut zu empfehlen!!
Politisch gesehen ist der Sudan problematisch, im Süden und Darfur sind kriegsähnliche Zustände, da muß jeder selbst entscheiden ob er in dieses Land reisen will.

Der Dinder-Nationalpark, nur geöffnet 15. Januar bis 15. Mai, ist auch bedingt durch die Anreise auf einer schlimmen Piste ab Dinder, nicht mit der Konkurrenz in Kenia, Tansania oder ähnliches zu vergleichen. Die großen „Fife“ sind nur durch den schwarzen Büffel vertreten, ansonsten Strauße, Antilopen und Gazellen, Löwen soll es auch geben. Wir hatten den Eindruck das die Tiere sehr scheu waren und der Verdacht drängt sich auf das hier gejagt wird. Für Vogelliebhaber ein Paradies. Die dortige Lodge, früher sicher gut, nun abgewirtschaftet und in einem miserablen Zustand und das Ganze wird sehr unprofessionell geführt. Die Zugangserlaubnis erhielten wir in Dinger bei dem dortigen Militärkommandeur. Das bescherte uns einen freundlichen jungen Soldaten mit Schnellfeuergewehr als Mitfahrer und als Guide im Nationalpark.

Das Sudan-Tourismus-Ministerium bemüht sich sehr kann aber nicht verhindern dass die Staatsgewalt eigentlich alles wieder zunichte macht. Ohne Kenntnisse der Landessprache wäre manches nicht möglich gewesen. Wer damit keine Probleme hat, Geduld ist hier angesagt, der wird mit Erlebnissen der besonderen Art verwöhnt.

Ich war mit einer Videokamera (Henkelmann Panasonic) am filmen. Ich hatte nie Probleme dass mich irgend ein Amtsträger oder eine Privatpersonen deswegen anging.
Was ganz besonders hervorzuheben war, die Bevölkerung, noch nicht vom Bakschischwahn befallen, offen, freundlich und hilfsbereit kurz gesagt einfach herzerfrischend natürlich.

Die Tour wurde von Frau Susanne Mlasko von Butotravel gemakelt und als Guide von ihr geführt, http://buto-travel.de. Sie spricht sehr gut arabisch und ihre Outdoor-Kenntnisse sind fantastisch. Trotz Licht und Schatten für mich war die Tour ein Erlebniss der besonderen Art.
Dieter
Früher gingen meine Reisen, öfters solo oder zu zweit, nach Mittel und Südamerika in die Südsee nach Neuseeland und Australien. Heute gehe ich das ganze etwas geruhsamer an. Auf den Wegen der alten Forscher in der Gobi und Sahara.
mark1199
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Re: SUDAN ein Reisebeicht

Beitrag von mark1199 »

Sehr schön, dein kurzer Bericht. Danke Dieter.

Ich als Selbstfahrer komme ja nur sehr schwierig oder gar nicht in diese Gegend.
So eine Tour per Mietwagen wäre für mich eine interessante Alternative.

Kann man auch Fotos sehen?

Grüsse
Mark
ursula
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Re: SUDAN ein Reisebeicht

Beitrag von ursula »

hallo Dieter
danke für den Kurzbericht 8)
An Fotos wäre auch ich seeehr interessiert - besonders von der Gegend südlich von Khartum, welche ich nicht kenne,
da man uns immer abgeraten hat, in den Süden zu fahren.
Hat man euch die libyco/berber inscriptions in Selima auch gezeigt? spannend, nicht?
Grüsse
Ursula
steffen
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Re: SUDAN ein Reisebericht

Beitrag von steffen »

Hallo Dieter, danke für den Reisebericht.
Ein paar Fragen und Anmerkungen. Seid Ihr von Abu Simbel per Fähre nach Wadi Halfa oder nur bis Qustul und dann per Auto über den Grenzübergang nördlich von Wadi Halfa? Wie lange hat der Grenzübertritt gedauert.
Archäologisch (Tempel, Pyramiden, etc.) kann der Sudan aber locker mit Ägypten mit halten. In Deiner Reisezeit müsstest Du viele auch deutsche archäologische Missionen (Wadi Abu Dom, Meroe, Hamadab, Musawwarat es Sufra, Naqa) getroffen haben. Dort ist archäologisch -durch viel Geld aus Qatar- sehr viel los.
Ausserdem ist es dort viel entspannter unterwegs zu sein als in Ägypten. Und Nubien und die überaus nette Bevölkerung allein sind schon eine Reise wert wie Du auch so schön hervorhebst. Ich bin vor einem Jahr wieder mal die Assuan-Khartoum-Tour gefahren und war, wie all die Jahre davor begeistert. Die Mischung aus mittlerweile ausgebauter Infrastruktur und trotzdem ruhigen, wenig verdreckten abgelegenen Ecken bleibt hoffentlich noch lange erhalten.
Dinder soll wirklich ziemlich runter gekommen sein. Befreundete russische Piloten der UNO gaben mir ab und zu Infos über Elefantensichtungen und Großtiere. Aber eigentlich ist da mittlerweile nicht mehr viel. Leider habe ich es selber noch nicht geschafft bis dahin vorzudringen. Nur von äthiopischer Seite her mal über den "Zaun" geschaut. Das wird sicherlich bald alles in den Bereich land grapping und agriculture verhökert.

@Ursula
Letzte Woche habe ich die Nachricht bekommen, dass die sudanesischen Behörden mittlerweile wieder reale Permits für Fahrten zum Uweinath raus geben. Ägypten fällt ja leider zur Zeit raus.
Wadi Gabgabba und Red Sea Hill Touren werden auch immer wieder regulär unternommen.

@Mark
Warte noch ca. 1-2 Monate, dann wird eine größere Expedition in 2016 aufgelegt, welche es auch Selbst-/Mietfahrern in etwas organisierter Form erlauben wird den Sudan zu durchfahren. Ich sitze zur Zeit an den Detailplanungen für die Teilstrecke Sudan/Äthiopien/Djibouti. Lass Dich überraschen. Wir werden es dann rechtzeitig posten.

Euch eine schöne Restfrühlingswoche
Steffen
Dieter W.
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Re: SUDAN ein Reisebeicht

Beitrag von Dieter W. »

mark1199 hat geschrieben:
Mi 22. Apr 2015, 11:21
Sehr schön, dein kurzer Bericht. Danke Dieter ...

... Kann man auch Fotos sehen?
Sorry, da ich mit filmen ausgelastet war hat das fotografieren Susanne übernommen,
und die SD Card kommt irgendwann in den nächsten Tagen. Inschalla?
Mit Grüßen
Dieter
Früher gingen meine Reisen, öfters solo oder zu zweit, nach Mittel und Südamerika in die Südsee nach Neuseeland und Australien. Heute gehe ich das ganze etwas geruhsamer an. Auf den Wegen der alten Forscher in der Gobi und Sahara.
Dieter W.
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Re: SUDAN ein Reisebericht

Beitrag von Dieter W. »

steffen hat geschrieben:
Mi 22. Apr 2015, 12:59
Hallo Dieter, danke für den Reisebericht.
Ein paar Fragen und Anmerkungen. Seid Ihr von Abu Simbel per Fähre nach Wadi Halfa oder nur bis Qustul und dann per Auto über den Grenzübergang nördlich von Wadi Halfa? Wie lange hat der Grenzübertritt gedauert.
Archäologisch (Tempel, Pyramiden, etc.) kann der Sudan aber locker mit Ägypten mit halten. In Deiner Reisezeit müsstest Du viele auch deutsche archäologische Missionen (Wadi Abu Dom, Meroe, Hamadab, Musawwarat es Sufra, Naqa) getroffen haben. Dort ist archäologisch -durch viel Geld aus Qatar- sehr viel los.
Ausserdem ist es dort viel entspannter unterwegs zu sein als in Ägypten. Und Nubien und die überaus nette Bevölkerung allein sind schon eine Reise wert wie Du auch so schön hervorhebst. Ich bin vor einem Jahr wieder mal die Assuan-Khartoum-Tour gefahren und war, wie all die Jahre davor begeistert. Die Mischung aus mittlerweile ausgebauter Infrastruktur und trotzdem ruhigen, wenig verdreckten abgelegenen Ecken bleibt hoffentlich noch lange erhalten.
Dinder soll wirklich ziemlich runter gekommen sein. Befreundete russische Piloten der UNO gaben mir ab und zu Infos über Elefantensichtungen und Großtiere. Aber eigentlich ist da mittlerweile nicht mehr viel. Leider habe ich es selber noch nicht geschafft bis dahin vorzudringen. Nur von äthiopischer Seite her mal über den "Zaun" geschaut. Das wird sicherlich bald alles in den Bereich land grapping und agriculture verhökert.
Hallo Steffen,
die Fähre geht morgens ab Anleger Abu Simbel direkt bis Anleger Wadi Halfa.
Wegen der frühen Abfahrt haben wir in Abu Simbel in einem passablen Hotel übernachtet.
Die Grenzmodalitäten dauerten ca. ab 10:00 Uhr bis 20 Uhr, das war ein Drama,
obwohl alle Papiere vorhanden waren. Ich hatte den Eindruck dass alles in Khartum
abgesegnet werden musste.
Ein Tip, alle Unterlagen in vielfacher Ausführung kopieren, die Kontrollen waren wesentlich
einfacher wenn man eine Kopie rüber gereicht hat.
Mit Grüßen
Dieter
Früher gingen meine Reisen, öfters solo oder zu zweit, nach Mittel und Südamerika in die Südsee nach Neuseeland und Australien. Heute gehe ich das ganze etwas geruhsamer an. Auf den Wegen der alten Forscher in der Gobi und Sahara.
Dieter W.
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Re: SUDAN ein Reisebeicht

Beitrag von Dieter W. »

ursula hat geschrieben:
Mi 22. Apr 2015, 11:31
An Fotos wäre auch ich seeehr interessiert - besonders von der Gegend südlich von Khartum, welche ich nicht kenne,
da man uns immer abgeraten hat, in den Süden zu fahren.
Hat man euch die libyco/berber inscriptions in Selima auch gezeigt? spannend, nicht?
Hallo Ursula,
der problematische Süden geht in etwa nach dem Bereich Nationalpark los. Ich sehe
bis dort keine Probleme.
Die Militäraufsicht ab Dinder sehe ich als kleine Spitze der Militärs unter einander. Ansonsten
sind die Jungs immer nett gewesen. In Selima haben sie uns mit Sprit ausgeholfen.
Fotos gibt es später.
Wenn der Film fertig ist stelle ich einen Teil davon auf Youtube, aber das wir dauern.
Mit Grüßen
Dieter
Früher gingen meine Reisen, öfters solo oder zu zweit, nach Mittel und Südamerika in die Südsee nach Neuseeland und Australien. Heute gehe ich das ganze etwas geruhsamer an. Auf den Wegen der alten Forscher in der Gobi und Sahara.
Dieter W.
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SUDAN 2015 der Film

Beitrag von Dieter W. »

Hallo Freunde,

es hat lange gedauert den angekündigten Film auf Youtube zu heben. Dank neuer Glasfaser-Internetverbindung war es nun möglich den Film in Full HD hochzuladen.



Ich wünsche gute Unterhaltung
Dieter
Früher gingen meine Reisen, öfters solo oder zu zweit, nach Mittel und Südamerika in die Südsee nach Neuseeland und Australien. Heute gehe ich das ganze etwas geruhsamer an. Auf den Wegen der alten Forscher in der Gobi und Sahara.
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