Ich möchte hier an die Führer von Hans Strelocke aus dem DuMont-Verlag erinnern:
Was heutzutage in den Reiseführern an Buchseiten für Lifestyle-Tipps verschwendet wird-
10 Dinge, die man in XY unbedingt gemacht haben muss- der Geheimtipp des Autors- die 10 besten ... in XY usw.,
wird von Hans Strelocke mit profunder Information über Sehenswürdigkeiten, die über den Tag hinaus Bestand haben, genutzt. Seine Ausführungen über die alten römischen Städte im Maghreb z.B. sind ein Genuss!
Nur noch antiquarisch:
Ägypten und Sinai, DuMont Köln 1982
Tunesien, 1981
Algerien, 1995
CU
Albrecht
Buchtipps: Vergessener Autor
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Albrecht(Vorname...)
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Re: Buchtipps: Vergessener Autor
Das ist eine gute Idee, an alte und vergessene Reiseautoren zu erinnern. Vielleicht hat der Eine oder die Andere von Euch auch noch solche Buchschätze zur Erinnerung bereit.
Ich will in diesem Zusammenhang an der Reiseschriftsteller Alfred Renz erinnern, der noch etwas früher als Hans Strelocke tätig war und von dem ich 4 Bücher habe: "Land um den Ararat", "Kaukasus", "Marokko" und sein dickes Werk über die Islamische Baukunst, das ich gerade ausgeliehen habe, es heißt irgendwie "Islam" oder so.
Zu meiner großen Schande habe ich die Bücher erst 2013 entdeckt, als ich mich für meine Georgienreise vorbereitet habe. Schande deshalb, weil Alfred Renz im Gymnasium Tegernsee über Jahre hinweg mein Lehrer für Englisch, Deutsch und Geschichte war. Als Schüler wussten wir nichts über seine Reiseleidenschaft und über seine Kompetenz auf dem Gebiet alter Bauten.
Jahrzehnte später, also etwa 2010 traf ich in Rumänien einen Kölner Radreisenden, einen pensionierten Vermessungsingenieur, der mir von seinen Rotel-Reisen in Osteuropa und Nordafrika erzählte und dabei Alfred Renz gut kennengelernt hatte. Der brachte mich auf seine Spur und ich recherchierte danach weiter.
Renz war Sprachwissenschaftler, konnte auch Russisch, etwas Arabisch und was weiß ich noch alles. Und er vermittelt in seinen Büchern einen tiefen Einblick in die jüngere Geschichte (also nicht Altertum) und in Kultur, besonders in die Baukunst. Interessant finde ich auch seine Beschreibungen der Reiseart: damals konnte man sich im Bereich der damaligen UDSSR nicht so frei bewegen, wie wir das heute gewohnt sind. Wenn man mit normalem Reisebudget unterwegs war gab es absolut nur eine Möglichkeit: Über das staatliche russische Reisebüro, dessen Name mir gerade nicht einfällt, musste man eine Gruppenreise buchen, wurde dann in der Gruppe von Hotel zu Hotel gefahren, bekam natürlich die vorgekochten Reisehighlight präsentiert und hatte auch gelegentlich einen halben Tag Ruhepause, die Renz und andere aktiv Reisende für Ausflüge auf eigene Kappe nutzen konnten.
Nachteil bei einem solchen Kulturbesessenen: Natur existierte für ihn nicht, Vogelsingen hörte er nicht, Pflanzen galten nur als Kuhfutter usw. In den 1960-er und 1970-er Jahren war die Natur noch überall präsent und relativ intakt und kaum im Fokus der Reisenden.
Natürlich sind auch die Bücher von Alfred Renz aus dem Trescherverlag nur noch antiquarisch, heutzutage also in ebay oder Amazon zu erhalten, für ein Appel und Ei, also spottbillig.
Sepp
Ich will in diesem Zusammenhang an der Reiseschriftsteller Alfred Renz erinnern, der noch etwas früher als Hans Strelocke tätig war und von dem ich 4 Bücher habe: "Land um den Ararat", "Kaukasus", "Marokko" und sein dickes Werk über die Islamische Baukunst, das ich gerade ausgeliehen habe, es heißt irgendwie "Islam" oder so.
Zu meiner großen Schande habe ich die Bücher erst 2013 entdeckt, als ich mich für meine Georgienreise vorbereitet habe. Schande deshalb, weil Alfred Renz im Gymnasium Tegernsee über Jahre hinweg mein Lehrer für Englisch, Deutsch und Geschichte war. Als Schüler wussten wir nichts über seine Reiseleidenschaft und über seine Kompetenz auf dem Gebiet alter Bauten.
Jahrzehnte später, also etwa 2010 traf ich in Rumänien einen Kölner Radreisenden, einen pensionierten Vermessungsingenieur, der mir von seinen Rotel-Reisen in Osteuropa und Nordafrika erzählte und dabei Alfred Renz gut kennengelernt hatte. Der brachte mich auf seine Spur und ich recherchierte danach weiter.
Renz war Sprachwissenschaftler, konnte auch Russisch, etwas Arabisch und was weiß ich noch alles. Und er vermittelt in seinen Büchern einen tiefen Einblick in die jüngere Geschichte (also nicht Altertum) und in Kultur, besonders in die Baukunst. Interessant finde ich auch seine Beschreibungen der Reiseart: damals konnte man sich im Bereich der damaligen UDSSR nicht so frei bewegen, wie wir das heute gewohnt sind. Wenn man mit normalem Reisebudget unterwegs war gab es absolut nur eine Möglichkeit: Über das staatliche russische Reisebüro, dessen Name mir gerade nicht einfällt, musste man eine Gruppenreise buchen, wurde dann in der Gruppe von Hotel zu Hotel gefahren, bekam natürlich die vorgekochten Reisehighlight präsentiert und hatte auch gelegentlich einen halben Tag Ruhepause, die Renz und andere aktiv Reisende für Ausflüge auf eigene Kappe nutzen konnten.
Nachteil bei einem solchen Kulturbesessenen: Natur existierte für ihn nicht, Vogelsingen hörte er nicht, Pflanzen galten nur als Kuhfutter usw. In den 1960-er und 1970-er Jahren war die Natur noch überall präsent und relativ intakt und kaum im Fokus der Reisenden.
Natürlich sind auch die Bücher von Alfred Renz aus dem Trescherverlag nur noch antiquarisch, heutzutage also in ebay oder Amazon zu erhalten, für ein Appel und Ei, also spottbillig.
Sepp
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Ralf Kiefer
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Re: Buchtipps: Vergessener Autor
Oja, das habe ichseppr hat geschrieben:Das ist eine gute Idee, an alte und vergessene Reiseautoren zu erinnern. Vielleicht hat der Eine oder die Andere von Euch auch noch solche Buchschätze zur Erinnerung bereit.
"Abenteuer Persien" von Hans-Otto Meissner, (die alte) ISBN 3-570-02327-3. Er war von 1941 bis in den späten 1960er Jahren häufig und lange im Iran. Was er dort tatsächlich gemacht hat, beschrieb er nirgends, aber einen Teil kann man sich denken, denn im Buchdeckel steht, daß er 1941 als junger Diplomat in den Iran kam. Die Regierung Mossadegh erwähnt er in seinem Buch nicht, AFAIR, aber die Zeit des Schahs umso häufiger.
Sieht man von der fragwürdigen politischen Rolle ab, die er vermutlich spielte, beschrieb er sehr schön Land und Leute in Persien in den 1950er und 1960er Jahren sowie die damalige, beschwerliche Art des Reisens.
"Paläste unterm Wüstensand - Ninive" von Robert Silverberg, aus einer Zeit vor Erfindung von ISBN-Nummern. Das Buch handelt im Wesentlichen von Austen Henry Layard, der Mitte des 19. Jahrhunderts im Mitbewerb mit einigen anderen im heutigen Nord-Irak Ninive u.a. "alte Steine" ausgrub und teilweise nach England transportieren ließ. Das Buch gibt einen IMHO guten Einblick in die Situation der damaligen "Archäologen", deren Ziel es war neben Erkenntnissen aus früheren Zeiten viel Material in die Museen zuhause zu schaffen. Trotzdem möchte ich ihm nicht absprechen einiges zur Aufklärung früherer Kulturen im Zweistromland beigetragen zu haben. Alleine schon deswegen lesenswert, weil ein Teil der beschriebenen Kulturschätze durch die Kriege der vergangenen Jahre endgültig zerstört sind und eine Reise zu den Resten auf Jahre hinaus nicht möglich sein wird.
Gruß, Ralf
Re: Buchtipps: Vergessener Autor
Von Hans-Otto Meissner habe ich auch einige Bücher gelesen, er war ja sehr produktiv.
Aber sein Stil, sowohl der Reisestil als auch der Schreibstil war ziemlich großspurig. Er ist mit Flugzeug und Hubschrauber, ja, manchmal auch mit einem 4x4 (dem besten auf dem Markt) an die Lokalität hingefahren, hat zum Teil haarsträubende Abenteuer erlebt und diese sehr unterhaltsam vermittelt.
Seine Eisbärenjagd auf der sich drehenden Eisscholle in dichtem Nebel war echt kurios. Na ja, ein wenig Flunkern gehört für einen Jäger dazu und für einen Großwildjäger erst recht.
Sepp
Aber sein Stil, sowohl der Reisestil als auch der Schreibstil war ziemlich großspurig. Er ist mit Flugzeug und Hubschrauber, ja, manchmal auch mit einem 4x4 (dem besten auf dem Markt) an die Lokalität hingefahren, hat zum Teil haarsträubende Abenteuer erlebt und diese sehr unterhaltsam vermittelt.
Seine Eisbärenjagd auf der sich drehenden Eisscholle in dichtem Nebel war echt kurios. Na ja, ein wenig Flunkern gehört für einen Jäger dazu und für einen Großwildjäger erst recht.
Sepp




