Tschadische Rebellen sind aus Libyen heraus bis nahe der Hauptstadt Ndjamena vorgerückt. Die Blitzoffensive gefährdet Frankreichs Sahel-Strategie ...
Im Tschad hatten am 11. April gerade die Wahllokale geschlossen. Die Bewohner der Oasenstadt Wour im äußersten Norden strömten auf die Märkte, um sich mit Lebensmitteln für den am nächsten Tag beginnenden Ramadan einzudecken. Nach dem Kriegsende in Libyen sollte der diesjährige Fastenmonat eine Atempause werden [...] Doch sich aus Libyen nähernde Staubwolken beendeten die Hoffnungen. Wenige Stunden später hatten Kämpfer der Rebellenallianz FACT (Front pour l’Alternance et le Concorde au Tchad – Front für Wandel und Eintracht im Tschad) die 30.000-Einwohner-Oase und dazu die Orte Zouarke und Zouar erobert. Ihr Konvoi aus 400 Toyota Pick-ups hat die Machtbalance in wenigen Tagen auf den Kopf gestellt. Die Kämpfer seien in brandneuen Jeeps und Uniformen eingerückt [...] Am Samstag, dem 17. April erreichten Rebellenkolonnen die Provinz Kanem direkt nordöstlich der Hauptstadt. Videos zeigen die Einnahme der Stadt Mao, weniger als 300 Kilometer von Ndjamena entfernt.
Das Auswärtige Amt hat heute eine Reisewarnung samt Ausreiseaufruf ausgesprochen und dringend dazu aufgefordert, das Land möglichst umgehend mit Linienflügen zu verlassen.
Wie Aljazeera meldet, werden sämtliche Grenzen geschlossen, auch der Luftweg. Es gilt eine Ausgangssperre von 18:00-05:00 Uhr.
Here is what the army announced about the post-Idriss Deby era:
The dissolution of the government and the national assembly
Mahamat Idriss Deby to head 18-month transitional council
Instead of the current constitution, a transitional charter to be put in place by the head of the council
Fourteen-day national mourning period
Closure of land and air borders
Nationwide curfew imposed from 6pm to 5am
New republican institutions to be put in place to facilitate the transition with the organisation of free, democratic and transparent elections.
Nach dem Tod des Präsidenten ist ein demokratischer Übergang schwer vorstellbar, sagt Helga Dickow. Stattdessen drohe eine Schlacht um die Hauptstadt ...
Der Tod des Präsidenten Idriss Deby hat den Tschad und seine Nachbarländer durcheinander gebracht. Obwohl Deby 30 Jahre lang mit autoritärem Einfluss regierte, sahen ihn die westlichen Nationen als entscheidenden Verbündeten. Das Militär hat seinen Sohn zum Interimsführer ernannt. Wie geht es weiter mit dem Tschad und dem Kampf um Stabilität in der Sahelzone? Wird es im Tschad ein Machtvakuum bzw. Sicherheitsvakuum geben?
Deby wurde gestern beerdigt. Die Rebellengruppe FACT kündigte an, auf die Hauptstadt N’Djamana vorzurücken. Es wurden Luftangriffe auf die Rebellenkolonnen von FACT gemeldet ...
Im Süden Libyens sind nicht allein die Mitglieder der UFR aktiv, sondern auch andere tschadische Rebellen wie die 2016 gegründete Allianz FACT ("Front für Machtwechsel und Eintracht im Tschad) sowie der von ihm abgespaltene, zivil-militärisch gemische "Rat des militärischen Oberbefehls für die Rettung der Republik" (CCSMR) [...] Sowohl FACT als auch der CCSMR weisen erheblich bessere Verbindungen zur zivilen und demokratisch orientierten Opposition auf als etwa die Truppe von Ardimi, auch wenn im Falle des CCSMR auch Vorwürfe wegen Menschenrechtsverletzungen in den eigenen Reihen erhoben wurden [...] Durch die Veränderung der innenpolitischen Lage in Libyen sehen sich die dort ansässigen Rebellengruppen nun jedoch zunehmend bedroht.
Das Militär rüstet sich in N'Djamena für einen Angriff der Aufständischen. Der könnte jederzeit erfolgen. Interview mit dem tschadischen Journalist Mahamat Adamou ...
Rebellen [...] sind sehr, sehr stark, es sind vermutlich mehrere Tausend. Sie waren in Südlibyen und haben im dortigen Bürgerkrieg viele hochentwickelte Waffen und Finanzspritzen bekommen, sie sind also gut ausgerüstet [...] Neben der offiziellen Version ist oft zu hören, dass er (Präsident Deby) nach seiner Rückkehr von der Front in N’Djamena einem Attentat zum Opfer gefallen sei. Und wer dann dahinterstecken könnte, da gibt es auch unzählige Gerüchte. Oppositionsführer Yaya Dillo könnte demnach eine Rolle gespielt haben [...] das schlimmste Szenario für den Tschad? [...] Die Rebellen marschieren in N’Djamena ein, und Frankreich interveniert militärisch. Die Folge: Chaos. Krieg.