Hallo aus Djenne!
Am 5.November um 19.00 Uhr ist hier der linke der 3 Tuerme der beruehmten Moschee eingestuerzt, nachdem die heuer heftigen und vor allem lange anhaltenden Regenfaelle durch einen Spalt eingedrungen sind und die alten Lehmmauern von innen aufgeweicht haben. Ich kann von hier leider keine Bilder einstellen, es sieht aber jedenfalls aus, als waere ein Riese ueber eine Sandburg gestolpert.
Der Einsturz ist aber nur Hoehepunkt einer kuriosen Geschichte: Nach monatelangen Planungen wurde Mitte Oktober seitens der AgaKhan-Stiftung mit Restaurierungsarbeiten begonnen, denn Spezialisten hatten im Vorfeld festgestellt, dass im Laufe vieler Jahre (waehrend des alljaehrlichen Festes zur Ausbesserung der Moschee) viel zu viel Lehm und damit viel zu viel Gewicht auf das ueber 100 Jahree alte Bauwerk geladen worden waren, jetzt war es einsturtzgefaehrdet. Der Plan: Abtragen von Lehm und Wiederherstellung des historischen Zustandes mir schlankeren Tuermen, eckiger, zierlicher. Natuerlich waren jene dagegen, die immer dagegen sind, dass sich etwas aendert, diese Kraefte gibt es ja in jeder Gesellschaft, Kultur, Religion. Der moderne, aufgeschlossene Imam allerdings war fuer die Restaurierung, zumal baulich ja unbedingt notwendig. Wochenlange Spannungen in der Gemeinde, die sich entluden am Tag, als die Bauarbeiten tatsaechlich begannen, Mitte Oktober 2009: Eine aufgebrachte Menge marschierte zum Haus des Imam, nicht der gemeine Poebel, sondern durchaus angesehene Buerger und engagierte Muslime der oberen Schichten, vor dem Haus des Imam wurde dessen Auto (seit langem ein Dorn im Auge manch so genanntem streng Glaeubigem, wozu braucht schliesslich ein Imam ein Auto!) demoliert. Wie das ausging: Ueberraschend und durchaus vorbildlich: Die Polizei verhaftete die Unruhestifter unabhaengig von Rang und Namen (ein afrikanisches Musterbeispiel fuer angewandten Laizismus im doch recht muslimisch dominierten Mali), bis heute, also mehr als 1 Monat nach der Aktion sitzen etwa 30 Maenner hier in Djenne im Gefaengnis. Dieses ist damit so voll, dass kleinere Taschendiebe derzeit nach Mopti verbracht werden. Anfangs hatten die Inhaftierten noch die Meinung der Bevoelkerung auf ihrer Seite, doch dann kam der 3.November, der in einer Art Gottesurteil (man kann sich diesem Ausruck nur schwer entziehen) sozusagen amtlich bestaetigte, dass die Moschee doch besser zu restaurieren waere.
Die Arbeiten schreiten uebrigens flott voran, die Westseite ist bereits komlett saniert, man kann schon die neue schlanke, eckigere Form der Tuermchen erkennen. Derzeit wird an der Vorderfront gearbeitete und an der Wiedererreichtung des eingestuerzten Turmes.
Auch sonst tut sich uebrigens einiges in Djenne:
Die Haelfte der Stadt wurde in den letzten Monaten kanalisiert, der Rest folgt demnaechst. Und neben der Moschee entsteht gerade ein grosses Museeum.
So, das war ein kurzer Stimmungsberichtes aus Djenne, ich hoere schnell auf bevor zieder der Strom ausfaellt und ich alles ein drittes Mal tippen muss...
Martin Friedl
Djenne: Moscheeturm eingestuerzt und andere Kuriositaeten
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martin friedl
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Coco und Jens
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Re: Djenne: Moscheeturm eingestuerzt und andere Kuriositaeten
Dankeschön Martin !!!
Wir brechen in 3 Wochen auf in Richtung Marokko, Mauretanien und Mali und wollen natürlich auch nach Djenné !
Hast ne PN
Wir brechen in 3 Wochen auf in Richtung Marokko, Mauretanien und Mali und wollen natürlich auch nach Djenné !
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Alexander
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Re: Djenne: Moscheeturm eingestuerzt und andere Kuriositaeten
Hallo Zusammen,
hier noch ein Foto, dass die Moschee in Djenne zeigt.
Das Foto wurde aufgenommen am Freitag, 20.11.2009 von Jutta Ratschinske.
Danke Jutta für das schöne Bild

Grüsse
Alexander
hier noch ein Foto, dass die Moschee in Djenne zeigt.
Das Foto wurde aufgenommen am Freitag, 20.11.2009 von Jutta Ratschinske.
Danke Jutta für das schöne Bild

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
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