Vor einem Jahr startete die NATO ihre Luftangriffe auf Libyen. Heute sind Gaddafi und sein Regime längst Geschichte und die Sicherheit im Land ist wieder einigermaßen hergestellt. Doch die Nachbarstaaten von Libyen leiden heute an den Folgen des Einsatzes. Ganz besonders Mali.
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist die Begruendung fuer den Militaerputsch in Mali die, dass sich das Militaer beklagt, nicht richtig ausgeruestet worden zu sein, um im Norden des Landes fuer Ruhe und Ordnung zu sorgen.
Kann man davon ausgehen, dass sich das Militaer jetzt die kuerzlich erlittenen Scharten gegen die Aufstaendischen wieder auswetzen will?
buecherjo hat geschrieben:Nicht zu vergessen den Rassismus-
Die Afrikaner hassen die Tuareg- und umgekehrt sicher auch.
Die Tuareg sind doch auch Afrikaner....
Aber klar - in Nordafrika erklaert man einem ja immer wieder, dass Afrika erst suedlich der Sahara anfaengt.
Ob die "nicht-Tuareg" in Mali die Tuareg hassen weiss ich nicht, Aber jahhundertelange Raubzuege um Sklaven einzufangen werden wahrscheinlich kaum eine gesunde Basis fuer eine tragende Sympathie gebildet haben.
Rebels taking advantage of a coup are negotiating with soldiers for a peaceful resolution in Mali's strategic northern garrison town of Kidal, according to representatives of the Sahara's nomadic Tuareg people. Sources in Mali and neighboring Niger said Monday the rebels hope to take Kidal without a fight. The sources asked not to be named because the situation is dangerous.
Tuereg und Islamisten sollen die Stadt Kidal eingenommen haben
Mali: la ville de Kidal aux mains des rebelles, la junte appelle à l'aide
Les rebelles touareg et les groupes islamistes armés ont pris vendredi le contrôle de la ville stratégique de Kidal, dans le nord-est du Mali, poussant la junte militaire à s'alarmer de cette situation "critique" et à appeler au soutien "extérieur" pour endiguer cette avancée.
"Les rebelles maîtrisent la situation (...). Hier ils ont lancé leur offensive, ça s'est arrêté vers 20H00 (locales et GMT), et ils ont repris ce matin et maîtrisé les deux camps militaires", selon un habitant joint par téléphone... http://www.la-croix.com/Actualite/S-inf ... -30-783427
Mali: Tuareg erobern Kidal, ECOWAS stellt Junta Ultimatum
Die Tuareg-Rebellen der Azawad-Befreiungsfront (MNLA) haben die strategisch wichtige Stadt Kidal im Nordosten des Landes eingenommen, wie die MNLA aber auch die Junta in Bamako bestätigte.
Knapp eine Woche lang hatten die Tuareg-Kämpfer die 25.000-Einwohner-Stadt belagert, die zwei Armeegarnisonen hätten sich inzwischen ergeben, nachdem der Putsch in der Hauptstadt Bamako keine Entlastung für die eingekesselten malischen Soldaten zugelassen hatte. Die Junta um Hauptmann Amadou Sanogo hatte in Reaktion auf den Fall Kidals um ausländische Militärunterstützung gebeten.... http://www.zenithonline.de/deutsch/home ... um-002755/
Es scheint nun so zu sein, dass der Militaerputsch, der ja eigentlich in der angeblich mangelnden Unterstuetzung der Regierung fuer das Militaer lag, nun zugunsten der Tuareg-Rebellen wirken wuerde. Ein interessante Entwicklung.
Kuno hat geschrieben:Es scheint nun so zu sein, dass der Militaerputsch, der ja eigentlich in der angeblich mangelnden Unterstuetzung der Regierung fuer das Militaer lag, nun zugunsten der Tuareg-Rebellen wirken wuerde. Ein interessante Entwicklung.
So lange die ECOWAS ihre Drohung nicht wahr macht und militärisch eingreift
Unsichere Zeiten sind das....
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Tuareg rebels in Mali have attacked the strategic northern garrison town of Gao with heavy weapons, hours after another town, Kidal, fell to them. Two army helicopters were scrambled in response, a local official told AFP news agency by phone. Gao, with a population of 87,000, more than twice the size of Kidal, hosts one of the biggest garrisons in the north.
Aufständische Tuareg sind am Samstagvormittag in die nordmalische Stadt Gao eingedrungen. Sie verschanzten sich mit schweren Waffen in einer Feuerwache am Stadtrand. Regierungstruppen kontrollierten weiterhin das Zentrum der 90.000 Einwohnerstadt. In der vergangenen Woche hatten die Tuareg bereits Kidal erobert. Damit ist von den drei bedeutenden Ortschaften Nordmalis nur noch Timbuktu uneingeschränkt in der Hand der Zentralregierung... http://de.euronews.com/2012/03/31/tuare ... -gao-fest/
Ok, fehlt noch Timbuktu.
Wo werden die Tuareg aufhören? Ich vermute der Fluss Niger wird die Grenze sein.
Was spricht eigentlich gegen ein eigenes Land für die Tuareg?
Der Norden Malis bietet sich da doch eigentlich an, oder?
Das Land ist groß genug - ähnlich Sudan/Südsudan.
Demnach wird erst kurz vor Mopti Schluß sein. Das Siedlungsgebiet der Touareg soll sich sogar bis in den Norden von Burkina Faso ziehen. Und dann gibts noch ein Interview mit einem Kommandanten der MNLA
der ankündigt, daß sie notfalls bis Bamako oder Kayes gehen werden:
I: Only that we, the Azawadians, the Africans who live in Azawad, we need our liberty, that’s all. Please convey that to the people of Europe. We’ll never stop until we have our independence, even if we have to go to Bamako, or to Kayes. We’ll penetrate that far, just to have our independence. The world mustn’t think that there’s Al Qaeda here with us, and all that stuff. We have absolutely no alliance with Al Qaida, or with any other rebel movement. The only thing that’s important is the liberation of Azawad.
Gegen eine Touareg Staat spricht wohl hauptsächlich, daß das für die Nachbarstaaten der blanke Horror wäre. Die Touareg in Algerien oder Niger werden ja nicht einfach nach Azawad umziehen wollen. Im Südsudan hat es diese großräumige länderübergreifende Stammeszugehörigkeit wohl nicht so gegeben.
Wolfgang 16 hat meiner Meinung nach Recht; die Reaktio der Nachbarstaaten ist massgebend. In Mali hat wohl die derzeitige politische Situation, der Militaerputsch, dazu gefuehrt, dass das Land gegenueber den Ausfstaendischen noch schwaecher ist als zuvor. Wenn man die Karte anschaut, dann beherrschen die Aufstaendischen nun wohl flaechenmaessig einen grossen Teil Malis. Man darf sich aber davon nicht taeuschen lassen - Flaeche bedeuted hier eigentlich nichts, viel wichtiger sind die Strategischen Punkte, die gehalten werden. Ich befuerchte, dass ein weiteres Vordringen der aufstaendischen einerseits eine Fluchtbewegung der Zivilbevoelkerung einleiten und andererseits ein "Unruhigwerden" der Touareg in den Nachbarlaendern verursachen wird. Das fuehrt fast zwangslaeufig dazu, dass die Touareg nicht nur von Mali und seinen Nachbarlaendern als Agressor gesehen werden sondenr die vielgenannte "Weltgemeinschaft" wird das wohl ebenso sehen. Trotz der aktuellen Erfolge / Gebietsgewinne der Aufstaendischen koennte genau das ihren Untergang einlaeuten, weil es wahrscheinlich zu einer konzertierten Gegenreaktion der betroffenen Staaten kommt.
Birgit hat richtig und präzise vorrauskalkuliert. Heute ist es passiert.
Tuareg-Rebellen kreisen Timbuktu ein
01. April 2012 11:21
Der Chef der Militärjunta, Amadou Sanago, wies an die Stadt Gao aufzugeben.
Zuvor bereits wichtige Stadt Gao erobert - Malische Regierung soll vertrieben werden
Bamako - Die Tuareg-Rebellen im Norden Malis gewinnen immer weiter an Boden und wollen nun die Stadt Timbuktu erobern. Timbuktu werde eingekreist, um die in der Stadt verbliebene "politische und militärische Verwaltung" der malischen Regierung zu "vertreiben", erklärte die Nationale Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) am Sonntag in einer im Internet veröffentlichten Erklärung.
Bereits am Samstag hatten die Rebellen die wichtige Stadt Gao im Nordosten des Landes eingenommen. Die MNLA habe die "malische Besetzung der gesamten Region Gao beendet und die Kontrolle über die Stadt Gao übernommen", erklärte die Rebellen-Gruppe. Auch malische Regierungsvertreter bestätigten den Fall der Stadt.