Niger baut Megadamm: Segen oder Katastrophe?

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Alexander
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Niger baut Megadamm: Segen oder Katastrophe?

Beitrag von Alexander »

Der Sahelstaat Niger gehört zu den ärmsten Ländern dieser Erde. Das Land wurde immer wieder von Hungerkatastrophen heimgesucht. Die Niederschläge, welche Ackerbau ermöglichen sollten sind sehr volatil. Daher machte sich das Land 1970 Gedanken darüber, den größten Fluß Westafrikas 160 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Nimay aufzustauen.

Geplant wurde ein 8,4 Kilometer langer und 30 Meter hoher Damm. Nach dem die Finanzierung des Projekts mit dem offiziellen Namen Kandadji Programme for Ecosystem Regeneration and Niger River Development (Programme Kandadji de Régénération des Ecosystèmes et de Mise en Valeur du Fleuve Niger) durch verschiedene arabische Banken und der Weltbank stand, gaben die Finanzies das Go im August 2008. Der Start des Baus verzögerte sich allerdings bis 2012, nachdem die African Development Bank den letzten Kredit genehmigte.

Bild

Die Kosten für den Damm wurden auf 670 Mio US $ geschätzt. Man rechnete mit der Umsiedlung von ca. 15.000 Menschen. Mit dem Bau des Damms wurde die russische Firma Zarubezhvodstroy beauftragt. Diese war in der Ausführung nicht besonders erfolgreich und der Vertrag wurde bereits 2013 wieder aufgelöst.

Zwischenzeitlich stiegen die Kosten auf ca. 1 Mrd. US$, da man u.a. den Aufwand für die Umsiedlung der Menschen unterschätzt hatte. Mindestens 15 Dörfer mit 65.000 Menschen müssen in drei Phasen umgesiedelt werden. Ihre Zukunft ist ungewiss.

Ziel des Dammes war es in Regenezeiten 130 Megawatt und in Trockenzeiten 30 Megawatt zu produzieren und 45.000 Hektar Land zu bewässern. Allerdings gibt es nicht soviel urbares Land, dass sich für den Ackerbau eignet. Tatsächlich wird wertvolles Ackerland durch das angestaute Wasser überflutet.

Zwischenzeitlich gibt es Unstimmigkeiten zwischen der Weltbank und der nigrischen Regierung über den modus operandi der Umsiedlung und Entschädigung der umzusiedelten Farmer, Fischer und sonstigen Nigeranrainer.

Neue Gutachten zeigen, dass eine Änderung der tradtionellen Landwirtschaft wesentlich vorteilhafter gewesen wäre und die Erträge in höherem Ausmaß gesteigert hätte. Zur Elektrizitätsgewinnung hätte man in Solarenergie investieren sollen.

Von verschiedenen Seiten wird die Weltbank für das Disater verantwortlich gemacht. Mit ihrer Erfahrung hätte sie eine bessere Rolle spielen müssen und die Bemühungen Nigers in andere Richtungen lenken müssen.

Niger Dam Could Leave Thousands In The Dust
Kandadji Dam
kandadji_fact_sheet_web.pdf
Bildquelle: http://www.enca.com
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Alexander
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marylin
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Re: Niger baut Megadamm: Segen oder Katastrophe?

Beitrag von marylin »

Alexander hat geschrieben:
Von verschiedenen Seiten wird die Weltbank für das Disater verantwortlich gemacht. Mit ihrer Erfahrung hätte sie eine bessere Rolle spielen müssen und die Bemühungen Nigers in andere Richtungen lenken müssen.
Grüsse
Alexander
Wohl dem, der glaubt die Weltbank hätte irgendein anderes, als ein kapitalistisch-liberales Interesse.
Die Weltbank hat ja z.B. zum grossen Teil Guinea auf dem Gewissen, durch aufgezwungene Kredite für "Privatisierung"
(Insofern also durchaus der Schäuble- Finanz GmbH ähnlich)
Man muß nur schauen, wer da wem die Klinke in die Hand gibt.
Alexander
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Re: Niger baut Megadamm: Segen oder Katastrophe?

Beitrag von Alexander »

marylin hat geschrieben:Wohl dem, der glaubt die Weltbank hätte irgendein anderes, als ein kapitalistisch-liberales Interesse.
Oder sie lernen einfach nicht dazu. Wie meinte ein ehemaliger Direktor des World Bank’s Agriculture and Rural Development Department als er auf Bewässerungsprojekte in Afrika in dieser Größenordnung angesprochen wurde: “only over my dead body.”

Während die Weltbank sich mit den Möglichkeiten befaßt, sich aus dem Niger Projekt zurückzuziehen, begehen sie in Guinea den gleichen Fehler. Mindestens 50.000 Menschen müssen umgesiedelt werden.

Doch der nächste Investor steht schon in der Tür:

Saudi Arabia, Niger sign three bilateral agreements

Dazu will Saudi Arabien in Niger noch Schulen und Brunnen bauen. Welches Interesse haben die Saudis in Niger?

Und es gibt noch weitere Folgen des Megadamms:
There isn’t enough water for the population. We used to get water from neighboring villages, but it’s become salty and undrinkable.”
World Bank’s Kandadji Dam Leaves Niger Communities High and Dry

Grüsse
Alexander
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