Transit Nigeria - eine Querung ganz im Norden

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martin friedl
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Registriert: Mo 13. Mär 2006, 17:34

Transit Nigeria - eine Querung ganz im Norden

Beitrag von martin friedl »

Hallo!

Weil ich's mal angekündigt hatte, hier meine Erfahrungen zur Querung von Nigeria, wo ja jeder mal durch muß am Weg in den Süden (oder Norden).
Gleich vorweg: Hatte größte Bedenken! Daher sind wir ganz im Norden gefahren. Da ich das Entente-Visum hatte, wir vorher im Pendjari waren in Benin, also eh schon weit nördlich, haben wir kurzfristig entschieden erst sogar noch im Niger wegen der dort recht guten Strasse über Dosso, Dogondoutchi bis Maradi zu fahren (ab hier bis zur Grenze ist der Asphalt seeehr mies).
Einreise dann über die Grenze Richtung Kano. Geld zu wechseln noch in Niger haben uns alle geraten, so haben wir es auch gemacht, Kurs entsprach dem im Internet am Vortag ergoogelten, also echt OK.
Grenzeübertritt war unkompliziert, wobei die Nigerianer schon ein bißerl mühsam sind mit ihrer Bürokratie und den seltsamen Listen, die man schon vom Visa-Antrag her kennt. Völlig sinnlose Details müssen da ausgefüllt werden in irgendwelchen Hinterzimmern. Lustig dann wenn man dem Typen erklärt, daß man schwerlich 14 Hotels in seine Liste eintragen kann, weil man 14 Tage im Land bleiben will, das sehen dann sogar die ein, daß ihre Bürokratie Grenzen hat. Daß man nicht sagen kann man schläft im Busch versteht sich von selbst, man muß nämlich sogar die genaue Adresse des Hotels angeben, das man sich vorher aus dem Reiseführer für ebendiesem Zweck rausgesucht hat ;-)
Schlafen im Freien geht glaube ich nicht in das Denkmuster an solchen Grenzen.

Weiter also bis Katsina, wo wir dann wegen Dunkelheit wirklich im Katsina-Hotel geschlafen haben, einem 3-Stern-Komplex für Geschäftsreisende, ganz OK. Hier hab ich mir glaub ich meine Malaria eingefangen, aber ich komme vom Thema ab...

Über allerbeste Strassen mit wenig Verkehr, vernünftiger Fahrweise, intakten, modernen Autos fahren wir über Kano (Querung 1 Stunde, etwas chaotisch, saudreckig) und Maidiguri zur Grenze Fotokol nach Kamerun.
Dauer 3 Tage, wirklich perfekte Strassen, sehr breit, keine Kontrollen, außer unmittelbar nach und vor den Nigeria-Grenzen, diese aber absolut freundlich und korrekt. Nur die letzten 50 km vor der Grenze Fotokol beim Tschadsee ist die Piste ein echter Alptraum, ebenso auf der Kamerunseite etwa 50 km lang, dann auch dort wieder brauchbare Strassen.

Wir haben in Nigeria 2x im Busch geschlafen und haben uns nie unwohl oder unsicher gefühlt. Etwas vorsichtiger waren wir allerdings schon, immer supergut versteckt. Menschen noch um einen Tick herzlicher als in den Nachbarländern ist so ein Kurz-Eindruck.

Nach Abuja mußten wir nicht, nach Ekok wollten wir nicht, weil wir Kamerun von Nord bis Süd durchfahren wollten.

Dies als kleiner Erfahrungsbericht an alle die's verwenden können.

Ach ja, noch was: Ich habe noch NIE ein Land gesehen mit so vielen Tankstellen, oft sind in kleinen Dörfern 12 Tankstellen, manchmal 3 davon Grundstück an Grundstück. Und: Ich habe noch selten so schwer Sprit bekommen. Fast alle Tankstellen sind nämlich geschlossen, ganz wenige haben geöffnet, dort stehen Schlangen bis zu 100 Autos. Das betrifft aber immer nur Benzin. Diesel gibt es noch seltener als Benzin, zum Glück aber nie Warteschlangen davor. Beim Diesel ist das Problem welchen zu finden, wobei alle die keinen führen immer genau wissen, wo es grade welchen gibt, und das hat immer gestimmt. Was eh überall steht: In Nigeria immer auftanken was man kriegen kann! Preise: Benzin 50 Euro-Cent, Diesel 35 Euro-Cent. Billig, aber unbedingt getankt ins Land einreisen, damit man zumindest bis zur übernächsten Stadt kommt!!

Grüße

Martin
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