Auswärtiges Amt hat geschrieben:China
Stand 06.08.2026
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Wetterphänomen „El Niño“)
- Natur und Klima
- Gesundheit (kpl. Überarbeitung)
Aktuelles
Wetterphänomen „El Niño“
Aufgrund des Wetterphänomens „El-Niño“ im Pazifikraum ist derzeit mit Wetterextremen, auch in China zu rechnen. Dies kann, insbesondere in den Sommermonaten, zu häufigeren und heftigeren Wirbelstürmen über die Küstenregionen Chinas hinaus führen. Außerdem können extremer Starkregen und Überschwemmungen sowie anhaltende Hitzewellen nicht ausgeschlossen werden.
- Verfolgen Sie die lokalen Wettervorhersagen und -warnungen mit erhöhter Aufmerksamkeit.
- Vermeiden Sie nicht notwendige Aufenthalte in betroffene Gebiete im Fall einer Unwetterwarnung.
- Achten Sie auf eine angemessene persönliche Vorsorge, siehe auch Natur und Klima.
Natur und Klima
Siehe Aktuelles
Erdbeben und Vulkanausbrüche
Weite Teile Chinas liegen in einer seismisch aktiven Zone, sodass es zu Erdbeben und vulkanischen Aktivitäten kommen kann. In den letzten Jahren ereigneten sich im Südwesten Chinas, insbesondere in der Provinz Sichuan, mehrere starke Erdbeben.
Starkregen und Tropenstürme
Das Klima ist im Norden kontinental, im Süden subtropisch.
In der Regenzeit von Juni bis Oktober kommt es insbesondere in den Berglagen regelmäßig zu heftigen Regenfällen. Diese können lebensbedrohliche Erdrutsche, Sturzfluten an Gebirgsflüssen und großflächige Überschwemmungen auslösen, die auch in flacheren und städtischen Regionen zu erheblichen Beeinträchtigungen der Infrastruktur führen und Verkehrswege unpassierbar machen können. Vor allem von Juni bis Oktober kommt es, vor allem in den Küstengebieten im Süden und Südosten, aber auch darüber hinaus im Norden und Nordosten Chinas, zu Beeinträchtigungen durch Wirbelstürme, die Taifunstärke erreichen können. Dadurch kommt es häufig zu Starkregen, schweren Überschwemmungen und Erdrutschen.
Die Wetterwarnstufen der chinesischen Behörden reichen von blau (niedrigste Gefahrenstufe), über gelb und orange bis hin zu rot (extreme Gefahrenlage). Ab Stufe „orange“ kann es zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, Einschränkungen im Flugverkehr und der Schließung öffentlicher Gebäude (einschließlich der deutschen Auslandsvertretungen) kommen.
- Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden. Aktuelle Warnhinweise der Behörden werden regelmäßig per SMS oder über den chinesischen Kurznachrichtendienst WeChat versendet. Nutzen Sie hierfür die Suchfunktion von WeChat, um offizielle Warnhinweise der jeweiligen Stadt zu erhalten.
- Machen Sie sich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis des Deutschen GeoForschungsZentrums vertraut.
- Halten Sie engen Kontakt zu Ihrer Fluggesellschaft/Reiseveranstalter im Hinblick auf mögliche Änderungen im Flug- bzw. Reiseplan bzw. klären Sie mit Ihrem Reiseveranstalter, ob die beabsichtigte Reiseroute/der Aufenthaltsort aktuell sicher ist (Unwetterwarnung, etc).
- Informieren Sie sich beim chinesischen Wetterdienst sowie in den lokalen Medien (z.B. in der englischsprachigen Zeitung ChinaDaily), in Ihrer Unterkunft oder bei Ortskundigen über die aktuelle Wetterlage und etwaige wetterbedingte Gefahrensituationen. Seien Sie vor allem bei Bergwanderungen besonders vorsichtig.
- Informieren Sie sich ggf. beim chinesischen Wetterdienst über die aktuellen Wetterverhältnisse und aktuelle Taifunwarnungen.
- Beachten Sie die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland bzw. die Hinweise des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Fall einer Sturmwarnung.
Gesundheit
Impfschutz
- Pflichtimpfungen
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder Aufenthalt von mehr als 12 Stunden im Transit eines Gelbfiebergebiets müssen alle Personen ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
- Reiseimpfungen
Es ist eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen. Nach individueller Indikation sind Impfungen gegen Chikungunyafieber, Denguefieber, FSME, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und Tollwut angeraten.
- Standardimpfungen
Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO auf aktuellem Stand befinden. Insbesondere sollte ein adäquater Impfschutz gegen Masern sichergestellt sein.
Medizinische Versorgung
In China gibt es kein System niedergelassener Ärzte. Die Krankenversorgung konzentriert sich daher auf die Krankenhäuser. In großen Städten finden sich sehr große Klinikzentren mit modernster Ausstattung, wohingegen auf dem Land die Versorgung sehr einfach sein kann. Die Hygiene kann nicht europäischen Vorstellungen entsprechen.
Das Hauptproblem der medizinischen Versorgung stellt für Ausländer die Sprachbarriere und die andere medizinische Kultur dar. Eine Verständigung ohne chinesische Sprachkenntnisse kann sich mangels Englisch sprechenden medizinischen Personals sehr schwierig gestalten.
- Lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende reisemedizinische Praxen und Impfstellen sind u.a. über die DTG zu finden.
- Nehmen Sie eine Reiseapotheke sowie regelmäßig einzunehmende Medikamente mit. Lassen Sie sich für die Einreise ggf. die Notwendigkeit ärztlich auf Englisch bescheinigen.
- Schließen Sie eine Reisekrankenversicherung und medizinische Evakuierungsversicherung ab.
Durch Mücken, Zecken und sonstige Gliederfüßer übertragene Erkrankungen
In den vergangenen Jahren kam es vereinzelt zu Ausbrüchen von
Chikungunyafieber insbesondere im Süden des Landes.
Denguefieber kann in den südlichen Küstenregionen und Landesteilen (Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan, Yunnan) übertragen werden. In Hongkong sind sporadische Fälle aufgetreten, das Risiko ist jedoch gering. Ein Risiko für
Japanische Enzephalitis liegt vor allem in ländlichen Regionen, in Feuchtgebieten und in der Nähe von Reisanbau oder Schweinezucht vor. Die Erkrankung kommt in den meisten Provinzen Chinas vor, tritt jedoch am häufigsten in den östlichen und südwestlichen Regionen auf. Hauptübertragungszeiten liegen zwischen April und Oktober, variieren aber je nach Region. Auch
Leishmaniose,
lymphatische Filariosen und
West-Nil-Fieber können eine Rolle spielen.
- Schützen Sie sich tags und nachts konsequent vor Mückenstichen. Benutzen Sie regelmäßig Mückenschutzmittel und tragen entsprechende Kleidung. Verwenden Sie nachts Bettnetze, siehe Schutz vor Insekten.
- Es gibt Impfungen gegen Chikungunyafieber, Denguefieber und Japanische Enzephalitis. Lassen Sie sich bzgl. Ihres persönlichen Risikos beraten.
- Bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Malariarisiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung mit Möglichkeit zur Malariadiagnostik und -therapie entfernt sind, ist die Mitnahme von entsprechenden Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und
Krim-Kongo-Fieber (lokal Xinjiang Hämorrhagisches Fieber) werden durch Zecken übertragen. FSME kommt vorrangig in waldigen Gebieten im Nordosten Chinas vor. Im Südwesten Chinas kann Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber auftreten.
- Schützen Sie sich bei naturnahen Aufenthalten im Freien vor Zecken. Suchen Sie Ihren Körper nach dem Aufenthalt im Freien sorgfältig ab, siehe Schutz vor Insekten.
- Lassen Sie sich bei Reisen in FSME-Risikogebiete mit vermehrtem Aufenthalt im Freien hinsichtlich einer FSME-Impfung beraten.
Die
Pest ist eine durch den Rattenfloh übertragene bakterielle Erkrankung, die bei rechtzeitiger Diagnosestellung gut behandelt werden kann. Die Infektion kommt in Nord- und Westchina sowie der angrenzenden Mongolei natürlich in der Nagetierpopulation vor. In diesen Gebieten treten wiederholt Einzelfällen von Pest auf.
Erkrankungen im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene
Insbesondere durch mangelnde Trinkwasser-, Lebensmittel und Handhygiene können Erkrankungen auftreten, die oft mit Durchfällen einhergehen. Häufig treten unbestimmte Reisedurchfälle auf. In China kommen multiresistente Salmonellen vor. Bestimmte Viruserkrankungen der Leber
(Virushepatitis A und E) treten auch bei Reisenden auf.
- Beachten Sie unsere grundlegenden Hygienehinweise.
- Lassen Sie sich hinsichtlich einer Hepatitis A-Impfung beraten.
Mensch-zu-Mensch-übertragene Erkrankungen
Hand-, Fuß-, Mundkrankheit (HFMD) ist endemisch mit wiederkehrenden Ausbrüchen vor allem in ländlichen Regionen. Die Krankheit ist hoch ansteckend, betroffen sind vorwiegend Kleinkinder (Ausbrüche in Kindergärten) und Personen aus sozial schwachen Schichten. Erreger sind Enteroviren. Vor allem Enteroviren 71 können zu schweren Verläufen führen.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit Erkrankten. Achten Sie insbesondere auf eine gute Handhygiene.
HIV-Infektionen,
Mpox und bestimmte Lebererkrankungen
(Virushepatitis B, C und D) können durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Die Übertragung ist prinzipiell auch durch Drogenkonsum mit unsauberen Spritzen oder Kanülen, Tätowierungen und Bluttransfusionen möglich.
- Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Hepatitis B-Impfung ärztlich beraten.
- Es gibt keine Reiseimpfempfehlung zum Schutz vor Mpox. Lassen Sie sich unabhängig von einer Reise bzgl. einer Mpox-Impfung ärztlich beraten, wenn Sie die Kriterien der STIKO für eine Impfung erfüllen.
Durch Tierkontakt übertragene Erkrankungen
Hantavirus-Infektionen und
Leptospirose werden durch Kontakt mit infektiösen Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Eine Ansteckung mit
Tollwut erfolgt vorrangig über Hunde. Fallzahlen sind besonders in ländlichen und südlichen Landesteilen (Guangxi, Guizhou, Guangdong, Sichuan und Hunan) höher.
Vogelgrippe kann durch Kontakt zu Vögeln und Geflügel übertragen werden. Selten treten vereinzelte Erkrankungen beim Menschen mit engem Kontakt zu Geflügel auf. Vor allem in ländlichen Regionen im Süden, Südwesten und Osten des Landes können Giftschlangen vorkommen.
- Meiden Sie grundsätzlich den Kontakt zu Tieren und deren Ausscheidungen.
- Meiden Sie den Kontakt zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern, da diese mit Urin von Nagetieren verunreinigt sein können.
- Vermeiden Sie Verzehr von Fleischgerichten unklaren Ursprungs und rohen tierischen Produkten.
- Vermeiden Sie den Besuch von Geflügelmärkten, den Kontakt zu lebendem Geflügel und deren Ausscheidungen und die eigene Zubereitung von frischen Geflügelprodukten. Entsprechende Produkte sollten nur gut durchgegart gegessen werden.
- Bitte beachten Sie die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlichte Information Hinweise an Reisende zur Vogelgrippe.
- Sollten Sie von einem Hund oder einer Giftschlange gebissen werden, begeben Sie sich umgehend in ärztliche Betreuung.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Tollwutimpfung beraten. Beachten Sie, dass Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline nicht oder nur sehr begrenzt im Land erhältlich sein können.
- Beachten Sie unsere Hinweise zu Schlangenbissen.
Weitere Gesundheitsgefahren
Schistosomiasis ist eine Wurmerkrankung, die auch bei geringem Kontakt mit Süßwasser übertragen werden kann. Auch in fließenden Gewässern kann Schistosoma übertragen werden. Die Gefahr der Übertragung besteht insbesondere in den zentralen und östlichen Landesteilen, vor allem entlang des Yangtze, regional im mittleren Südwesten (Anhui, Hubei, Hunan, Jiangxi, Sichuan, Yunnan, Zhejiang).
- Sehen Sie vom Baden und Schwimmen in Binnengewässern ab.
Insbesondere in großen Städten kann es durch Luftverschmutzung zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. In den Ballungszentren Chinas sind hohe bis sehr hohe Luftverschmutzungen besonders in den Wintermonaten häufig. Die Behörden haben in den letzten Jahren allerdings erhebliche Maßnahmen erfolgreich eingesetzt, um die Luftbelastung zu verbessern.
Intensive Sonneneinstrahlung kann zu kurz- und langfristigen Haut- und Augenschäden führen.
- Informieren Sie sich z.B. über die App SunSmart über notwendige Sonnenschutzmaßnahmen.
Reisen ans Meer in Verbindung mit Schwimmen und Wassersport können mit besonderen Gefahren verbunden sein. Durch Tierkot verunreinigte Strände bergen ein Infektionsrisiko für parasitäre Hauterkrankungen wie z.B. Wurminfektionen.
- Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
- Machen Sie sich vor einem Tauchurlaub mit den grundlegenden Gefahren des Sporttauchens vertraut und lassen Sie sich vor Reiseantritt tauchmedizinisch beraten und untersuchen. Beachten Sie unsere Informationen zum Tauchen.
- Suchen Sie einen Arzt/eine Ärztin auf und weisen Sie auf den Aufenthalt in China hin, falls Sie bei Reisen aus betroffenen Gebieten innerhalb von 10 Tagen nach Rückkehr Atemwegsbeschwerden und Fieber entwickeln.
Auch China ist ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen, die in große Höhen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht für eine stufenweise Höhenanpassung. Verschiedene Formen von akuter Höhenkrankheit sind möglich, siehe Höhenkrankheit.
- Beachten Sie unsere Informationen zur Höhenkrankheit.