Auswärtiges AmtAuswärtiges Amt hat geschrieben:Äthiopien
Stand 09.10.2026
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Aktuelle militärische Auseinandersetzungen; Sicherheitslage)
Aktuelles
Aktuelle militärische Auseinandersetzungen
Am 22. September 2026 brachen im Regionalstaat Tigray sowie in angrenzenden Gebieten in den Regionalstaaten Amhara und Afar schwere Kampfhandlungen aus. Der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen liegt aktuell im Nordosten von Tigray. Es kommt zum Einsatz von Drohnen. Der Flugverkehr zu allen Flugplätzen in Tigray (Mekelle, Axum und Shire) sowie nach Lalibela wurde ausgesetzt. Telefon- und Internetverbindungen sind in den von Kampfhandlungen betroffenen Gebieten unterbrochen.
Angesichts der Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea im Zuge des Konflikts haben die beiden Staaten am 1. Oktober ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Äthiopien wirft Eritrea vor, militärisch in den Konflikt in Nord-Äthiopien einzugreifen.
Die Lage ist hoch volatil; eine Ausweitung des Kampfgeschehens kann nicht ausgeschlossen werden, siehe auch Innenpolitische Lage.
Am 30. September 2026 wurde ein unbefristetes Verbot für alle Drohnenflüge in der Hauptstadt sowie in umliegenden Gebieten erlassen. Verstöße werden strafrechtlich verfolgt. Berichten nach kam es in der Hauptstadt Addis Abeba vereinzelt zu Angriffen mit Drohnen auf Militäreinrichtungen; diese Meldungen wurden bisher nicht offiziell bestätigt.
Sicherheitslage
Die Lage im Norden Äthiopiens bleibt geprägt von Kampfhandlungen, insb. in den Regionalstaaten Tigray und Amhara sowie den angrenzenden Gebieten, siehe Sicherheit – Innenpolitische Lage. Eine Ausweitung der Kampfhandlungen in Nord-Äthiopien ist jederzeit möglich, einschließlich des Risikos, dass es kurzfristig zu schweren Beeinträchtigungen der Ausreisemöglichkeiten, wie die Schließung des Luftraums oder Stornierung der Flugverbindungen in der gesamten Region Tigray, kommen kann.
In Amhara kommt es seit Jahren immer wieder zu Kampfhandlungen zwischen Sicherheitskräften der äthiopischen Bundesregierung und lokalen Milizen. Vor Reisen in die Region Amhara wird daher gewarnt.
Auch in zahlreichen anderen Gebieten des Landes kommt es gelegentlich zu gewaltsamen Protesten und bewaffneten Auseinandersetzungen.
- Beachten Sie die geltende Teilreisewarnung und den Sicherheitshinweis.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind. Ergänzen Sie diese bei Bedarf.
- Reisen Sie nicht in von Kampfhandlungen betroffene Gebiete. Falls es unerwartet zu Kampfhandlungen kommt und Sie sich gerade in einem solchen Bereich aufhalten, seien Sie vorsichtig, begeben Sie sich an einen geschützten Ort und bleiben Sie dort, bis Sie ihn sicher verlassen können.
- Nehmen Sie Hinweise auf oder Warnungen vor Drohnenschlägen ernst und suchen Sie bei hörbaren Explosionen umgehend das Innere eines Gebäudes auf; halten Sie sich von Fenstern fern.
- Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte.
- Informieren Sie sich auf der Website von Ethiopian Airlines darüber, welche Flughäfen in der jeweiligen Region derzeit noch angeflogen werden.
- Vermeiden Sie Überlandfahrten, besonders nach Einbruch der Dunkelheit; nutzen Sie für unbedingt notwendige Reisen soweit wie möglich Inlandsflüge.
- Rechnen Sie vermehrt mit Kontrollen („Checkpoints“) durch Armee, Milizen Sicherheitskräfte und Lokalbevölkerung im Land und in Städten, auch in der Hauptstadt Addis Abeba.
- Halten Sie stets ein gültiges Ausweispapier bereit.
- Laden Sie Mobiltelefone sowie andere Kommunikationsmittel und verfügbare externe Batterien immer voll auf, wenn Sie Zugang zu Strom haben.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig. Dies gilt auch für religiöse Massenveranstaltungen, bei denen es in jüngerer Vergangenheit auch zu Gewalttätigkeiten kam.
Siehe auch
Gruß
Birgitt




