Aber man sollte unterscheiden zwischen Menschen die unverschuldet in solch eine
Lage geraten und Leuten die sich wissentlich in Gefahr begeben.
Hallo Rainer,
unverschuldet gerät jedes Opfer eines Verbrechens in die entsprechende Lage. Schuld laden die Täter auf sich, nicht die Opfer.
Was mich an der Sache immer noch aufregt – und das gilt auch für andere Entführungen – ist die Tatsache, dass Ihr damals zu den Sündenböcken gemacht wurdet. Es mag subjektiv sein, aber ich glaube, dass seit dem Entführungsopfern mehr Wut und Häme entgegenschlägt als den Tätern. Dass Ihr unverschuldet in Not geraten seid, hat man euch nie zugestanden.
Was mich aufregt ist, dass man auf politischer Ebene zwar bereit ist zu zahlen, aber nicht dazu steht und anschließend die Opfer benutzt um den Zorn derjenigen die um ihre Steuern jammern (am lautesten wahrscheinlich diejenigen die eher auf der Nehmer- als der Geberseite stehen) auf die Opfer abzuwälzen.
Wenn ein Staat die Verantwortung hat oder beansprucht seine Bürger freizukaufen, dann muss es auch ein Konzept geben wie man das in Zukunft verhindert.
Mit Reisewarnungen ist es aber allein nicht getan. Dass es nicht reicht der Gefahr aus dem Weg zu gehen hat der Fall Chrobog gezeigt. Er ist wahrlich ein Insider. 2005 wurde er nachdem er die 2003 Entführten als verantwortungslos bezeichnet hatte selbst im Jemen entführt. Er hat sich auch sicher gefühlt.
Ich bin kein Gegner davon zu zahlen, solange man dazu steht und bereit ist anschließend alles zu tun, um den Tätern und anderen potentiellen Nachahmern die Lust auf eine Wiederholung nachhaltig zu verleiden, und zwar notfalls mit demonstrativ brutaler Gewalt. Es darf in der Summe kein Erfolg sein.
Viele Grüße
Wolfgang
EDIT: Er heißt Chrobog, nicht Chroburg.