Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Wir waren jetzt in unserem seetauglichen "Wachen System".
Wir teilten die Crew in zwei Wachen mit jeweils vier Leuten auf und versuchten; die Erfahrenen von uns darin aufzuteilen.

Phillip hat sich für ein System mit drei vierstündigen Wachen von acht bis 20 Uhr und zwei sechsstündige Wachen von 20 bis 8 Uhr entschieden. Das war auch das System, welches wir bei der Borobudur benutzen-
und ich hasste es.

Denn es bedeute insgesamt fünf Wachen am Tag und so musst Du jeden Tag Deine Wach- und Arbeitszeiten ändern. Mein Körper arbeitet auf diese Weise jedoch nicht und kämpfte darum, einigermaßen ausgeruht zu sein.

Tagsüber hatten wir ruhige Segelverhältnisse und wir fuhren ungefähr fünf Knoten. Am frühen Abend begann der Wind aufzufrischen.
Nach dem Essen, um 20 Uhr, verschlug mich meine Wache an Deck. Der Wind hatte sich auf 25 Knoten verstärkt.

Kurz nach Wachanfang kam das Schiff 50 Grad vom Kurs ab und das Segel bewegte sich rückwärts.
Ich war mittschiffs und wusch das Geschirr, als ich Phillip meinen Namen vom Achterdeck brüllen hörte.

Zwei waren am Steuerbordruder, aber sie konnten es nicht bewegen, da es zu starr war und zuviel Druck darauf lastete.
Ich lehnte mich gegen die Pinne (der lange Hebel mit dem das Ruder bedient wird) um zu helfen-
aber ich hörte es nur knacken.

Zu der Zeit waren schon alle Hände an Deck. Einer bemannte das Backbordruder und versuchte zu helfen das Schiff zu drehen.
Das Backbordruder sprang aus der Halterung.

Außerstande das Schiff zu drehen, wandten wir uns dem Segel zu.
Wir schafften das Segel an Deck und senkten die Rah bis zur Deckskante.
Das Schiff lag nun mit der Breitseite gegen die Wellen und schlingerte mächtig. Zwei aus der Crew brachten den Seeanker an Deck und warfen ihn von einer der Achterdeckstützen ab, was nun das Heck gegen Wellen und Wind stellte.
Dann kämpfen wir alle damit, das Backbordruder an Deck zu bekommen. Es war ein schweres Biest, ein paar hundert Pfund und es war heikel und gefährlich es in der Dunkelheit zu tun, während das Schiff in drei Meter hohen Wellen stampfte.

Als das erledigt war, bemannten wir das Steuerbordruder und drifteten langsam gegen den Wind- mit ca. einem Knoten und wir zogen den Seeanker mit.
Ich ging wieder runter, um den Abwasch fertig zu machen, als eine größere Welle uns stieß und den Steuerbordruderblock von der Ruderbank riss.
Also „flatterte“ auch dieses Ruder jetzt nutzlos herum und es wurde an Deck gezogen.

Wir drifteten jetzt also völlig ruderlos auf dem Roten Meer-
bei Windstärke 5 bis 6-
unsere erste echte Expeditionsnacht!

Ich habe in mein Tagebuch geschrieben, dass ich uns vielleicht verhext hatte, da ich an diesem Tag zu Hause anrief und meiner Mutter sagte dass alles bestens war.


Grüße
Eric
Wenn der Wind des Wandels weht,
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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We kept one person on watch through the night. Three of our eight crewmembers were seasick. In the morning we saw that we were bearing down on an oil rig. We raised the yard a metre or so which altered our course enough to safely clear the rig. The sun came out and while still quite breezy, it wasn’t bad conditions. John celebrated his 23rd birthday and commented that even without a cake it would be a memorable birthday!

Philip had contacted Falmouth Coast Guard in the UK and they had relayed our situation to the Egyptian Coast Guard. We exchanged messages with the coast guard through an intermediary ship and learned that a tug was on its way to help us. About a mile away I saw our starboard rudder block drift across our stern.

At 1430 the huge ocean going tug “Ocean Aswan” arrived. They circled around us negotiating a price, which could have been anything. We were in no position to bargain! In the end they decided to tow us in exchange for a good mention on the expedition’s website! Incredible. They also agreed to pick up our valuable sea anchor, as we had no way of retrieving it ourselves.

Once they had picked up the sea anchor we fastened the towrope onto the Samson post and the tug took off. We were getting towed at a speed of 6 or 7 knots and the ship was jumping all over like a broncing bull. They towed us to the anchorage at Ra’s Abu Zanimah, on the Sinai side of the Red sea. We were there about 2000 hours and it was a great relief to be in calm water again.

Now my dilemma was how to fix the rudders.

regards
Eric
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Wir behielten eine Person zur Wache an Deck in dieser Nacht.
Drei der acht Crewmitglieder waren seekrank.

Am Morgen sahen wir dann, dass wir direkten Kurs auf eine Bohrinseln hielten.

Wir hissten die Rah zirka einen Meter, was den Kurs ausreichend veränderte, um zunächst in Sicherheit die Takelage zu sortieren.
Die Sonne kam heraus- und obwohl es noch sehr windig war, waren es keine schlechten Verhältnisse.
John feierte seinen 23 Geburtstag und meinte, dass es wohl auch ohne Kuchen ein erinnerungswürdiger Geburtstag sei!

Phillip hatte die Falmouth Coast Guard in Großbritannien verständigt, welche unsere Situation dann wiederum der ägyptischen Küstenwache erklärte.
Wir tauschten Nachrichten über ein drittes Schiff aus und erfuhren, dass ein Schlepper unterwegs sei um uns zu helfen.

Ich betrachtete unseren Steuerbordruderblock, der ungefähr eine Meile entfernt am Heck vorbei dümpeln.

Um 14.30 Uhr kam das riesige Schleppschiff „Ocean Aswan“ an.
Sie kreisten um uns und verhandelten zunächst mal um einen Preis- so als ob garnichts besonderes wäre.
Wir waren nicht in der Situation zu feilschen!
Letzten Endes zogen sie uns dann gegen eine freundliche Erwähnung auf unserer Website!
Unglaublich.

Sie waren dann auch noch einverstanden, unseren Seeanker einzuholen. Wir hatten keine Möglichkeit, dies selber zu tun.

Nachdem sie den Seeanker eingesammelt hatten, befestigten wir das Abschleppseil am "Samson-Posten" und der Schlepper fuhr los.
Wir wurden mit einer Geschwindigkeit von sechs oder sieben Knoten gezogen und das Schiff sprang wild umher wie ein Rodeo Bulle.
Sie zogen uns zum Ankerplatz bei Ra’s Abu Zanimah- auf der Sinaiseite des Roten Meeres.
Es war 20.00 Uhr und es war eine große Erleichterung, endlich wieder in ruhigem Gewässer zu sein.

Nun war mein Problem nur noch die erneute Befestigung der beiden Ruder.

Gruß
Eric
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Immer noch nichts Neues im Blog der Phoenicia-
sie liegt seit einer Woche vor Anker...
OHNE einen einzigen Eintrag.
Obwohl gerade jetzt sowohl die Zeit als auch die Lust da sein könnte, zwei oder drei Sätze zu schreiben...

Nun will ich keineswegs spekulieren-
aber niemandem dürften ein paar Dinge entgangen sein, die nachdenklich machen.

Von Anfang an war die Phoenicia für eine Besatzung von 16 Personen ausgelegt.
Mit Mühe und Not sind es real acht Personen.
Eric hat darauf hingewiesen, wie verdammt schwer es ist, mit acht Leuten schnell genug zu reagieren, die entsprechenden Gewichte zu bewegen etc.

Erst recht, wenn noch drei Leute gleichzeitig seekrank sind.

Auf dieser letzten Etappe wurden Männer aus Indonesien eingeflogen, die z.T. auch auf der Borobudur dabei waren.
In Oman wurden Einheimische verpflichtet...

Mit persönlich fällt folgendes auf:
Die Leute an Bord geben offensichtlich ihr Letztes, um die Expedition am Laufen zu halten. Die Öffentlichkeitsarbeit- also der Blog- wird ebenfalls von ihnen gestaltet.

Auf der Website der Expedition sieht man die Unterteilung von
Crewmitgliedern
und
Teammitgliedern.

Hinter diesen Teammitgliedern findet man eine Menge Leute im "Anzug"
Bestimmt wichtige Leute!
Was tun die eigentlich, frage ich mich...

Nehmen wir nur die PR für die Crew- die Acquisition neuer Leute für die Besatzung. Was passiert da?
Es war auch wieder Philip Beale, der vor einigen Wochen darauf hingewiesen hat, dass in Tansania noch Leute gesucht werden, um die nächste Etappe mitzumachen...

Wie gesagt- ich denke nur etwas nach....

Und frage mich dabei, ob hier irgendwie der Klassiker bei so vielen Gemeinschaftsprojekten zum Tragen kommt:

Einige Leute bringen sich deutlich ein, leisten etwas...
und dahinter stehen ein paar Figuren, die sich freuen und wichtig fühlen, wenn ihr Gesicht mal zu sehen ist, sie mal kurz was total Schlaues (meist völlig sinnfrei!) in die Menge blöken dürfen und ansonsten...

So oder so, ich bin auch gespannt, mit welcher Besatzung die Phoenicia die nächste Etappe angehen wird!

Gruß
Micha
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Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

Gue Fragen...

...vielleicht haben sie einfach mal genung fuer den Moment. Vom Projekt und voneinader...
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi Kuno,

eben!

Nach dieser verdammt langen und sicherlich nervenaufreibenden Tour wäre selbst die heftigeste Variante-
alle stieben auseinander, wollen sich nie wieder sehen, lach...
sicherlich möglich.

Grundsätzlich meine ich, dass die Probleme mit dem Schiff offensichtlich besser/kleiner geworden sind-
aber in der laufenden Besetzung mit zahlenmäßig und erfahrenen Besatzungsmitgliedern...
ich vermute, da hapert es ein wenig!

Nick hat soeben auch noch was geschrieben- habs noch nicht gelesen...

bis nachher
Gruß
micha
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

@ all- Wüschi- Member und Gäste

die Bedingungen zur Teilnahme an einer Etappe der Afrika- Umrundung sind
NICHT
allzu anspruchsvoll!

Falls also einer von Euch Zeit und Lust hat UND folgende Bedingungen erfüllt:

* Age 17 - 60
* Medically and physically fit
* A strong swimmer
* Good command of English
* Adventurous and motivated
* Interested in maritime affairs, sailing experience preferred but not essential in every case

* A team player who can work under difficult and trying conditions
* An individual who will benefit from, what will potentially be, a life changing experience

* A willingness to assist the Phoenicia team with their PR activities
* To be an ambassador for yourself, Phoenicia, the expedition sponsors and your country.


dann los!!!

Hier gibt es den Antrag zur Teilnahme- die sogenannte
Phoenicia Crew Application:

http://www.phoenicia.org.uk/inspiring-the-crew.htm

Immerhin könnten wir uns dann die Übersetzung sparen, wenn einer von Euch hier schreibt!

Und es ist verdammt kalt bei uns, oder?

Gruß
Micha
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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About Eric´s report:

Hi wuestenschiff- members/ guest

Very interesting. More information about the problems with the rudders than the blog supplied. The projecting timbers that the rudders secure to were not as big, or as long, as they were specified to be. No satisfactory rudder mounting was devised until the Indonesians joined the crew in Sudan and added two extra rudder mounting beams.

In a Facebook chat with Abdul Aziz yesterday I learned that the steering is still problematic-
probably because a third rudder on the sternpost was added when the motor was fitted. With three rudders there is too much grip in the water at the stern so the ship always wants to turn downwind and tends to go sideways rather than forwards with the wind on the beam.

A small addition to Eric's account. Julia Rouse should get a special mention for her part in setting up the rigging. She learned fast, was hard working, and much more agile aloft than anyone else.

Merry Christmas,
Nick
Zuletzt geändert von mikepiller am Sa 19. Dez 2009, 15:57, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Zu Eric´s Bericht:

Hallo Mitglieder/ Leser im Wuestenschiff,

Sehr interessant.
Mehr Informationen als der Blog liefert.
Die vorhergesehenen Holzstämme zur Sicherung der Ruder waren nicht so dick oder so lang wie sie sein sollten.
Auch war keine zufriedenstellende Ruderbefestigung entwickelt-
bis die Indonesier sich dann im Sudan der Crew anschlossen und zwei weitere Ruder Befestigungsbalken anbrachten.

Beim gestrigen Facebookchat mit Abdul Aziz erfuhr ich, dass die Steuerung immer noch ein Problem ist.
Vermutlich, weil noch ein drittes Ruder am Achtersteven installiert wurde, als man den Motor installierte.

Mit drei Rudern ist zuviel Abdrift von Achtern- so dass das Schiff sich immer gegen den Wind drehen möchte und dazu neigt, mehr seitwärts als vorwärts mit dem Wind zu segeln.

Eine kleine Ergänzung zu Erics Beitrag:
Julia Rouse sollte eine besondere Erwähnung für ihren Teil des Takelageaufbaus bekommen. Sie lernte schnell, arbeitete hart und geschickter dort oben als jeder andere.

Frohe Weihnachten,
Nick Burningham


- - -




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Dies ist Julia, sie kommt aus England-
es gibt leider keine weiteren Informationen über sie auf der Website der Phoenicia-
aber mal sehen...

Sie hat nicht nur- wie Nick erwähnt- maßgeblich in der Endphase mitgewirkt, um die Phoenicia startklar zu machen.
Sie hat auch die erste Etappe von Award über Port Said bis nach Port Berenice mitgemacht.
Zuletzt geändert von mikepiller am Sa 19. Dez 2009, 12:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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In the morning we had a crew meeting. Two crewmembers felt that the metal retaining brackets that I had had made in Port Said to help secure the rudders wouldn’t be strong enough. I had had them made out of metal rod, and it was suggested that they be replaced with brackets made of 10 cm. by 1 cm. flat bar. I agreed. Also, people talked about the dangerous situation that we had been in yesterday and some said they wouldn’t carry on until the rudder situation was fixed. Should the expedition be delayed a year? Philip said he would consider that possibility.

We all then went around the ship tidying up. It was discovered that our violent tow of last night had actually pulled the outer part of the stem post slightly away from the main stem post. We readied the storm sail and a carpenter and metalworker were brought on board. I described to the metalworker the brackets that we wanted for the rudders and the carpenter looked at how to secure the stem post.

For dinner we made a big brownie for a belated birthday for John. That night I lay awake in my bunk sweating andwondering what I would do if the expedition was put back a year. The Omo River? Find a job? Return to coaching? Rejoin the expedition? Travel in Egypt and Yemen?

The next morning I learned how to bake bread. People talked of what they were going to do if the expedition ended there. We continued maintenance through the day and in the late afternoon our metal brackets arrived on board, along with the carpenter crew and some fresh fruit and vegetables. The carpenters worked late into the night drilling through the stem post and fixing the two parts together with threaded steel rods.

On day two at anchor we fixed the new metal retaining brackets onto both rudder stocks and continued to prep the storm sail. The storm sail was much smaller than the main sail and would be much easier for a crew of eight to handle.

After three days we were ready to resume the voyage. We hadn’t been allowed ashore as we had no entry visas for Egypt anymore. There wasn’t really much to see there anyway, I think.

We weighed anchor on the morning of September 10 and sailed off under slight winds and sunny skies.


regards
Eric
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Am nächsten Morgen hatten wir ein Crewmeeting.

Zwei Leute bemängelten, dass die Metallklammern-
die ich in Port Said gemacht hatte, um die Ruder zu befestigen-
nicht stark genug sein würden.

Ich hatte sie aus einer Metallstange gebaut und es wurde vorgeschlagen, sie durch Klammern aus einem 10cm mal 1cm flachen Stab zu ersetzen. Ich war einverstanden.
Man sprach ebenfalls über die gefährliche Situation am Tag davor und einige sagten, dass sie nicht weiter wollten, bevor die Ruder sicher waren.

Sollte die Expedition um ein Jahr verschoben werden?
Phillip meinte, er wolle über diese Möglichkeit nachdenken.

Wir verteilten uns auf dem Schiff und räumten auf.
Es wurde entdeckt, dass unsere heftige Abschleppaktion der letzten Nacht den äußeren Vordersteven- Pfosten seitlich vom Haupt-Vorstevenpfosten gezogen hatte.

Wir bereiteten das Sturmsegel vor und ein Zimmermann und ein Metallarbeiter wurden an Bord gebracht. Ich beschrieb dem Metallarbeiter, was für Klammern wir für die Ruder wollten und der Zimmermann überlegte wie man den Vorstevenpfosten sicher konnte.

Für das Abendessen machten wir einen großen Brownie für Johns verzögerten Geburtstag.

In dieser Nacht lag ich schwitzend in meiner Koje und machte mir Gedanken, was ich tun würde falls die Expedition um ein Jahr verschoben würde.

Den Omo Fluss in Äthiopien?
http://de.wikipedia.org/wiki/Omo_%28Fluss%29

Einen Job suchen?
Wieder coachen?
Die Expedition weiter begleiten?
Durch Ägypten und Jemen reisen?

Am nächsten Morgen lernte ich Brot backen.
Phillip und wir redeten darüber, was wir machen würden, wenn die Expedition hier endete.

Tagsüber räumten wir weiter auf und am späten Nachmittag kamen die Metallklammern an Bord- zusammen mit der Zimmermannscrew und frischen Früchten und Gemüse.
Die Zimmermänner arbeiteten weit in die Nacht hinein und durchbohrten den Stevenpfosten und befestigten die beiden Teile mit Metallstangen.

Am Tag zwei vor Anker befestigten wir die neuen Metallklammern an beiden Rudern und bereiteten immer noch das Sturmsegel vor.
Das Sturmsegel war viel kleiner als das Hauptsegel und würde für eine achtköpfige Crew einfacher zu handhaben sein.

Nach drei Tagen waren wir bereit, die Reise fortzusetzen. Wir hatten nicht an Land gedurft, da wir keine ägyptischen Visa mehr hatten.
Ich denke es gab sowieso nicht viel zu sehen.

Wir lichteten den Anker am Morgen des 10 Septembers und segelten unter leichten Winden und sonnigem Himmel davon.

regards
Eric
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Approved by the Royal Geographical Society
(with the Institute of British Geographers)

The Well House
Chydyok Road,
East Chaldon
Dorset, DT2 8DN
United Kingdom

PRESS RELEASE
FOR IMMEDIATE RELEASE

- Starts –

PHOENICIA REACHES EAST AFRICA

Phoenicia, a sailing expedition which is to recreating the first circumnavigation of Africa in a replica Phoenician ship from 600 BC, has successfully completed one of the key legs of the voyage
from Salalah to Mayotte, Comoros Islands, in East Africa.

The voyage took 47 days and covered over 3000 miles at sea.
The voyage took longer than originally planned with the vessel having to sail within 200 miles of the Chagos islands in the middle of the Indian Ocean to avoid a Somali piracy group operating to the north east of the Seychelles.

The crew of Phoenicia on this leg included five members of the Royal Oman Navy.
Other members of the crew include three Indonesians, a Swede, a Brazilian and British Captain Philip Beale.

The next leg of the voyage will be from Mayotte to Beira and will commence on the 16th December 2009 for the continuation of the voyage.

For further information visit
www.phoenicia.org.uk.

- Ends -






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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Nun sind sie wieder unterwegs-
Richtung Beira/ Mozambique

kein neuer Blogeintrag.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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We had new watch groups as it had been suggested to Philip to that my watch was inexperienced.
I had been demoted as watch leader after two sailing watches. It hurt, as I always wanted to be a mate, and I was disappointed, but I know that I do not have the experience to be a watch leader.
I am an engineer by trade, and only a closet navigator. I had hoped to be able to grow into the role, but it was a baptism by fire.

The weather continued to be fair for three days of beautiful sailing! We got into our sea routine. We had breakfast at 0800, lunch at 1200 and dinner at 2000. The watch on deck prepared the meals, and the watch coming on duty washed the dishes. The small chores continued to be done on deck.

The biggest challenge was to keep pumping the bilge by hand.
The ship had been ballasted with metal plates and bags of small stones. Some of these bags had broken and the stones sloshed around in the bilge.
Our electric bilge pump kept filling with stones and seizing. The stones also continually got stuck in the hand pump, holding the seals open and rendering it useless.
Several times a watch the bilge pump had to be opened and cleaned out.

Also, our generator was very temperamental, and had been since it was installed. Four hours after installation it had shut down on overheat, and now it had become even less reliable. We saw a few ships and passed close to a long submarine shaped island, “The Brothers”, one day at sunset.

The wind picked up a little and at 0230 on the September 13 the call came, “All hands on deck”.
The starboard rudder had broken through the metal bracket when a big wave hit it. The bracket itself was ripped apart and the metal backing plate was bent.
We struggled again to get the rudder up on deck and secured and then the off watch retired to our bunks.

At 0330 the call “All hands on deck” came again.
This time the sail was backed and the ship wouldn’t come around. The sail was braced sharp but the ship just lay broadside.
Finally it was decided to set the drogue. But even with the drogue set aft and the sail braced hard to starboard the ship wouldn’t turn downwind.

We lowered the yard, but the ship still lay across the wind.


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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

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Wir hatten neue Wachgruppen gebildet, da man Phillip andeutete, dass meine Wache zu unerfahren war.
Ich wurde nach zwei Wachen vom Wachführer sozusagen „degradiert“.

Es tat weh, da ich immer ein Maat sein wollte und ich war enttäuscht- aber ich wusste, dass ich nicht über die Erfahrung verfügte, ein Anführer zu sein.
Ich bin nur ein Fachingenieur- und insgeheimer Navigator.
Ich hatte gehofft, in die Rolle reinwachsen zu können, aber es war eine Feuertaufe unter all den Problemen und sie schlug fehl.

Das Wetter blieb drei wundervolle Segeltage fair!
Wir kamen in unsere Seeroutine.
Wir frühstückten um 8 Uhr, aßen um 12Uhr zu Mittag und um 20Uhr zu Abend.
Die Wache an Deck bereitete dass Essen und die kommende Wache wusch das Geschirr. Die kleinen Hausarbeiten wurden nach wie vor an Deck verrichtet.

Die größte Veränderung war, dass wir nun den Kielraum per Hand auspumpen mussten.
Das Schiff war mit Metallplatten und Säcken- gefüllt mit kleinen Steinen- als Ballast beladen.

Einige dieser Säcke waren kaputt gegangen und die Steinchen kullerten durch den Kielraum.
Unsere elektrische Pumpe hat diese Steinchen dann aufgesaugt und fraß sich fest.
Die Steine setzten sich ebenfalls andauernd in der Handpumpe fest, öffneten die Dichtungen und machten sie so unbrauchbar.

In etlichen Wachzeiten musste die Handpumpe geöffnet und gereinigt werden.
Unser Generator war seit seinem Einbau ebenfalls sehr "temperamentvoll".
Vier Stunden nach seiner Installation schaltete er überhitzt ab und wird jetzt immer unzuverlässiger.

Wir sahen einige Schiffe und fuhren eines Tages bei Sonnenuntergang sehr nahe an einer Insel vorbei- sie hatte die Form eines U- Bootes und hieß " The Brother Island"

Der Wind frischte ein bisschen auf und am 13 September um 2Uhr 30 kam der Ruf: „Alle Hände an Deck!“.
Das Steuerbord Ruder war mitten durch die Metallklammer gebrochen, als eine große Welle es traf.
Die Klammer selber war auseinander gerissen und die Metallstütze total verbogen.
Wir kämpften abermals, um das Ruder an Deck zu bekommen und zu sichern- dann gingen die Nichtwachen wieder in ihre Kojen.

Um 3Uhr 30- eine Stunde später also- brüllte wieder der Ruf „Alle Hände an Deck“ durch die Nacht.
Das Segel war umgeschlagen und das Schiff wollte nicht einlenken.

Das Segel war straff gebrasst (die Rah ist stark durch Taue gespannt, um ihren Winkel zu halten),
aber das Schiff lehnte sich nur zur breiten Seite.
Letztendlich wurde entschieden, den Anker zu Wasser zu lassen.

Aber selbst mit dem Anker achtern und dem stark steuerbord gebrasstem Segel wollte dass Schiff sich nicht gegen den Wind drehen.

Wir senkten also die Rah- um den Druck aus den Segeln zu nehmen-

aber das Schiff steuerte immer noch quer im Wind.


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