Alleine durch die Wüste

Mit dem Allrad, Quad und der Ente ;) über Land und durch die Wüste

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TErdogan
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Alleine durch die Wüste

Beitrag von TErdogan »

Hallo,

ich hatte vor einiger Zeit hier in der Mitfahrbörse ein Gesuch hineingestellt und mich auch anderweitig nach Reisebegleitern für eine Tour von Marokko bis Ghana umgesehen. Ich stellte eine Crew von sieben Reiselustigen zusammen, von denen in den letzten drei Wochen nur noch 3 übrigblieben. 5 Tage vor Abreise sagte jedoch einer ab, :evil: was mich zwar hart traf, aber verträglich war, da wir ja noch zu zweit waren. Sonntag morgens sollte es losgehen.
Am Abend vor der Abreise wollte ich nur noch das Gepäck meines Mitfahrers aufladen, der mir verschämt mitteilte, dass auch er nicht mitkommen werde. :kotz:
Was das für ein Gefühl war und wie man diese Leute am besten bestrafen sollte überspringe ich jetzt und komme zur Sache.

Ich bin noch Student und habe nicht wenig für diese Reise opfern müssen. Meine jahrelangen Ersparnisse von harten Nebenjobs gingen drauf. Am gekauften Geländewagen habe ich zusammen mit einem Mechaniker nicht wenige Stunden verbracht. Die Reiseplanung und das studieren der Reiseliteratur hatten auch negativen Einfluss auf meine Prüfungsergebnisse. Kurz, ich entschied mich dennoch zu fahren.
Nur habe ich es um eins bis zwei Wochen verschoben, da ich einiges neu überdenken muss.

Jetzt noch Mitfahrer suchen ist nicht gerade Sinnvoll denke ich.

Was ich wissen will: Was für ein Bild macht es an der Grenze, wenn ich alleine als "Tourist" ins Land einreisen will? Das sieht ja eher nach einem Schmuggler aus. Könnte es da Probleme geben?
Was macht es für ein Bild, wenn ich alleine in ein Dorf fahre, um die Menschen kennen zu lernen? Werden die Menschen gegenüber mir generell misstrauischer sein als einer Reisegruppe?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit andere Reisende anzutreffen, an denen ich mich anschließen kann, wo ich auch willkommen wäre?
Gibt es häufig Anhalter auf den Straßen, die evtl. längere Strecken zurücklegen wollen, die mir als eine Art Reisebegleitung dienen könnten?

Was kommt als Alleinreisender an zusätzlichen Vorkehrungen hinzu, die man beachten sollte? Kann mir Jemand allgemein etwas dazu sagen?

Das sind natürlich alles Fragen, die an erster Stelle Leute beantworten können, die schon einmal alleine Unterwegs waren, doch über Anregungen und Ideen bin ich immer dankbar, egal von wem. ;-)

Ich habe ein Szenario im Kopf, der sicherlich eher der Kategorie Märchen zuzuordnen ist, was ich hier dennoch überprüfen will. Es läuft wie folgt ab: Ich bleibe eine Woche in einem Dorf, lerne die Menschen kennen, verstehe mich gut mit den Dorfbewohnern, und lade einen unter ihnen ein, bis zur Grenze des Landes mitzufahren und bezahlen ihm sein Rückticket mit Bus-und Bahn. :mrgreen:

Habe ich diese Geschichte zurecht der Märchenkategorie zugeordnet oder meint ihr, die Verhätnisse in Afrika sind so anders als in Europa, dass dies durchaus möglich wäre?

Verzeiht bitte diese "blöden" Frage, doch leider erfordert meine Situation soch ein Vorgehen

Mit verzweifelten Grüßen :?
Taylan

ps: Sollte Jemand hier im Forum auf Reisen einen einsamen "Beduinen" mit einem deutschen Kennzeichen ein Zelt aufschlagen sehen, dann weiß er ja, mit wem er es zu tun hat. :-)
mikepiller
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von mikepiller »

Hallo Taylan,

ohne die Westküste bereist zu haben, jedoch mit jahrzehntelanger Erfahrung im Alleinreisen und Alleinsporten in Disziplinen, die eigentlich immer einen Partner voraussetzen, würde ich persönlich fogendes sagen:

Fahr los! Warte nicht länger, dass irgend ein Reisepartner wie Manna vom Himmel regnet, der sich anschließend als Hölle auf Erden entpuppt.

Du findest überall Reisende, und gerade die Westküste liegt ja momentan dermaßen im Trend wie der Everesttreck vor den Maoisten- Angriffen. Gerade dort nun einen der unzähligen, weltweiten Zigeuner zu treffen sollte selbst für einen Blinden kein Problem sein- verbessert mich, wenn ich unrecht habe!

Solltest Du nun eine Tour abseits der gängigen Strecken vorhaben, würde ich Dir empfehlen, eine diesbezügliche, kleine Liste der von Individualreisenden bevorzugten Camps mitzunehmen.

Nach meiner Erfahrung wartest Du selten länger als ein paar Tage auf den passenden Partner für diese Strecke.

Deine Sorgen bezüglich der Grenze teile ich nicht. Selbst wenn Du nun eine Stunde länger stehen solltest, weil ein Schmuggler- Verdacht auf Dich fällt: Du wirst ja wohl keine Waffe, keinen Playboy an den Grenzen der islamischen Welt dabei haben? Und Gras ist dort eh billiger- aber hey: Keine Macht den Drogen!

Auch meine Erfahrung mit den Einheimischen steht eher konträr zu Deiner Befürchtung. Gerade der Gruppenreisende isoliert sich doch oft selbst und wird auch so behandelt.

Den Erfolg Deines romantisches Szenarios kann ich nicht beurteilen- aber wie gesagt, jemanden zu finden, der Deine Strecke teilt- auch Einheimische- halte ich für keinerlei Problem.

Mal schauen, was die anderen sagen- und Kopf hoch, sei froh, dass Deine Kumpel/Freunde JETZT abgesprungen sind. Mit ihnen wäre Deine Reise wohl schwerlich ein schönes Ereignis geworden.

Gruß
Micha
TErdogan
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von TErdogan »

Hallo Micha,

also ich muss sagen, seit Samstag Abend habe ich eben das erste mal richtig gelacht :lol:
Dein Beitrag hat mich wirklich aufgemuntert und mir Mut gegeben, danke!

Bis auf meine Walkie Talkies die ich mitnehmen wollte und gelesen habe, dass die Einfuhr nach Marokko einer Lizens bedarf, ist an meinem Gepäck nichts auszusetzen. Auch im be-und entladen bin ich geübt, d.h. ich würde gerne an jeder Grenze mein gesamtes Gepäck wie im Bazar zur Schau stellen. :-)

Das ich als Alleinreisender einen guten Kontakt zu den Einheimischen herstellen kann war meine Hoffnung und ist eine sehr gute Nachricht.

Ich habe mir in diesen Tagen neue Strecken in meine Karte eingezeichnet, die ich benutzen werde, sollte ich alleine bleiben, da es etwas schwer ist gleichzeitig mit den Sandblechen rumzuhantieren und auf das Gaspedal zu treten. Alleine will ich nur auf den Hauptrouten fahren und bei Gesellschaft die Pisten.

Über meine "Romanze" kann ich dann ja später berichten :)

Viele Grüße
Taylan
schnorr
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von schnorr »

ich kann da mike nur zustimmen. ich bin auch viel alleine unterwegs gewesen und weiterhin unterwegs, weil zeit und route nicht jedem passt. und die schlimmsten erfahrungen habe ich mit einer vorher zusammengestellten reisegruppe gemacht!
natürlich bin ich auch gerne mit freunden unterwegs, von denen ich weiß, dass wir uns gut verstehen auf einer solchen reise.

die schönsten und besten erfahrungen habe ich mit leuten gemacht, die ich unterwegs getroffen habe. du fährst ein weilchen miteinander und wenn du dich verstehst, fährst du weiter zusammen, bis die wege wieder auseinander gehen. da sind schon viele freundschaften entstanden.

klappt es nicht mit den mitreisenden, trennst du dich wieder, ist ja kein problem, jeder ist autark unterwegs. (einzige ausnahme, wenn ihr auf strecken unterwegs seid, die man nicht alleine fahren sollte, solltet ihr die zähne zusammenbeissen, bis die trennung möglich ist).

dadurch, dass du alleine unterwegs bist, bekommst du besser kontakt, als mit einer horde touristen. einen einladen ist für die einheimischen billiger und eher möglich, als eine große gruppe zu verköstigen.
auch bist du eher mal auf hilfe angewiesen und fragst jemanden anderen, und schwupp, ist der kontakt da.

fahre los und genieße das allein entscheiden können. wenn du unsicher bist, fahre die hauptstrecken, die du alleine fahren kannst. ansonsten traue dich ruhig andere reisende zu fragen, ob du dich anschließen kannst.
du wirst schon ein gespür entwickeln, wos passt und wo nicht.
aber achtung: die hier geltenden (vor)urteile über aussehen und fahrzeugzustand lasse besser hier, ich habe oft die erfahrung gemacht, das diese regeln bei unseren reisen nicht gelten, die abgewetztesten leute sind oft die hilfsbereitesten, aber auch der eine-million-teure- allradwohnmobil-insasse muss nicht unbedingt ein hochnäsiger schnösel sein.

viel erfolg und freude wünsche ich dir auf deinem abenteuer.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
TErdogan
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von TErdogan »

Hallo Jörg und vielen Dank für deine Wünsche, :-)

als ich diesen Thread eröffnet habe, hatte ich eher mit Antworten gerechnet wie: "Auch wenns hart kommt, lass die Reise sein, fahr nächstes Jahr". Ich bin wirklich positiv überrascht.

Menschen die man unterwegs trifft, die einen auch willkommen heißen und mit denen man sich gut versteht sind wahrscheinlich genau die Leute, für die man in der Heimat nach gründlichem auslesen entscheiden würde. :-)

Den finanziellen Aspekt bei einer Einladung seitens der Einheimischen hab ich garnicht bedacht, stimmt. ;-)
schnorr hat geschrieben:
aber achtung: die hier geltenden (vor)urteile über aussehen und fahrzeugzustand lasse besser hier, ich habe oft die erfahrung gemacht, das diese regeln bei unseren reisen nicht gelten, die abgewetztesten leute sind oft die hilfsbereitesten, aber auch der eine-million-teure- allradwohnmobil-insasse muss nicht unbedingt ein hochnäsiger schnösel sein.
Ich war vor einigen Jahren im Winter in der Heimatstadt meiner Mutter im Osten der Türkei und saß mit typischer Dorfbekleidung am Straßenrand auf dem Boden an die Wand gelehnt zwischen den Straßenständen. Machte den Eindruck eines Mannes, der aus einem armen Dorf in die Großstadt kam um Arbeit zu finden.
Zu meiner Überraschung sah ich ein älteres Paar aus Deutschland, das untereinander den Weg zum Fluss Diskutierte. Es war überraschend, da es weder ein Touristenort noch eine "Touristenjahreszeit" war.

Ich sprach aus den Reihen der Einheimischen heraus, mit (meines Erachtens nach :wink: ) akzentfreiem Deutsch: "Sie müssen geradeaus laufen, bis sie in der Ferne eine große Moschee sehen..." :-)
Das Paar hat nicht schlecht gestaunt, jedoch habe ich es nicht an die große Glocke gehängt um die Eigenartigkeit der Situation zu verstärken:-)und schaute anschließend am Boden sitzend wieder in die Ferne und fiel zurück in meine vermeintliche Identität als Dorfbewohner. :lol:

Ich denke das man häufig das zu sehen bekommt, was man erwartet. Oft kam es vor, das ein Mensch mit schlechten Absichten diese nicht verwirklichen konnte, weil der Mensch gegenüber etwas Bösartiges von ihm nicht erwartet hat. Daher versuche ich immer positiv zu denken, was in diesem konkreten Fall durch eure Beiträge ermöglicht wurde.

Vielen Dank :-)

Grüße Taylan
Jürgen Kempe
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von Jürgen Kempe »

Ja, das möchte ich bekräftigen! Die Erfahrung, dass plötzlich die Leute abspringen, die die gesamte Planung mitgemacht haben, deretwegen man Routenwünsche eingearbeitet und Termine geschoben hat, habe ich auch schon gemacht. :mrgreen: Ist aber nichts gegenüber einem Treck mit den falschen Partnern! :kotz:

Alleinreisen erspart 'ne Menge Diskussionen, manchmal wäre es aber nicht schlecht, man hätte jemanden, sich auszutauschen. Wenn aber niemand da ist, muss es auch gehen; ideal sind da die Zufallsbekanntschaften von anderen Reisenden: Man ist so lange gemeinsam unterwegs, bis sich die Wege trennen, egal, ob die geographische oder die mentale Richtung nicht mehr übereinstimmt.

Auf die Sache mit dem Dorf-Aufenthalt würde ich mich nicht allzusehr konzentrieren; wenn sich 6 Tage nichts angebahnt hat, entscheidet man ggf. unter Stress; und dann ist die Wahrscheinlichkeit, den falschen Beifahrer zu erwischen, ziemlich gross. Und ich denke auch, das man in solchen Orten als Single im Nachteil ist, mit BegleitpartnerIn ist die Situation wohl entspannter.
Einheimische Anhalter nehme ich immer gern mit (und riskiere schon 'mal, eine Laus oder 'nen Floh einzufangen). Und prof. Leute vor Ort sind mir immer auch dann willkommen, wenn's mit deren Hilfe besser laufen kann.

Pass auf Dich auf, bleib aber entspannt. Gute Reise wünscht Jürgen Kempe
TErdogan
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von TErdogan »

Hallo Jürgen,

ein Fahrt durch die Wüste mit Jemandem der bei Hitze muffig wird, ist sicherlich nicht so erfreulich :-)

Bei meinen Besuchen im Dorf will ich es auch nicht darauf anlegen, einen Reisepartner zu finden, sondern die Menschen kennenzulernen. Sollte ich mich dabei mit einem besonders gut verstehen, mach ich ihm vielleicht ein Angebot. Mal sehen was wird :-)

Ist man alleine Unterwegs und kann seine Erlebnisse mit Niemandem teilen oder darüber reden, entwickelt man vermutlich eine Tiefe und ein Charisma wie Clint Eastwood :-)

Ne Laus ist natürlich auch ein Reisepartner, wenn jedoch kein Willkommener, :-) aber riskieren würde ich es auch vermutlich.

Ich habe gerade den Rat bekommen, doch noch in die Mitfahrerbörse zu schreiben. Ich erhoffe mir zwar nichts, aber vielleicht sollte ich es trotzdem mal versuchen, auch wenn mittlweile der Gedanke an das alleine Reisen garnicht mehr so negativ erscheint.

Viele Grüße
Taylan
pantoffelos
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von pantoffelos »

Hallo TErdogan,

schliesse mich auch den Beiträgen der Anderen an.
Ich denke, man kann es als Sprichwort sehen wenn behauptet wird, "in Afrika reist man nie alleine!"
Nichts auf der Welt könnte mich an Deiner statt daran hindern - Spritpreise von 5 € mal ausgenommen - nicht zu fahren.

Meine nächste Reise beginnt voraussichtlich Ende 2009. Auch ich werde Leute suchen, die event. mitreisen wollen. Allerdings ist die Reise nicht davon abhängig. Ich würde auch alleine bis ans Ende der Welt fahren.

Nur Mut.

Gruß

Stevé
Abenteuergeist verdient weite Horizonte
TErdogan
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von TErdogan »

Hallo Steve,

Ich denke Spritpreise von 5€ würden mich daran hindern weiterhin in der Zivilisation zu leben und ich würde mich auf einen Berg zürückziehen. :lol:

Diese Mutzusprüche verfehlen nicht ihre Wirkung, wenn das so weitergeht, jogge ich nach Afrika. :lol:

"In Afrika reist man nie aleine!" Das gefällt mir.
Für 2009 hab ich auch ne Reise nach Ostafrika eingeplant. Wo solls denn bei dir hingehen? Das Ende der Welt klingt ziemlich verlockend. :mrgreen:

Viele Grüße
Taylan
pantoffelos
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von pantoffelos »

Hi Taylan,

ich plane endlich mal die nord-süd Durchquerung. Wie meine Route genau verlaufen wird ist noch nicht ganz klar. Hängt halt alles von den Gegebenheiten ab. Idealerweise die Ostroute.

Gruß
Steve
Abenteuergeist verdient weite Horizonte
TErdogan
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von TErdogan »

Vom Osten bis nach Süden, wenn das in 3-4 Monaten machbar ist würd ich das auch mal gerne in Angriff nehmen.
Mal sehen, vielleicht reist man ja Zusammen oder trifft sich Unterwegs ;-)

Viele Grüße
Taylan
kamacc
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von kamacc »

Hallo T ERDOGAN,
bin dieses Jahr im Februar auch allein nach Ghana gefahren; in einem alten 608 Bus, den ich für 1000 Euro auf,m Schrottplatz erstanden hab, der allerdings top in Ordnung war und ohne jede Reparatur durch n Tüv gekommen war. Ich hatte keinen Reisepartner gefunden, weil die Planung zu kurzfristig war und weil ich nur zwei WOchen Zeit hatte; d.h. ich bin quasi durchgeheizt. Zu der Zeit ist kaum jemand gefahren, weil die Rallye wegen der Ermordung einiger Franzosen in Mauretanien abgesagt worden war und große Unsicherheit über das Risiko bestand, auch hier im Forum. Ich hab nur positive Erfahrungen gemacht mit dem Gefühl, daß ich an den Grenzen und bei anderen Kontrollen eher freundlicher behandelt wurde als Leute, die zu mehrern reisen. Nur 1 mal ( bei der Einreise nach Mauretanien) ist überhaupt jemand in den Bus eingestiegen; ein Zöllner, der geguckt hat, wie der Gasherd funktioniert, großes Interesse an einer Dose Rasierschaum zeigte und mit dieser als Prämie dann freudig wieder abgezogen ist. Ansonsten waren die auch in diesem Forum häufig beschriebenen Kontrollen, Forderungen nach cadeous etc völlig harmlos, immer freundlich und ohne Stress! Vielleicht lags daran, daß ich kaum Französisch spreche. Ich hatte genügend fiches mit, diese immer brav abgegeben, manchmal n kleines Geschenk( Kosmetika für Frauen oder Body-lotion von Aldi) abgegeben, manchmal auch nicht, und das wars.ICh denke, da brauchst du dir keinen Streß zu machen. Unbedingt jemanden mitnehmen zu wollen, nur damit du nicht alleine bist, gibt dir keine zusätzliche Sicherheit, eher das Gegenteil,wenn du die Person nicht kennst. Er wird zwangsläufig deine Schwächen erfahren, feststellen , wo du dein Geld hast und deine Papiere, sehen, ob du aufmerksam bist oder eher nachlässig... Und wenn er dann schwach wird, haste n Problem.!.Die Versuchung wird jedenfalls groß sein, weil deine Reisekasse mit Sicherheit z.B. das Jahresgehalt eines Mauretanischen Lehrers übersteigt! Vorsicht ist in jedem Fall angezeigt bei so ner Reise; und dann mußt du nicht nur nach außen aufpassen, sondern auch noch nach innen, also zusätzlicher Streß!
Muß nicht sein, ist aber auch nicht unwahrscheinlich. Andere Frage: Mußt du unbedingt jetzt im Juli fahren? Es wird mörderisch heiß sein, und in Sub-Sahel dann kann es fürchterlich gießen. Also die beste Reisezeit ist das mit Sicherheit nicht. Ich werde im kommenden Februar die Tour nochmal machen, plane für mich alleine, bin jedoch offen für Mitfahrer, die ich allerdings vorher kennenlernen möchte. Fahrzeug ist ein geländetauglicher RB44, den ich zur Zeit zum Wohnmobil umbaue .Gruß Kamacc
liphpip
Beiträge: 482
Registriert: Fr 11. Nov 2005, 21:48

Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von liphpip »

hallo,

wie schon gesagt irgendwie trifft man immer wen.
aber wie auch schon gesagt ist das nicht grad die optimale reisezeit.deshalb werden auch nicht soviel reisende unterwegs sein.

ich würde versuchen das nach hinten zu verschieben.abfahrt oktober/november wäre wohl besser.
am meisten sind zwischen november und märz auf der route unterwegs.


gruß liphpip
pantoffelos
Beiträge: 21
Registriert: Di 10. Jun 2008, 11:54
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von pantoffelos »

Ich reise mein Leben lang schon in Afrika rum (größten Teils im südlichen Raum Südafrika, Simbabwe, Sambia, Botswana, Namibia bis Kenia hoch).

Wenn man wirklich Geduld und Freundlichkeit mitbringt können selten Probleme auftreten.

In der Regel kommt man nicht um Höflichkeitsgefloskel rum. Wenn ich zBs. jemanden nach Weg frage, (sofern es nicht dirket in der Stadt und im Rush hour) dann steige ich aus um mich auf gleiche Ebene zu begeben. Ich überfalle die Person nicht sofort mit meiner Frage, sondern biete ihn vielleicht eine Zigarette an und frage wie denn so geht.

Nicht immer aber sehr oft kann man eine Situation mitn Lächeln und ein paar freundliche Worte entschärfen. Ich fahre persönlich sehr gut damit und lerne immer sehr viel nette Menschen kennen.

In eine Notsituation in Botswana hat der Polizeichef uns bei sich zuhause aufgenommen und uns am nächsten Tag sein VW Käfer geliehen damit wir unsere Erledigungen machen konnten.

Trotz alle Meldungen über Krieg und Unruhen, ist Afrika ein sehr freundlicher und reisefreudiger Kontinent - wenn auch großer Verlierer im Rahmen der Globalisierung.
Ob alleine oder in eine Gruppe, ob mit oder ohne Schwierigkeiten, ich habe keine Reise je bereut und habe immer was gutes im Herzen mitgebracht.
Trotz allem - immer die Augen aufhalten.
Gruß

Steve
Abenteuergeist verdient weite Horizonte
pantoffelos
Beiträge: 21
Registriert: Di 10. Jun 2008, 11:54
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Re: Alleine durch die Wüste

Beitrag von pantoffelos »

Ach - und da fällt mir noch eine Australierin ein, die ich in Malawi kennen gelernt habe.
Die Dame hatte alles dabei was Frau so braucht -Fön, Schminkkoffer usw. Das wesentliche halt. Sowas schweres wie Zelt und Schlafsack hat sie natürlich daheim gelassen.
Diese Frau ist alleine durch Afrika geträmpt (süd -> nord) und hat uns Monate später in Deutschland besucht.
Ein Beispiel dafür, dass alles möglich ist.

Steve
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