Am 29. Dezember 1935 startete der französische Berufspilot und Autor Antoine de Saint-Exupéry einen Versuch, den Langstreckenrekord auf der Strecke Paris-Saigon zu brechen. 200 km westlich von Kairo musste er in der Sahara notlanden. Unverletzt machte er sich auf den Weg, eine Siedlung zu finden. Nach fünf Tagen und kurz vor dem Verdursten wurde er von Beduinen gerettet. Diese Erlebnisse schilderte Saint-Exupéry später in seinem Buch “Wind, Sand und Sterne”, hier holte er sich auch die Inspriration für den Welterfolg “Der kleine Prinz”.
Genau diese fünf Tage der Entbehrungen mit all den existentiellen Gefühlen wie Euphorie, Verzweiflung und Todesangst, die Saint-Exupéry umtrieben, werden von Gazpacho in knapp 50 Minuten aufgearbeitet. Die montonen Geräusche des Herzschlags und der endlosen Wanderung durch die Wüste, das Ticken der inneren Uhr, der Gleichförmigkeit von Zeit und Raum, wenn man wirklich alleine ist, durchzieht das ganze Album.

Während der Opener “Desert Flight” noch die Euphorie des Fluges schildert, handelt “The Walk, Part I &II” von der beschwerlichen Wanderung durch die Wüste. Der Eindruck der Fremdartigkeit der Umgebung wird durch orientalische Einflüsse verstärkt. Der Haupteil des Album, der Dreiteiler “Tick Tock” wird von einem an den Herzschlag gemahnenem Ticken durchzogen. Tick, Tock als Sinnbild der Monotonie, immer wieder aufgebrochen durch Gefühlsausbrüche des Protagonisten.
Nehmt Euch Zeit für das Album. Es gibt eine Menge zu entdecken ... mehr
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Gruß
Birgitt






