Seid vielen Jahren machen wir Wandertouren. Mindestens ein mal im Jahr wird eine Wüstenwanderung geplant – meistens in Ägypten, Marokko, Jordanien oder im Oman. Bei unseren „Wüstenexpeditionen“ sind wir meistens 8 bis 12Tage unterwegs. Das wichtigste bei der Auswahl einer Wüstentour ist natürlich das Problem mit der Wasserversorgung. Unsere Gehstrecken haben wir immer so geplant, dass wir alle 2 – 3 Tage an einer Wasserstelle (z.B. eine Oase, Brunnen oder ein Kasbach ) vorbei kommen.
Wenn mein Mann eine Karre gezogen hat, war eine Wanderung ohne Wasserquelle auch bis zu 5 Tagen möglich. Das war aber schon unser Limit. Strecken, bei denen sich die Möglichkeit der Wasserversorgung in diesem Zeitraum nicht ergab, wurden für uns als „no go“ abgestempelt und somit aus unserer Liste gestrichen.
Für längere Etappen sind wir einfach nicht in der Lage Wasser mitzunehmen, weil mein Mann kein Minimalismus kennt und die Hälfte des Haushalts immer mitschleppt.
Das Lesen der Reiseberichte gehört bei uns immer zu der Vorbereitung einer Wandertour. Mit Sicherheit machen das die meisten von uns. Es ist eine super Infoquelle. Es ist wichtig zu wissen wie die Gleichgesinnten ihre Reisen organisiert und was sie erlebt haben. Gerade wenn es um Informationen bezüglich Wasserversorgung geht, z.B gibt es einen Brunnen auf der Strecke oder war er trocken? Alles super wichtig – das weiß auch jeder Wüstenwanderer.
Langsam komme ich zum Wesentlichen.
Berichte bzw. Filme über Wanderexpeditionen, die mit Hilfe von Wasserdepots durchgeführt wurden, begeisterten uns gar nicht. Unser Fazit war immer „ so was kann doch jeder “. Wir lehnten diese Form der Wasserversorgung total ab. Nicht im Geringsten dachten wir daran.
Das höchste Gebot bei unseren Wanderungen im Wüstengebieten war immer die Selbstversorgung d.h. keine organisierte Touren, keine Begleitung, keine Hilfe von Außen.
Die Alleingänge waren für uns so zu sagen „Ehrensache“.
Nun kommt der Sommer 2016. Der geplante Urlaub im Oktober kommt immer näher. Die Suche nach einem neuem Reiseziel beginnt. Eine neue Herausforderung wird gesucht. Aber wohin mit uns?
Wie alle Wüstenwanderer wissen, der Raum heutzu Tage um „sichere“ Wüstentouren in der Sahara zu machen ist nicht groß. Und Australien, Amerika oder die Wüste Gobi „ ziehen“ uns aus irgendwelchen Gründen nicht richtig an.
Ständig gucken wir auf die Karten, schauen und suchen. Marokko? – nein, dort waren wir schon ein paar mal. Jordanien?
Aus dem selben Grund auch nicht. Wir hätten gerne was anderes, was neues.
Auf der Suche nach „neuen Wegen“ richten wir eines Tages unsere Augen auf Iran, auf die wunderschöne Wüste Lut. Das Gebiet ist landschaftlich ein Traum für jeden Wüstenliebhaber. Das wissen wir schon lange. Sie ist aber auch wasserlos und somit für uns nicht machbar. Deswegen war sie bis jetzt für uns ein Tabu.
Wir überlegen, ob wir dort nur eine 4-5 tätige Tour machen? Nein, das ist ein bisschen zu kurz. Nach 4 Tagen läuft man sich erst mal warm. Wir denken weiter nach. Die Tatsache, dass es in der Wüste gar keinen Brunnen, gar keine Wasserquelle gibt - ist das wirklich ein Problem oder möglicherweise sind wir das Problem?
Endlich eines Tages ging bei uns das Licht an: WASSERDEPOTS!
Großartig ! Genial! Auf so was muss man wirklich erst kommen.
Ich weiß, wer das ließt lacht und schüttet den Kopf. Heute lachen wir über uns selbst.
Ja es stimmt. Manchmal ist man einfach nur dumm und stur. Wir trugen bis jetzt Augenklappen und hatten irgendwelche Prinzipien, die im Grunde genommen keine waren.
Also die Entscheidung ist gefallen. Unser höchstes Gebot alles alleine bewältigen zu müssen haben wir anspruchslos begraben. Wir machen eine Tour in der Wüste Lut, mit Hilfe von Wassergepots. Geht doch!
Es ging los. Zuerst kontaktieren wir drei iranische Reiseagenturen. Wir stellen unsern Plan vor, schicken Karten anbei mit unseren gewünschten Verlauf der Tour. Ca. 200 Km sollen es sein. Am liebsten hätten wir eine Durchquerung der Wüste Nord- Süd , bzw. umgekehrt. Unser Streckenverlauf ist nur ein Vorschlag. Andere Routenvorschläge sind bei uns auch willkommen. Wir brauchen nur jemanden, der uns die Wasservorräte einrichtet und dann wollen wir alleine gehen.
Unsere gewünschte Route
Alle drei Reisebüros schickten uns, wie fast abgesprochen, die gleichen Antworten. Es geht nicht! Es ist nicht machbar. Man darf in der Wüste nicht ohne einen Guide wandern. Es sei zu gefährlich und die Polizei wird dies auch nicht erlauben. Manche Mails schreiben noch etwas von Minen und Drogenhändler. Gleichzeitig bietet man uns Angebote - Touren mit einem Geländewagen und einem Guide durchzuführen. Wir lehnen dankend ab.
War das für uns eine Niederlage? Nein! Auf gar keinen Fall.
Diese Situationen kannten wir schon von anderen Reisen z.B. aus Ägypten.
Manchmal bedarf es gewisse Sachen vor Ort zu klären.
Flüge waren gebucht, Visum war beantragt.. Also machten wir uns am Anfang Oktober auf den Weg in das für uns unbekannte Land nach Iran. Mit viel Zuversicht, Optimismus sowie mit Plan B, C ... flogen wir über Teheran nach Kerman – eine Stadt fast am Rande der Wüste Lut.
Eine Sache habe ich noch

. Bei unseren Recherchieren über die Möglichkeit in der Wüste zu Wandern fanden wir fast keine brauchbaren für uns Informationen. Eine Menge wunderschöne Bilder, viele Angaben bezüglich geographische Lage und geologische Gegebenheiten. Keine Berichte über längere Wandertouren. Nur bei WickiLoc eine etwas längere Route am Rande der Wüste. Somit war die Lut für uns noch mehr eine Reise wert.
Jetzt ist Schluss mit dem Schreiben.
Teresa