Welcome to Iran - Reisebericht

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Birgitt
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Re: Welcome to Iran - Reisebericht 2017

Beitrag von Birgitt »

Canadier hat geschrieben:Hat mit Bier (nach unserem Verständnis) geschmacklich nix zu tun.
Stimmt. Mir persönlich hat noch am besten Delster Lemon geschmeckt, eine Art Fassbrause bzw. Radler.

Jetzt gleich gehts weiter mit Fotos ...

Viele Grüße
Birgitt
Birgitt
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Iran 2017 - Unterkunft in Shar-e Babak - Rivas Ecolodge

Beitrag von Birgitt »

Im musealen Höhlendorf Meymand haben die Restaurants scheinbar nur geöffnet, wenn man sich vorher telefonisch ankündigt. Das gleiche gilt für die Gästehauser. Unsere erste Idee, hier vielleicht zu übernachten, haben wir schnell verworfen. Wir haben jetzt etwas anderes im Auge ;-) In unseren Reiseführern lesen wir von der englischsprachigen Ingenieurin Somaye Javidi, die nicht weit entfernt - in der Nähe von Shar-e Babak- ein kleines Gästehaus betreibt. Ein kurzer Anruf genügt und wir haben ein Bett für die Nacht :)

:arrow: Rivas Eco Lodge Guest House, Somaye Javidi, Shar-e Babak, 5 km außerhalb auf der Shar-e-Babak-Sirjan Road, Abzweig am Polizei-Roadblock, Gästehaus bei N30.076024, E55.172866, mobil/whatsapp +98 913 193 1641, Festnetz +98 901 983 9925, E-Mail javidisomaye@gmail.com. DZ mit Gemeinschaftsbad für 2 Personen inkl. Frühstück 35 Euro/Nacht (alternativ 160.000 Toman). Empfehlenswert !

Shar-e Babak ist eine persische Kleinstadt, die ausnahmsweise einmal "nur" ein kleiner Ort ohne großartige Sehenswürdigkeiten ist. Aber genau darin liegt auch der Reiz ;-) Hier findet normales persisches Leben ohne jeglichen Tourismus statt. Wir kaufen noch etwas Brot und Obst, etwas Bakhlava und ein paar Dosen (0%-) Bier für den Abend ;-)

Somaye ist noch im Büro. Wir treffen uns mit ihrem Mann Ali vor dem Haus ihrer Mutter in Shar-e Babak. Die Mutter lässt es sich nicht nehmen, uns mit Tee, Datteln, Pistazien und frisch zubereiteter Asch-e Dscho (Ash-e Jow), einer persischen Gerstensuppe mit Rübchen, Rote Beete, Linsen und Bohnen zu verwöhnen. Das kommt bei uns richtig gut jetzt :) Als Somaye kurz darauf von der Arbeit kommt, wechseln wir nach nebenan - Somaye, Ali und der achtjährige Sohn wohnen nur 2 Häuser weiter. Mit Somayes leckerem Kaffee und unseren Bakhlava sind wir schnell ins Gespräch vertieft. Somaye erzählt uns, dass das Gästehaus eigentlich ihr Wochenendhaus ist, wo sie zusätzlich zu ihrem Bereich noch zwei Gästezimmer hergerichtet haben. Sie selber sind nur am Wochenende dort oder wenn gerade Gäste da sind. Die Idee, das Wochenendhaus entsprechend umzugestalten, kam ihnen, da sie früher schon gerne Gastgeber für Couchsurfing waren und den kulturellen Austausch mit ausländischen Gästen lieben.

Das Gästehaus liegt einige Kilometer außerhalb inmitten Granatapfel-Plantagen

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Lehmputz innen wie außen, die Räume als Tonnengewölbe gebaut

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Alles ist mit Liebe zum Detail ganz traditionell eingerichtet. Auch geschlafen wird traditionell auf Schlafrollen auf der Erde (es schläft sich bestens ;-) )

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Die Teppiche sind zum Teil handgeknüpft von Somayes Mutter. Wer will, kann sich gerne im Knüpfen versuchen

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Das stärkt ganz nebenbei auch die Armmuskulatur, denn den Kamm zu halten kommt fast einem Hanteltrainig gleich, so schwer ist er ;-)

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Nachdem Ali seinen Sohn morgens in die Schule gefahren hat, überraschen uns unsere Gastgeber mit einem köstlichen Frühstück. Somaye arbeitet auf Gleitzeitbasis und fährt heute später ins Büro ;-) Neben Tomaten, Gurken und Eiern gibt es frisch gebackenes Brot, Nüsse, Ziegenkäse und selbstgemachte Marmeladen. Ich bin mittlerweile ein Fan der iranischen Karotten-Rosenwasser-Marmelade, aber nur, wenn sie hausgemacht ist !

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Dass der Ofen geheizt ist, freut uns besonders, denn es ist rattenkalt heute morgen. Somaye reicht uns eine Schale Taf Te, eine süße Frühstückssuppe. Dazu wird Wasser mit Mehl, Zucker und Currygewürzen aufgekocht. Schmeckt sehr lecker und wärmt von innen ;-)

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Übrigens: Somaye verkauft besten Kümmel in kleinen Verpackungseinheiten. Die Qualität ist hervorragend, wie wir hinterher zu Hause feststellen können ;-) Auch Kräuter und hübsche preiswerte Handarbeiten kann man bei ihr erwerben, wie beispielsweise die im Iran beliebten Zuckersäckchen (der gemeine Iraner trinkt im Auto Tee, aus gläsernen Teetassen, und hat immer ein handgearbeitetes Beutelchen Würfelzucker neben dem Schaltknüppel stehen). Ein solches Säckchen seht ihr oben auf dem Foto, wo Somaye die Suppe einschenkt, auf dem Tablett am unteren rechten Bildrand.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nehmen wir nach dem Frühstück Abschied von unseren Gastgebern. Das lachende, weil wir neugierig auf das sind, was noch kommt. Und das weinende, weil wir uns bei Somaye und Ali super wohl gefühlt haben.

Wir packen zusammen. Noch ein letztes Foto der Blütenpracht am Mosaferkhaneh Rivas, dann machen wir uns auf den Weg ...

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Maputo
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Re: Iran Reisebericht - Vielfalt der Getränke - Delster & Co

Beitrag von Maputo »

Birgitt hat geschrieben:stell dich auf die gesunden Alternativen zum Wein ein ;-) d.h. Tee, Saft oder Dugh (Joghurt mit Molke und Mineralwasser, leicht gesalzen und mit Kräutern verfeinert). Bier gibt es diverse Sorten wie Delster, HeyDay und sogar Bitburger :)
Aha, immerhin, das lässt doch hoffen, Bier passt ja auch besser zu diesen staubtrockenen Fladenbroten :lol:
Birgitt
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Iran 2017 - Von Shar-e Babak nach Pasargadae via Harat

Beitrag von Birgitt »

Wir wissen nicht, wie weit wir kommen und wo es uns hin verschlägt heute. Wie so oft, fahren wir einfach los und schauen, wie sich der Tag entwickelt ;-) Shiraz ist unser nächstes größeres Ziel. Von Shar-e Babak steuern wir zunächst Harat an.

Ab Harat besteht die Möglichkeit die nördliche Straße Richtung Safashahr, und damit den Weg durch das Bavanat-Nomadengebiet zu nehmen. Die Khamseh-Nomaden lagern hier aber leider nur von Ende April bis Ende September, so dass dies heute kein Grund ist, "obenrum" zu fahren. Wir entscheiden uns für die südlich gelegene Straße über Mahmudabad nach Qaderabad.

Die Strecke wechselt ab zwischen topfeben und hügelig, die Straße ist ausgezeichnet

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Ab und zu zweigen Pisten zu einzelnen Bergdörfern ab

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Straßenblumen leuchten so kräftig wie unser Heidekraut im Herbst

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Nach einiger Zeit erreichen wir eine der "Kornkammern" Irans

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Die Luft ist heiß und staubig, Windteufel tanzen über die Felder und die Straße

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Nicht jedes Feld steht noch satt und grün, manche Felder sind so gut wie abgeernet und werden nicht mehr bewässert. Die letzten guten Tomaten werden noch in Transportkisten verpackt

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der Rest wird gleich an Ort und Stelle weiterverarbeitet. Quadratmeterweise liegen Tomaten zum Trocknen auf asfaltierten Freiflächen neben dem Straßenrand

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Gehackt und zerschreddert warten sie auf ihren Einsatz in der Küche ;-)

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Birgitt
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Iran 2017 - Reisebericht - Ausgrabungen in Pasargadae

Beitrag von Birgitt »

Von Qaderabad ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Pasargadae. An diesem Ort siegten die Perser im Jahre 550 v.Chr. über die Meder und Kyros der Große ließ daraufhin eine Residenzstadt errichten. Ein paar alte Steine sind dort noch heute zu bewundern.

Wir stellen unseren Wagen brav auf den Parkplatz neben dem Ticket-Office. Eintritt 20.000 Toman pro Person. Mit unseren Eintrittstickets wollen wir zu Fuß die Ausgrabungsstätte erkunden. Der nette Wächter an der Schranke schüttelt verneinend den Kopf. Wie bitte? Ist es schon zu spät heute? Ist bald geschlossen? Oder wieso verweigert er uns den Zugang? Er lacht und meint zu Fuß würden wir bei dem weitläufigen Gelände nie fertig, wir sollten bitte unser Auto holen und mit dem Wagen die einzelnen Objekte anfahren. Wir sind baff. Mit so was hatten wir jetzt gar nicht gerechnet :lol:

Das Gelände ist übersichtlich und gut ausgeschildert

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Hinweistafeln auch in englischer Sprache erläutern die wenigen verbliebenen Ruinen

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Reste gigantischer Säulen stehen und liegen herum

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Fein gearbeitete Reliefs und Inschriften als Zeugen der Vergangenheit

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Heute kaum noch vorstellbar, dass Quader von solch gigantischen Ausmaßen damals ohne Hilfe von Maschinen aus den Bergen gebrochen, behauen, transportiert und verarbeitet wurden

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Takht-e Madar-e Soleiman, das größte noch einigermaßen "intakte" Gebäude

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Von hier oben bietet sich ein schöner Blick über die sanften Hügel der Umgebung

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An vielen Ecken sind Restauratoren und Handwerker mit dem Erhalt der Ruinen beschäftigt

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Birgitt
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Iran 2017 - Das Grab des Kyros - Tomb of Cyros - Pasargadae

Beitrag von Birgitt »

Das Highlight in Pasargadae ist zweifelsohne das mächtige Grab des König Kyros

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Hintergrundmotiv für so manches Selfie ;-)

10a wuestenschiff forum reisebericht iran 2017 pasargadae ausgrabung grab des cyrus selfie.jpg

Dennoch. Irgendetwas ist anders hier in Pasargadae. Nicht so entspannt, wie wir den Iran bisher kennenlernen durften. Die Menschen sind freundlich, aber die Stimmung ist irgendwie angespannt. Wir bemerken das schon, als wir unser Eintrittsticket kaufen. Viele Militärfahrzeuge stehen auf dem Parkplatz oder fahren herum, Hubschrauber kreisen über dem Gelände.

Jemand verrät uns hinter vorgehaltener Hand was los ist:

Seit 3-4 Jahren nimmt die Zahl der Nationalisten im Iran zu. Diese Menschen sehen sich als Perser mit persischer Kultur. Sie haben Kyros als Identifikationsfigur wiederentdeckt und identifizieren sich nicht mit dem islamischen Staatsgebilde und seinen Mullahs. Und am Geburtstag des König Kyros pilgern sie zu seinem Grab. Nicht Dutzende, und auch nicht hunderte. Zehntausende Menschen waren es im Jahre 2016. Um diese Zusammenkunft am 28./29. Oktober in diesem Jahr erstmalig zu verhindern, ist das Militär schon einige Tage vorher zur Absperrung des Geländes im Einsatz. Geschäften und Unterkünften sei 1-2 Tage vor und nach dem Geburtstag in diesem Jahr von Amts wegen der Betrieb untersagt, heißt es, damit den Pilgern/Demonstranten keine Infrastruktur geboten wird.

Ein guter Artikel mit etwas Hintergrundinfo zu den Zusammenhängen erschien Anfang 2017 bei Deutschlandfunk

Kyros der Große kehrt zurück
03.01.2017 - Deutschlandfunk


Das ganze Militäraufgebot und sämtliche Vorkehrungsmaßnahmen halten die Menschen aber nicht davon ab, zum diesjährigen Jahrestag am 28./29. Oktober 2017 in deutlich höherer Anzahl anzureisen, als bisher. Hier einige Artikel von Ende Oktober 2017

Iran Says Foiled 'Illegal Gathering' At Tomb Of Persian King
29.10.2017 - RFE

"Kyros ist unser Vater, der Iran ist unser Land"
29.10.2017 - mehriran

Kyros der Große ein Problem für Mullahs
30.10.2017 - Der Freitag


So ging es im vergangenen Jahr, am 28. Oktober 2016, in Pasargadae zu

Iraner demonstrieren am Grabmal von König Kyros II.
30.10.2016 - Standard


Hier ein interessantes Video dazu, das sich leider nicht einbetten lässt. Bitte direkt über den youtube-Link anklicken

Birgitt
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Iran 2017 - Pasargadae - Unterkunft in Saadat Shar

Beitrag von Birgitt »

Für ein Foto von Kyros' Grab haben die letzten Sonnenstrahlen so gerade noch ausgereicht, aber nun wird es mit riesigen Schritten dunkel. Und wir haben noch keine Unterkunft.

In Pasargadae gibt es zwar einen Haufen alter Steine ;-) und auch einige Restaurants, aber keine Gästehäuser. Wir versuchen telefonisch noch ein Zimmer in :arrow: Aghamirs Cottage in Saadat Shar, 20 km südlich von Pasargadae, zu buchen. Leider ist hier schon jedes Bett vergeben. Aber wir wären nicht im Iran, wenn es nicht auch dafür eine Lösung gäbe ;-)

Mr. Aghamirs Freund Karim betreibt 5 km südwestlich von Saadat Shar auch ein kleines Gästehaus. Und da wir das ohne Hilfe nicht finden würden, treffen wir uns mit Mr. Aghamir in Saadat Shar am Kreisverkehr am südwestlichen Ortsausgang auf der Shiraz-Esfahan Road. Unsere telefonische Fahrzeugbeschreibung scheint perfekt angekommen zu sein, denn er verfehlt uns nicht ;-) Wenige Minuten später liefert er uns bei seinem Freund ab. "Welcome to Iran! Welcome to Saadat Shar" :)

:arrow: Ojaghe Seyyed Karim Traditional Guesthouse, Saadat Shar bei 30.055744, 53.098138, telegram.me/ojagheseyyedkarim, instagram.com@ojagheseyyedkarimguest, DZ mit Gemeinschaftsbad für 2 Personen inkl. Abendessen und Frühstück 45 Euro/Nacht (alternativ 200.000 Toman). Empfehlenswert !

Karim und seine Familie haben das Haus ihres verstorbenen Großvaters restauriert und zu einer kleinen Ecolodge umgebaut. Der Großvater war wohl taubstumm und muss ein herzensguter Mann gewesen sein. Seine Güte und sein guter Geist sollen heute noch spürbar sein an diesem Ort, erklären sie uns. Wir sind begeistert von dieser herzlichen Familie und ihrem hübschen kleinen Anwesen mit den Granatapfelbäumen im Innenhof und beziehen unser Zimmer. Wieder wohnen und schlafen wir ganz traditionell.

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Den "Esstisch" haben wir direkt vor der Türe ;-) Im Sonnenschein lassen wir schon beim Frühstück die Seele baumeln ...

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... und beim Mondschein lassen wir uns von den köstlichen Düften des Abendessen verführen. Karims Bruder und dessen Frau erklären uns, was sie alles Gutes gezaubert haben. Leckere Osch (Suppe), Kashk-e Bademjan (ein super leckerer Auberginen-Walnuss-Dip, dessen Grundlage :arrow: Kaschk ist, ein Trockenjoghurt), Mast-o Khiar (ein Gurken-Joghurt-Dip ähnlich Tzaziki), Dopiaza (ein Fleisch-Kartoffel-Zwiebel-Gericht) und noch einiges mehr ... mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen ;-)

1 wuestenschiff forum saadat shar ojaghe seyyed karim ecolodge dinner.jpg

Nach dem Essen macht die Teekanne die Runde, Karim stimmt Gesang an. Und dann dauert es nicht lange, bis er zu seiner Trommel greift. Es wird ein langer Abend, denn Karim ist kaum noch zu bremsen ;-)

Hier zwei Kostproben, Teil 2 beginnt ca. bei Minute 2:25


Birgitt
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Iran 2017 - Felsgräber Naqsh-e Rostam

Beitrag von Birgitt »

Vorbei an hübschen bunten Moscheen fahren wir auf einer Nebenstrecke in Richtung Shiraz

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Unterwegs lohnen viele alte Steine einen Besuch. Rund 50 km südlich von Saadat Shar sind schon von weitem drei in den Fels des Bergs "Hoseyn Kuh" gearbeitete Gräber der Ausgrabungsstätte :arrow: Naqsh-e Rostam zu sehen

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Eintritt 20.000 Toman. Der Besuch lohnt ...

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... denn die beeindruckende Größe der Felsgräber der Achämeniden wird erst deutlich, wenn man unmittelbar davor steht

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Feine Reliefs schmücken Gräber und Felswand

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7 wuestenschiff forum iran reisebericht naqsh-e Rostam Relief.jpg

Nach wie vor sind Archäologen und Restauratoren mit weiteren Freilegungen beschäftigt

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Echsen sonnen sich völlig unbeeindruckt von der damaligen Baukunst auf dem warmen Fels

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Ein zart-fliederfarbener Blütenteppich aus Krokussen ziert die Umgebung

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Safran frei zur Ernte ;-)

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yiukohah
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Re: Welcome to Iran - Reisebericht 2017

Beitrag von yiukohah »

tolle Posts Birgitt... freu mich auf die Fortsetzung. Hab so schöne Erinnerung an unsere Iranreise, die durch deine Beitrage wieder aufgefrischt werden. lg
Unsere Reiseerlebnisse kann man hier nachlesen: https://sonderzugnachbasel.wordpress.com/
Barolo39
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Re: Welcome to Iran - Reisebericht 2017

Beitrag von Barolo39 »

Toller Bericht Birgitt!
für uns auch spannend, da wir soeben von einer Woche Shiraz - Yazd - Isfahan zurückgekommen sind! Ich freue mich schon auf deine weiteren Post's!
LG Cris
Birgitt
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Iran - Reisebericht 2017 - Persepolis

Beitrag von Birgitt »

Nur 4 km südlich liegt die einstige Repräsentationshauptstadt des achämenidischen Weltreichs, das von Ägypten bis Pakistan reichte: Persepolis ! Die Ausgrabungsstätte ist seit Jahren Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Eintritt 20.000 Toman.

Es ist bereits Mittag, als wir Persepolis betreten. Genau die richtige Zeit, denn die Teilnehmer sämtlicher Reisegruppen verlassen die Anlage und eilen ihrem Lunch entgegen ;-)

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Die persische Antwort auf "Scholz was here" ;-)
:arrow: Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, der von 1922 bis 1931 Gesandter in Teheran war und dabei u.a. auch Persepolis besucht hat, ist gleich zu Beginn des Rundgangs in den Ruinen mit einer Inschrift verewigt

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Durch ein wildes und unaufgeräumt wirkendes "Trümmerfeld" spazieren wir den Hügel hinauf zu den einstigen Grabanlagen

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Wie in Naqsh-e Rostam sind auch in Persepolis Gräber mit wunderschönen Reliefarbeiten in den Fels gearbeitet

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Der Wind frischt auf. Staub wirbelt durch die Luft und trübt die Sicht

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Ein :arrow: kleiner Mungo sucht Schutz in seinem Loch

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Wir lassen uns treiben durch die einstigen Paläste,

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beobachten die Archäologen

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die in mühevoller Kleinarbeit versuchen, Stein für Stein und Fragment für Fragment zusammenzuführen und damit das damalige Leben zu präzisieren und immer besser zu verstehen

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30 wuestenschiff forum reisebericht iran 2017 persepolis detail Büste Vogel.jpg

Manche Einzel-Quader geben bereits wieder ein Ganzes

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und manches "Dokument" vielleicht Antworten auf Fragen zu längst vergangenen Zeiten

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Genug Kultur für heute ;-) Durch den Säulengang schreiten wir dem Ausgang entgegen ... Auf nach Shiraz !

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Birgitt
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Re: Welcome to Iran - Reisebericht 2017

Beitrag von Birgitt »

Barolo39 hat geschrieben:Toller Bericht Birgitt!
für uns auch spannend, da wir soeben von einer Woche Shiraz - Yazd - Isfahan zurückgekommen sind! Ich freue mich schon auf deine weiteren Post's!
LG Cris
Danke Cris :)
Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Zeit im Iran und habt viel gesehen.
Wie war die Stimmung im Land ? Ist von den Unruhen noch irgendetwas zu spüren, oder ist derzeit alles ruhig ?

Viele Grüße
Birgitt
Barolo39
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Re: Welcome to Iran - Reisebericht 2017

Beitrag von Barolo39 »

Hallo Birgitt;
wir hatten ja leider nur eine Woche, aber in diesen Tagen konnten wir von Unruhen etc. in dieser Gegend nicht spüren. Im Gegenteil, alle waren recht relaxed und hatten viel Freude mit uns :shock:
Letzte Woche war auch Feiertag wegen der "iranischen Revolution". Die Aufmärsche wurden vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt, was uns auch deutlich mitgeteilt wurde. Mitgemacht haben offenbar nur jene, welche - meist aus beruflichen Gründen - mussten. Wir hatten keinerlei ungutes Gefühl und würden sofort wieder hinfahren.
ÜBRIGENS: AUA fliegt direkt von Wien nach Shiraz und Isfahan und man braucht für diese Region Teheran gar nicht anfliegen.
Birgitt
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Iran 2017 - Unterkunft in Shiraz - Taha Traditional Hostel

Beitrag von Birgitt »

Shiraz. Wieder haben wir Glück mit unserer Unterkunft, die wir uns heute morgen via whatsapp reserviert haben :arrow: Taha Traditional Hostel, (Khane-ye Sonnati Taha), Kh. Sang-e Siah Westseite, 180 m südl. Aramgah-e Bibi Dokhtaran, gegenüber armenischer Kirche (ruberu-ye Kelisa-ye Aramene), Telefon +98 71 37381610, mobil/whatsapp +98 939 3939293, E-Mail shamym1001@gmail.com und taha.hostel@gmail.com. DZ mit eigenem Bad für 2 Personen inkl. Frühstück 40 Euro/Nacht (alternativ 185.000 Toman).

Das super zentral gelegene Hostel ist durch und durch Familienbetrieb. Die Zimmer sind nicht besonders erwähnenswert, wie so oft im Iran sehr einfach, aber sauber. Hervorzuheben ist auch hier wieder die Herzlichkeit unserer Gastgeber. Nach einem anstrengenden Sightseeing Tag fühlt es sich abends an, wie nach Hause kommen :-) Sobald man das gemütliche Atrium des Hostels betritt, ist sofort Vater, Mutter oder einer der Söhne zur Stelle und drückt uns eine große Tasse Tee in die Hand, oft mit Obst oder Gebäck. Sie kümmern sich rührend um alle Belange und nehmen sich auch gerne die Zeit, sich zu einem zu setzen, etwas zu erzählen und gute Tipps zu geben. Insbesondere die Söhne und auch die nette Managerin sprechen bestes englisch.

Tipp:
Taha Hostel in Shiraz verleihen auch Fahrzeuge. Eine Rückgabe ist nach deren Auskunft auch in Teheran möglich, da sie dort Familie haben. Wir haben uns die Fahrzeuge nicht angesehen und können weder etwas zum Zustand noch zum Handling sagen. Interessant für Traveller sollte diese Info aber allemal sein.

150 wuestenschiff forum reisebericht iran 2017 shiraz taha innen.jpg
abacus
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Re: Iran 2017 - Felsgräber Naqsh-e Rostam

Beitrag von abacus »

Birgitt hat geschrieben: Safran frei zur Ernte ;-)
Sieht fast aus wie Safran, aber nicht ganz. Gerade die Safranfäden sehen anders aus als auf den Bildern. Also Vorsicht, Krokusse sind ziemlich giftig, Safran übrigens auch :mrgreen: 10g sind meist tödlich.

Grüße
abacus
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