Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

für den, der es mit dem Zweiradantrieb gemütlicher angehen will

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Arakis
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Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Arakis »

Ab Oktober ist es endlich so weit - wir starten unser Van-Life auf unbegrenzte Zeit. Unser erstes Ziel wäre Südafrika. Dabei ist es weniger die Frage OB es mit unserem Fahrzeug möglich ist, sondern WIE es möglich ist - Zeit ist kein Faktor, wir können uns Wochen/Monate lang Zeit lassen.

Wir fahren einen VW T4 Transporter (Lang), 102 PS, BJ 99. Kupplung + Getriebe neu. Den Wagen lassen wir höherlegen, BFGoodrich Reifen sind geplant. Klingt alles perfekt, nur leider hat das Fahrzeug weder Allrad, noch eine Differenzialsperre. Die Anschaffung eines anderen Fahrzeug ist (derzeit) keine Option.

Was wir immer stets mit uns führen:
- Erdanker, Wageheber "hi-lift" inkl. Feldgenadapter, genug Seil, gute Schneeketten von Pewag, manuelle Luftpumpe um den Reifen aufzupumpen, geladene Ersatzstarterbatterie, Faltbare Sandbleche von Uniko.

Werde aber wohl zusätzlich zu den faltbaren Sandblechen noch normale mitnehmen.

Das ist unser Setup. Und damit möchten wir in den Süden - egal wie.

Fragen:
- Auf weilen Teilstrecken gibt es keinen Alsphalt?
- Bzw. auf welchen Teilstrecken verwandelt sich der Weg zu einem "Sumpf", wo selbst LKWs kaum durchkommen?
- Welche Monate sollte man wählen (oder meiden), um am besten durch die "kritischen Stellen" zu kommen?
- Wieviel Bodenfreiheit sollte man "mindestens" haben? (klar, je mehr desto besser, schätze ich mal).
- Gäbe es die Option sich einfach mal 200-300 km ziehen zu lassen, sollte es wirklich nicht meher weiter gehen? Wobei ich dann eher Angst hätte dass nach 50km die Ösen ausgeleitert sind bzw. das Fahrwerk verzogen ;-)
- Reicht ein Ersatzreifen aus?

Vielleicht bin ich entweder youtube-Video geschädigt über horror-Szenarien, wo alles nur noch Matsch ist (wo selbst ich offensichtlich sehe, dass auch ich da nicht durchkomme), oder ggf. Leute am Werk waren, welche Dinge falsch machen (z.B. Seitenwege abseits der Transit-Route), oder einfach die falsche Jahreszeit genommen haben (z.B. weil sie Zeitdruck hatten).

Sollte es "nicht" möglich sein, frage ich mich, wie es z.B. Menschen von 20 Jahren mit einer "Ente" geschafft haben. Ok, die war auch bedeutend leichter und hatte so wenig PS, dass sie sich erst gar nicht tief eingraben konnte :-)

Lieben Gruß,
Arakis
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Uwe Schmitz
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Uwe Schmitz »

hallo arakis,
mach dir nicht zu viele sorgen, ob es möglich ist, es geht garantiert bei gefühlvoller fahrweise und nicht überladenem fahrzeug :!:
ich gehöre zu den von dir genannten entenfahrern, die durchgekommen sind, sogar 2x (mit der gleichen ente), und von 2016-2020 waren wir monateweise mit dem ding in südlichen afrika unterwegs ... geht alles. (siehe auch meine signatur)
streckenprobleme werden überbewertet, schwieriger finde ich die bewältigung der politischen probleme, geschlossene grenzen, visa, carnet de passage, coronabehinderungen ... :shock:
konkreter:
sowohl west- als auch ostroute sind momentan schwierig, auch ohne wegen corona-geschlossener grenzen, aber wenn du hier im forum googelst, wirst du immer wieder beiträge finden, dass reisende es geschafft haben.
die ostroute wäre für deinen bus die geeignetere strecke, von ägypten bis südafrika ist der weg bis auf teile in äthiopien und nordkenia asphaltiert, allerdings teilweise verschlaglocht :cry:
die frage ist nur, wie kommst du mit dem bus nach ägypten rein :?:
reisezeiten: im herbst hier losfahren, damit der saharabereich während des winters gekreuzt werden kann, danach kannst du den regenzeiten schwerlich entgehen, doch du hast ja zeit, zB. in kenia die regenzeit am strand zu verbringen ... :h:
soviel fürs erste
frohes planen wünscht
uwe
Arakis
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Arakis »

Hallo Uwe,
danke für die aufmunternden Worte. Was bedeutet für dich "Überladen", und welche Auswirkungen hat dies?

Wie ich sehe, bist du primär außerhalb der Regenzeit gefahren und hast es geschafft - wenn auch mit Hilfe deines Teams (dem Toyota, etc). Du warst vorne viel höher als Hinten von den Achsen her - war dies so gewollt bzw. welcher Effekt sollte damit erzielt werden?

Abgesehen von Schlaglöchtern und gab es ja scheinbar keine Nennenswerte Probleme mit "Bodenfreiheit". Meine These zu den Videos welche ich bisher sah: Entweder halt in der Regenzeit gefahren, oder die Leute fahren abseits der Haupt-Transitrouten um ihr Offroad-Gefährt auszureizen (was ich übrigens verstehen kann).

Bist du mal die Westroute gefahren?
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Uwe Schmitz
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Uwe Schmitz »

hallo arakis,
überladen bezieht sich immer auf das zulässige gesamtgewicht, das solltest du möglichst nicht erreichen, da rahmen, antrieb, federung etc. darauf abgestimmt sind. und da strassenautos (wie ente oder T4) nicht wirklich fürs gelände gedacht waren, möglichst 10 oder 20 % unter der gesamtzuladung bleiben.
das ist allerdings in der praxis kaum möglich, ist aber dann -bei nicht sehr vorsichtiger fahrweise (was aber im gelände nicht immer geht) - der grund für fahrzeugschäden. bei meiner ente war nach beiden transafrikatouren der rahmen so verzogen, dass er risse hatte und ausgetauscht wurde. jetzt ist ein viel stärkerer rahmen drunter (incl. radaufhängung, federung etc.), dass ihm auch 20% überladung auf 35.000 km südlichen afrikas nicht geschadet haben (aber das getriebe - ausgelegt für 12,5 PS-motörchen und dessen leistung - war überfordert damit!). :shock:
dass die ente bei den transafrikatouren so schräg stehend aussah, lag am gepäck, dass großteils hinten beladen war, und die federung war für dieses "dauergewicht" zu weich, also hinten eingesackt. nach den änderungen (s.o.) steht sie auf den bildern von 2016-2020 da, als wäre sie fast leer ... :lach:

hüte dich vor der regenzeit im gelände, da geht, wenn überhaupt, vieles nur noch mit allrad und sperren! Im damaligen zaire war jedes zweite längere matschloch für die ente alleine nicht mehr passierbar, gut, dass der toyo mit war :oops: :!:
wer einen richtigen geländewagen hat, ist nicht, wir wir, auf die befestigten hauptrouten beschränkt und will auch mal "wildere" strecken bezwingen, dort entstehen dann die abenteuerlichen (gruseligen) youtube-videos. :shake:

meine beiden strecken waren: tunesien-algerien-togo-nigeria-kamerun-zaire-uganda-kenia und tunesien-ägypten-kenia-zambia-namibia-südafrika-zimbabwe-tanzania-kenia, aus mombasa wurde jeweils zurückverschifft. sonst kenne ich westafrika nicht, bin eigentlich mehr sahara- und nahost-freund, BPfeilB da wo's meist trocken ist :!:

viele grüße
uwe
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Wolfgang131
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Wolfgang131 »

Hallo,
die Frage ist weniger ob es geht, sondern ob es Spass macht.
Ich war seit Herbst 2018 insgesamt 19 Monate im südl. Afrika (verschifft) und habe etwa 1 Dutzend Reisende getroffen, die über die West- als auch über die Ostroute gefahren sind. Man kann also fahren.
Konkret ist ein Freund von mir die Westroute runter (Nigeria umschifft) und im Osten hoch. Er ist z.Z. in Uganda.
Er hatte insgesamt 7 Monate "Standzeit" wegen Corona, Malaria und Schwarzfieber.
Mit einem Schweizer war ich im Mai 2021 unterwegs, der die Westroute gefahren ist. Er hat Mali westlich umfahren. 4 Monate Pause wegen Corona. Das Nigeria-Visum hat er in Benin erhalten. Dazu war eine Einladung notwendig. Diese hat online 120$ gekostet.
Das schlimmste Land war die DR Kongo. Nur 3 Tage Transit-Visum. Die Zeit war nicht einzuhalten. Das Grenzgebiet Nigeria/Kamerun ist sehr gefährlich.
Für mich abschreckend ist, daß man viele Länder nur quert ohne etwas zu sehen. Eine Verschiffung ins südl. Afrika ist günstiger und Du kannst problemlos bis Kenia oder auch nach Angola (wenn Corona will).
Eine interessante Alternative ist über den Iran und dann von Dubai nach Dschibuti verschiffen. Den Tipp habe ich von einem deutschen Paar.

Ich habe einen Franzosen getroffen, der hatte sich 2 unabhängig Handbremsen eingebaut, so dass er quasi eine hintere Sperre hatte.

Viele Grüße
Wolfgang
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Achim Vogt
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Achim Vogt »

Ich schließe mich dem Gesagten an: Die Fahrt ist mittlerweile technisch ohne Probleme machbar. Auch der von Uwe genannte Streckenabschnitt von Marsabit nach Moyale (Äthiopien nach Kenia) soll inzwischen geteert sein (die Chinesen machen es möglich), ebenso die alte Horrorstrecke von Nigeria nach Kamerun (wo es epische Videos gibt). Selbst die historische Hoggar-Route von Algerien nach Niger ist inzwischen bis zur nigrischen Grenze geteert - allerdings nun, wie von Uwe angedeutet, aufgrund politischer bzw. terroristischer Probleme nicht mehr befahrbar.

In der Tat überwiegen zur Zeit die anderen, von Uwe genannten Probleme. Wenn es für Euch geht (auf der Ostroute ist zum Beispiel Äthiopien derzeit wegen des Tigray-Krieges geschlossen, auf der Westroute sind viele Landgrenzen wegen Corona weiterhin dicht), dann ist eher die Entscheidung, was Ihr Euch und Eurem T4 zumuten wollt: Wollt Ihr Marsabit - Moyale auf der Hauptstrecke fahren, wo nach der Teerung auch die Sicherheitsprobleme weniger geworden sein sollen, oder wollt Ihr vielleicht doch die wesentlich anspruchsvollere Turkana-Route nehmen?

Viele Grüße
Achim
Surfy
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Surfy »

Schon im 2012 gab es einen Reisenden der Transafrika Ost und Westroute mit einem VW Käfer und Wohnwagen absolviert hat. Der hatte aber doch noch jede Menge Hilfe gebraucht.

Hier im Forum haben wir in den letzten Jahren schon einige Bilder von schönen breiten Strassen gesehen - anstelle der alten Tracks. Heute müsstest Du solchen "Spass" schon gezielt suchen (vermutlich beginnend ab 100m neben der Strasse :mrgreen: ) DH der Bus sollte das schon im Originalzustand entspannt packen.

Mein Rat wäre - reist so leicht wie möglich. Eure Ausrüstungsliste mit Hilift, Erdanker und Sandbleche liest sich nach einer Offroad-Tour, die ihr aber mit dem genannten Fahrzeug vermutlich nicht machen wollt. Lieber den Augenmerk auf die wichtigen Dinge legen: Schlafkomfort, Campkomfort und Reisekomfort.

Surfy
Rufus
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Rufus »

Genau!
Dann noch ein 12V-Solarpanel und eine gescheite Kompressor-Kühlbox!
Da hat man dann wenigstens noch ein kaltes Bier, wenn man schon nicht weiter kommt... :lach: :h:
LG
Rudi
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Surfy »

Rufus hat geschrieben:
Mi 30. Jun 2021, 12:35
Da hat man dann wenigstens noch ein kaltes Bier, wenn man schon nicht weiter kommt... :lach: :h:
:lach: Der war wieder gut :wink:

Ich habe mir kürzlich mal wieder Gedanken gemacht, welche Sachen mir wirklich wichtig sind für längere Reisen im Fahrzeug. Mal so ganz grundsätzlich. Ich war selber erstaunt dass ich dabei weder Bodenfreiheit, Seil-Winde, 4x4 oder Sandbleche genannt habe - noch einen Kompressor....

Das ganze Offroad gedöns zählt einfach nicht, wenn man nicht bequem schlafen kann oder die Campingstühle nichts taugen.

Das sieht bei einer 1-Wochen Tour vielleicht noch unwichtig aus - aber mehrere Wochen / Monate am Stück - hilft es sehr wennn die Basics stimmen.

Artikel: https://vanlife.4x4tripping.com/2021/06 ... avels.html

Leider nur in meinem (D)englisch verfügbar.

Ein VW T4 Transporter bietet da zumindest eine tolle Basis um sich behaglich einzurichten. Gerade in der "lang" Version.

Surfy
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von skrewdriver »

hallo arakis
mein wissen zur westküste,ca. 9 jahre alt.
ich kenne den t4 sehr gut und auch seine zuverlässigkeit.fahre selbst auch einen bj. 2000 mit 350tkm.
ich selbst bin mit einem t5 4x4 die strecke von deutschland die westküste runter bis ghana und über die elfenbeinküste wieder zurück.
diese strecke ist mit einem normalen t4 jederzeit machbar.
dann bin ich vor 9 jahren mit einem iveco bremach die westküste komplett runtergefahren,bis johannesburg.
jedoch in etappen,unterwegs immer wieder geparkt,zurückgefloegen und ein paar monate später weitergefahren.
zu unserer strecke kann ich folgendes sagen.viele schwierigkeiten der strecke die wir gefahren sind ,kannst du auslassen und eventuell normale transitstrassen fahren.(tschad,ringroad kamerun in der regenzeit und anderes)
etwas besonderes streckentechnisch war die fahrt durch den kongo.
wir sind von brazzaville über die berge ins demokratische kongo.uns würde gesagt der direkte weg nach kinshasa sollen wir auf jeden fall meiden.diese strecke über die berge geht problemlos wenn es nicht regnet mit 4x4.wenn es regnet kannst du es vergessen.
also für dich würde ich dir die strecke von pointe-noire,cabinda nach mandati vorschlagen.es handelt sich um eine transitstrecke die auch von lkw genommen wird.die sollte ausserhalb der regenzeit für einen t4 machbar sein.
der rest durch angola bis südafrika dürfte kein problem sein.
wenn du mehr wissen willst und details musst du dich melden.(PN)
ich habe das ganze mit carnet durchgeführt und würde es dir auch empfehlen.dann geht auch alles ohne schmiergeld.
gruss matthias
Birgitt
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Birgitt »

Hallo Matthias,

wir würden uns sehr freuen, wenn der weitere Austausch nicht via PN läuft.
Das Thema ist spannend und interessiert sicherlich viele hier. Dafür ist das Forum doch da ;-)

Viele Grüße
Birgitt
skrewdriver
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von skrewdriver »

hallo birgitt
kein problem,mach ich gern,
nur, es kommt auf die fragen an.
gruss matthias
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Peter D
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Peter D »

wenn man gewohnt ist an seine Grenzen zu gehen und die Faszination im "Einfachen" findet, geht so ziemlich alles..

https://sahara-overland.com/2021/05/20/ ... ns-1983-4/

es gibt Klassiker-Schwachstellen, die sollte man kennen.. z.b. die Hinterachse..

Ich hatte eine komplette Ersatzvorderachse (neben kompletten Zweitmotor und nochmal Kolben- und Kolbenringe um ein drittes mal den Motor zu revitalisieren..und vieles mehr) Die Hinterachse hatte ich überschätzt und leider nicht dabei.. musste man mehrmals "gerade biegen.."

Ob das beim T4 ausgemerzt wurde kann ich nicht sagen, VW kontaktieren..
2.png

lg Peter
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von Thomas Lehn »

Servus Arakis,
eine Transafrika, gleichgültig ob West- oder Ostroute, wird nach wie vor und sicher auch in absehbarer Zeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sein.
Fahrtechnisch grundsätzlich kein Problem mit dem T4. Die Hauptstrecken über den Westen sind bis auf ca. 200 Kilometer in Gabun, Rep. Kongo und Dem. Rep. Kongo asphaltiert, der Osten ist komplett auf Asphalt zu fahren. Viele der wesentlich interessanteren Nebenstrecken sind jedoch nur mit 4x4 und entsprechender Bodenfreiheit zu bewältigen.
Politisch sieht es dagegen ganz anders aus! Sowohl im Westen als auch im Osten sind derzeit nahezu unüberwindbare Hürden aufgestellt! Und dazu kommt natürlich noch die Corona-Problematik, viele Grenzen sind deshalb geschlossen. Und die nächste Welle hat Afrika bereits fest im Griff!
Wir haben unsere geplante Afrika-Tour auf Oktober 2022 verschoben, vorher hat es definitiv keinen Sinn ...
Geh mal auf · · ·, da findest Du viel Interessantes von unserer Zeit in Afrika zwischen 2014 und 2019 ...
Viele Grüße aus Sibiu/Rumänien
Conny & Tommy
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WolfgangT2b
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Re: Mit Front-Antrieb (2x4, 2WD) OHNE Differenzialsperre von Nord- nach Südafrika

Beitrag von WolfgangT2b »

Hallo Arakis,

wie Dir schon andere geraten haben: mach' Dir da keinen zu detaillierten Kopf und nimm nicht für jede denkbare Situation spezielles Equipment mit. Man braucht viel weniger als man glaubt und sehr viel weniger, als Youtube und Co glauben machen.

Wir fahren den Großvater Eures T4, haben nur 50 PS, weder Allrad noch Diff, sind nicht hochbeinig und mit 2,4 t deutlich zu fettleibig. In den letzten knapp 30 Jahren sind wir 250.000 km kreuz und quer durch Ost- und Südafrika gefahren, fast immer allein. Mal 5000 km feinster Asphalt, mal 100 km Sand mit 1 bar im ersten Gang. Wir haben endlose Male festgesessen, Pannen gehabt, Teile gebraucht, aber wir haben nie wirklich schwere Probleme gehabt. Kleinere Probleme und deren erfolgreiche Lösung gehören aber unbedingt ins Programm, das ist der Unterschied zur organisierten Reise. Ok, es waren auch ein paar größere Dinger dabei, wo wir mal ein paar Tage festgesessen haben. Zwei Tage im Schlamm gesteckt, bis uns das Militär herausgezogen hat. Ein paar Tage im Busch, bis ich die gebrochene Hinterachse repariert hatte, und so. Aber hey, es ist ein Camper, wir haben in dieser Zeit immer noch gut "gewohnt".

Mein Rat wäre vor allem: nimm nicht zu viel mit. Je schwerer die Kiste, desto härter die Arbeit und desto größer die Belastungen und die Ausfälle.

Wir haben vor vielen Jahren in der Sahara mal Schneeketten im Schlamm benutzen müssen. Seitdem habe ich sie immer mit mir herumgeschleppt - und nie wieder gebraucht. Vor 10 Jahren sind sie rausgeflogen und schon waren wir 10 kg leichter. So haben wir es im Laufe der Zeit mit Etlichem gemacht, was wir anfangs für unentbehrlich hielten, z.B. 20 kg Standheizung (Afrika ist warm), 40m Stahlseil (jetzt modernes Leichtgewichtsseil), schweres Nice-to-have-Sonderwerkzeug (leichtes Universalwerkzeug), einige Stahlteile (Alu). Dafür ist anderes, Wichtigeres, reingekommen: mindestens 2 Ersatzräder, Sprit für 1500 km, Wassertanks, Solaranlage, reichlich Ersatzteile.

Wir sind nie auf eine Werkstatt oder ein Abschleppunternehmen angewiesen gewesen. Afrika frisst keine Autos, es sei denn, der Fahrer möchte das wegen Youtube oder Blog oder Spaß an Bocksprüngen. Man braucht heute auch keine "Expedition nach Afrika" mehr zu machen. Dort lebt man nicht mehr auf Bäumen, dort gibt's Internet und Supermärkte. Ich gebe ja zu, dass der Begriff "Expedition" einfach was hermacht, aber frag' mal Afrikaner, wie sie das sehen.

Wir trafen in Kenia einen jungen Dänen mit einem uralten Mini, fast ohne Ersatzteile und ohne besondere Ausrüstung - auf dem Weg von Kopenhagen nach Kapstadt. Er ist gut angekommen. Und von dieser Sorte haben wir viele getroffen.

Inzwischen kannst Du mit einem tiefergelegten Golf von Kapstadt nach Addis fahren.

Afrika hat viele gute Straßen (immer mehr, ja, und auch Schlaglöcher), hervorragende Pisten, ausgesprochen hilfsbereite Menschen und mittlerweise auch ein recht gutes Kommunikationsnetz. Und natürlich auch abgelegene und schwer zugänglich Ecken, die einen Besuch unbedingt wert sind. In solchen Fälle haben wir viele Male vor Ort Gleichgesinnte getroffen, mit denen wir dann eine Zeit lang zusammen gefahren sind. Andererseits sind wir mitten in der Regenzeit quer durch die Chalbi-Wüste zum Turkana-See gefahren. Regen und Sand können eine perfekte Mischung sein. Regenzeit heißt eben nicht, überall Schlamm bis zu den Ohren.

Viel Aufwand wirst Du aber, wie Uwe schon schreibt, in ganz andere Themen stecken müssen. Politik (Visa, Grenzschließungen, Unruhen, Wahlen, Attentate), Zoll (Carnet, TIP), Klima (Regenzeit, Unwetter, Hurricans) und Gesundheit (Corona, Gelbfieber, Malaria und andere). Vielen Leuten haben diese Themen den Spaß am Reisen verdorben.

Wie hier schon von anderen erwähnt, würde ich aufgrund der aktuellen Situation ernsthaft über eine Verschiffung ins südliche Afrika nachdenken. Namibia wäre ideal. Nach Kenia (wir waren oft dort) ist es deutlich riskanter. Wir trafen Leute, deren Auto seit vier Monaten in Mombasa im Zoll stand, weil sie das unverschämte Schmiergeld nicht bezahlen wollten.

ich find's schön, dass es gerade in dieser Zeit Leute gibt, die runter nach Afrika wollen. Unbedingt machen!! Und nicht zu viel planen und organisieren. Afrika ist ideal dafür, sich auch mal in unbekannte Gefilde treiben zu lassen, wenn sich plötzlich Optionen auftun. Das sind die Situationen, die uns auch nach vielen Jahren noch am lebendigsten vor Augen sind.

Viel Spaß und gute Fahrt

Wolfgang, für den es in zwei Wochen endlich wieder losgeht
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