DR Kongo - Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

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Birgitt
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DRC - Kongo - Moba - Kirungu - Übernachtung - Manono

Beitrag von Birgitt »

Moba

Größer als Pweto, Infrastruktur ähnlich:

Kein ATM, kein Internet-Café, Mobiltelefonnetz funktioniert ab und zu, jedoch kein SMS-Versand.
Strom sporadisch, keine Tankstelle (Sprit aus Kanistern/Flaschen), kein Hotel.
Relativ großer recht gut bestückter Markt - keine Autoersatzteile, dafür alles fürs Fahrrad ;-)

Camping möglich auf dem Gelände der kath. Mission, ebenso Übernachtung im Guesthouse der Mission
(Ü im EZ/DZ = 15 US$, Zimmer einfach aber sauber, kein fließendes Wasser) - GPS S 07.03.523 / E 29.43.982

GTZ Niederlassung in Moba, keine deutschen/europäischen Mitarbeiter vor Ort.
Größere Base des UNHCR in Moba, inkl. Restaurant (Zutritt mit Besucherausweis in Begleitung von UNHCR-Mitarbeitern möglich).

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Zuletzt geändert von Birgitt am Mo 16. Aug 2010, 23:55, insgesamt 2-mal geändert.
Birgitt
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Kongo - DRC - Mission - Kathedrale - Kloster - Tanganyika

Beitrag von Birgitt »

Die katholische Mission in Moba -
Kloster und Kathedrale, erbaut vor mehr als 100 Jahren von den Belgiern

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Ein imposantes Bauwerk ...

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... bestens erhalten und wunderschön gelegen.

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In jeder Ecke finden sich Relikte der Kolonialzeit -
vom Käfer ...

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... bis zum Harmonium ;-)

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Abendstimmung am Lake Tanganyika.

Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, denn es ist der 24.12.2009 - Heiligabend.
Der Klang der Glocken vermischt sich mit dem Halleluja der Christmette ...

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abacus
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Re: DR Kongo - Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

Beitrag von abacus »

Danke für den Bericht, bitte weiter so!

Grüße
sven
Birgitt
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Kongo - DRC - Moba - Kirungu - UN - UNHCR - Markt

Beitrag von Birgitt »

Sehr gerne, Sven.


Ein Spaziergang durch Moba/Kirungu

Das Ortsbild wird geprägt von Fußgängern, Fahrrädern
und ab und zu einem Fahrzeug der UN ...

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Handyladen -
auch im Kongo nicht mehr wegzudenken!

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Der Markt in Moba -
Verkauf von Erdnüssen, Tomaten und Cassava-Mehl (Maniok)

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Die Markthallen -
Gemüse ...

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... und Trockenfisch

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Hühner und Enten ...

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... wechseln ihren Besitzer

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Stoffe, sehr beliebt auch mit religiösen Motiven

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Fahrrad-Geschäfte bieten alles ...

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... was das ultimative Bikeherz begehrt ;-)

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Man entdeckt interessante Hausfassaden ...

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... und Spielhallen, mit Kronkorken als Spielsteine

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Birgitt
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Kongo - DRC - Moba - Kirungu - NGO - Coopi - Cholera

Beitrag von Birgitt »

Die NGOs betreiben einen lobenswert hohen Aufwand an Aufklärungsarbeit.

Auf der gesamten Strecke ist mir sehr positiv aufgefallen, dass niemand Lebensmittel mit den Fingern anfasst. Selbst Kinder, die Obst, Brot oder Krapfen verkaufen, reichen einem die Lebensmittel entweder mit einer Gabel oder mit einer umgestülpten kleinen Plastiktüte, in die sie die Ware dann auch gleich verpacken.

So einfach die Verhältnisse in der Region auch sein mögen, es wird penibel auf Hygiene geachtet. Hinweise zur Cholera-Prävention sind an einigen Hauswänden öffentlich angeschlagen

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Die diversen Tafeln mit dem Hinweis auf ein Programm zur psychosozialen Unterstützung und Wiedereingliederung der Opfer sexueller Gewalt erinnern deutlich an die Nachwehen des Krieges, an Übergriffe seitens Militär und Rebellen, die in vielen Landesteilen (vielleicht sogar hier?) auch heute noch an der Tagesordnung sind

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Projekte zum Wiederaufbau der Infrastruktur:
Brücken, Pisten, Wasserversorgung, Krankenhäuser -
koordiniert von einer italienischen NGO http://www.coopi.org/

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die sich auch die Mühe mit dieser Karte gemacht hat.

Da es bei uns im Handel keine Detailkarten der Region gibt, ist dies für nachfolgende Traveller vielleicht eine kleine Hilfe für die Region Pepa/Moba in Katanga.

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chris-123
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Re: DR Kongo - Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

Beitrag von chris-123 »

danke herzlich und vielmals für deinen bericht und die photos!! gerne mehr ;D
Birgitt
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Kongo - DRC - Moba Port - MV Maman Juliana - Kalemie - Fähre

Beitrag von Birgitt »

Es wird Zeit zum Hafen zu kommen, um 14 Uhr sollen wir das Auto verschiffen.

Da ist es ...

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... unser Schiff !

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Was uns im Hafen erwartet, ist der helle Wahnsinn. Wir erkennen das ganze nicht wieder, Menschen überall. Wir kommen kaum durch bis zur Schranke. Ich steige aus, erkläre den Militärs an der Schranke, dass wir zu Papa Lutimba aufs Boot wollen. Die Schranke geht auf, und gleichzeitig mit unserem Fahrzeug drängen Menschenmassen zum Pier. Es geht nicht vor und nicht zurück. Ganz langsam bewegen wir uns nach vorne zum Schiff - und glauben nicht richtig zu sehen. Das Boot ist voller als vollgeladen, liegt über einen Meter tiefer im Wasser als gestern. Wir haben keine Ahnung wie wir das Auto aufs Boot bekommen sollen. Es gibt auch keine Möglichkeit zu rangieren, da der Pier genau so breit ist wie unser Auto lang. Immer mehr Menschen strömen zum Boot, auf das Boot ... Bewaffnetes Militär ist im Einsatz, um die Menschen dort in Schach zu halten und wenigstens ein Teil von ihnen zurück in den Hafen zu drängen. Alles wuselt, schreit und kreischt durcheinander.

Dann geht auf einmal alles sehr schnell. Ein Dutzend Männer rucken das Auto rum und schieben es blitzschnell über eine aus Fischsäcken gebaute Rampe runter aufs Boot. Jemand springt ans Auto und lässt blitzschnell an allen 4 Reifen die Luft raus "pour raisons de sécurité" 8) Gleichzeitig wird das Auto noch festgezurrt, wozu auch immer, es könnte eh nirgends hin ;-) Ich bekomme auf dem Pier einen Schubs verpasst und lande neben dem Auto im Trockenfisch ;-) Weitere Menschen stürmen das Boot. Immer mehr Kisten und Säcke werden ums Auto rum gepackt. Ich beeile mich ins Fahrzeug zu kommen, denn schon bald lassen sich die Türen nicht mehr öffnen. Wir sind gefangen. In unserem eigenen Auto. Und wir wissen in dem Moment, dass es keine gute Idee war das Auto aufs Schiff zu verladen. Aber das konnte gestern niemand ahnen.

Um es kurz zu machen - wir sind auf einem etwa 35-40 m langen Boot zusammen mit Bergen von Trockenfisch, Säcken, Fässern, Getränkekisten und anderem Transportgut sowie etwa 500 Menschen. Alleine 9 Männer (!) haben es sich auf unserer Motorhaube bequem gemacht. Bis UK Fenster ist das Auto ringsum mit Kisten und Gepäck zugestellt, darauf sitzen Männer, Frauen, Kinder, Enten und Hühner. Niemand an Bord kann sich noch bewegen. Das Schiff legt ca. 18 Uhr mit ziemlicher Schräglage ab, denn wir können zwischen den Köpfen der Leute hindurch den vorderen Mast sehen - und damit die Schieflage. Die Stimmung an Bord uns gegenüber ist nicht die beste, denn in den Augen der Leute nehmen wir zu viel Platz weg. Womit sie recht haben. Wir sind aber wahrscheinlich auch mit die einzigen, die ein bezahltes Ticket vorweisen können. Die Nacht bricht heran und wir hören das ferne Grollen eines Gewitters. Irgendjemand stimmt ein Gotteslied an, es ist das Lied, was auch am heiligen Abend in der Kathedrale von Moba immer wieder ertönte. Immer mehr fallen ein in den Gesang. Die ersten Blitze zucken und werfen ab und zu ein gespenstisches Licht auf diese Szenerie. Einige Kilometer vor Kalemie sehe ich durch die Köpfe der Menschen hindurch auf dem Wasser Dutzende von Fischerbooten, die im Schein von flackernden Öllämpchen ihrer Arbeit nach gehen. Als Unbeteiligter betrachtet mutet es ziemlich romantisch an, ähnlich wie "Papa Wemba, on the Congo River" - wenn man sich aber mitten in diesem "falschen" Film befindet, ist es eher unlustig.

Irgendwann in der Frühe setzt auch der große Gewitterregen ein und eine riesige UNHCR-Plane wird über die Köpfe und unser Auto hinweg durchgereicht. Wie in einem Kokon fühle ich mich nun endgültig eingesperrt und bemühe mich nicht daran zu denken, was passiert, wenn das Schiff kentert .... Nach einer langen Nacht, in der wir kein Auge zugemacht haben und mein eigenes Kopfkino fast Amok gelaufen ist, erreichen wir in der Morgendämmerung Kalemie. Wir können erst bei Sonnenaufgang in den Hafen einlaufen, wenn die Sicht es zulässt. Erleichterung macht sich bei uns breit, als wir die allgemeine Hektik wahrnehmen, mit der die Menschen von Bord strömen. Immer mehr Säcke werden entladen, immer mehr Kisten verlassen das Schiff.

Nach 15 langen Stunden kann ich nun wieder die Fenster öffnen und sehe Papa Lutimba auf der Brücke stehen, der sofort ruft "Brigitte, ça va bien?" Er strahlt, als er meinen hocherhobenen Daumen sieht ;-)
Zuletzt geändert von Birgitt am So 28. Nov 2010, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
Birgitt
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DRC - Kongo - Fähre - Ferry - Moba - Kalemie - Uvira

Beitrag von Birgitt »

In dem bisherigen heillosen Durcheinander bestand keinerlei Chance, Fotos zu machen. Abgesehen davon, dass ich in dem ganzen Chaos nicht ein einziges Mal an Fotos gedacht habe. Erst jetzt, in Kalemie, als sich die Lage wieder entspannt hatte und alles gesitteter ablief, hatten wir wieder die Möglichkeit zu fotografieren - wenn die Hafenpolizei nicht gerade in unsere Richtung blickte ;-)

Die ersten heimlichen Fotos aus dem Fahrzeug -
hier ein Blick durch die Windschutzscheibe - die Menschenmassen lichten sich ...

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... auch das ans Auto gehangene Gepäck wird langsam weniger

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Die ersten Menschen gehen von Bord

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Die Plane, unter der die Menschen Schutz vor dem Regen suchen, wird langsam angehoben

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Mittendrin in langen dunkelgrünen Regencapes die Herren der Hafenpolizei

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Sehr schön zu erkennen, dass es sich bei der Plane um UNHCR-Folie handelt, die üblicherweise beim Bau von Flüchtlingslagern zum Einsatz kommt.

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Jeder sucht nach etwas anderem, Gepäckstücke, verlorene Schlappen, Kapitäns-Fische ...

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Weitere Leute tauchen aus dem "Schiffsbauch" auf

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Birgitt
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Kongo - DRC - Tanganyika - Tanganjika - Hafen - Kalemie

Beitrag von Birgitt »

Endlich - die Beifahrertüre lässt sich schon wieder einen kleinen Spalt öffnen,
so dass man aussteigen kann.

Die Motorhaube hat die Nacht auch überlebt, wenn auch leicht eingedellt ;-)

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Und das Dach des Schiffs - die UNHCR-Plane - hängt immer noch mit einem Zipfel am Fahrzeug

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Mir ist rätselhaft, wie diese Massen an Menschen, die das Schiff nun verlassen, alle an Deck gepasst haben

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Auch das Moped muss noch an Land ;-)

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Birgitt
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Lake Tanganyika Fähre Ferry Ferryboat Moba Kalemie Uvira

Beitrag von Birgitt »

Ganz allmählich lässt die allgemeine Hektik nach ...

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... und das Schiff wird neu beladen für die Weiterfahrt nach Uvira

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Ein kurzer Spaziergang auf der Brücke ...

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... und ein Blick von der Brücke hinab.

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Daumen hoch, alles ok ;-)
Der Kapitän-Fisch ist neu an Bord - die 5, die vorher dort hingen, sind bereits an Land gegangen ;-)

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Eigentlich könnte es losgehen - alle haben es sich bereits irgendwie zwischen den Fischsäcken gemütlich gemacht. Das Schiff kommt mir nun total leer vor, kaum Ware, wenige Menschen - alles haben ausreichend Platz, die Stimmung ist gut!

Doch leider gibt es Probleme im Hafen - wegen uns. Mittlerweile sind wir nämlich 4 Weiße an Bord. In Kalemie sind zwei Backpacker aus Rumänien zugestiegen, ebenfalls mit dem Bradt Travel-Guide unter dem Arm ;-) Sie haben bereits seit einer Woche in Kalemie auf eine Möglichkeit gewartet, Richtung Norden zu kommen.

Bei 4 Wazungu an Bord ist die Hafenmeisterei der Meinung, dass der arme Papa Lutimba nun deutlich mehr Hafengebühr zu zahlen hätte. Doch Lutimba bleibt hart - aber die lautstarken Verhandlungen dauern bis zum späten Nachmittag an.

Das ist für uns alle kein Problem, denn die Sonne hat sich zwischenzeitlich blicken lassen und wärmt die frierenden und nassen Körper und außerdem gibt es allerhand Leckereien! Die Buschtrommeln haben im Ort die Neuigkeit des im Hafen liegenden Schiffs wie ein Lauffeuer verbreitet und schnell werden am Pier leckere frische Krapfen, gutes frisches Brot und sogar frisch zubereitetes und portionsgerecht verpacktes Ugali verkauft ;-)

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Endlich - wir legen ab!

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Mit den letzten Sonnenstrahlen verlassen wir den Hafen von Kalemie in Richtung Uvira

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Der Wind ist frisch und sobald die Sonne am Horizont versinkt wird es kühl. Die Menschen sind müde, insbesondere nach der anstrengenden vergangenen Nacht, in der niemand von ihnen Platz hatte sich hinzulegen. Sie ziehen die Plane zum Schutz vor der Kälte über sich und schon bald hört man nur noch das Tuckern des Motors ...

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Re: DR Kongo - Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

Beitrag von Birgitt »

Das Logo des UNHCR bzw. der UN zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Reise. Selbst das unterwegs gekaufte Wasser ist verziert mit dem Emblem der UN.

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Birgitt
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DRC Uvira Bukavu UNHCR UN Süd-Kivu Tanganyika

Beitrag von Birgitt »

Nach einer ruhigen Nacht legen wir im Hafen von Uvira an -
das Boot wird komplett entladen bis irgendwann niemand mehr außer dem G und uns an Bord ist.

Dann beginnen die Verhandlungen mit den Autoritäten der Hafenmeisterei und des Distrikts Süd-Kivu, welcher Betrag zu zahlen ist, um das Auto erstens von Bord zu bekommen und zweitens den Hafen verlassen zu dürfen. Die Verhandlungen gestalten sich einfacher als erwartet und wir sind uns schnell handelseinig.

Schnellen Schrittes gehe ich vom Hafengebäude Richtung Boot, als sich mir ein kleiner runder Kerl in weißem Lackieranzug in den Weg stellt und mich anherrscht "Documents de vaccination!" - Kein "Guten Tag" kein gar nichts, einfach nur "documents de vaccination" ... er sieht aus wie die dunkle Kopie von Danny de Vito und ich kann mir ein Grinsen nur mühsam verkneifen. Die Impfpapiere will er sehen. Ok - hier sind sie. Er blättert durch und entdeckt alles abgelaufene Impfungen, selbst die, die wir vor Abreise frisch gemacht haben ;-) Als ich ihm freundlich entgegne, dass diese Impfungen keineswegs abgelaufen sind, erklärt er in schneidendem Ton, der keinen Widerspruch duldet: "wenn ich sage, sie sind abgelaufen, DANN SIND SIE ABGELAUFEN!". Es soll mir egal sein - ich überlasse ihm unsere Impfpapiere, soll er doch damit machen was er will ...

Wir fahren das Auto von Bord, als plötzlich dieser kleine Giftzwerg wieder auftaucht, freudestrahlend mit unseren Impfpässen wedelt und ruft "Ich habe euch geimpft! Das macht 20 US$". Ich dachte ich sehe nicht richtig. Hat er doch tatsächlich in unseren Impfpässen rumgefuhrwerkt und Fake-Impfungen an Fake-Tagen am nicht lebenden Objekt vorgenommen :shock: Unglaublich! :twisted: :twisted: :twisted:

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Wir nehmen ihm unsere Impfpässe ab, geben ihm ein paar von unseren restlichen kongolesischen Francs und dann fahren wir trotz seines Protests vom Hof.

Über das "wohin" brauchen wir nicht lange nachzudenken - erst einmal über eine der wenigen Asphaltstraßen des Landes in Richtung Bukavu.

Der Asphalt ist gut ...

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... bis auf einige wenige Teilstücke

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Auf dem Weg nach Norden passieren wir linkerhand die Lager der Blauhelme. Bukavu selber sparen wir uns. Genug der Behördengänge ;-) wir entscheiden uns für den kleinen Grenzübergang Kamanyola - Bugarama nach Ruanda. Den Grenzposten erreichen wir kurz nach 17 Uhr - das passt, denn um 18 Uhr schließt die Grenze.

Wie auch bei der Einreise erleben wir eine sehr korrekte, schnelle (max. 10 Minuten) und überaus freundliche Abfertigung bei der Ausreise.

Wie wir nun erfahren, ist dies auch die "Mainroad" nach Bukavu. Der Asphalt auf Kongo-Seite reichte genau bis zu diesem Grenzposten. Die Straße durch Kongo nach Bukavo muss eine Katastrophe sein ... einem Traveller mit einem Single-Entry-Visum für DRC ist der "Schlenker" auf Asphalt über Ruanda nach Bukavu jedoch nicht möglich.

Und hier geht es weiter :arrow: Ruanda / Transit von DRC nach Uganda

Gruß
Birgitt
Kuno
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Re: DR Kongo - Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

Beitrag von Kuno »

Soviel wie du immer ueber all die Krankheiten schreibst, kann eine zusaetzliche Impfung wirklich nicht schlecht sein :mrgreen:
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