Autounfall in Jordanien

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Ute Peetz
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Autounfall in Jordanien

Beitrag von Ute Peetz »

Liebe Wüstenschiffer,
schade, dass ich euch erst heute gefunden habe... Ich habe ein Riesenproblem! Am 06.09.08 hatten wir einen Unfall auf dem Dessert-
highway in der Nähe von Amman. Ein LKW hat uns von der Bahn "geschossen". Insassen sind o.B., AUDI hat Totalschaden. Zumindest für uns. Versicherung des LKW-Fahrers (der anerkannt Schuld hatte) ließ sich lange Zeit. Wir mußten abreisen, ohne Auto. Ich habe einem Zufallsbekannten Vollmacht gegeben, mit der Versicherung zu verhandeln. Aber was passiert mit dem Carnet de P.? Ich habe es dort gelassen in der Hoffnung, dass ich einen Zollstempel bekomme, weil Totalschaden(Verschrottung). Verschrottungsschein gibt es in Jordanien aber nicht.( ich habe mal irgendwo gelesen mit diesem Schein braucht man den Wagen nicht mehr auszuführen und zahlt auch keinen Zoll). Hat jemand Erfahrung, bzw. einen Tipp, wie ich um den Zoll herumkomme?. Ich kann den Wagen hier nicht mehr fahren. Der Rahmen ist verzogen, der Motor kaputt, die Blechteile sind wahrscheinlich das Wenigste. Der Wagen soll dort bleiben, den habe ich abgeschrieben, aber jetzt geht es um den Zoll.Der ADAC kann leider auch nicht helfen.Gruß UTE
Helmut Pfister
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Helmut Pfister »

Hallo Ute
Hast du schon mal Kontakt mit der deutschen Botschaft aufgenommen? Vieleicht haben die noch einen Tip wie du an einen "Verschrottungsschein" kommst.
Ansonsten muss entweder das Auto (oder besser gesagt der Schrott) verzollt werden, oder das Auto muss außer Landes. Die letzte Möglichkeit ist, du schreibst die Bürgschaftssumme für das Carnet ab und hoffst dass sich die Jordanischen Behörden nie beim ADAC melden.

Sorry, dass ich dir nicht wirklich mit einem guten Tip helfen konnte, aber einer Bekannten ist etwas ähnliches mit einem Auto in Ägypten passiert und es wurde am Ende ziemlich teuer.

Gruß Helmut
fuchs
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von fuchs »

Ich würde mal mit denen vom Adac sprechen, dass die Zollbehörden dir das letzte Blatt im Carnet ausfüllen sollen, und der Adac das Akzeptiert. Ich habe das auch immer wieder gegenüber dem Adac zur Sprache gebracht, was passiert falls der Wagen nicht zurückkommt. Da hieß es, dass die letzte Seite ausgefüllt sein muss.
Beispiel: Wenn du dein Auto in z.B. Gambia verkaufst, dann sagte mir Joe (Autohändler+ Campingplatzbetreiber)würde er das Carnet ausgefüllt zurückschicken damit das Geld vom Adac zurückkommt.
Die letzte Seite informiert über den korrekten Verbleib, normalerweise füllt das der deutsche Zoll aus. Stempel und Unterschrift usw.. Aber wenn das eine jordanische Zollbehörde ausfüllt müsste das auch akzeptiert werden.
Notfalls kann man ja eine kleine Gebühr bezahlen. Und nicht vergessen den Ausreisezettel auch noch ausfüllen zu lassen. Aber ich würde keinesfalls das Geld beim Adac abschreiben- die haben durchaus Spielraum was akzeptiert werden kann.
Gruß Flo
Ute Peetz
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Ute Peetz »

Hallo Helmut, hallo Flo,
vielen Dank für eure Tipps. Aber: die deutsche Botschaft haben wir schon einen Tag nach dem Unfall kontaktiert, "das ist Privatsache", "Sie sind Touristen, wenn das eine Dienstreise wäre" und ähnliche Aussagen kamen, wir waren ziemlich enttäuscht.Hilfe=0!
Und das mit dem jordanischen Zoll ist auch nicht so einfach, es werden 100%
des Wertes des Autos bei Einreise (das wären 10.000€) fällig. Dagegen sind die 1500,-€ Sicherheit beim ADAC ein Witz.
Der Zoll füllt dort vielleicht die letzte Seite aus, dann wird der Zoll fällig, weil das Auto dort bleibt. Außer Landes zu bringen (per Container nach D) ist natürlich auch noch mal mit Kosten verbunden, darum dachte ich, es hätte vielleicht jemand andere Erfahrungen.
Und Abwarten, vielleicht wird man vergessen - hat mir der ADAC selbst auch geraten. Geht so etwas wirklich, dass man vergessen wird, wenn man bezahlen müßte?! Ist mir noch nicht passiert, wäre aber super!
Liebe Grüße UTE
Roger-Tecumseh
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Hallo,

ich schicke voraus, daß ich die direkten örtlichen Verhältnisse dort nicht kenne, weshalb die folgenden Hinweise nur im Konjunktiv zu verstehen sind!

In vielen (z.B.afrikanischen) Ländern gibt es zwischen den Landesgrenzen, den Kontrollposten, ausgeprägte Niemandsland-Zonen. Dort findet man schon mal "abgestellte" Autos, die zwar ausreisten (mit allen Stempeln), aber dann nirgendwo mehr einreisten. Einige scheinen dabei auch nicht auf den eigenen Rädern den Ort der letzten Ruhe erreicht zu haben.
Ich weiß, es ist nicht fein und rein, daran zu denken - aber hier geht es um viel Geld auf der einen und unverständliche, sture Vorschriften auf der anderen Seite.
(Die hinterlassenen Autos werden dort übrigens auch immer schlanker, da etliche ihrer Teile irgendwie den ökologischen Weg zurück ins normale Leben finden.)


Gruß

Roger-T.
Ute Peetz
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Ute Peetz »

Hallo Roger,
gute Idee, denn in sogenannte Freihandelszonen könnte man das Auto auch bringen, dann würde man den Zollstempel für die Ausfuhr bekommen, bezahlt aber, wenn man das Auto dort stehen läßt, "Platzmiete" ca.50.-€ pro Monat.
Danke Grüße UTE
Gerhard Göttler
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Ute und Roger!

So ganz einfach ist das mit diesen Zwischenländerzonen nicht! Was Du für das Carnet brauchst, ist ja die Standortbescheinigung! Nicht nur die Zoll-Bescheinigung für die erfolgte Ausfuhr. Und wenn das Fahrzeug in der Zwischenländerzone bleibt - wer soll die Standortbescheinigung dann ausfüllen? Das ist üblicherweise Sache des angrenzenden, nicht-carnetpflichtigen Landes. Also: Eine Lösung ist das auch nicht!

Meine Meinung: Alles ist mit dem ADAC abzuklären! Worauf besteht der? Kann ein Nachweis über den Ablauf der Dinge (Unfall), so wie beschrieben, erbracht werden? Fotos? Dann wäre abzuwägen: Was ist teurer: Den Zoll vor Ort zu entrichten oder auf den Bürgschaftsbetrag zu verzichten? Gegebenenfalls kommt ja beides auf Dich, Ute, zu, nämlich dann, wenn die dortigen Behörden via ADAC den Zoll einfordern.

Tut mir leid, dass ich aus diesem Dilemma auch keinen einfachen Ausgang kenne.

Und Flo: Das von Joe ausgefüllte und zurückgeschickte Carnet wird nur dann anerkannt, wenn die Stempel von einer offiziellen Behörde dort eingedrückt wurden.

Gerhard Göttler
Roger-Tecumseh
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Gerhard Göttler hat geschrieben: So ganz einfach ist das mit diesen Zwischenländerzonen nicht! Was Du für das Carnet brauchst, ist ja die Standortbescheinigung! Nicht nur die Zoll-Bescheinigung für die erfolgte Ausfuhr. Und wenn das Fahrzeug in der Zwischenländerzone bleibt - wer soll die Standortbescheinigung dann ausfüllen? Gerhard Göttler

Nein, einfach ist es wirklich nicht! :) Was aber passiert, wenn das Auto in einer der Zwischenländerzonen einen totalen, unvorhergesehenen, mechanischen Schaden erleidet. Soll doch vorkommen! Da wird ja dann nach menschlichem Ermessen (ich weiß, das hat für die Bürokratie nicht unbedingt Existenzberechtigung) kaum eine ausgefüllte, abgestempelte Standortbescheinigung möglich sein - oder doch? Würde der ADAC vielleicht bei dieser Sachlage auf den Standort verzichten?
Gerhard Göttler
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hi Roger,

die Vorschriften sind halt so. Ohne Standortbescheinigung keine Carnet-Entlastung. Ob das im Einzelfall mal anders gehandhabt wird - ich kanns nicht sagen.

Der Gerhard
Roger-Tecumseh
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Ich habe nicht den geringsten Zweifel an der Richtigkeit Deiner Bemerkung!

Aber, wie so oft, leben wir ja auch für die (unerwarteten) Ausnahmen. Hat irgend etwas mit dem wundersamen Prinzip Hoffnung zu tun. :lol:
Andreas
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Andreas »

Hallo

Warum habt ihr für Jordanien überhaupt ein Carnet ausgefüllt? Braucht man doch garnicht.
Ist jetzt zwar zu spät für die Frage aber trotzdem.
Entweder die Sache einschlafen lassen, die krumme Sache mit dem Niemandsland, oder noch eine krummere Sache. Nochmal mit Zwillingsauto ohne Carnet runterfahren, Carnet abstempeln lassen und gut.
Ansonsten bleibt wohl oder übel nur die Möglichkeit das Geld abzuhaken.
Ich bin nach einem unverschuldeten Unfall in Libyen auch auf meinen Fahrzeugreparaturkosten (16 000.-DM) sitzengeblieben. Der ADAC hat zwar Rücktransport und Mietwagen zu 100% übernommen aber das wars.

Gruß Andreas
Gruß aus dem südlichen Niedersachsen

www.carriage-road.de
PeterC
Beiträge: 321
Registriert: Mi 12. Mär 2008, 22:27

Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von PeterC »

Guten Abend

wahrscheinlich ist es jetzt bereits zu spät, aber für alle anderen:

Der Begriff "schrottreif" bezieht sich auf die bei uns üblichen Löhne und Gepflogenheiten. In den nahen und mittleren Osten sowie Afrika werden schiffeweise Autos gebracht, die genau unseren Vorstellen von "total fertig" entsprechen und dort mit viel Zeit "labour is cheap" wieder fahrtüchtig gemacht werden. Ohne TÜV und mit maximal 50 km/h sind auch krumme Rahmen kein Thema.
Zudem kommt das mögliche Ausschlachten der noch nutzbaren Teile und somit wird das Fahrzeug aus Sicht der Zollbehörden endgültig wertvoll.

Falls bei dem Unfall Benzin auslief und das Fahrzeug komplett ausgebrannt zurückgelassen werden mußte, sieht die Sache anders aus. Die thermische Verwertung mit einer Handycam dokumentieren, dann könnte es beim Zoll klappen.

Viel Erfolg
Peter
Die schnellste Verbindung zwischen 2 Punkten ist nicht zwingend eine Gerade
Ute Peetz
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Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Ute Peetz »

Hallo alle,
ja, warum haben wir ein Carnet ausgefüllt?! Weil mir vom ADAC gesagt wurde, dass man für Syrien und Jordanien ein Carnet benötigt. Und auch an den Grenzen alle fleißig gestempelt haben.
Die Reparaturkosten habe ich schon abgeschrieben, auch mein Auto, ich habe jetzt nur Schiß, dass ich noch Zoll an die jordanischen Zollbehörden bezahlen muss. Laut ADAC kommen da Kosten von 100% des Wertes des Wagens bei Einfuhr auf mich zu. Wenn die Jordanier aber gar kein Carnet brauchen, wollen sie vielleicht auch kein Geld?
Der deutsche Zoll will z.B. nichts von mir. Ich hatte mich gleich nach unserer Rückkehr erkundigt wegen der" Aufenthaltsbescheinigung" für den Wagen, da wurde mir gesagt, "wir wissen nicht, dass sie weg waren, warum sollte uns interessieren, dass sie wieder hier sind?Der Zöllner hatte noch nie etwas davon gehört, dass man die letzte Seite abstempeln lassen muss.
Also ist das doch alles eine Sache des ADAC?!
Nochmal runter fahren mit einem anderen Auto ist eine Superidee, würde ich sofort machen, Jordanien und die Leute waren toll. aber ich habe keinen Urlaub mehr, (also keine Zeit) ,es ja nicht gerade um die Ecke,und ich müsste auch die Visa neu beantragen, die sind inzwischen abgelaufen.
Ich denke, ich entscheide mich erst einmal für ruhen lassen und abwarten.
Vielleicht will der jordanische Zoll gar keine 8000,-€, und beim ADAC frage ich noch einmal an, wie das mit der "Sicherheit" von 1500,- € ist. Wenn von Jordanien keine Forderung kommt, dann müßte ich das Geld doch wiederbekommen, oder?!
Liebe Grüße UTE
Gerhard Göttler
Beiträge: 1148
Registriert: Mi 14. Sep 2005, 12:36

Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Ute!

Aus meiner Sicht bist Du sozusagen "auf Gedeih und (hoffentlich nicht) Verderb" dem ADAC ausgeliefert. Nur an diesen als Carnet-Aussteller kann m.E. Jordanien Forderungen richten. Und der ADAC dann wiederum an Dich. Ich würde in Deiner Situation versuchen, Hilfe von ihm (dem ADAC) zu erhalten. Eigentlich wäre es (wieder aus meiner Sicht) geradezu seine Pflicht, ungerechtfertigte Zollforderungen in Deinem Sinne abzuwehren. Bist Du denn Mitglied dort?

Viel Erfolg!

Gerhard Göttler
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Autounfall in Jordanien

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Gute Frage! Aber ich glaube, selbst die einfache Mitgliedschaft wird da nicht helfen. Vielleicht eher noch zusätzlich der dort angebotene Rechtsschutz!
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