Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

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martin friedl
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Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

Beitrag von martin friedl »

Hallo!
Nachdem ich hier in Wien soeben doch kein Angola-Visum für 2fache Einreise bekommen habe, der Cabinda-Transit somit unmöglich ist, ich aber in 3 Wochen über Congo nach Angola einreisen möchte, hier die Frage an versierte: Könnte man nicht von Mindouli (Congo) Richtung Luozi (DRC) über die Grenze kommen, um dann weiter über Luvo nach Angola zu kommen? Ließe sich dadurch nicht einfach die Fähre Kinshasa umgehen?

Danke für Infos aller Art, da ich eben die lange geplante Strecke über Cabinda verwerfen und mich neu orientieren muß.

Martin
Alexander
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Re: Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

Beitrag von Alexander »

Ich glaube, da gab es noch keine Antwort drauf. Darum noch mal schwubs nach oben :-)
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Birgitt
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Re: Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

Beitrag von Birgitt »

Hallo Martin,

Route über Mindouli und Luozi ist - mit Einschränkungen - möglich, siehe :arrow: hier

Aktuell vom September 2010!

Du musst deine Cabinda-Pläne aber doch gar nicht kpl. begraben. Der Cabinda-Transit ist mit einem single-entry Visum ja möglich. Wenn du von Norden kommst, könntest du dein Visum aus Wien für Cabinda "verbrauchen" und dir in Matadi ein Transitvisum für Angola besorgen. Du hast dann in Angola leider nur wenig Zeit aufgrund des Transit-Visums. Das ist etwas schade, denn Angola ist ein schönes Land. Ich weiß nicht wie lange du für Angola eingeplant hattest.

Oder als Alternative in Cabinda zum Militärflughafen fahren und checken, ob immer noch die Möglichkeit besteht, mit Antonov oder Iljuschin weiter nach Luanda oder Saurimo zu fliegen. Auch dazu reicht das single-entry-Visum, weil du dadurch Angola nicht verlässt.

Gruß
Birgitt
dietmar
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angola visum in matadi, kinshasa, muanda....

Beitrag von dietmar »

halte es für sehr riskant, mein simple visa in cabinda zu verbraten. es besteht wohl die möglichkeit , das angolavisum in kinshasa, matadi bzw in muanda zu bekommen. doch es kann auch ins nichts führen, wie meinem freund renen schneider mit seiner bmw. ihm war das in berlin organisierte angolavisum seit 5 tagen abgelaufen. der versuch in einen dieser 3 oben beschriebenen botschaften an das angola visum zu gelangen schlugen fehl. er wartete vergeblich 4 wochen auf das visum letztendlich blieb ihm nur die möglichkeit nach sambia auszuweichen. das war im juni 2010. ich bin ebenfalls mit dem motorrad unterwegs und werde wohl in 2 wochen über kinshasa nach matadi röhren und dann nach angola rein. ein touristenvisum konnte ich in abuja/nigeria nicht bekommen. nach deren auskunft hätte das sowieso 600.-euro kosten sollen. gruss didi
Birgitt
Moderator
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Re: Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

Beitrag von Birgitt »

In Matadi kein Angola-Visum bekommen?
Das ist das erste mal, dass ich das lese.
Matadi ging bisher immer.

Das wäre natürlich fatal.
Halte uns diesbezüglich bitte auf dem Laufenden.

Gruß
Birgitt
RDrossel
Beiträge: 41
Registriert: Do 11. Sep 2008, 12:22

Re: Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

Beitrag von RDrossel »

Wir sind gerade über Luozi gefahren.
War wesentlich entspannter als in Brazza. In Brazza wollten sie für die Scheissfähre nach 2 Tagen Verhandlung immer noch 270 Euro für unseren Laster. Da ging gar nix.

In Luozi kostet die Fähre für einen 12 Tonner 18 Euro. Kein Stress und alles läuft gemütlich. Die Piste vor der Fähre (über Boko) ist halt bei Regen ein wenig schwierig. Aber machbar.

Von Luvo durch Angola in 5 Tagen ist auch ein Megastress kann ich dir sagen.

Brauchst noch weitere Info über Luozi? Einreise nach DRC war bischen schwierig, da korrupte Beamten die keine Ahnung haben. Kontrolle in Luozi auch.

Liebe Grüsse vom Dude
martin friedl
Beiträge: 68
Registriert: Mo 13. Mär 2006, 17:34

Re: Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

Beitrag von martin friedl »

wow, danke dude fuer diese antwort!!!

ich werde es dann jedenfalls ueber luozi probieren, was ja zudem den vorteil hat, dass ich mir von der kueste kommend den bloedesten teil der piste nach brazza ersparen kann. einreise DRC das schaff ich schon.

zur erklaerung warum ich meion visum nicht fuer cabinde verbraten wollte: ich habe ja ein 4wochen_touristenvisum, das ich natuerlich aufsparen will fuer eine gemuetliche angoladurchquerung.

ich werde jedenfalls von meinen erfahrungen berichten, wundere mich grqde, warum nicht auch andere bisher diese grenze benutzt haben, wo doch alle nur vom horror in kinshasa berichten?

martin aus yaounde
martin friedl
Beiträge: 68
Registriert: Mo 13. Mär 2006, 17:34

Re: Umgehung Fähre Brazzaville-Kinshasa über Luozi??

Beitrag von martin friedl »

Ich bin nun doch nicht Dudes Spuren gefolgt über Mindouli, sondern habe einen dritten Weg gefunden, um auf kürzestem weg, nämlich ziemlich direkt von Gabun durch die beiden Kongos nach Angola zu kommen. Ich beschreibe das hier aber nur, damit es ja niemand nachfährt!

Weil wir uns vor allem die NPs an der Küste ansehen wollten und auf keinen Fall die Fähre Brazza/Kinshasa machen wollten, war klar, daß wir nicht über Franceville queren werden, sondern im Gabun von Lambarene aus nach Süden fahren (eben auch um 2x zu den Parks an der Küste abzuzweigen).

Jetzt aber zum Thema: Wir kommen also bei Dolisie rein nach RC, und weil uns 2 Congolesen unabhängig voneinander gesagt hatten, daß das kein Problem wäre, fahren wir von Dolisie weiter nach Südosten auf sehr guter Piste über Kimongo zum Grenzort Londela-Kayes. Auch dort bestätigt der nette Grenzbeamte, der im Trainingsanzug und im Laufschritt in sein Haus läuft um unsere Pässe zu stempeln, daß man hier ohne weiteres mit dem Auto in die DRC queren könnte. Es wäre da nur eine kleine Brücke, die müßte man verstärken, aber wir hätten ja eh diese Bleche am Dach. Die Brücke war dann schnell geschafft und das Grenzdorf in der DRC sollte in 5km erreicht sein. 4 Stunden später wußten wir, daß unser Grenzbeamter ganz sicher niemals in DRC war: Piste gibt es nämlich hier keine, Weg auch nicht, sondern nur einen Saumpfad, dem man wegen der eng stehenden Bäume mit dem Auto nicht folgen kann. Kinder, später das ganze Dorf weisen uns den Weg, wir kämpfen uns mit allen Mitteln (also Bleche, Greifzug, HiJack) durch die Landschaft. Dann Hoffnung: In etwa 2 km beginnt angeblich eine Piste, auf der LKWs fahren. Wir erreichen diese Schlamm-Rutsche nach 1 Stunde Kampf, um festzustellen, daß hier nur Spielzeug-LKW fahren können, so schmal und steil sind die Wasserrinnen im Schlamm. Als es dunkel wird müssen wir in Sichtweite des DRC-Grenzdorfes nächtigen. Man ahnt es: Das Jahrhundert-Ereignis dieses Dorfes! Wir sind Hauptdarsteller des Filmes: Warum versteckt sich der weiße Mann im Busch. Ich mache es kurz: wir versprechen am nächsten Tag ins Dorf zu kommen wegen des Stempels im Pass, was wir eh so vor hatten. Um 06.00 Uhr werden wir bereits abgeholt vom halben Dorf, um 05.00 hatte man bereits einen Boten ins Nachbardorf geschickt den Immigration-Office zu holen. Dieser muß dann seinen Chef anrufen, weil er zwar Herr des Stempels ist, aber noch nie Touristen über diese Grenze kamen, wie überhaupt noch nie ein Auto in diesem Dorf war, denn die Taxis bleiben unten in der Ebene stehen. Chef gibt OK für Stempel, da wir ja Visa haben, und es kann losgehen. Noch nicht ganz, denn gestempelt wird im Büro, und das ist im Nachbarort, wo der Herr des Stempels grade hergekommen ist, 6km entfernt, übelste Schlammrutschen. Hier alles von vorne, Kinder rennen brüllend vor den weißen davon, bis zur Schuhgröße wird alles notiert. Um 12.00 Uhr kommen wir weg, um auf direktem Wege nach Matadi zu reiten, das wir um 18.00 Uhr über die große Kongo-Brücke - und somit ohne eine einzige Fähre! - erreichen.

Zusammenfassung:
Ist mit Abstand die kürzeste Strecke von Gabun nach Angola, man spart etwa 500 km. Ich würde das aber sicher nicht mehr fahren und rate extrem davon ab. Bei Regen ist das ein Todeskommando, selbst die Piste raus nach Matadi ist dann wohl nicht mehr befahrbar.
Ist somit eher als Warnung zu verstehen, wenn Euch jemand erklärt, daß man über diese Grenze "sans problem" fahren könnte.

Mindouli - Luozi ist sicher die bessere Variante, zumal man hier ja ebenfalls ohne Fähre bis zur Matadi-Brücke fahren könnte.

Für weitere Fragen stehe ich jederzeit gerne...

Martin

PS:
Pointe-Noire - Dolisie ist fertig asphaltiert.
Dolisie - Brazza, da wird massiv dran gearbeitet und angeblich kann man schon weite Strecken auf der neuen Trasse fahren.
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