Spendenaufruf Libyen / Tunesien

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Kuno
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Kuno »

Es laeuft alles gut und sauber ab. die Sachen kommen genau dort an, wo sie am noetigsten gebraucht werden. Die Leute sind froh um die Hilfe, die Dank euch allen moeglich wurde.

In den kommenden Tagen wird es einen ausfuehrlichen Bericht geben. Bitte noch um etwas Geduld...
Kuno
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Kuno »

Ein Einkaufswagen vom Wuestenschiff in Tunesien :D

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Alexander
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Alexander »

Nicht übel Kuno. Ein Einkaufwagen, den man nicht schieben muss :wink:
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Kuno
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Kuno »

...und der Zettel unter der Scheibe zeigt auch gleich an, wo die Rechnung fuer die eingekauften Sachen hingehen soll :mrgreen:
Alexander
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Alexander »

Hier nun der Bericht von Wolfgang aus Tunesien:
Wolfgang K hat geschrieben:
Herzliches Dankeschön aus Tunesien

Wir möchten allen Spendern für unsere LY-Tunesien Hilfsaktion ein herzliches Dankeschön aus Tunesien übermitteln.

Ziel war es die Gelder direkt vor Ort für Flüchtlinge in der Region in Tataouine und im Jebel Nafusa zu verwenden.

Natürlich wollten wir den Verbleib der uns anvertrauten Gelder nicht in den Verwaltungskanälen von Hilfsaktionen verschwinden sehen.

Statt unsere jährliche Sonnwendfeier zu planen, buchten wir kurz entschlossen die Fähre nach La Goulette, packten den Toyota voll und machten uns auf den Weg nach Tataouine.

Wir konnten einen guten Kontakt zum Vorsitzenden des Roten Halbmonds in Tataouine und dem dortigen Bürgermeister herstellen. Die Organisatoren versuchten uns einen Einblick in die Situation der libyschen Flüchtlinge und der Einheimischen zu vermitteln.

In Tataouine und Umgebung haben ca. 42.000 Menschen Unterschlupf gefunden. Ca. 85 % sind bei einheimischen Familien untergebracht. D.h. nicht in Flüchtlingscamps der Ausländischen Hilfsorganisationen, sondern bei privaten Familien. Auch werden leerstehende Häuser libyschen Familien überlassen.

Geleistet wird das alles vom Tunesischen Roten Halbmond und dem Bürgermeister von Tataouine und Freiwilligen des Ortes. Die ausländischen Hilfskonvois fahren nur durch um ihre eigenen Zeltlager mit meist importierten Hilfsgütern zu versorgen.

Die Gemeinde haben 8 Ausgabestellen für Grundnahrungsmittel, Windeln und Seife eingerichtet. Soweit wie möglich, werden für die ärmsten tunesischen Familien, die Flüchtlinge aufgenommen haben, die Stromrechnung übernommen, bzw. es wird auch mit den Kraftwerken verhandelt, um eine Stundung zu erreichen.
Besonders dramatisch entwickelt es sich mit der Wasserversorgung, da auch hier der Verbrauch explodiert und der höhere Verbrauch mit höheren Preisen je m³ berechnet wird. Also in den meisten Fällen mit 12 Personen mehr im Haushalt sich die monatliche Rechnung verdreifacht.

Finanziert wird das aus privaten Spenden aus Tunesien und der Gemeinde Tataouine.
Seit dem 2. April sind keinerlei internationale Hilfen mehr angekommen.
Ein Agraringeneur hat die schwierige Aufgabe über eine sinnvolle Verteilung der Versorgungsgüter übernommen und managt alles mit viel Freundlichkeit für die Menschen.
Um Missbrach vorzubeugen werden die Bedürftigen registriert und erhalten dann ein bestimmtes Packet mit Nahrungsmitteln usw für eine Familie mit 6 Personen gerechnet für eine Woche.
Der örtliche Großhändler beschafft das ganze zum Selbstkostenpreis. beziehungsweise stellt noch die eine oder andere Palette dazu.

Die meiste Last wird also von den Tunesiern getragen, ohne dass die großen Hilfsorganisationen dort etwas beisteuern. Diese betreiben lediglich Zeltlager, in denen jedoch kaum jemand untergebracht ist. Aber Zeltlager sind besser für die PR….

Außerdem hat der Rote Halbmond behelfsmäßig in einer leeren Privatwohnung eine 1-Hilfe-Station für die Libyer zur ersten Diagnostik mit Medikamentenausgabe und Versorgung von schwangeren Frauen und Kindern mit Babynahrung und Windeln eingerichtet.

Der Rote Halbmond arbeitet hierbei mit dem örtlichen Krankenhaus zusammen. Sie verteilen praktisch ihre momentan sowieso knappen Mittel der staatlichen Gesundheitsversorgung, die für ca. 55.000 Einwohner gewährt wird, noch auf die ca. 35.000 Flüchtlinge. In diesem Maßstab ist auch die Versorgung von Schwangeren, Mutter und Kind gerechnet. Hauptproblem ist dabei die wesentlich höhere Geburtenrate der Libyer. Ein zusätzlicher Gynäkologe wird dringend gebraucht.

Die Versorgung von Schwerkranken wird im örtlichen Krankenhaus mit geleistet. Darunter sind etliche Libyer mit grausamen Schussverletzungen oder Verletzungen durch Granatsplitter von Grad Raketen mit denen wahllos in die Orte geschossen wird. Wir haben einige der Betroffenen besuchen können, aber aus verständlichen Gründen auf Fotos verzichtet. Vergessen werden wir die Bilder nicht.

Wir haben nun versucht die Mittel die wir zur Verfügung hatten so sinnvoll wie möglich aufzuteilen.

Zum einen haben wir beim Großhändler mit dem Lagermeister der Ausgabestelle dringend benötigte Vorräte eingekauft und zum anderen dem Leiter der 1-Hilfe-Station das Geld für dringend notwendige Medikamente zur Verfügung gestellt.

Mit einer befreundeten Familie aus dem Jebel Nafusa bauten wir den Kontakt für eine Lieferung von Nahrungsmittel und 1-Hilfe-Artikeln auf. Seit Wochen sind die Zurückgebliebenen ohne ausreichende Versorgung. Erschwerend sind auch die immer wieder auffackelnden Kämpfe. Man hat einen Lastwagen geschickt, der in Tunesien die Güter aufgenommen und in die Orte im Jebel Nafusa gebracht hat. Insgesamt waren es Lebensmittel für rund 300 Familien, die ca. 14 Tage reichen sollten. Inzwischen haben wir erfahren dass der Lastwagen gut angekommen ist.

Wir sind überzeugt, dass wir Eure Spendengelder direkt in Tataouine und den Jebel Nafusa an die Stelle befördert haben, wofür sie gedacht waren.

Da wir hoffen das noch weitere Gelder und Sachspenden eingehen damit die Aktion vor Ort entsprechend fortgesetzt werden kann.


Grüße
Mia + Wolfgang

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600kg Tomaten.

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Frühstückspakete an der Ausgabestation für 6 Personen und 1 Woche

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Da geht das Geld dahin :-)

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Der Laster vor der Ausgabestation in Tataouine

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In der provisorischen Ambulanz

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Not-Op Raum im Hospital

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Intensivstation im Hospital (Raum für die Reanimation)

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LKW für den Jebel Nafusa

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Kuno
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Kuno »

Herzlichen Dank fuer ihren Einsatz an Wolfgang und Mia :D
Alexander
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Alexander »

Hallo Wolfgang und Mia,

das war eine gewaltige Shopping Tour, für die euch jede Frau beneidet :D

Vielen Dank für die erfolgreiche Hilfsaktion.

Grüsse
Alexander
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trapperjoe
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von trapperjoe »

Moin Alexander

Ich hab bisher noch nichts gespendet. Es wird in D so viel von Altersarmut geredet, und ich bin nicht mehr der Jüngste. Da behalte ich doch lieber mein Geld. Schließlich ist auch mir das Hemd näher als der Rock.

Zufällig hab ich jetzt mal in meine alte Reisekasse gesehen und noch einige Scheine in TN+LY - Landeswährung gefunden.

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Diese Scheine würde ich gern spenden. Nenn mir bitte per PN eine Adresse an die ich das Geld schicken kann.
mit freundlichen Grüßen
trapperjoe
Alexander
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Alexander »

Hallo trapperjoe,
trapperjoe hat geschrieben:ich bin nicht mehr der Jüngste.
Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt. :wink:

Vielen dank für deine Dinare. Jeder Schein zählt und jeder Schein hilft weiter!
Du wirst die Adresse in den nächsten Tagen per PN bekommen.

Viele Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Kuno »

Dankeschoen, Trapperjoe.

Wolfgang & Mia sind nun nachdem in Tatouine soweit alles arrangiert ist wieder auf dem Heimweg. Sie werden nach ihrer Rueckkehr noch detailliert berichten, was sie erlebt haben und wie unsere Aktion angekommen ist.

Es ist auf jeden Fall sehr erfreulich, dass alles so umgesetzt werden konnte, wie wir uns das erhofft hatten und dass wir direkt dort unterstuetzen konnten, wo sonst bisher nicht viel angekommen ist.

Nicht nur in "unserem Fall" sondern auch von anderen, Libyschen Fluechtlingen an anderen Orten, haben wir bestaetigt bekommen, dass die Tunesier, also die Bevoelkerung, sehr grosszuegig und uneigennuetzig agieren. Dies ist umso erstaunlicher, als dass die Tunesier im Sueden selber nicht gerade mit Reichtum gesegnet sind und frueher von den Libyern oft recht herablassend behandelt wurden. Aber es ist offenbar tatsaechlich so, dass die Lebensmittelhaendler, Wohnungsvermieter und so weiter die Situation nicht ausnuetzen und die Preise auf einem normalen Niveau halten, ja den Fluechtlingen oftmals sogar "special rates" geben.

Wirklich beeindruckend; vor allem da das ganze eigentlich ohne viel Laerm geschieht.

Die Aktion laeuft weiter. Und es waere natuerlich toll, wenn noch mehr "Wuestenschiffer" sich daran beteiligen koennten...
Kuno
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Kuno »

...die Habib fuhr heute nicht. Also wird's mit Wolfgang's Bericht noch etwas laenger dauern.
Alexander
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Alexander »

Hallo Foristen,

gestern haben wir die bisher höchste Einzelspende in Höhe von 1000 Euro bekommen

Herzlichen Dank für das Engagement. Die betreffende Person weiß, wer gemeint ist. :wink:

Das nehmen wir zum Anlass, aus unseren Webeeinnahmen nochmals 500 Euro drauf zulegen.

Aber auch kleinere Beiträge helfen uns weiter. Bitte unterstützt weiterhin unsere Libyen Aktion über

den Donate PayPal Button auf der Startseite http://wuestenschiff.de

oder über das Konto

[Konto Kreissparkasse von Alexander wird aufgelöst - Neue Bankverbindung wird in Kürze bekanntgegeben. 25.12.2020 / Birgitt, Mod-Team]

Vielen Dank im Voraus

Grüsse
Alexander
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Wolfgang K
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Wohnort: bei Mainz

Teil 2

Beitrag von Wolfgang K »

So, der zweite Teil:


Wir sind trotz einiger Schwierigkeiten mit der Rückfahrt – Fähre am Di wurde kommentarlos gestrichen - wohlbehalten Zuhause eingetroffen.
Wir stehen immer noch unter dem Eindruck der Erlebnisse in Tunesien, aber alles der Reihe nach.
Nachdem wir am Donnerstag unsere Großeinkäufe erledigt und auf den Weg geschickt hatten, wurden wir telefonisch um ein Interview mit einem Journalisten am nächsten Tag gebeten. Wir kehrten also am Freitag nach Tataouine zurück und schauten auch an der Hilfsstation vorbei. Das Lager hatte sich schon wieder erschreckend geleert.

Dank der Hilfe von Kuno und Western Union hatten wir am Samstagmorgen wieder eine gefüllte Geldbörse. Wir waren von dem Journalisten zum Couscous am Mittag eingeladen worden und danach sollten wir noch eine libysche Familie besuchen. Es entspann sich ein Gespräch über kulturelle Besonderheiten und Unterschiede. Auch über die Gepflogenheiten, wie tunesische und libysche Frauen das Haus verlassen können, um sich zu Versorgen.
Dieses sei in Tataouine nun zu einer besonders kritischen Situation geworden, nachdem meist nur die Mütter und Kinder in den Familien verbleiben und die Männer wieder ins Jebel Nafusa zum Kämpfen zurückkehren.

Die Libyerinnen geben ihre Einkaufslisten normalerweise ihren Ehemännern zur Besorgung, aber die sind nicht da. Mit fremden Männern sprechen dürfen sie aus Gründen der Schicklichkeit auch nicht, auch nicht mit den Gastgebern.
In die 1-Hilfe-Station dürfen Sie nur mit Begleitung im Krankheitsfall.
Nun sprechen die Tunesierinnen in dem sehr traditionellen Süden auch nicht über alles offen mit ihren Männern.
Geld haben die geflohenen Frauen keines, denn das Bargeld ist knapp geworden nachdem die Banken seit Monaten im Jebel Nafussa geschlossen sind.

Der Journalist versuchte mit wachsender Verzweiflung uns ein weiteres Problem klar zu machen. Die Frauen hätten kein Geld für Kleider und „Schmincke“. Kleider wäre wohl ein Hilfskonvoi aus Tunis unterwegs aber für was Privates wäre kein Geld da. Zwar würden ihre Frauen teilen, aber trotzdem.
Wir versuchten nun im Gespräch Lösungen für dieses Problem zu finden, zum Beispiel ob man diese Privaten Dinge in der 1-Hilfe-Station zum Abholen deponieren könnte. Nein, eine Lösung schien es nicht zu geben.

Wir fuhren also zur Ausgabestelle. Der Verwalter hatte inzwischen wieder eine Liste der dringend benötigten Lebensmittel erstellt und der Großhändler wartete in seinem Lager auf uns.
Auf unsere Frage, ob er außer Babywindeln noch andere Hygieneartikel verfüge, führte er uns in die tiefen Winkel seines Warenlagers. Wir orderten noch Seife, Zahnpasta, Zahnbürsten, Babyshampoo und 60 Kartons für Damenhygiene.
Der Lagermeister strahlte uns an. In Anbetracht, um die Sorge für die Beschaffung der notwendigen Lebensmittel, hatte er uns darum nicht bitten wollen. Dinge für den persönlichen Bedarf sind zwar in den internationalen Standard Paketen inzwischen enthalten, aber die Beschaffung für Ausgabestationen stellte ein nicht zu unterschätzendes Problem dar.
Als von den zwei Pickups die Waren neben der weiteren Lebensmittellieferung ins Lager gestapelt wurden, waren alle Helfer auf einmal sehr gut gelaunt.

Der Rote Halbmond von Qatar, hatte an diesem Tag, in einem Rohbau gegenüber der Ausgabestation ebenfalls noch eine Ausgabe für Lebensmittel und Trinkwasser eröffnet. Das ist als ein zusätzlicher Erfolg der Organisatoren aus Tataouine zu werten, da somit eine finanziell potente Organisation sich auch an der direkten Verteilung von Gütern außerhalb der Aufnahmelager beteiligt.

Die Versorgung von Flüchtlingen an den Ausgabestationen als auch die Behandlung Kranker und Verwundeter im Hospital wird strikt unabhängig von der politischen „Zugehörigkeit“ der Opfer übernommen. Aufständische werden ebenso versorgt wie Angehörige der Gaddafi Truppen, wenn sie medizinische Hilfe benötigen. Es gibt in der Tat einige wenige Flüchtlinge, die als Anhänger von Gaddafi bekannt sind. Diese werden von den Leuten in Tataouine ebenso aufgenommen und es wird darauf geachtet, dass sie unter der Mehrheit der Gaddafi Gegner nicht Repressalien ausgesetzt sind. Dies ist eine wichtige Geste und ist eine besondere Erwähnung wert.

Soweit zum Ablauf.
Rund um die Beschaffung der Güter ergaben sich persönliche Kontakte, die sicher noch einige Zeit nachwirken werden. Dorothea hatte schon einige Wochen zuvor die Situation vor Ort eruiert und somit den Bedarf in Art und Unfang genau umreißen können. Dennoch kam für die Leute dann die Hilfe und auch deren Umfang recht überraschend. Niemand hatte damit gerechnet, dass ausgerechnet ein Haufen Touristen sich zusammentut und in dieser Situation einspringt. Es haben aber nicht nur Leute gespendet die in die Ecke der Wüstenfahrer gehören, sondern erheblich auch solche die noch nie „im Sand“ waren.

Bis jetzt sind über 12.000,- € eingetroffen bzw. unterwegs, von denen bisher vor Ort ca. 8.650 € für Lebensmittel und Medikamente eingesetzt werden konnten. Der noch zur Verfügung stehende Betrag wird in den kommenden Tagen auf dem Konto in Tunesien bereit stehen, damit es weiter geht. Des Weiteren wurden mehrere Kisten Verbandsmaterial und medizinische Geräte sowie Flüssignahrung zu Ernährung von Schwerkranken übergeben, welche als Sachspenden eingegangen sind.


Ein Libyscher Familienvater, der mit seinem LKW die meisten Transporte für die Ausgabestellen übernimmt und auch die meisten „unsere“ Sachen ausgefahren hat war von einer Ergriffenheit, die sich schwer beschreiben lässt – und sie ist noch schwieriger in Worten weiter zugeben an alle die mitgeholfen haben. Um den Dank in seinem Namen und dem anderer Libyscher Familien noch einmal auszudrücken, kamen der Bürgermeister, der Grossist, der Lagerverwalter und der Logistiker uns noch einmal im 120km entfernten Zarzis am Tag vor unserer Abreise besuchen und haben uns einige Geschenke übergeben für die man zusammengelegt hatte.

Von diesen Leuten, die in Tataouine derzeit so viel leisten sollen wir allen die sich beteiligt haben und noch beteiligen werden eine zutiefst empfundenen Dank ausrichten. Das gleiche sollen wir aus dem Jebell Nafusa ausrichten.


Herzliche Grüße

Mia + Wolfgang
Wolfgang K
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Wolfgang K »

Und zack, schon kommt die nächste Bitte!

Einige von euch hatten es ja schon angeboten bei der Logistik etwas zu helfen.

Wir haben jetzt noch einige spezielle medizinische Hilfsgüter, die noch nach Tunesien sollen.

Daher die Frage: Fährt jemand bald runter und könnte ein paar Kartons mitnehmen?

Grüße
Wolfgang
Kuno
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Re: Spendenaufruf Libyen / Tunesien

Beitrag von Kuno »

Danke fuer eueren Bericht, Mia & Wolfgang. Es freut mich wirklich, dass alles so gut geklappt hat - bis auf die Faehre am Schluss. Supereinsatz von euch :D
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