Trophäenjagd
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Birgitt
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Namibia | Trophäenjagd in der Kritik
Der Namibia Berufsjagdverband und seine Mitglieder sollen endlich gegen jene auftreten, die sich nicht an die Regeln halten. Ethische Praktiken und der Naturschutzgedanke soll in den kommunalen Hegegebieten gefördert werden. Naturschutzbeamte sind Naturschützer des Jahres ...
Trophäenjagd in der Kritik
29.11.2012 - AZ online
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Birgitt
Trophäenjagd in der Kritik
29.11.2012 - AZ online
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Birgitt
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Botswana | Trophäenjagd soll ab 2014 verboten werden
Botswana will ban commercial hunting from January 2014 over growing concerns about the sharp decline in wildlife species, officials have announced. "The shooting of wild game for sport and trophies is no longer compatible with our commitment to preserve local fauna," the environment ministry said. The ban is likely to be controversial as many communities depend on hunting for their livelihoods ...
Botswana to ban hunting over wildlife species decline
29.11.2012 - BBC
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Birgitt
Botswana to ban hunting over wildlife species decline
29.11.2012 - BBC
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Birgitt
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Sambia | Trophäenjagd wird verboten
Nachdem Botswana vor wenigen Wochen bekannt gegeben hat, keine neuen Jagdlizenzen mehr an Trophäenjäger zu erteilen, folgt nun auch Sambia diesem Beispiel. Das Nachbarland beschränkt das Jagdverbot allerdings nur auf Großkatzen. Anlass in beiden Fällen war der dramatische Rückgang der Wildtierbestände. Sambia schätzt die verbleibende Löwenpopulation im Land auf nicht mehr als 4.500 Tiere [...] Nach Kenia und Botswana ist Sambia nun bereits das dritte afrikanische Land, das die Trophäenjagd verbietet beziehungsweise stark einschränkt ...
Sambia verbietet Jagd auf Großkatzen
15.01.2013 - Africa live
Gruß
Birgitt
Sambia verbietet Jagd auf Großkatzen
15.01.2013 - Africa live
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Birgitt
Re: Trophäenjagd
auch wenn die Einschränkung der Trophäenjagd das Ergebnis einer wirtschaftlichen, und keiner grundsatz-ethischen Überlegung ist, bin ich begeistert.
Endlich wird dieses Geschwafel, "Trophäenejagd ist der einzig wirksame Tierschutz", mal auf seinen (Un)Wahrheitsgehalt abgeklopft. Fototourismus ist z.Zt. der beste Tierschutz.
Ich hoffe, das war der erste Schritt von vielen folgenden in die richtige Richtung.
Gruss
Lotrhar
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Wolf Rayet 11
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Re: Trophäenjagd
If you put the federal government in charge with the Sahara Desert, in five years there'd be a shortage of sand
Milton Friedman
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Guido3
Re: Trophäenjagd
Hallo,
ich kann nach wie vor auch nicht verstehen, warum es toll ist, Tiere einfach zum persönlichen Spaß abzuknallen. Trotzdem ist es alles etwas komplizierter und ein gewisses Maß an Trophäenjagd kann zumindest in einzelnen Gegenden zum Naturschutz beitragen.
Foto-Tourismus funktioniert vielerorts hervorragend und wird langfristig hoffentlich die Trophäenjagd überflüssig machen. Es gibt z.B. in Namibia viele Conservancies, auf deren Gebiet es Lodges/Camps gibt und die mit Foto-Tourismus Einnahmen erzielen können, die die Einnahmen aus Trophäenjagd deutlich übersteigen. Aber es gibt auch Conservancies da gibt es keine Lodges etc. Die machen Stand heute null Umsatz mit Foto-Tourismus. Infrastruktur und Lodges für Foto-Tourismus hoch zu ziehen, braucht Investitionen. Das Geld dafür ist nicht da. Und davon abgesehen könnte der Markt hunderte neue Lodges in Afrika kurzfristig auch gar nicht aufnehmen. Trophäenjagd funktioniert ohne große Investitionen und gibt vielen Tieren durchaus einen Wert, die für die Locals sonst nur lästig sind. Wenn durch ein Gebiet 50 Jäger statt 2.000 Fototouristen pro Jahr durchziehen, fallen einige Nebenwirkungen vielleicht auch kleiner aus (Wasserbedarf, Müll, Track Pollution, etc.).
Spannend wird es demnächst auch in Botswana. Da ist ab 2014 die Trophäenjagd komplett verboten. Riesige Gebiete z.B. zwischen Makgadikgadi Pans und Chobe wurde da jahre- oder jahrzehntelang ausschließlich für Jadgkonzessionen genutzt. Da gibt es im Gegensatz zu früher nun große Tierbestände, die sich in der Gegend halten können, weil die Konzessionäre dort eine Menge künstlicher Wasserlöcher betrieben haben. Da ist die Frage, wie es ab Januar weiter geht. Die ehemaligen Jagdkonzessionäre werden die Kosten für die Pumpen natürlich nicht mehr tragen. Pläne, wie man die Gebiete zukünftig nachhaltig nutzen will, scheint es vielerorts noch nicht zu geben. Falls da ab Januar die Pumpen still stehen und die künstlichen Wasserlöcher austrocknen, könnte es teilweise ein dramatisches Tiersterben geben. Die meisten Tiere die da heute leben, sind da geboren und kennen nichts anderes.
Insofern scheint es mir zumindest in einigen Gegenden für die Tiere besser zu sein, wenn man sich zumindest kurz- und mittelfristig mit der Trophäenjagd arrangiert. Wichtiger als da ob ist dann das wie.
Beste Grüße
Guido
ich kann nach wie vor auch nicht verstehen, warum es toll ist, Tiere einfach zum persönlichen Spaß abzuknallen. Trotzdem ist es alles etwas komplizierter und ein gewisses Maß an Trophäenjagd kann zumindest in einzelnen Gegenden zum Naturschutz beitragen.
Foto-Tourismus funktioniert vielerorts hervorragend und wird langfristig hoffentlich die Trophäenjagd überflüssig machen. Es gibt z.B. in Namibia viele Conservancies, auf deren Gebiet es Lodges/Camps gibt und die mit Foto-Tourismus Einnahmen erzielen können, die die Einnahmen aus Trophäenjagd deutlich übersteigen. Aber es gibt auch Conservancies da gibt es keine Lodges etc. Die machen Stand heute null Umsatz mit Foto-Tourismus. Infrastruktur und Lodges für Foto-Tourismus hoch zu ziehen, braucht Investitionen. Das Geld dafür ist nicht da. Und davon abgesehen könnte der Markt hunderte neue Lodges in Afrika kurzfristig auch gar nicht aufnehmen. Trophäenjagd funktioniert ohne große Investitionen und gibt vielen Tieren durchaus einen Wert, die für die Locals sonst nur lästig sind. Wenn durch ein Gebiet 50 Jäger statt 2.000 Fototouristen pro Jahr durchziehen, fallen einige Nebenwirkungen vielleicht auch kleiner aus (Wasserbedarf, Müll, Track Pollution, etc.).
Spannend wird es demnächst auch in Botswana. Da ist ab 2014 die Trophäenjagd komplett verboten. Riesige Gebiete z.B. zwischen Makgadikgadi Pans und Chobe wurde da jahre- oder jahrzehntelang ausschließlich für Jadgkonzessionen genutzt. Da gibt es im Gegensatz zu früher nun große Tierbestände, die sich in der Gegend halten können, weil die Konzessionäre dort eine Menge künstlicher Wasserlöcher betrieben haben. Da ist die Frage, wie es ab Januar weiter geht. Die ehemaligen Jagdkonzessionäre werden die Kosten für die Pumpen natürlich nicht mehr tragen. Pläne, wie man die Gebiete zukünftig nachhaltig nutzen will, scheint es vielerorts noch nicht zu geben. Falls da ab Januar die Pumpen still stehen und die künstlichen Wasserlöcher austrocknen, könnte es teilweise ein dramatisches Tiersterben geben. Die meisten Tiere die da heute leben, sind da geboren und kennen nichts anderes.
Insofern scheint es mir zumindest in einigen Gegenden für die Tiere besser zu sein, wenn man sich zumindest kurz- und mittelfristig mit der Trophäenjagd arrangiert. Wichtiger als da ob ist dann das wie.
Beste Grüße
Guido
Re: Trophäenjagd
na ja, man könnte auch vom staat etwas geld in die hand nehmen, und die pumpen weiterhin betreiben. botsuana ist ja nicht das ärmste land und ein paar arbeitsplätze könnten auch entstehen.
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Wolf Rayet 11
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Re: Trophäenjagd
Hallo,
Mein erster Gedanke war auch: da könnte Botswana doch beispringen ?
MfG
Mario
Mein erster Gedanke war auch: da könnte Botswana doch beispringen ?
MfG
Mario
If you put the federal government in charge with the Sahara Desert, in five years there'd be a shortage of sand
Milton Friedman
Milton Friedman
Re: Trophäenjagd
Hallo,
Aus deinem Beitrag leiten Trophäenabknaller schnell die Rechtfertigung für ihr wildes Drauflosballern ab, nach dem Motto:
„Wildtierschutz geht nicht ohne uns Trophäenjäger - wir tun Gutes “
Ich unterstelle mal, dass diese Interpretation nicht in deinem Sinne wäre und du die Trophäenjagd sofort verbieten würdest, wenn der Wildtierschutz zukünftig durch Fototourismus oder andere Einnahmen zu gewährleisten wäre - oder liege ich da nicht richtig ?
Natürlich spült der Tötungstrieb mancher Zeitgenossen (s. g. „Jäger“) leichtes Geld in die Kassen derer, die sich die Befriedigung dieses Triebes gut bezahlen lassen, und natürlich wird ein Teil dieser Einnahmen zur Aufrechterhaltung dieses Systems eingesetzt, aber meiner Meinung nach geht es nicht um das „kurz- bis mittelfristige Arrangieren mit der Trophäenjagd“ - es geht um das schnellstmöglich Abschaffen dieser perversen Untriebe, DAS muss das Ziel sein und nicht ein Arrangieren damit.
Es muss öffentlicher Druck auf die „Jagdveranstalter“ und deren Kundschaft gemacht werden, ich frage mich manchmal, warum die Medien bei dem Thema so zurückhaltend sind ....
Aber zu deinem Beispiel „Wildtierschutz nach Ablauf der Jagdkonzession“ in Botswana:
Botswana hat sicherlich das Geld zum Betrieb der Pumpen, aber es handelt sich da wohl eher um ein organisatorisches Problem.
Die Deutsche Entwicklungshilfe ist in Botswana sehr engagiert, da wird viel Geld für zweifelhafte Projekte ausgegeben. (man muss sich nur einmal die Gates und die Camps vom Mabuasehube NP anschauen) , vielleicht sollte man mal ein Projekt „Wildtierschutz in ehemaligen Jagdconcessions“ ins Leben rufen, das wäre doch mal eine dankbare Aufgabe.
Wenn dann der Tierbestand dort stabil ist, kann der nächste Schritt folgen - Aufbau von Community-Camps mit fähigen Managern, sooo schwer kann das doch nicht sein, das wurde ja nun schon so einige Male in Afrika durchexerziert.
Gruss
Lothar
Das klingt mir zu versöhnlich und zu weichgespült !Guido hat geschrieben: Insofern scheint es mir zumindest in einigen Gegenden für die Tiere besser zu sein, wenn man sich zumindest kurz- und mittelfristig mit der Trophäenjagd arrangiert.
Aus deinem Beitrag leiten Trophäenabknaller schnell die Rechtfertigung für ihr wildes Drauflosballern ab, nach dem Motto:
„Wildtierschutz geht nicht ohne uns Trophäenjäger - wir tun Gutes “
Ich unterstelle mal, dass diese Interpretation nicht in deinem Sinne wäre und du die Trophäenjagd sofort verbieten würdest, wenn der Wildtierschutz zukünftig durch Fototourismus oder andere Einnahmen zu gewährleisten wäre - oder liege ich da nicht richtig ?
Natürlich spült der Tötungstrieb mancher Zeitgenossen (s. g. „Jäger“) leichtes Geld in die Kassen derer, die sich die Befriedigung dieses Triebes gut bezahlen lassen, und natürlich wird ein Teil dieser Einnahmen zur Aufrechterhaltung dieses Systems eingesetzt, aber meiner Meinung nach geht es nicht um das „kurz- bis mittelfristige Arrangieren mit der Trophäenjagd“ - es geht um das schnellstmöglich Abschaffen dieser perversen Untriebe, DAS muss das Ziel sein und nicht ein Arrangieren damit.
Es muss öffentlicher Druck auf die „Jagdveranstalter“ und deren Kundschaft gemacht werden, ich frage mich manchmal, warum die Medien bei dem Thema so zurückhaltend sind ....
Aber zu deinem Beispiel „Wildtierschutz nach Ablauf der Jagdkonzession“ in Botswana:
Botswana hat sicherlich das Geld zum Betrieb der Pumpen, aber es handelt sich da wohl eher um ein organisatorisches Problem.
Die Deutsche Entwicklungshilfe ist in Botswana sehr engagiert, da wird viel Geld für zweifelhafte Projekte ausgegeben. (man muss sich nur einmal die Gates und die Camps vom Mabuasehube NP anschauen) , vielleicht sollte man mal ein Projekt „Wildtierschutz in ehemaligen Jagdconcessions“ ins Leben rufen, das wäre doch mal eine dankbare Aufgabe.
Wenn dann der Tierbestand dort stabil ist, kann der nächste Schritt folgen - Aufbau von Community-Camps mit fähigen Managern, sooo schwer kann das doch nicht sein, das wurde ja nun schon so einige Male in Afrika durchexerziert.
Gruss
Lothar
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Guido3
Re: Trophäenjagd
Hallo,
ganz allgemein: Ich war früher auch entschiedenerer Gegener der Trophäenjagd und bin immer noch kein Fan davon. Es nützt aber nichts und es nützt vor allen den Tieren nicht, ideologisch verbohrt irgendwelchen theoretischen Konstrukten hinter her zu rennen.
Um das alles zu ermöglichen, muss man in den Ländern erst mal die Basis für mehr Tourismus schaffen. Das bedeutet u.a. ein vernünftiges Tourimusmarketing. Das NTB in Namibia ist z.B. eine mittlere Katastrophe. Botswana nicht viel besser. Die Länder brauchen für mehr Tourismus auch eine viel bessere Fluganbindung. Hast Du gehört wie vehement der Premier und zukünftige Präsidenet Geingob in Namibia gerade wieder Air Namibia als Nationalstolz verteidigt hat? Die sind bereit jeden Preis für den Erhalt dieser Airline zu bezahlen und werden wohl weiter Wettbewerb verhindern. Auf dem Gebiet wird man die nächsten Jahre nicht voran kommen und die echten Touristenzahlen in Namibia fallen seit einiger Zeit eher als das sie steigen.
Man kann das Ganze noch mehr zuspitzen: Wir sind uns in der Einschätzung zu Canned Hunting sicher einig. Trotzdem muss man darüber nachdenken, was passiert, wenn es wirklich verboten wird. Nachdem man die Tiger praktisch ausgerottet hat und Tigerknochen nicht mehr zur Verfügung stehen, werden in einigen asiatischen Ländern nun Löwenknochen irgendwelche Heilwirkungen angedichtet und es gibt eine große Nachfrage. Canned Hunting sorgt für eine 4stellige Anzahl an verwertbaren Löwenskeletten pro Jahr. Fällt die weg, dann steigt mit großer Wahrscheinlichkeit der Wildereidruck auf frei lebende Löwen. Da kann man jetzt argumentieren, dass man das Problem durch Aufklärungskampagnen, rigide Strafen, Überwachung etc. lösen muss. Nur genau das versucht man seit Jahren bei Nashörnern und die Zahl der gewilderten Nashörner steigt trotzdem Jahr für Jahr massiv an. Das sind einfach die Realitäten und die muss man zur Kenntnis nehmen. Canned Hunting ist deswegen immer noch großer Mist und gehört abgeschafft. Trotzdem muss man schauen, was kurz- und mittelfristig das kleinere Übel ist. Nützt es wirklich, da jetzt einen Erfolg zu erzielen, wenn der Preis eine massive Dezimierung der frei lebenden Löwen ist?
Ich will eigentlich absolut nicht die Jagd verteidigen. Es ist mir wie gesagt ein Rätsel, was daran toll ist. Im Sinne der Tiere erscheinen mir etwas mehr Pragmatismus und weniger Ideologie aber vorteilhaft. Gerade wenn man viel reist, sollte man doch etwas Toleranz entwickeln? Anderswo findet man es auch pervers, völlig unverständlich und unethisch, wie wir unsere Nutztiere halten und man findet es ekligst, dass wir Schweinefleisch essen.
Beste Grüße
Guido
ganz allgemein: Ich war früher auch entschiedenerer Gegener der Trophäenjagd und bin immer noch kein Fan davon. Es nützt aber nichts und es nützt vor allen den Tieren nicht, ideologisch verbohrt irgendwelchen theoretischen Konstrukten hinter her zu rennen.
Wir dürften da über Transformationszeiträume von mindestens 20 Jahren sprechen.Lothar hat geschrieben:Natürlich spült der Tötungstrieb mancher Zeitgenossen (s. g. „Jäger“) leichtes Geld in die Kassen derer, die sich die Befriedigung dieses Triebes gut bezahlen lassen, und natürlich wird ein Teil dieser Einnahmen zur Aufrechterhaltung dieses Systems eingesetzt, aber meiner Meinung nach geht es nicht um das „kurz- bis mittelfristige Arrangieren mit der Trophäenjagd“ - es geht um das schnellstmöglich Abschaffen dieser perversen Untriebe, DAS muss das Ziel sein und nicht ein Arrangieren damit.
Sorry, aber das sind meines Erachtens völlig realitätsferne Theorien. So eine Community-Campsite macht dann bestenfalls 10.000 bis 20.000 EUR Umsatz im Jahr. Davon wollen dann x Leute bezahlt werden, Wartung und Betrieb von Pumpen bestritten werden, Patroullienfahrten gegen Wilderer finanziert werden etc. pp. Funktioniert nicht. Soviel Umsatz wird im Übrigen auch mit 2 Büffeljagden gemacht. Und Büffel sind nicht vom Aussterben bedroht. Davon abgesehen kann der Markt massenweise zusätzliche Unterkunftsoptionen überhaupt nicht aufnehmen. Dafür gibt es überhaupt keine Nachfrage. Viele Community-Campsites in Namibia sind mittlerweile wieder eingegangen. Ebenfalls NACTOBA, die das früher koordiniert haben. Gästefarmen in Namibia haben im Jahresdurchschnitt Auslastungen von ca. 15-20%. Selbst die Luxusunterkünfte der bekanntesten Marke Wilderness haben im Jahresschnitt nur Auslastungen von ca. 30%. Wo sind die Fototouristen, die das überall zusätzlich nachfragen und finanzieren werden?Lothar hat geschrieben:Wenn dann der Tierbestand dort stabil ist, kann der nächste Schritt folgen - Aufbau von Community-Camps mit fähigen Managern, sooo schwer kann das doch nicht sein, das wurde ja nun schon so einige Male in Afrika durchexerziert.
Um das alles zu ermöglichen, muss man in den Ländern erst mal die Basis für mehr Tourismus schaffen. Das bedeutet u.a. ein vernünftiges Tourimusmarketing. Das NTB in Namibia ist z.B. eine mittlere Katastrophe. Botswana nicht viel besser. Die Länder brauchen für mehr Tourismus auch eine viel bessere Fluganbindung. Hast Du gehört wie vehement der Premier und zukünftige Präsidenet Geingob in Namibia gerade wieder Air Namibia als Nationalstolz verteidigt hat? Die sind bereit jeden Preis für den Erhalt dieser Airline zu bezahlen und werden wohl weiter Wettbewerb verhindern. Auf dem Gebiet wird man die nächsten Jahre nicht voran kommen und die echten Touristenzahlen in Namibia fallen seit einiger Zeit eher als das sie steigen.
Man kann das Ganze noch mehr zuspitzen: Wir sind uns in der Einschätzung zu Canned Hunting sicher einig. Trotzdem muss man darüber nachdenken, was passiert, wenn es wirklich verboten wird. Nachdem man die Tiger praktisch ausgerottet hat und Tigerknochen nicht mehr zur Verfügung stehen, werden in einigen asiatischen Ländern nun Löwenknochen irgendwelche Heilwirkungen angedichtet und es gibt eine große Nachfrage. Canned Hunting sorgt für eine 4stellige Anzahl an verwertbaren Löwenskeletten pro Jahr. Fällt die weg, dann steigt mit großer Wahrscheinlichkeit der Wildereidruck auf frei lebende Löwen. Da kann man jetzt argumentieren, dass man das Problem durch Aufklärungskampagnen, rigide Strafen, Überwachung etc. lösen muss. Nur genau das versucht man seit Jahren bei Nashörnern und die Zahl der gewilderten Nashörner steigt trotzdem Jahr für Jahr massiv an. Das sind einfach die Realitäten und die muss man zur Kenntnis nehmen. Canned Hunting ist deswegen immer noch großer Mist und gehört abgeschafft. Trotzdem muss man schauen, was kurz- und mittelfristig das kleinere Übel ist. Nützt es wirklich, da jetzt einen Erfolg zu erzielen, wenn der Preis eine massive Dezimierung der frei lebenden Löwen ist?
Ich will eigentlich absolut nicht die Jagd verteidigen. Es ist mir wie gesagt ein Rätsel, was daran toll ist. Im Sinne der Tiere erscheinen mir etwas mehr Pragmatismus und weniger Ideologie aber vorteilhaft. Gerade wenn man viel reist, sollte man doch etwas Toleranz entwickeln? Anderswo findet man es auch pervers, völlig unverständlich und unethisch, wie wir unsere Nutztiere halten und man findet es ekligst, dass wir Schweinefleisch essen.
Beste Grüße
Guido
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Kuno
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Re: Trophäenjagd
Ich stelle mich auch auf die pragmatische Seite. Wenn ich mir die vielen (absolut tollen) Fotos ansehe, die die Forumsmitglieder hier jeweils zeigen, dann kommt bei mir immer oefter der Eindruck auf, dass es sich bei den Nationalparks in Afrika im Prinzip um nichts mehr als erweiterte Freigehege handelt. Ausserhalb der Grenze steht der Mensch in immer groesserer Anzahl und beansprucht das Land fuer sich. Die Parks und die Tiere wird es genau so lange geben, wie sich die Leute die darum herum wohnen ueberzeugen lassen, dass es ihnen am Ende mehr bringt, wenn die Tiere und die Parks bleiben. Und am Ende ist das ueberzeugendste Argument halt auch in Afrika das liebe Geld (mit dem man sich dann zum Beispiel ein neues Mobilphone oder Essen fuer die zahlreichen Kinder leisten kann). Es waere interessant zu erfahren, wieviele Fototouristen es braucht um die selben Einnahmen zu generieren, welche ein Jagdtourist bringt...
Re: Trophäenjagd
@ Kuno
Im Flieger nach Namibia beträgt der Anteil an "Jägern" nach meiner Schätzung ca. 5%. Man erkennt sie am Verhalten, der Bekleidung, dem Typus - und man sieht sie beim Abholen ihrer Flinten am Sperrgepäckschalter.
Botswana begründet das Verbot der Trophäenjagd im wesentlichen mit dem unverhältnismässig hohen Resourceneinsatz an Land und Tieren im Verhältnis zu den Einnahmen. Oder anders ausgedrückt - Der Ertrag der Nationalparks durch Fototourismus pro Hektar und Tier ist deutlich höher als der Ertrag aus der Trophäenjagd.
Soviel ersteinmal ....
Gruss
Lothar
Die Quote kann ich nicht gerade nicht nennen, aber vielleicht ist folgendes auch aussagekräftig:Es waere interessant zu erfahren, wieviele Fototouristen es braucht um die selben Einnahmen zu generieren, welche ein Jagdtourist bringt...
Im Flieger nach Namibia beträgt der Anteil an "Jägern" nach meiner Schätzung ca. 5%. Man erkennt sie am Verhalten, der Bekleidung, dem Typus - und man sieht sie beim Abholen ihrer Flinten am Sperrgepäckschalter.
Botswana begründet das Verbot der Trophäenjagd im wesentlichen mit dem unverhältnismässig hohen Resourceneinsatz an Land und Tieren im Verhältnis zu den Einnahmen. Oder anders ausgedrückt - Der Ertrag der Nationalparks durch Fototourismus pro Hektar und Tier ist deutlich höher als der Ertrag aus der Trophäenjagd.
Soviel ersteinmal ....
Gruss
Lothar
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Guido3
Re: Trophäenjagd
Hallo Kuno,
Ganz, ganz grob betrachtet generiert Fototourismus in vielen südafrikanischen Ländern heute etwa 10 mal so hohe Einnahmen wie die Trophäenjagd. Fototourismus spielt also schon heute definitiv eine viele Größere Rolle als Jagdtourismus. Falsch ist also, wenn die Jagdbranche für sich in Anspruch nimmt, die einzige oder wichtigste Option zum Erhalt der Wildtiere zu sein. Nur ändert das nichts daran, dass es eine Reihe an Gebieten gibt, in denen null Fototourismus stattfindet und die sich auch nicht kurzfristig auf Fototourismus umstellen lassen.
Und man kann natürlich sagen, das z.B. Botswana nicht ganz arm ist und dass eben der Staat zukünftig einfach das alles bezahlen soll, was bisher die Jagdkonzessionäre finanziert haben. Man kann aber auch mal schauen, dass immer noch 25% der Menschen in Botswana HIV positiv sind und laut aktueller Weltbank-Studie immer noch 49% - also die Hälfte - der Einwohner Botswanas in extremer Armut leben. Den einen oder anderen ungedeckten finanziellen Bedarf scheint es da durchaus noch zu geben.
Beste Grüße
Guido
Es ist schwer, da an aussagekräftige Zahlen zu kommen. Das was an Zahlenmaterial herum geistert, variiert z.T. extrem. Eine der meist zitierten Studien zum Thema ist die von Lindsey aus 2007. Darin heißt es, dass ein Jagdtourist z.B. in Zimbabwe durchschnittlich 30 mal so viel Umsatz generiert wie ein Fototourist. Das könnte sich seitdem aber etwas zugunsten der Jagd verschoben haben, weil die Preise für Trophäen in den letzten Jahren massiv gestiegen sind. Demnächst wird ein Nashorn in Namibia als Trophäe versteigert. Startgebot eine Viertel Million US-Dollar - sehe ich trotzdem zwispältig. Da ist auch noch die Frage, was eigentlich die relevante Kennziffer zur Beurteilung ist? Umsatz pro Jagd- oder Fototourist? Umsatz pro Hektar Fläche durch Jagd- oder Fototourismus? Netto-Einnahmen pro Local durch Jagd- oder Fototourismus?Kuno hat geschrieben:Es waere interessant zu erfahren, wieviele Fototouristen es braucht um die selben Einnahmen zu generieren, welche ein Jagdtourist bringt...
Ganz, ganz grob betrachtet generiert Fototourismus in vielen südafrikanischen Ländern heute etwa 10 mal so hohe Einnahmen wie die Trophäenjagd. Fototourismus spielt also schon heute definitiv eine viele Größere Rolle als Jagdtourismus. Falsch ist also, wenn die Jagdbranche für sich in Anspruch nimmt, die einzige oder wichtigste Option zum Erhalt der Wildtiere zu sein. Nur ändert das nichts daran, dass es eine Reihe an Gebieten gibt, in denen null Fototourismus stattfindet und die sich auch nicht kurzfristig auf Fototourismus umstellen lassen.
Und man kann natürlich sagen, das z.B. Botswana nicht ganz arm ist und dass eben der Staat zukünftig einfach das alles bezahlen soll, was bisher die Jagdkonzessionäre finanziert haben. Man kann aber auch mal schauen, dass immer noch 25% der Menschen in Botswana HIV positiv sind und laut aktueller Weltbank-Studie immer noch 49% - also die Hälfte - der Einwohner Botswanas in extremer Armut leben. Den einen oder anderen ungedeckten finanziellen Bedarf scheint es da durchaus noch zu geben.
Beste Grüße
Guido
Re: Trophäenjagd
Hallo,
1. Botswana hat die Trophäenjagd verboten - auch wenn in Afrika solche Aussagen oft aus der Hüfte geschossen sind - kann man trotzdem eine Bereitschaft daraus ableiten, Mittel und Resourcen für die notwendigen Massnahmen bereitzustellen.
2. Aus welchem Grunde können Hilfsorganisationen dort nicht solche Aufgaben übernehmen ?
Es gibt genügend Beispiele (insbes. Ostafrika) wo Naturschutzparks von Hilfsorganisationen aufgebaut wurden, was ist daran realitätsfern ???
3. Community-Camps.
So illusorisch zu glauben, dass CCs aus dem Stand heraus die Sache finanzieren können, ist wohl niemand, der in Afrika länger als 4 Wochen unterwegs war.
Aber es muss das Ziel sein, die Locals in die Lage zu versetzen, CCs selbst wirtschaftlich zu betreiben, wer das den Locals mittelfristig nicht zutraut, sollte seine Einstellung diesen Menschen gegenüber überprüfen.
Viele CCs werden auch von den Privaten Camps gezielt verdrängt. Bei der Auswahl der CC-Manager ist in ersten Linie auf die Qualifikation zu achten, nicht auf die Nationalität.
Wollte man die Südafrikaner anlocken, sollte man z.B. einen Weissen als Manager einstellen, das ist zwar traurig, aber wahr.
In der ersten Phase würde ich - wie bei anderen NP auch - erst mit CCs anfangen und Privatcamps erst später zulassen. Das muss natürlich alles politisch gewollt sein und kostet erst einmal, aber Botswana traue ich da schon etwas zu und das Hauptproblem der Entwicklungshilfe ist ohnehin, den „Mittelabfluss“ zu organisieren.
Namibia hat, so weit ich mich erinnere, in den letzten 10 Jahren um die 400 Millionen EUR bekommen, um mal eine Größenordnung zu nennen.
4. Besucherzahlen.
Ja, Namibia hat rückläufige Besucherzahlen - kein Wunder, bei den Preisen, die mittlerweile dort verlangt werden. Vielleicht sollte man mal überprüfen, ob der Rückgang der Besucher nicht irgendwie mit den gestiegenen Preisen korreliert. Du sprichst von einer Auslastung der Lodges von 20%, vergisst aber zu erwähnen, dass die Anzahl der Lodges sich in den letzten Jahren vervielfacht hat. Wenn JEDER Farmer jetzt versucht sich auch noch ein Stück vom Kuchen abzuscheiden, werden die Stücke eben kleiner. Die Preise einfach anzuheben, damit sich eine Belegungsquote von 20% rechnet, funktioniert eben nicht.
5. Trophäenjagd als Artenschutz.
Canned Hunting mag ja die Variante sein, die dem Artenschutz mehr entgegen kommt, aber wer als "echter Jäger" etwas auf sich hält, will sich mit den freilebenden Bestien messen.
Die Wüstenlöwen in Namiba sind doch wohl nicht dem "Canned Hunting" zum Opfer gefallen.
Eigentlich stehen sich hier zwei Aussagen gegenüber, und zwar
1. Kontrollierte Jagd ist organisierbar, kann Wilderei reduzieren und den Artenschutz aufrechterhalten.
oder
2. Kontrollierbare Jagd ist nicht realisierbar, der Übergang zur Wilderei ist fliessend und sie befeuert eine unkontrollierbare Selbstbedienungsmentalität am Wildlife.
(Wie will man z.B. den Locals klarmachen, dass Weisse Wildtiere aus Spass töten dürfen, während es ihnen entgegen existentieller Notwenigkeiten verboten ist ?)
Du plädierst hier auf grenzwertigster Weise FÜR die Aufrechterhaltung die Trophäenjagd und redest von „Arrangieren auf Zeit“, wie sieht denn deine „Exit-Strategie“ überhaupt aus, den Status Quo zu beklagen ist wenig kreativ.
Ich hoffe, deiner Erläuterung der Exitstrategie besser folgen zu können ....
Gruss
Lothar
.. und ich halte es für äusserst kontraproduktiv, wie du die Trophäenjagd hier als unverzichtbaren Unterstützer des Tierschutzes präsentierst - und im übrigen wäre ich etwas zurückhaltender mit Äusserungen wie „ideologisch verbohrt“, denn genauso wie sich der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ z.T. rehabilitiert, sind die "ewig gestrigen Betonköpfe", die vor Jahren die Befürworter der Alternativen Energien "verbohrte Idiologen" genannt haben, mittlerweile ziemlich leise geworden.Guido hat geschrieben:Es nützt aber nichts und es nützt vor allen den Tieren nicht, ideologisch verbohrt irgendwelchen theoretischen Konstrukten hinter her zu rennen.
Also bei allem Respekt vor deinem Engagement, deine Argumente zum Besten zu geben, aber von „völlig realitätsfernen Theorien“ zu sprechen, zeigt mir entweder mangelndes Interesse an Veränderung oder mangelnde Vorstellungskraft deinerseits:Sorry, aber das sind meines Erachtens völlig realitätsferne Theorien. So eine Community-Campsite macht dann bestenfalls 10.000 bis 20.000 EUR Umsatz im Jahr. Davon wollen dann x Leute bezahlt werden, Wartung und Betrieb von Pumpen bestritten werden, Patroullienfahrten gegen Wilderer finanziert werden etc. pp. Funktioniert nicht.
1. Botswana hat die Trophäenjagd verboten - auch wenn in Afrika solche Aussagen oft aus der Hüfte geschossen sind - kann man trotzdem eine Bereitschaft daraus ableiten, Mittel und Resourcen für die notwendigen Massnahmen bereitzustellen.
2. Aus welchem Grunde können Hilfsorganisationen dort nicht solche Aufgaben übernehmen ?
Es gibt genügend Beispiele (insbes. Ostafrika) wo Naturschutzparks von Hilfsorganisationen aufgebaut wurden, was ist daran realitätsfern ???
3. Community-Camps.
So illusorisch zu glauben, dass CCs aus dem Stand heraus die Sache finanzieren können, ist wohl niemand, der in Afrika länger als 4 Wochen unterwegs war.
Aber es muss das Ziel sein, die Locals in die Lage zu versetzen, CCs selbst wirtschaftlich zu betreiben, wer das den Locals mittelfristig nicht zutraut, sollte seine Einstellung diesen Menschen gegenüber überprüfen.
Viele CCs werden auch von den Privaten Camps gezielt verdrängt. Bei der Auswahl der CC-Manager ist in ersten Linie auf die Qualifikation zu achten, nicht auf die Nationalität.
Wollte man die Südafrikaner anlocken, sollte man z.B. einen Weissen als Manager einstellen, das ist zwar traurig, aber wahr.
In der ersten Phase würde ich - wie bei anderen NP auch - erst mit CCs anfangen und Privatcamps erst später zulassen. Das muss natürlich alles politisch gewollt sein und kostet erst einmal, aber Botswana traue ich da schon etwas zu und das Hauptproblem der Entwicklungshilfe ist ohnehin, den „Mittelabfluss“ zu organisieren.
Namibia hat, so weit ich mich erinnere, in den letzten 10 Jahren um die 400 Millionen EUR bekommen, um mal eine Größenordnung zu nennen.
4. Besucherzahlen.
Ja, Namibia hat rückläufige Besucherzahlen - kein Wunder, bei den Preisen, die mittlerweile dort verlangt werden. Vielleicht sollte man mal überprüfen, ob der Rückgang der Besucher nicht irgendwie mit den gestiegenen Preisen korreliert. Du sprichst von einer Auslastung der Lodges von 20%, vergisst aber zu erwähnen, dass die Anzahl der Lodges sich in den letzten Jahren vervielfacht hat. Wenn JEDER Farmer jetzt versucht sich auch noch ein Stück vom Kuchen abzuscheiden, werden die Stücke eben kleiner. Die Preise einfach anzuheben, damit sich eine Belegungsquote von 20% rechnet, funktioniert eben nicht.
5. Trophäenjagd als Artenschutz.
Canned Hunting mag ja die Variante sein, die dem Artenschutz mehr entgegen kommt, aber wer als "echter Jäger" etwas auf sich hält, will sich mit den freilebenden Bestien messen.
Die Wüstenlöwen in Namiba sind doch wohl nicht dem "Canned Hunting" zum Opfer gefallen.
Eigentlich stehen sich hier zwei Aussagen gegenüber, und zwar
1. Kontrollierte Jagd ist organisierbar, kann Wilderei reduzieren und den Artenschutz aufrechterhalten.
oder
2. Kontrollierbare Jagd ist nicht realisierbar, der Übergang zur Wilderei ist fliessend und sie befeuert eine unkontrollierbare Selbstbedienungsmentalität am Wildlife.
(Wie will man z.B. den Locals klarmachen, dass Weisse Wildtiere aus Spass töten dürfen, während es ihnen entgegen existentieller Notwenigkeiten verboten ist ?)
Du plädierst hier auf grenzwertigster Weise FÜR die Aufrechterhaltung die Trophäenjagd und redest von „Arrangieren auf Zeit“, wie sieht denn deine „Exit-Strategie“ überhaupt aus, den Status Quo zu beklagen ist wenig kreativ.
Sorry, die „gedankliche Kurve“ bekomme ich nicht - erwartest du jetzt Toleranz von einem „Vielreiser“ für das Abschiessen von freilebenden Wildtieren aus „Spass an der Freude“, weil wir in Deutschland Schweinfleisch essen ??
Gerade wenn man viel reist, sollte man doch etwas Toleranz entwickeln? Anderswo findet man es auch pervers, völlig unverständlich und unethisch, wie wir unsere Nutztiere halten und man findet es ekligst, dass wir Schweinefleisch essen.
Ich hoffe, deiner Erläuterung der Exitstrategie besser folgen zu können ....
Gruss
Lothar
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Kuno
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Re: Trophäenjagd
Du hast sicher recht, Lothar, wenn du sagst, dass die Jagd mehr Resourcen an Land und Tieren braucht als als der Fototourismus - ich kann mir gut vorstellen, dass man die Groesse der Parks gerne reduzieren wuerde (zugunsten von Landwirtschaft und Besiedelung). Wahrscheinlich ist der Tag nicht mehr allzu fern, wo sich die Nationalparks nur noch an ihrem afrikanischen Pflanezenbestand von den Zoos unterscheiden - wenn da nun alle paar Kilometer ein "CC" (Community Camp), an jedem Wasserloch eine Lodge und moeglichst gute Pisten dahin das Ziel sind, dann kann ich mir weder einen wirtschaftlichen Erfolg vorstellen noch einen nachhaltigen Naturschutz. Und wenn - wie du vorschlaegst- Hilfswerke (Enntschioooos) da ihre Finger mit drinhaben, dann befuerchte ich nichts gutes...



