Trophäenjagd

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Lothar
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Lothar »

Kuno hat geschrieben:Es geht also doch, dass man auch in einem anstaendigen Ton schreibt :) Das freut mich.
??? Das ist schön, wenn ich dir eine Freude gemacht habe, aber mir macht dein etwas oberlehrerhafter Ton ehrlich gesagt keine Freude.

„Zur pauschalen Verurteilung der „Weissen Jäger“:

Ich verurteile das Jagdverhalten der Trophäenjäger, und es wird möglicherweise nicht mehr lange dauern, bis entsprechende Tierschutzgesetze mit dem „Verurteilen“ ernst machen.

Egal wie es gedreht und betrachtet wird und ob mit dem Geld Gutes oder Schlechtes angestellt wird, wenn es um das Töten aus niedrigen Beweggründen geht, verurteile ich es eben.

Aber wie auch immer, ein Jäger ist in erster Linie Mensch.
Ich habe selbst einen „Jäger alter Garde“ im Bekanntenkreis gehabt. Wir haben uns geschätzt (er ist verstorben) und er war mir sympathisch, ein kerniger Typ - nur an eben DEM einem Punkt sind wir nicht miteinander klargekommen. Wir haben manchmal über Afrikas Tiere gesprochen und er hat sich gerne Bilder von Tierherden angeschaut, er „grummelte“ dann immer, wohl wissend um die brisants seiner Worte, in sich hinein „ viel zu viele, viel zu viele, so geht das nicht“, ich glaube immer einen zuckenden rechten Zeigefinger erkannt zu haben.

Gerne hätte ich ihm eine kleine Gehirnwindung herausoperiert.

Also ich verurteile das Jagdverhalten und nicht grundsätzlich den Menschen, nur so viel mal am Rande.

So weit, so gut von meiner Seite ... "habe also auch fertig"
Guido3

Re: Trophäenjagd

Beitrag von Guido3 »

Hallo,

hatte ich früher schon mal gelesen und fiel mir jetzt wieder vor die Füße:
"Chickens are killed by humans. How are lions different from them? In principle a lion is not more or less than a crocodile, an ostrich or a butterfly. It's a form of life. Breeding animals for human exploitation is a natural human process"
sagt der Chef des südafrikanischen Raubtierzüchterverbandes, Professor Pieter Potgieter. Natürlich kann man Chickens auch durch Schweine, Rinder etc ersetzen. Und so unethisch und beschissen wir Canned Hunting alle finden: Es ist gar nicht so einfach, stichhaltige Argumente dagegen zu finden. Schon gar nicht, wenn man kein Vegetarier ist.

Beste Grüße

Guido

Quelle: http://mg.co.za/article/2012-07-04-sa-b ... lion-bones
schnorr
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von schnorr »

Guido3 hat geschrieben: Und so unethisch und beschissen wir Canned Hunting alle finden: Es ist gar nicht so einfach, stichhaltige Argumente dagegen zu finden. Schon gar nicht, wenn man kein Vegetarier ist.
stimmt! also: werdet vegetarier!
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Wolf Rayet 11
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Wolf Rayet 11 »

Vorsicht mit namen wie Pieter Potgieter und so einen unsinn.Meistens ist da mehr los.

http://www.motsomi.com/about_us.php


Sorry ! :oops:

Mario
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Guido3

Re: Trophäenjagd

Beitrag von Guido3 »

Wolf Rayet 11 hat geschrieben:Vorsicht mit namen wie Pieter Potgieter und so einen unsinn.Meistens ist da mehr los.
http://www.motsomi.com/about_us.php
Ich verstehe mal wieder nicht, was Du überhaupt sagen willst? :roll:
Der Typ heißt nun mal Pieter Potgieter und wenn man den Namen im Kontext von SAPA nennt, sind auch keine Verwechslungen möglich.
http://sapredators.co.za/contact_us.htm

Beste Grüße

Guido
Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

Aus Marios Link weiter oben habe ich folgenden Satz entnommen:

"...with lots of different species of game and some of the best trophy animals near the end of their natural life, prime trophies to be taken by a proud and ethical hunter."

Wenn ich jetzt unbedingt eine Loewentrophaee haben muss, ist es dann wirklich noch soooo schlimm, wenn ich einen Loewen erlege, der eh demnaechst von einem juengeren Rivalen attackiert worden waere oder der aus Altersschwaeche keinen Jagderfolg mehr gehabt und konsequenterweise verhungert waere. (Oder waere er von den Jungen im Rudel durchgefuettert worden, bis er eines Tages sanft ins Jenseits entschlummert waere?).

Allerdings frage ich mich, ob ein uralter Loewe wirklich noch eine tolle Trophaee hergeben wuerde - die halben Zaehne ausgefallen und die Maehne auch schon etwas schuetter. Ich wuerde also vielleicht anfragen, ob man gegen einen kleinen Aufpreis auch einen etwas juengeren Loewen erlegen koennte (man koennte vielleicht annehmen, dass der bald unter ein Auto kommen, also eh auch sterben wuerde).

Naja. Zum Glueck brauche ich keine Loewentrophaeen :)
Wolf Rayet 11
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Wolf Rayet 11 »

Aiiii,wenn das die Jaeger lesen !! :lol: :wink:
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Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

Jetzt aber mal ohne Polemik und Ironie: Wenn ich als Trophaeenjaeger im Schutze von einem halben Dutzend Profijaegern mit dem Zielfernrohr auf 100 Meter Distanz und aus dem Schutz eines Autos heraus einen schlapp im Schatten doesenden Loewen (egal wie alt er nun ist) erlege, dann ist der ausgestopfte Kopf meiner Beute doch gar keine Trophaee sondern nur ein wertloser Staubfaenger ueber dem Kamin.

Eine Trophaee ist nur dann eine Trophaee, wenn man sich ziemlich sehr bemuehen muss um sie zu ergattern - einen materiellen Wert hat sie nicht sondern nur den ideellen, den sie durch die selber erbrachte Leistung bekommt (wie zum Beispiel der traditionelle Lorbeerkranz der griechischen Olympiateilnehmer).

So ist es ganz einfach.

Allerdings kann man natuerlich noch einen anderen Aspekt sehen: Die Trophaee KOENNTE von den Kollegen zuhause als Trophaee anerkannt werden - Bedingung: Nur wenn sie nicht wissen, dass hinter der Erlangung der Trophaee keinerlei Leistung steckt.

Dummerweise ist es aber wahrscheinlich so, dass alle Jagdkollegen mehr als ganz genau wissen, wie der stolze Jaeger an seine Trophaee gekommen ist...

Und damit wird der Loewenkopf ueber dem Kamin fuer den Besitzer ganz einfach nur noch peinlich.

---

Es gibt noch einen letzten Trick: Man hackt dem Loewen die eine Pfote ab und laesst sich die Krallen vom Jagdgehilfen ueber die stolz geschwellte Brust ziehen - damit erreicht man ein zerfetztes Hemd und brutale Kratzspuren die echte Supernarben geben. Das zieht bei allen Jagdkollegen und ist die Basis fuer viele spannenden Lagerfeuergeschichten.

Fuer alle die diesen Trick anwenden wollen hier noch ein paar praktische Tips :idea:

- Krallen vor dem Kratzen gut desinfizieren. Sonst gibt es sehr scheussliche Entzuendungen :shock: :!:
- Aufpassen, dass keiner der Anwesenden die Geschichte mit dem Handy filmt :mrgreen:
- Als "Light" Version kann man auch nur das Hemd zerreissen lassen :wink: *

* ...das wird dann aber wieder recht peinlich, wenn die anderen die Narben sehen wollen :oops:
Alexander
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Alexander »

Diese Trophaenjagd gefällt mir da schon besser. Das Tier wird analog oder digital "geschossen", das Tier überlebt und der "Jäger" kann seine Trophäe mit nach hause nehmen.
cheetah.jpg
Einige weitere Bilder auf http://www.photosofafrica.com/

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

Heute konnte man in diversen Zeitungen lesen, dass Namibia einen Nashornbullen ueber eine Agentur in den USA versteigern laesst. Wer am meisten zahlt, bekommt die Genehmigung das tier zu erlegen. Das eingenommene Geld soll dem Nashornschutz zugefuehrt werden.

Als Begruendung gibt man an, dass der Nashornbulle bereits sehr alt sei, nicht mehr zeugungsfaehig sei und zu einer Gefahr werden koennte.

Einmal abgesehen vom Tod durch Erschiessen - weiss jemand, woran alte Nashornbullen normalerweise im Alter sterben wuerden?

Legt der sich einfach mal unter einen Baum und roechelt ab?
Wird er bei einem Kampf mit einem Juengeren, der sich fuer den Harem interessiert verletzt und stirbt daran?
Sondert er sich ab und wird irgendwann zur Beute von Philipps Loewen?
Alexander
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Alexander »

Eine Trophäenjagd der anderen Art zeigt dieses Video. Ein Araber geht auf Jagd mit einem abgerichteten Gepard.



Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

Danke fuer diesen Beitrag, Alexander. Zeigt er doch, wie eine uralte Jagdtradition der Beduinen aufrechterhalten wird. Da der Leopard offensichtlich darauf trainiert ist, die Gazelle nicht zu toeten kann man da auch nichts dagegen haben - der Anlass traegt bestimmt dazu bei, dass die Tiere, die sonst in ihren Gehegen den Tag verdoesen, fit und wach bleiben.

Was mir aber auch bei dieser Art des Jagdsports auffaellt: Er scheint Frauen bisher noch wenig anzusprechen. Hier muessten vielleicht die betroffenen Verbaende, in diesem Falle wohl ein arabischer Jagdclub, auch einmal ein wenig Aufklaerungsarbeit leisten :!:
Waza
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Waza »

Es hat noch nie früchte getragen, wenn man sich von Emotionen leiten lässt und Fakten ignoriert......
Jagd hat in Afrika mehr zum Wildschutz beigetragen als sich viele vorstellen können.
Der ein oder andere ist anscheinend aus Prinzip dagegen, ob sinnvoll oder nicht. Eine fragwürdige Einstellung. Ob man Jagd nun mag oder nicht, wenn Sie zum Naturschutz beiträgt sollten wir uns doch freuen oder nicht?


White Rhino- Conversation sucess story:


African Indaba » Kenya » Kenya: Wildlife loved to Death
March 2014, Volume 12-2

Editor’s Note (GRD): Readers should also look at the D. H. M. Cummings review of Martin’s book “Game Changer: Animal Rights and the Fate of Africa’s Wildlife” in this African Indaba. A primary focus is the state of conservation in Kenya where the International Fund for Animal Welfare (IFAW), and other animal rights protagonists, has been instrumental in convincing Kenya to maintain and reinforce a 1977 ban on hunting and the consumptive use of wildlife. Despite Kenya’s high profile as a wildlife tourist destination, its conservation record is abysmal and marked by a 70% decline in large mammal populations since the 1970s.

Kenya’s much-praised ban on hunting, in fact, has had an impact opposite to its intent: wild animals are disappearing at an accelerating rate. “Charismatic megafauna” — elephants, lions, rhinos, the larger antelopes — are in a true death spiral. When Kenya’s hunting ban was passed in 1977 in response to the “Ivory Wars” that were ravaging the nation’s elephants, it was hailed as a new and progressive paradigm for wildlife management. With the hunting pressure off, animal lovers opined, the game would bounce back. And it’s true that elephants did recover modestly over the ensuring two decades. But now the slaughter has begun anew, driven by an unrelenting demand from a prosperous Asia for ivory objets d’art. Meanwhile, everything else is going down the tubes, including carnivores and antelopes. By best estimates, Kenya’s wildlife has declined by more than 70 percent over the past 20 years.

What happened? While the ban played well in the developed world, it was catastrophic for the people who lived in the rural hinterlands of Kenya – the places where wildlife actually exists. Basically, folks out in the bush had the responsibility for maintaining wildlife on their lands, but they were deprived of any benefit from the animals. Such a situation is intolerable for subsistence pastoralists and farmers.

Subsequent to the ban, they could not respond – legally – when an elephant raided their maize and stomped their goats, or when a lion killed a cow. But laws made in Nairobi are seldom if ever applied with rigor in the Kenyan bush. Even as animal rights groups lionized Kenya’s no-kill policy and urged its adoption across Africa, the killing has continued unabated. Carnivores are poisoned, antelope snared, elephants speared and shot: Crops can thus be raised and the livestock grazed in peace.

Michael Norton-Griffiths, who has served as the senior ecologist for Tanzania’s Serengeti National Park and the manager of the Eastern Sahel Program for the International Union for the Conservation of Nature, likened the situation to owning a goat. Assume, says Norton-Griffiths that you’re a poor pastoralist in rural Kenya, and your assets consist of a goat. You can eat this goat, or milk it. You can sell it, gaining hard currency that you can use to buy necessities. Or you can breed it, increasing your asset base in the form of another goat. But now imagine that a law is passed that forbids you to eat, sell, or breed that goat. In fact, the only thing you can do with it is allow tourists to take pictures of it. Even then, you obtain no benefit; the money derived from the tourists photographing the goat goes to the owner of the “eco-lodge” they are patronizing. By substituting wildlife for the goat, says Norton-Griffiths, you have the situation that exists in Kenya today.

If African wildlife is to survive — let alone thrive — local people must value it. In other words, they must be allowed to gain both income and meat from it in a sustainable fashion. And repugnant as it may seem to most urbanized westerners, lion, buffalo and elephant hunting can be sustainable enterprises — like most large African mammals, these species are fecund. Wealthy hunters will pay between $50,000 to $100,000 to take a trophy male lion or elephant bull, and up to $20,000 for a buffalo with big horns. If that money is returned to local communities — along with the meat — then tolerance for wildlife reflexively improves. Similarly, the commercial cropping of certain species of plains game for hides and meat (Burchell’s zebra most specifically) can build support for conservation among Africa’s pastoral and agricultural communities.

This isn’t to say hunting is a panacea for Africa’s wildlife crisis. Kenya’s wildlife stocks currently are too depleted to allow any kind of “consumptive” game policy. Tanzania has larger populations of wildlife than Kenya, and both trophy and subsistence hunting are allowed — but the game is dwindling. Over-hunting due to poor enforcement of the quotas and general government corruption is widely acknowledged as a contributing factor. But a template for a rational wildlife policy exists: in Namibia. By the late 1980s, wildlife was almost wholly extirpated from this vast southwestern African territory following decades of conflict between South Africa and the Southwest Africa People’s Organization (SWAPO). Following Namibia’s independence from South Africa in 1990, the leaders of the new nation established wildlife policies that invested tribal communities with control over the game, while simultaneously establishing firm quotas for individual species. Income from both hunting and cropping is rigorously tracked, and diligently returned to the communities. Namibian wildlife, in short, was changed from a liability to an asset. Today, Namibia is burgeoning with wildlife, game and non-game species alike. The country has the world’s largest population of cheetahs. Elephants are abundant — in some places too abundant — and lions are returning. Rare antelopes such as kudu and sable are anything but rare in Namibia; their meat, the yield of certified cropping programs, is easily found in supermarkets.

Obviously, this would not be possible without relatively good governance. In the 2011 corruption index for 182 countries released by Transparency International, Namibia ranked 57th and Kenya was close to the bottom at 154. If Kenya is to duplicate Namibia’s success, it must address its rampant corruption as well as revamp its game laws.

Still, Namibia points to a better way than the blanket no-hunt policy that has become holy writ among some animal rights groups. And it’s better because it’s pragmatic: It addresses the needs of people as well as the rights of animals. Unlike Kenya’s current wildlife policy, it actually works.

Author: Glen Martin Huffington Post
"Here are the facts: at some point in the future, date unknown, an old bull of over thirty years, who by some good fortune has escaped the violence of poachers for decades, will wake up one last morning, be pointed out by the park guards who have kept him safe and healthy for years, and will be shot dead by an ecstatic Corey Knowlton. Afterwards the dead rhino will be butchered and the heaps of fresh meat will be eaten by the local community. When the thrill of the hunt and the harvesting of the meat is over, the big, prehistoric looking hide will be flown back to Texas as a prize. In return Namibia's rhino program will receive $350,000, which it will use to pay rangers, support local communities, and boost its rhino populations.

All this will be done in an effort to save rhinos, just not that particular one.
Read more at http://news.mongabay.com/2014/0220-isaa ... 65SML2d.99"
Weitere Literatur zu dem Thema:
Lindsey, P. A., Alexander, R., Frank, L. G., Mathieson, A. and Romañach, S. S. (2006), Potential of trophy hunting to create incentives for wildlife conservation in Africa where alternative wildlife-based land uses may not be viable. Animal Conservation, 9: 283–291. doi: 10.1111/j.1469-1795.2006.00034.x
http://www.africanwildlifeconservationf ... unting.pdf


http://static.sdu.dk/mediafiles/Files/O ... Norton.pdf

http://www.wildlife-baldus.com/download ... Baldus.pdf

Gibt übrigens einige Projekt von GIZ in Asien zum Thema Jagd & Naturschutz, teilweise sehr erfolgreich!
http://shaxentertainment.com/portfolio- ... servation/
In parts of the world where habitat destruction and poverty-driven poaching are the primary threats to wildlife, privatized hunting can be an effective method of conservation. Shooting animals may seem at odds with protecting them, but the high prices sport hunters pay for a trophy create an economic incentive to protect and manage wild areas. With shooting locations in Africa, Central Asia, and the United States, Crosshairs Conservation will interweave stories of local hunting operators and American hunters against a backdrop of spectacular wildlife cinematography. The film will attempt to take a ‘world view’, drawing parallels between struggling local economies and the declining populations of game species. Interviews with scientists and wildlife management experts will illuminate the disparity between the number of animals legally harvested and the number poached.

In a society that consumes more meat than almost any other country on the planet, hunting is still seen as cruel and unusual in the United States. Crosshairs Conservation challenges the prevailing moral opposition to hunting, illuminating and encouraging sound conservation practices across the hunting industry. [...]
usw.....
Guido3

Re: Trophäenjagd

Beitrag von Guido3 »

Hallo,

zu jeder Studie pro Trophäenjagd kann man 3 Studien gegen die Trophäenjagd anführen. Trophäenjagd pauschal mit Naturschutz gleich zu setzen ist genau so verkehrt, wie pauschal immer das Gegenteil zu behaupten. Man kann sich nur jede Gegend einzeln angucken, die Zustände dort analysieren und dann für diese Gegend sagen: Jagd ist hinsichtlich Naturschutz und Arterhalt produktiv oder kontraproduktiv. Aber dann wird es natürlich kompliziert und man tut sich schwer mit plakativen Aussagen.

Vereinfacht gesagt gibt es Gegenden, die touristisch gut erschlossen sind und in denen die Trophäenjagd meines Erachtens eher kontraproduktiv ist. In anderen Gegenden gibt es noch null Tourismus und Trophäenjagd kann zumindest übergangsweise einen positiven Einfluss haben. Langfristig sieht es für die Trophäenjagd meines Erachtens aber eher trübe aus.

Kenia ist immer das Paradebeispiel der Jagdlobby. Nur haben die leider bis heute den Unterschied zwischen Koinzidenz und Kausalität nicht begriffen. Beispiel: Seit Lufthansa mit einer A380 nach Südafrika fliegt, ist da die Nashornwilderei massiv gestiegen. Statistisch ist das eindeutig belegbar. Nur eben Koinzidenz und nicht kausal verbunden. Ob Wildlifebestände fallen oder steigen ist eine komplexe Formel mit vielen Parametern. Man kann sich nicht einen einzigen Parameter raus picken, etwaige Veränderungen bei anderen Parametern ignorieren und dann irgendwelche Schlussfolgerungen ableiten wollen. Genau das wird hier aber gemacht. Die Jagd wurde verboten. Wildlifebestände sind gefallen. Also ist das Verbot der Jagd Schuld und Jagd die großartigste Naturschutzmaßnahme überhaupt. Das ist meine Erachtens ein peinlich primitives Argumentationsniveau.

In Botswana war bis Ende 2013 noch Trophäenjagd in großen Ausmaß möglich, aber da sind viele Tierbestände trotzdem stark gefallen. Das beißt sich dann doch arg mit dem "Kenia-Beweis" pro Jagd, womit vollends klar sein sollte, wie dümmlich ddie Kenia-Argumentation ist.

Zambia hat die Jagd auch weitestgehend verboten. Und zwar nicht aus ideologischen Gründen. Man ist da zu dem Schluss gekommen, dass die angeblich so großartigen Einnahmen aus der Trophäenjagd, die den Tieren angeblich erst einen Wert geben und so großartig zum Naturschutz beitragen, in der Praxis bei denen extrem niedrig sind. Vor Ort kommt von den großen genannten Summen nahezu null an und das macht ökonomisch schlicht keinen Sinn für de.

Was die von Dir zitierte Versteigerung des Nashornabschusses in Namibia anbetrifft, so behaupten die Jäger - hier der versteigernde Dallas Safari Club - dass das Geld komplett dem Nashornschutz zu Gute kommt. Dumm nur dass die Regierung von Namibia das nicht bestätigen kann und bei den gern angeführten großen Einnahmen durch die Trophäenjagd generell nur sehr wenig bei den Locals und Naturschützern ankommt.

Beste Grüße

Guido
Waza
Beiträge: 16
Registriert: Di 16. Jun 2009, 17:33

Re: Trophäenjagd

Beitrag von Waza »

Guido3 hat geschrieben:Hallo,

zu jeder Studie pro Trophäenjagd kann man 3 Studien gegen die Trophäenjagd anführen. Trophäenjagd pauschal mit Naturschutz gleich zu setzen ist genau so verkehrt, wie pauschal immer das Gegenteil zu behaupten. Man kann sich nur jede Gegend einzeln angucken, die Zustände dort analysieren und dann für diese Gegend sagen: Jagd ist hinsichtlich Naturschutz und Arterhalt produktiv oder kontraproduktiv. Aber dann wird es natürlich kompliziert und man tut sich schwer mit plakativen Aussagen.
Die guten wissenschaftlichen Studien die belegen das Jagd per se schlecht ist würde ich gerne sehen.
Man muss alles differenziert betrachten und in mancher Regionen funktioniert Jagd, in anderen Fototourismus.
Vereinfacht gesagt gibt es Gegenden, die touristisch gut erschlossen sind und in denen die Trophäenjagd meines Erachtens eher kontraproduktiv ist. In anderen Gegenden gibt es noch null Tourismus und Trophäenjagd kann zumindest übergangsweise einen positiven Einfluss haben. Langfristig sieht es für die Trophäenjagd meines Erachtens aber eher trübe aus.
Ich gebe dir recht, dass in Regionen die touristisch gut erschlossen sind Trophäenjagd eher nicht durchzuführen ist.
Die langfristige Perspektive sehe ich allerdings nicht negativ und hätte gerne eine Begründung dafür!?
Kenia ist immer das Paradebeispiel der Jagdlobby. Nur haben die leider bis heute den Unterschied zwischen Koinzidenz und Kausalität nicht begriffen. Beispiel: Seit Lufthansa mit einer A380 nach Südafrika fliegt, ist da die Nashornwilderei massiv gestiegen. Statistisch ist das eindeutig belegbar. Nur eben Koinzidenz und nicht kausal verbunden. Ob Wildlifebestände fallen oder steigen ist eine komplexe Formel mit vielen Parametern. Man kann sich nicht einen einzigen Parameter raus picken, etwaige Veränderungen bei anderen Parametern ignorieren und dann irgendwelche Schlussfolgerungen ableiten wollen. Genau das wird hier aber gemacht. Die Jagd wurde verboten. Wildlifebestände sind gefallen. Also ist das Verbot der Jagd Schuld und Jagd die großartigste Naturschutzmaßnahme überhaupt. Das ist meine Erachtens ein peinlich primitives Argumentationsniveau.
Tut mir leid, aber das ist totaler quatsch. Praktisch jede der damaligen Konzessionen in Kenia ist heute Wildtier-frei. Dort wird heute Viehwirtschaft und Landwirtschaft getrieben. Man kann es den Leuten nicht verübeln, denn Sie wollen auch nur Ihre Familien ernähren. Kenia ist was Naturschutz angeht in vielen Bereichen eine absolute Katastrophe.
Natürlich lässt sich nicht alles auf das Jagdverbot zurückführen, aber es war in jedem Fall für viele ländliche Gebiete kontraproduktiv.
In Botswana war bis Ende 2013 noch Trophäenjagd in großen Ausmaß möglich, aber da sind viele Tierbestände trotzdem stark gefallen. Das beißt sich dann doch arg mit dem "Kenia-Beweis" pro Jagd, womit vollends klar sein sollte, wie dümmlich ddie Kenia-Argumentation ist.
Der Zusammenhang zwischen hohen Elefantenbeständen und Verlust von Biodiversität wird in vielen Bereichen beobachtet. In wie weit dies auf Botswana zutrift vermag ich nicht zu sagen. Meines Wissens war die Entscheidung die Trophäenjagd zu verbieten eine rein politische und war nicht durch Fakten gestützt.
Was mit den Tierbeständen in den riesigen Kommunalgebieten passiert, die sich bisher aus der Jagd finanziert haben, bleibt abzuwarten.
Für die Zukunft des Chobe NP sehe ich schwarz. Zu viele Elefanten und kein vernünftiges Management, eine Schande.
Zambia hat die Jagd auch weitestgehend verboten. Und zwar nicht aus ideologischen Gründen. Man ist da zu dem Schluss gekommen, dass die angeblich so großartigen Einnahmen aus der Trophäenjagd, die den Tieren angeblich erst einen Wert geben und so großartig zum Naturschutz beitragen, in der Praxis bei denen extrem niedrig sind. Vor Ort kommt von den großen genannten Summen nahezu null an und das macht ökonomisch schlicht keinen Sinn für de.
Das ist Falsch. Zambia hat die Jagd auf den Konzessionsgebieten temporär gestoppt weil es Unregelmäßigkeiten (=Korruption) bei der Vergabe der Konzessionen gaben.
Die zuständige Ministerin wurde übrigens letzte Woche entlassen und man geht davon aus, dass es dort bald wieder geordnete Bahnen geht.

Man kann davon ausgehen, dass der Schaden der auf den Konzessionen durch das "brachliegen" und die darauffolgende hemmungslose Wilderrei entstanden ist, immens ist. Es wird einige Jahre dauern bis sich die Natur erholt hat.

Ich habe einige Zeit für ein Kommunalprojekt in Zambia gearbeitet, dass sich teilweise aus Jagd finanziert hat. Glücklicherweise durfte dort auch im letzten Jahr gejagd werden (weil keine Konzession). Dort sind 15Ranger non-stop mit Patrouillieren beschäftigt. Ich schicke dir gerne mal diverse Bilder von Wildtieren die ich damals in Schlingen gefunden habe und dann sprechen wir nochmal über Sinnhaftigkeit von kontrollierter Jagd.
Was die von Dir zitierte Versteigerung des Nashornabschusses in Namibia anbetrifft, so behaupten die Jäger - hier der versteigernde Dallas Safari Club - dass das Geld komplett dem Nashornschutz zu Gute kommt. Dumm nur dass die Regierung von Namibia das nicht bestätigen kann und bei den gern angeführten großen Einnahmen durch die Trophäenjagd generell nur sehr wenig bei den Locals und Naturschützern ankommt.
Bitte glaub mir die Jagd hilft und finanziert den Nashornschutz. Naturschutz in den Medien ist viel BlaBla und in der Realität siehts anders aus.
Ich bin an einem Schutzprogramm in Südafrika für Nashörner beteiligt. Im Januar wurden 5Nashörner(!!!!!!!!!!!) gewildert.
ca. 25% der Nashörner Südafrikas leben auf Privatland. Warum glaubst du denn, dass sich die Landbesitzer die Mühe machen die Tiere zu Schützen?
Und der Nashornwildererei von heute hat nichts romantisches. Die kommen Nachts auf die Farm, schießen die Nashörner (in einem Fall eine Kuh mit Kalb :evil: ) vergiften den Rest damit die Ranger die Geier nicht sehen. Nach einer Woche finden wir dann die kläglichen Reste + tote Geier....
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