Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Turi
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Turi »

Viele der Touristen meinten, ihre Regierung würde überreagieren und sind enttäuscht, dass sie ihren Urlaub abbrechen mußten
Seit wann kann mir die Regierung vorschreiben, dass ich meinen Urlaub abbrechen muss?
Denke das ist freiwillig, keiner wird zwangsweise heimgeschafft.

Gruss Turi
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Alexander
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Alexander »

Hallo Turi,

es ist die britische Regierung, welche die Ausreise veranlaßt, nicht die Schweizer :-)

Turi hat geschrieben:
Viele der Touristen meinten, ihre Regierung würde überreagieren und sind enttäuscht, dass sie ihren Urlaub abbrechen mußten
Seit wann kann mir die Regierung vorschreiben, dass ich meinen Urlaub abbrechen muss?
Denke das ist freiwillig, keiner wird zwangsweise heimgeschafft.

Gruss Turi
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Alexander
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Turi
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Turi »

Hallo Alexander

Ich meinte ja nicht mich persönlich sondern bezogen auf die Engländer :wink: .

Also nochmal :
Seit wann kann die englische Regierung ihren englischen Bürgern vorschreiben, ihren Urlaub abzubrechen :?:

Gruss Turi
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Alexander
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Alexander »

Darf man der Presse (AP) Glauben schenken, dann setzt Tunesien jetzt 100.000 !!! Polizisten, Soldaten, GN, usw. ein, um die Touristen zu schützen. Tunesien versteht die britische Reaktion nicht und versucht den Schaden zu begrenzen. Einige Touristenagenturen wie z.B. Thomas Cook bietet bis zum 31. Oktober keine Reisen mehr nach Tunesien an.

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Alexander »

Hallo Turi,

ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob die britische Regierung das kann. Das wäre schon heftig, wenn man den Bürger so bevormunden würde. In DE hat man ja auch schon gedroht, Touristen den Pass abzunehmen, wenn sie in ein Land reisen, für das eine Reisewarnung ausgesprochen wurden. Ich glaube, wir hatten zu diesem Thema sogar schon mal einen Thread.

Grüsse
Alexander
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Wolfgang K
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Wolfgang K »

Hi Alex,
Von dem her sind meiner Meinung Vorsichtsmaßnahmen, so folgenreich sie für Tunesien, seine Wirtschaft und die Menschen sein werden durchaus angebracht.
Wurde wirklich überreagiert und ist die ganze Aktion nur Panikmache?
Ob eine Reaktion angemessen ist oder nicht, hängt von dem Risiko ab, welches man als akzeptabel erachtet.

Jedenfalls suggerierten Aussagen wie „erhöhte Gefahr außerhalb der Touristikzentren“ etc. , dass die Touristenzentren „sicher“ sind bzw. waren. Es ist aber genau umgekehrt wie die Anschläge zeigen. Es knallt da wo auch ein einzelner (oder zweie) genug Schaden anrichten kann weil genug potenzielle Opfer auf dem Servierteller sind und man sich obendrein anonym und somit unerkannt bewegen kann.
Daher ist die Evakuierung jetzt entweder übertrieben, oder man hat vorher den Kopf in den Sand gesteckt.
Die Anzahl der Irren in Tunesien, die bereit und fähig sind steigt stetig (Rückkehrer aus Syrien, Libyen), aber sie sind nicht über Nacht aus dem nichts aufgetaucht. Daher halte ich diese von 0 auf 100% Reaktionen für ein Zeichen einer gewissen Planlosigkeit.

Grüße
Wolfgang
Kuno
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Kuno »

"Die Bloggerin Sonia Bahi zitierte am 4. Juli einen früheren Verantwortlichen für die innere Sicherheit mit den Worten, im Innenministerium herrsche «totale Anarchie», und «der politische Wille fehlt, um die umfassende Korruption und den Mangel an Disziplin zu bekämpfen». Andernorts fehlte dieser Wille nicht: Im Ramadan, kurz vor dem angekündigten Attentat, taten sich tunesische Polizisten dadurch hervor, dass sie in Cafés und Restaurants die Einhaltung der islamischen Fastenregeln durchsetzten. Derweil sonnten sich Touristen ohne Polizeischutz an den Stränden von Hammamet, Djerba und El Kantaoui. Jetzt ist es umgekehrt: Polizisten sind präsent, dafür kaum mehr Touristen."

Hier der ganze Artikel: http://www.aargauerzeitung.ch/ausland/n ... -129343135

Ich bin mir nicht sicher, ob die Polizei nicht gegen den Attentäter reagiert hatte, weil sie von Islamisten unterwadert ist oder ganz einfach, weil man sich der täglichen Routine hingegeben hatte und Zeit brauchte, um in die Hufe zu kommen. 35 Minuten - wie lange würde es in DE oder der CH gehen, bis ein Einsatzkommando vor Ort wäre um einen mit eienr automatischen Waffe ausgerüsteten Terroristen zu bekämpfen?
Hazi
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Hazi »

Wow kuno
du veröffentlichst da was, wo sicher noch kaum einer dran gedacht hat und was ich bisher auch nirgendwo gelesen habe.
Da wird einem noch mehr Angst und Bange.
Habe gerade gelesen, dass EIN Hotel in Sousse Platz für 550 Gäste hat und gerade mal 15 da sind.
http://www.nwzonline.de/reisen/und-weg- ... 93033.html
Die Worte erinnern an Zeitungsartikel aus Ägypten, wo es den Leuten finanziell ebenso drastisch erging, wie jetzt in Tunesien.

Und Hunger treibt so manchen in die Arme derer, die ihn verursacht haben. Vor lauter Griechenland, gehen andere Gefahren völlig unter in der Presse.
Wolfgang K
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Wolfgang K »

Hazi hat geschrieben: was ich bisher auch nirgendwo gelesen habe.
.
Guggsu hier: 8)
steht weiter oben :
Insbesondere die oft korrupte, z.T. von Islamisten unterwanderte und nach wie vor verhasste Polizei wird neue Befugnisse (Ausnahmezustand) großzügig nutzen um Missliebigen auf den Wecker zu gehen und mehr Schmiergelder zu kassieren. Leicht übertrieben kann man sagen: Die Polizei selbst (also nicht GN und Mil) hat in den letzten Wochen mehr Leute wegen angeblichem "Fehlverhalten" im Fastenmonat fest- und ausgenommen als militante Islamisten zu suchen.
Man muss betonen, dass es für ein Einschreiten der Polizei bei Konsum von Getränken in geöffneten Cafés wie gegen das Öffnen der Cafés selbst im Fastenmonat keinerlei rechtliche Grundlage gibt. Ein Polizeichef ist nach der Aktion auch gefeuert worden. Der hatte wiederum angegeben die Order für die Einsätze gegen die Cafés sei vom Innenminister(ium) gekommen.
Wie gesagt: Teile der Polizei führen ein Eigenleben.

Grüße
Wolfgang
Hazi
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Hazi »

Ja, Wolfgang
Polizei war schon klar, aber der Bericht von Kuno geht ja schon arg in die höheren Regionen der Politik selbst.

Zitat aus seinem Link:
Aus den Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung im Oktober 2011 ging die Ennahda («Wiedergeburt») mit 90 von 217 Sitzen als stärkste Partei hervor.
Die gleichen Ziele wie der IS
Die Partei gab sich konservativ-islamisch, doch bald kamen ihre salafistischen Züge zum Vorschein: Am 13. November 2011 zum Beispiel drückte Generalsekretär Hamadi Jebali in Sousse die Hoffnung auf ein «sechstes Kalifat» aus. Ennadha verfolgt also dasselbe Ziel wie die Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS), wenn auch nicht mit denselben Mitteln.
Wolfgang K
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Wolfgang K »

Für diejenigen, die die tunesische Tagespresse nicht verfolgen (in deutschsprachigen Zeitungen steht nix) sei noch angemerkt, dass sich die früher nur alle paar Tage erscheinenden Meldungen über Festnahmen von Terrorverdächtigen häufen. Es gibt derzeit jeden Tag mehrere(!) Gruppen die ausgehoben werden. Nicht wenige Festnahmen verlaufen nicht ganz gewaltfrei. Es gibt oft Schießereien.
Man hat also den großen Besen rausgeholt.
Bei Bizerte hat man heute eine Truppe ausgehoben, die für morgen einen Anschlag geplant haben soll.
Dass das alles keine Panikmache sondern wirklich bedrohlich ist, zeigt sich daran, dass meist – wie bei der Truppe in Bizerte - nicht unerhebliche Waffenarsenale ausgehoben werden und die Festgenommenen sofort versuchen sich mit Waffengewalt zu verteidigen.
Auch beim Schließen den „staatlich nicht kontrollierten“ Moscheen kommt man voran. Auch werden Imame, die sich in Sachen Jihad hervortuen und entsprechend Werbung machen einkassiert.

Man kann nur hoffen, dass die Aktionen auch den gewünschten Erfolg bringen.

Grüße
Wolfgang
Alexander
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Alexander »

Der verhängte Ausnahmezustand in Tunesien wurde bis auf Oktober verlängert.

Tunesien verlängert Ausnahmezustand um zwei Monate

Der nach der Ermordung Dutzender Urlauber durch einen Islamisten in Tunesien verhängte Ausnahmezustand wird noch bis Oktober gelten. Wie der Präsidentenpalast am Freitag mitteilte, wird die zunächst bis zum 3. August verhängte Maßnahme noch um zwei Monate verlängert. Präsident Beji Caid Essebsi habe dies nach Beratungen mit dem Premierminister und dem Parlamentspräsidenten entschieden, hieß es. mehr...

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Kuno »

Die tunesischen Behörden haben laut Meldungen ein Dutzend Tunesier festgenommen, welche dabei waren, bei Ben Guerdane die Grenze nach Libyen zu überschreiten, um sich dort eienr extremistischen Organisation anzuschliessen. Wenn ich mir vosrstelle, wie viele Schwierigkeiten die Behörden in Westeuropa (wenn ich das mal so pauschalisieren darf) im Umgang mit Extremisten haben - was sollen denn die Tunesier machen, um diese unter Kontrolle zu halten?
Wolfgang K
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Wolfgang K »

Wohin diese Reise geht weiß niemand. Viele Tunesier sind sehr pessimistisch. Das hat aber nicht direkt mit den Anschlägen und den sonstigen Aktivitäten der Jihadisten bzw. den wirtschaftlichen Folgen zu tun, sondern sie haben Angst vor einer Spaltung und einem Bürgerkrieg. Subjektiv kommt mit die Gefahr übertrieben vor, weil sowohl das linke, das nationalistische als auch das konservative Lager. Diese Angst beschwören. Letzteres – das islamisch/islamistisch konservative Lager schürt die Ängste nach meinem Dafürhalten am stärksten.

Was aber im Zusammenhang mit „Spaltungshypothese“ eine Rolle spielt, ist die Tatsache, dass ein für die Region starkes Zusammengehörigkeitsgefühl in Form eines tunesischen Nationalgefühls kulturelle, soziale und ethnische Unterschiede bisher weitgehend überdeckt(e).

Polizeiliche Maßnahmen können nur etwas bringen, wenn dieses landesweite Gemeinschaftsgefühlt soweit intakt ist, wodurch sich destruktive Tendenzen wie der Salafismus/Jihadismus – der sich ganz gezielt gegen die derzeitige gesellschaftliche Identität Tunesiens wendet – trotz gewisser Sympathien unter der Jugend, nicht weiter breitmachen. „Breitmachen“ bedeutet nicht unbedingt mitmachen, aber dulden und decken. Dagegen kommt man dann nicht mehr an. Polizeiliche Maßnahmen sind zwingend notwendig, aber das kann nur etwas bringen, wenn dafür der Rückhalt in der Bevölkerung da ist. Das ist derzeit gegeben, aber jeder Fall, bei dem die Polizei in den (leider oft nicht ganz unbegründeten) Verdacht gerät Leute zu schikanieren erodiert diesen Rückhalt weiter.

In Kairuan hat wurde vor einigen Tagen eine „Terrorzelle“ ausgehoben. Die Verdächtigen aber vom Untersuchungsrichter nach ein par Tagen wieder freigelassen, weil nichts gegen sie festzustellen war.
Kaum aus dem Gerichtgebäude wurden sie wieder verhaftet, weil der Verdacht weiterhin bestehe. Inzwischen hat sie ein anderer Richter wieder freigelassen. Besonderes Vertrauen und breite Unterstützung schaffen solche Possen nicht. Und es ist nicht die erste.

Ich drücke die Daumen.

Grüße
Wolfgang

EDIT: Das war mein (vor)letzter Beitrag hier in diesem Forum. Wir sind unterhalb des SPONs angekommen.
Alexander
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Re: Tote bei Angriff auf Touristen in Tunesien

Beitrag von Alexander »

Tunesien hebt Ausnahmezustand nach drei Monaten auf

Tunis - Tunesien hat den nach der Ermordung Dutzender Touristen verhängten Ausnahmezustand wieder aufgehoben. Präsident Béji Caïd Essebsi begründete die Entscheidung am Freitag damit, dass die Sicherheitslage sich verbessert habe. mehr...

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