Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

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Lightning
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Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Lightning »

Hallo,
ich bin Neuling hier im Forum und habe hier schon einige hilfreiche Tipps hier gefunden. Vielen Dank dafür!
Von März bis August wollen wir mit unserem T4 California (Diesel) durch den Iran, Armenien, Georgien, Türkei und den Balkan fahren. Einige Fragen zu Iran, Armenien und Georgien:

Einreisen wollen wir in den Iran über den Grenzübergang Bazargan. Etwas irritiert sind wir über folgende Aussage auf der Seite des Auswärtigen Amtes:
Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, ob die Einreise mit dem eigenen Kraftfahrzeug nach Iran weiterhin möglich ist. Vor einer Autoreise nach Iran sollten sich Reisende unbedingt bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung informieren. Bisher war zur Einreise mit einem eigenen Kraftfahrzeug ein „Carnet de passage“ erforderlich. Es sollte des Weiteren unbedingt darauf geachtet werden, dass ausreichender Versicherungsschutz für den gesamten Aufenthalt in Iran besteht.
… Seit 2009 berichten deutsche Staatsangehörige vermehrt über Probleme bei der Einreise mit einem Dieselfahrzeug nach Iran. Reisende sollten sich deshalb rechtzeitig vor der Reise über die Voraussetzungen der Einreise mit einem Dieselfahrzeug bei den iranischen Behörden informieren.
An anderer Stelle habe ich noch nie von solchen Schwierigkeiten gehört. Ist es wirklich ein Problem, mit einem Dieselfahrzeug einzureisen?

Da unser Auto zwecks Erhalt grüner Plakette einen Dieselpartikelfilter hat, können wir im Iran wohl wegen des hohen Schwefelgehalts keinen Diesel nachtanken. Den DPF abschalten zu lassen ist mir zu windig, deswegen ist unser Plan das Auto im Norden bei einem sicheren Hotel stehen zu lassen und mit Bus und Zug durch den Iran zu reisen. Kann jemand ein vertrauenswürdiges Hotel empfehlen, bei dem man sein Auto rund einen Monat stehen lassen kann? Ärgerlich, weil wir trotzdem die Kosten für Carnet de Passage und Versicherung haben, aber daran ist wohl nicht zu ändern. Immerhin haben wir mit unserem Tank eine Reichweite von gut 1.000 km und noch ein paar Liter in Reservekanistern, können also doch etwas im Norden Irans herumfahren.

In Armenien soll es dann ja wieder schwefelarmen Diesel geben, wir werden wohl über den Grenzübergang Norduz-Meghri einreisen. Weiß jemand mit Sicherheit, ob es in Meghri eine Marken-Tankstelle gibt an der man „sauberen“ Diesel tanken kann?

KfZ Haftpflicht für Armenien und Georgien scheint ja eher ein „nice to have“ zu sein und ein Abschluss am Grenzübergang gut möglich.

Viele Grüße und schönen Abend,
Matthias
gracchus
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von gracchus »

Hallo "Ligtning",

hinsichtlich des "Abstellen des Fahrzeuges" und der weiteren Einreise in den Iran, kann ich dir folgenden Tipp geben:
Fahre an die Grenze nach Bazargan, lass dich passrechtlich am ersten Schalter auf iranischer Seite abfertigen, fahre vor zur Zollabfertigung am Hauptgebäude, dort kannst du dem Abfertigungsleiter des Zolls deine Bedenken vortragen, der wird dich nach dem Carnet de Passage fragen, frage ihn ob du das Fahrzeug an der Grenze im Zollager, für die Zeit der Visagültigkeit in deinem Pass, abstellen kannst. Das wird sicher möglich sein, gegen eine Gebühr selbstverständlich. Das Fahrzeug wird dann, wenn du die überbordende Schalterbürokratie bewältigt hast, mit einem Zollbeamten in das etwa 1,5 Km entfernte Zollager eskortiert. Das Fahrzeug wird in einem abgeschlossenen Bereich verwahrt, du bekommst die Verwahrpapiere musst aber deinen Fahrzeugschlüssel an das hierfür zuständige Büro für das Zollager abgeben. Der Fahrzeugschlüssel wird dort sicher verwahrt. Du bekommst für alles eine Quittung, die unbedingt bei der Rückgabe des Fahrzeuges nach deiner Irantour vorgelegt werden muss. Auf die Papiere gut aufpassen. Weiterkommen ist dann absolut kein Problem. Nach der letzten Schranke kommst du in den Ort und kannst entweder ein Taxi zum Busbahnhof Maku nehmen um weiter nach Täbris zu fahren oder du nimmst ein Taxi bis Täbris ( ca 280 KM für 30 EUR, ist Verhandlungssache)
Weil ich kein Carnet de Passage vorweisen konnte habe ich 2x dieses Verfahren gewählt, im Jahr 2002 und im Jahr 2013, wobei im Jahr 2002 dieser "Verwahrservice" vollkommen kostenfrei war. 2013 musste ich ca. 100-150 EUR für die Verwahrung ausgeben. Bei der Rückgabe des Fahrzeuges ( Golf 2 Diesel), hat mir der Schichtleiter des Zolls 50 Liter Diesel von den LKW Fahrern organisiert, ohne dafür etwas zu verlangen. Mit diesem Sprit bin ich dann bis zur türkisch- bulgarischen Grenze gekommen und habe den damals hohen Dieselpreis in der Türkei umgangen.
Lightning
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Lightning »

Hallo Gracchus,
vielen Dank für Deine Antwort und den Hinweis.
Nachteil daran ist, dass wir dann unsere Route ändern müssten, eigentlich wollten wir vom Iran aus nach Armenien-Georgien-Türkei reisen.
Falls wir doch komplett ohne Auto in den Iran reisen: Wäre es dann nicht unkomplizierter, dass Auto schon in der Türkei an einem sicheren Ort in der Nähe der Grenze stehen zu lassen? Das wäre dann natürlich die nächste Frage ans Forum: Kennt jemand ein vertrauenswürdiges Hotel in Grenznähe?
Viele Grüße,
Matthias
gracchus
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von gracchus »

hallo Ligtning,

ich weiß nicht ob du das Fahrzeug wieder mitnehmen MUSST, wenn du die Türkei verlässt. Du kriegst zwar einen türkischen Einreisestempel in deinem Pass, der dir erlaubt bis zu 90 Tage im Land zu bleiben mit deinem Fahrzeug, denke aber, wenn du das Land verlässt, musst du das Fahrzeug wieder mitnehmen. Der Zoll an der Grenze macht im Reisepass entsprechende Vermerke und trägt das Kennzeichen ein, die dann bei der Ausreise wieder gelöscht werden. Warum nicht gleich nach Täbris mit dem WoMo, es dort auf einem Hotelparkplatz stehen lassen nach vorheriger Absprache mit dem Hotel und sich dann mit Bahn und Bus auf dem Weg machen. Ich bin mir 100% sicher, das das möglich und unproblematisch ist. Täbris ist von der armenischen Grenze sehr günstig gelegen. Zum Grenzübergang Norduz sind es 150 KM. Brauchst also im Iran eigentlich nicht mehr tanken. Ca. 300 KM von Bazargan nach Täbriz und dann noch einmal 150 Km nach Armenien.
Canadier
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Canadier »

Wir waren im Herbst 2015 mit unserem T4 im Iran unterwegs und werden auch wieder hinfahren.
Ich würde definitiv mit dem VW-Bus einreisen.
Du brauchst ein Carnet, Grüne Karte (für Iran gültig), alternativ kann man für teures Geld in D eine Zusatzversicherung (Tour Insure in HH) abschließen oder für kleineres Geld was an der Grenze bekommen.
Deine Tankrechnungen werden sich zwischen 5,- und 15,- € bewegen, Tanken geht problemlos über die Dieselkarte vom Tankwart.
Vielleicht fließen die Gedanken noch in die Entscheidungsfindung mit ein ....
seppr
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von seppr »

Unbeantwortet blieb die Frage nach der Dieselqualität.

Weiß jemand, ob es in den Zentren oder Transitstrecken auch Tankstellen mit schwefelarmem Diesel gibt? Die Iraner fahren doch auch neue Euro 5 oder 6 LKW.

Dann wäre es in jedem Fall besser, sich ein Carnet zu besorgen und mit dem VW-Bus durch den Iran zu reisen. Für jemanden, der an den Komfort des Wohnmobils gewöhnt ist erscheint eine Rucksackreise ja als große Einschränkung.

Sepp
Canadier
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Canadier »

Zur Dieselqualität kann ich leider nix sagen.
Wir hatten keine Probleme mit dem T4, haben aber auch keinen Filter und nur eine gelbe Plakette.

PKW usw. fahren ja alles Benzin und die LKW sind doch überwiegend ältere Baujahre oder kommen auch China.
Ich glaube nicht, dass sich dort irgendwer für Euronormen interessiert.
Bäärti
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Bäärti »

seppr hat geschrieben:Unbeantwortet blieb die Frage nach der Dieselqualität.

Weiß jemand, ob es in den Zentren oder Transitstrecken auch Tankstellen mit schwefelarmem Diesel gibt? Die Iraner fahren doch auch neue Euro 5 oder 6 LKW.
Letztes Jahr warben iranische Tankstellen mit Euro-5 Diesel.
Inwieweit das Realität oder Wunschtraum ist, weiss ich nicht. Ich war immer mit Euro-0 im Iran unterwegs.

Gruss Bäärti
.
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
S t e f a n
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von S t e f a n »

...mit Euro4 und oxi-Kat war es jedenfalls kein Problem.

Wäre ja schade, das Land nicht zu bereisen!



Gruß Stefan
Landkind70
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Landkind70 »

Euer T4 hat nur eine passiven DPF. Heisst er greift nicht in die Motorsteuerung ein, keine zusätzliche Sensorik wurde verbaut. Warum sich soviele Probleme und Sorgen machen obwohl der DPF sich so einfach für die Tour ausbauen lässt?
Lightning
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Lightning »

Nochmal danke für die vielen Antworten.
@Landkind70: Wir werden uns das mit dem temporären Ausbau des DPF nochmal ernsthaft durch den Kopf gehen lassen. In der Tat, bei einem T4 mit Baujahr 2000 sollte das deutlich leichter als bei einem Neuwagen sein. Das kriegt dann wahrscheinlich auch eine (VW-?-)Werkstatt in der Türkei hin.
albrecht willems
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von albrecht willems »

Landkind70 hat geschrieben:Euer T4 hat nur eine passiven DPF. Heisst er greift nicht in die Motorsteuerung ein, keine zusätzliche Sensorik wurde verbaut. Warum sich soviele Probleme und Sorgen machen obwohl der DPF sich so einfach für die Tour ausbauen lässt?
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Hi, Ihren T4 baujahr 2000, welche type von motor? Ich habe der T4/Syncro/Tdi/ACV Motor/5 zylinder= 102ps. Baujahr 1999.Neu gekauft. Bis jetzt 135000km. Ohne DPF nur mit einen Katalysator, das macht kein problem. Eben in Hohenanlagen uber 3000m. Mit einen T5 oder T6(euro 6!) hat man problemen mit der Diesel-Norm in 3e Welt Laendern oder Hohenanlagen. Einen DPF ausbauen ist nicht so einfach(Steuergeraet ersetzen usw...) Schaue mal auf das Forum von CALIBOARD.DE geht uber der T5 &T6...!
Bild: Trans Labrador Highway(Canada).
Gruss
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seppr
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von seppr »

Ja, das stimmt schon. Einen aktiven DPF aus EURO 5 oder 6 ausbauen erfordert Spezialkenntnisse und Steuergerätmodifikation.

Aber das schrieb der Beitrag vorher von Landkind70 ja schon: Beim Euro 3 aus 2000 ist der DPF mit dem Steuergerät nicht so intensiv gekoppelt wie in späteren Baujahren und ein Ausbau geht einfach. Er wurde ja auch später relativ einfach nachgerüstet.

Mir scheint dieser Weg auch der Beste in dem hier diskutierten Fall.
Sepp
albrecht willems
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von albrecht willems »

seppr hat geschrieben:Ja, das stimmt schon. Einen aktiven DPF aus EURO 5 oder 6 ausbauen erfordert Spezialkenntnisse und Steuergerätmodifikation.

Aber das schrieb der Beitrag vorher von Landkind70 ja schon: Beim Euro 3 aus 2000 ist der DPF mit dem Steuergerät nicht so intensiv gekoppelt wie in späteren Baujahren und ein Ausbau geht einfach. Er wurde ja auch später relativ einfach nachgerüstet.

Mir scheint dieser Weg auch der Beste in dem hier diskutierten Fall.
Sepp
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Spezialkenntnisse & Steuergeraetemodifikationen dass ist sicher. Es gibt Leute/Werkstatten der dass machen. Aber Gesetzlich! sollte man die finger davon ablassen. Turlich in Ausern-Europa kein problem. Aber wieder zuhause...alles wieder in original-zustand....mittels eine menge 100te euro! Habe bis jetzt noch nicht gehort/gelezen von leute die dass gemacht haben...und vonwege unterwegs denn etwa erneuerte problemen der dazu gekommen sind vonwege der umbau!
Also denn, besser ab mit einen Euro 2/3...solange es geht :wink: oder :?:
zb.: der Neue Toyota Landcruiser model 2017 HZJ78(diesel) gibst jetzt mit Euro 6 und SCR System, kann man vergessen fur die 3e Welt und Hohenanlagen. Deswegen sind die Neue Landcruiser 2017 ausserhalb Europa fast alle Benziner(GRJ78) :!:
gruss
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Horst der Wuestenindianer
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Re: Mit dem Auto durch Iran, Armenien, Georgien

Beitrag von Horst der Wuestenindianer »

Hallo,
Zu der Frage mit dem Abstellen von Fahrzeugen kann ich keine Informationen geben. Aber es hilft vielleicht unsere Erfahrungen mitzuteilen.

Wir haben vor zwei Jahren die Reise Türkei Georgien Armenien Iran Türkei mit unserem MB Vario 616 Bj.2010 Euro5 gemacht und unser Auto hat keinen Schaden davongetragen wegen dem Diesel im Iran. Grüne Plakette = Filter und Adblue Technik hat alles ohne Probleme funktioniert und wir sind seither einige Kilometer gefahren und das Auto macht keine Probleme.

Eventuell wird das alles etwas überbewertet. Wir haben trotz der modernen Technik immer nur normalen Diesel getankt egal in welchem Land und wir sind schon viel herumgekommen. (Mongolei Zentralasien usw.)

mfG
Horst-W. Henke
Meine Enkel sind goldiger als Deine !!!
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