Maur. Grenze -- Nouadhibou: Bis zur Hauptstraße Nouadhibou - Nouakchott (T-Kreuzung) einige Stellen ohne Asphalt, man kann im Sand/Schotter daneben fahren, muss aber bei wenig Bodenfreiheit an den Übergaengen und auch sonst die Route so wählen, dass man nicht aufsetzt (mit normalem PKW sicher kein echtes Problem). Die Kreuzung der Bahnstrecke ist von der Bodenfreiheit nur für tiefliegende Fzg (Porsche) schwierig, aber so oder so machbar. Vor Nouadhibou (und auch sonst in Mauretanien) viele behördliche Kontrollen, dafür sollte man die sog. "Fiches" mitführen -- Photokopien des Passes, die übergeben werden (ist hier vermutlich alles bekannt). Pro Strecke durch Mauretanien insgesmat bieten sich 25 Kopien an. In Nouadhibou Geschwindkeitshügel, die so schmal und hoch sind (von der Form her fast wie Bordsteine), dass sie von der Bodenfreiheit bei tiefliegenden Fzg wohl nicht zu machen sind (wir haben 2 im Sand umfahren und danach nur noch die Hauptrouten benutzt), für die meisten PKW und sowieso Geländefzg sicher kein Probelm. Der Verkeht erfordert Erfahrung (ist hier vermutlich auch bekannt). Ampeln und ähnliches haben idR keinerlei Bedeutung (wir haben diskutiert ob sie wohl empfehlenden oder nur rein dekorativen Charakter haben). Unbeleuchtete Fzg, die gegen die Fahtrichtung fahren, kommen regelmäßig vor, auch diverse Fahrzeuge zusammen auf dem was bei uns nur eine Spur wäre, und alles, insbesondere an Kreuzungen, funktioniert über Kommunikation und Sichtkontakt, wozu auch gehört, dass man so fährt, dass man einerseits klar macht, was man vorhat (also nicht einfach stehen bleiben und warten, das verwirrt alle und würde Stress erzeugen), aber eben auch so, dass man andere vorlassen und reagieren kann, generell gilt: eine gewisse "Höflichkeit" (so stehen, dass andere Vorbeikönnen beim Abbiegen) wird sehr geschätzt. Zebrastreifen kann man durch Anpassen der Geschwindigkeit so passieren, dass man entweder vor oder nach den Fußgängern darueber fährt -- für Fußgänger anzuhalten ist so unüblich, dass weder die Fußgänger noch der restliche Verkehr das Verstehen und es eher so werten, als würde man bei uns auf einer 4-spurigen Schnellstraße anhalten -- birgt also eher Unfallgefahren. Zu achten auch auf Esels-/Pferdefuhrwerke (auch gern unbeleuchtet und gegen oder quer zur Fahrtrichtung), auch weil die idR wesentlich weniger Manovrierfähig sind, also entweder zügig überholen, oder Vorrang gewähren. Ähnlich wie in Süditalien ansonsten überall Vespas, die ihren eigenen Regeln folgen. Go with the Flow and know what is happening around you, ist die Devise. Dürften die meisten hier ja eh kennen, wollte das aber der Vollständigkeit her schreiben.
Das hier zum Verkehr gesagte gilt im Wesentlichen so auch für den Rest der Strecke nach Dakar.
Nouadhibou - Nouakchott: Die Straße ist für europäische Maßstäbe SEHR einsam, für Sahara-Maßstäbe sicher eine der einfachsten (die einfachste?) Trans-Sahara-Route. Gleichwohl: lange Strecken ohne Infrastruktur und Netzabdeckung. Man benötigt Kraftstoffvorräte und v.a. Wasservorräte für eventuelle Pannen (6x1.5l pro Person). Kraftstoff an regulären Tankstellen nur einmal ca. in der Mitte der 500km, dort nur an einer Tankstelle Benzin (und ggf. auch nicht jeden Tag), ansonsten nur Diesel. Wir hätten es mit Ersatzkanister zur Not auch ohne Auftanken geschafft, Kraftstoffversorgung an den beiden Endpunkten Nouadhibour und Nouakchott schien auf für Benzin unproblematisch. Um das Risiko wegen gepanschten Kraftstoffes stehen zu bleiben, zu reduzieren, haben wir aber oft schon bei halbleerem Tank oder öfter getankt, um mehrere Kraftstoffquellen zu mischen. Kraftstoffprobleme hatten wir allerding nur in Marokko (Zargoza, no-name Tankstelle, vermutlich Wasser im Kraftstoff), ROZ 98 in Marokko gelegentlich, in der West-Sahara vereinzelkt, südlich nur ROZ 95. Ca. 150-200km hinter Nouadhibou kommt ein Stück von gut 50km Länge mit starken Bodenwellen und vielen meist (mal mindestens für nicht geländefähige PKW) wohl gefährlichen Schlaglöchern. Besser das Fahrwerk nicht vor der Reise erneuern, sondern eher danach, und nicht reinfahren, also bei Gegenverkehr so langsam sein, dass man notfalls anhalten kann, wenn man wegen der Verkehrs nicht den Schlaglöchern ausweichen kann. Insbesondere gibt es gefährliche Ausfransungen vom Rand des Asphalts, die teilweise weit in die Straße hineinreichen, viele Zentimeter tief sind (durchaus 15cm und mehr) und oft spät erkennbar. Bei den Furten (meist trocken, aber an der Betonfahrbahn und seitlichen Steinen erkennbar), gibt es teilweise mehrere Zentimeter hohe Stufen (wie kleine Bordsteine) an den Übergängen zwischen Asphalt und Beton bzw. der Dehnungsfuge. Generell sind die Furten oft vom Belag her schwierig, und mal sollte versuchen, diese rechtzeitig zu erkennen (Büsche stehen in der Wüste, pyramidenförmige Bengrenzungssteine an der Straße, Senke, Änderung des Fahrbahnbelags). Wenn dort mal Wasser fließt, könnte das bei kleinen PKW ev. abenteuerlich sein, für die meisten Fzg aber vermutlich nicht. Ansonsten: öfter Versandung: auf der Hauptroute meist nur ein paar Meter oder nur halbe Straßenbreite, mit Schwung und etwas Fahrerfahrung selbt mit Hinterradantrieb kein Problem. In den wenigen Orten gern mal auf Nebenstraßen (beim Einkaufsladen oder der einen Tankstelle) tiefer Flugsand. Muss man sich bei Hinterradantrieb ohne SperrDiff uU vorher ansehen ob und wie man durchkommt, für die meisten Fzg aber wohl kein Problem. Ca. 160km vor Nouakhott ist auf einigen hundert Meter die Straße durch Wasserschaden schwer beschädigt und weitestgehend ohne Asphalt mit tiefen LKW Spuren. Gingt bei uns gerade noch so zu fahren, wenn man mit den Rädern auf den Graten neben den tiefen Spuren bleibt und so ein Fahren ein wenig gewöhnt ist, bei Regen und Schlamm (der hier vorkommt), könnte das allerdings unpassierbar werden für Fzg wie unseres. Mit mehr Bodenfreiheit oder größeren Rädern sollte das aber selbst bei Regen und Schlamm noch machbar sein, für Fzg mit Geländetauglichkeit sicher kein Problem.
Nouakchott: Verkehr teilweise noch krasser als in Nouadhibou (weil mehr Verkehr und größere Stadt), man muss sehr genau aufpassen, Fzg kommen unerwartet von quasi überall (fehlte eigentlich nur ein Hubschrauber der von oben kommend auf der Straße gelandet wäre). Nebenstraßen in der Stadt meist nicht asphaltiert, und nach den nicht unüblichen kurzen aber starken Regenschauern gern weitflächig überschwemmt, dann teilweise mit wenig Bodenfreiheit kaum bis gar nicht passierbar -- mit normalen PKW, insb. mit Schlechtwegeaustattung aber wohl unproblematisch, wenn die nicht sehr tiefliegen. Im Süden der Stadt ist die Hauptstraße wegen Baustelle gesperrt, Umfahrung auf ca. 1.5 km auf Sandpiste mit viel Verkehr und tiefen Spuren. Geht so einigermaßen bei Tageslicht und trockener Straße, ansonsten wohl eher schwierig. Laut Google Maps Sat Bildern keine asphaltierte Umfahrung möglich. Im Süden auch viele sehr arme Viertel, wir hatten keine negativen Erfahrungen (im Gegenteil), gleichwohl sollte man da aus diversen Gründen sehr genau aufpassen, wo man hinfährt.
Nouakchott -- Grenze Senegal: Straße nach Rosso bis auf die letzten 10km gut. Diama war für uns wegen des Fahrzeugs nicht hinreichend sinnvoll/sicher zu erreichen, zumal es teilweise Regen gab. Rosso ist, auf beiden Seiten der Grenze, nach wie vor eher eine Katastrophe (ist ja hinreichend dokumentiert). Sowohl die Formalitäten als auch alles andere ist im besten Fall abenteuerlich und ansonsten v.a. ziemlich anstrengend und uU sehr sehr langwierig. Auffahrt auf die Fähre auch nicht ohne, man braucht einen zweiten Mann, der die Lage der Rampen und die Bodenfreiheit überwacht, wenn man nicht über ein hinreichend robustes Fzg verfügt.
Senegal Grenze -- St. Louis -- Dakar: Die Hauptüberlandstraße ist vom Zustand in der Regel gut, in den Städten sind die Nebenstraßen schnell teils ziemlich schwierig, in St. Louis war eine Baustelle und wir mussten wieder durch den Sand in eher schwierigen Stadtvierteln, das war so mittelschön. Vekehr im Senegal insgesamt (auch und insbesondere untereinander) aus unserer Sicht relativ aggressiv, also mit Bussen, die versuchen sich abzudrängen u.ä. Auch Polizei eher unangenehm und leider viele Korruptionsversuche (wir haben uns aber nicht darauf eingelassen). Carnet des Passage hat den Zoll kaum interessiert, stattdessen Passavant 48h und in St. Louis wollten die nur nach sehr langer Diskussion verlängern -- anstrengend! Hätte mit dem gestempelten CdP eigentlich gar kein Problem sein sollen, mE, aber war halt so. Strecke St. Louis -- Dakar sehr sehr viel Verkehr und ziemlich riskant fahrende Busse, die uns regelmäßig überholt haben (weil wir andere Fzg wegen schlechter Sicht nicht immer sofort überholt haben und den Bussen deswegen zu langsam waren). Insgesamt war mir der Verkehr im Senegal zu agressiv und unnötig riskant. Mauretanien etc. fand ich angenehm chaotisch, aber idR stets respektvoll und vielleicht riskant, aber nicht sinnlos riskant. Klar, manchmal überholt ein Benz, der wohl vielleicht noch die Hälfte der urspruenglih mal verbauten Teile hat mit 100km/h im Stadtgebiet, aber nicht wo man schlecht sehen kann, Gegenverkehr schon naht oder Menschen nahe der Fahrbahn sind. Das war im Senegal anders, wo definitiv auch vor Kurven überholt wurde, die man auch bei höherem Sitzen und mit guter Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten nicht so einsehen konnte, dass das auch nur ansatzweise ein kontrollierbares Risiko gewesen wäre. Und wie gesagt: bei nur 3 Autofahr-Tagen haben wir trotzdem diverse Fälle von Roadrage der senegalesischen Busfahrer und anderer einhemischer Fahrer untereinander beobachtet -- das war bischen uncool. Fahren in St. Louis, insb. auch in der Altstadt, teils auch etwas schwierig, sowhol von den Straßen her als auch dem Umstand, dass sehr schnell sehr viele Menschen finden, die etwas von einem wollen (so wie in Marokko noch vor 10 Jahren und mehr). Ebenso in Dakar, viel Stau, tiefe Löcher in den Staßen teilweise, oder tiefes Wasser oder beides, auch in den besseren Gegenden an einigen Stellen. Die Autobahnen sind aber in gutem Zustand. Das geht alles noch, aber das ist vermutlich am ehesten der Teil der Strecke, den ich nicht unbedingt so nochmal machen müsste.
Insgesamt aber eine tolle Sache. Frage bitte immer gern.
Bilder (upload in das Forum hier scheint es nicht zu geben, oder?) und Video-Story auf Insta
https://www.instagram.com/___.1978.___/ sowie kurze (etwas reißerische) Coverage von unterwegs auf focus.de (
https://www.focus.de/panorama/…-wueste_ ... 02509.html ).