Ungewöhnliche Reisen
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- Achim Vogt
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Ungewöhnliche Reisen
Ich versuche hier mal einen neuen Thread aufzumachen, in dem ich ungewöhnliche Reisen und Berichte darüber sammeln möchte. Jede und jeder, die oder der etwas Spannendes beitragen kann und möchte, ist ganz herzlich eingeladen. Unten geht es dann los. Viel Spaß bei der Lektüre und beim Stöbern und Träumen!
Viele Grüße
Achim
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- Achim Vogt
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Re: Ungewöhnliche Reisen
Schon vor einiger Zeit hatte mir eine Kollegin von einem ugandischen Paar berichtet, das mit einem Landrover unterwegs ist. Nun bin ich eher durch Zufall auf einen Bericht im Guardian gestoßen, der die Reise beschreibt:
‘No Ugandan has ever crossed here’: reclaiming the African road trip
(aus: The Guardian, 23. Juni 2023)
Noch immer sind Reisen, das beschreibt der Artikel sehr schön, ein sehr weißes Phänomen in Afrika. Die meisten Afrikaner*innen können sich gar nicht vorstellen - ich bin sicher, den meisten Overlandern ist diese Frage schon gestellt worden -, dass eine Reise ohne ein konkretes Anliegen, sondern quasi nur zum Spaß (im Englischen "leisure") erfolgt. Umso fassungsloser haben viele Menschen reagiert, als sie nun auf ein afrikanisches Paar gestoßen sind.
Für diejenigen, die Twitter nutzen, kann die Reise
hier noch mit ein paar zusätzlichen Details nachverfolgt werden.
Viele Grüße
Achim
‘No Ugandan has ever crossed here’: reclaiming the African road trip
(aus: The Guardian, 23. Juni 2023)
Noch immer sind Reisen, das beschreibt der Artikel sehr schön, ein sehr weißes Phänomen in Afrika. Die meisten Afrikaner*innen können sich gar nicht vorstellen - ich bin sicher, den meisten Overlandern ist diese Frage schon gestellt worden -, dass eine Reise ohne ein konkretes Anliegen, sondern quasi nur zum Spaß (im Englischen "leisure") erfolgt. Umso fassungsloser haben viele Menschen reagiert, als sie nun auf ein afrikanisches Paar gestoßen sind.
Für diejenigen, die Twitter nutzen, kann die Reise
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- Achim Vogt
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Re: Ungewöhnliche Reisen
Wir selbst sind ja ungewöhnlich unterwegs: kein anderes Fahrzeug mit libanesischem Kennzeichen ist jemals im subsaharischen Afrika unterwegs gewesen - das hat uns der libanesische Automobilclub bestätigt, bei dem wir das Carnet organisiert haben. Wenn ich unser Carnet einmal im Jahr erneuere, sehe ich in der Kladde, in der die Rückgabe unseres alten Carnets noch immer per Hand eingetragen wird, den Eintrag vom Vorjahr immer in der Zeile unmittelbar davor
Vor ein paar Wochen nun haben wir Omar und Chadyne getroffen, ihrerseits die ersten Marokkaner, die jemals durch Afrika getourt und seit 18 Monaten unterwegs sind.
Ihr Kanal auf Instagram hat über 40.000 Follower, weil das für Marokko so ungewöhnlich ist. Der Youtube-Kanal hat immerhin auch schon 12.500 Abonnenten, obwohl der Ton ausschließlich marokkanisches Arabisch ist. Inzwischen, so haben uns Omar und Chadyne erzählt, sind schon zwei weitere Paare aus Marokko in ihre Fußstapfen getreten und haben - inspiriert von ihrem Beispiel - die Reise von Marokko aus Richtung Süden angetreten.
Youtube-Kanal von Jwala Overland
Viele Grüße
Achim
Vor ein paar Wochen nun haben wir Omar und Chadyne getroffen, ihrerseits die ersten Marokkaner, die jemals durch Afrika getourt und seit 18 Monaten unterwegs sind.
Ihr Kanal auf Instagram hat über 40.000 Follower, weil das für Marokko so ungewöhnlich ist. Der Youtube-Kanal hat immerhin auch schon 12.500 Abonnenten, obwohl der Ton ausschließlich marokkanisches Arabisch ist. Inzwischen, so haben uns Omar und Chadyne erzählt, sind schon zwei weitere Paare aus Marokko in ihre Fußstapfen getreten und haben - inspiriert von ihrem Beispiel - die Reise von Marokko aus Richtung Süden angetreten.
Youtube-Kanal von Jwala Overland
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Achim
- Achim Vogt
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Re: Ungewöhnliche Reisen
Gerade sind sie, nach über einem Jahr und 18.000 Kilometern, in Kapstadt angekommen. Vier Freunde, Robbie, Josh, Jasper und Ivo, die seinerzeit in Kenia losgefahren sind. Sie versuchen, mit ihrer ungewöhnlichen Reise das Bewusstsein für den Schutz von Wildtieren und Natur, insbesondere Rhinos, zu schärfen. Warum die Reise so lange gedauert hat - ihr Fortbewegungsmittel erklärt das ziemlich fix:
Wer helfen und spenden möchte, kann das auf ihrer Webseite
Tuk South tun.
Viele Grüße
Achim
Wer helfen und spenden möchte, kann das auf ihrer Webseite
Viele Grüße
Achim
-
Dieter der Raabe
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Re: Ungewöhnliche Reisen
Eine britische Familie verkauft 1953 ihr Hab und Gut, um nach Rhodesien auszuwandern. Die Reise wird über Land mit einem ausgebauten 86er Land Rover durchgeführt:
https://thegreat1953trek.blogspot.com/
Viel Spaß beim Lesen
Dieter
https://thegreat1953trek.blogspot.com/
Viel Spaß beim Lesen
Dieter
- Achim Vogt
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Re: Ungewöhnliche Reisen
In Uganda sind die Motorradtaxis, Boda Boda genannt, eine regelrechte Plage. Bei der Masse auf den Straßen Kampalas vergisst man leicht, dass zwischen 60 und 70 Prozent des Verkehrsaufkommens noch immer Fußgänger sind!
Als Mittel der Wahl für Fernreisen sind sie allerdings eher selten. 2012 trafen wir Chris Stansfield, auf dem Weg von Kairo nach Hargeisa in Somaliland. Er sammelte damals Gelder für eine Geburtsklinik dort. Der härteste Teil des Weges, erzählte er später, sei Äthiopien gewesen. Da sei er mehrfach nahe daran gewesen, aufzugeben. Am Ende hat er es geschafft.
Somaliland: An Epic 4000 Kms Journey on Foot for Edna Hospital
(aus: Somaliland Sun, 6. Januar 2013)
Zur Zeit sind zwei Läufer auf dem Weg durch Afrika: Russell Cook, besser bekannt unter seinem Social-Media-Namen "Hardest Geezer", will vom südlichsten Punkt Afrikas am Kap Agulhas zum nördlichsten Punkt, dem Ras Ben Sakka beim Kap Angela in Tunesien, laufen. Zuletzt war er tagelang in Mauretanien blockiert, weil er kein algerisches Visum bekam. Der Medien-Hype um seine Situation führte nun aber dazu, dass die algerische Botschaft in London ihm ein Gratis-Visum versprochen hat, damit er seine Reise - bisher schon über 12.000 Kilometer - beenden kann. Die Ziellinie soll nun am 7. April erreicht werden.
Worthing man running length of Africa announces end date
(BBC, 6. Februar 2024)
Während hier also ein Happy End in Sicht ist, sieht es für den anderen Läufer, den Südafrikaner Keith Boyd, zur Zeit nicht gut aus: Er hatte sich für die traditionsreiche Kap-Kairo-Route entschieden und ist nun - nach 7.500 Kilometern - seit Wochen in Äthiopien blockiert. Auf dem Weg von Addis nach Bahir Dar haben die unsichere Lage und Rechtlosigkeit auf der Strecke seinem Lauf ein vorläufiges Ende bereitet. Derzeit überlegen Boyd und sein Team, ob und wenn ja wie sie weitermachen sollen bzw. können. Denn nach der Unruheprovinz Amhara in Äthiopien lauert gleich die nächste, womöglich noch größere Herausforderung: die Durchquerung des Sudan, wegen des katastrophalen Krieges dort nahezu unmöglich. Sehr schade eigentlich, denn Boyd will Aufmerksamkeit für sein Projekt, die "Rainbow Leaders", generieren, mit dem er junge Leute in Südafrika zum Wählen motivieren will.
Rainbow Leaders
Rainbow Runner - Cape to Cairo Expedition
Irgendwie ist das an der Grenze zwischen einer Reise und einem Projekt - aber das Mittel der Fortbewegung ist so ungewöhnlich und in hohem Maß anerkennenswert, dass die beiden Wanderer hier aufgeführt werden sollen.
Viele Grüße
Achim
Als Mittel der Wahl für Fernreisen sind sie allerdings eher selten. 2012 trafen wir Chris Stansfield, auf dem Weg von Kairo nach Hargeisa in Somaliland. Er sammelte damals Gelder für eine Geburtsklinik dort. Der härteste Teil des Weges, erzählte er später, sei Äthiopien gewesen. Da sei er mehrfach nahe daran gewesen, aufzugeben. Am Ende hat er es geschafft.
Somaliland: An Epic 4000 Kms Journey on Foot for Edna Hospital
(aus: Somaliland Sun, 6. Januar 2013)
Zur Zeit sind zwei Läufer auf dem Weg durch Afrika: Russell Cook, besser bekannt unter seinem Social-Media-Namen "Hardest Geezer", will vom südlichsten Punkt Afrikas am Kap Agulhas zum nördlichsten Punkt, dem Ras Ben Sakka beim Kap Angela in Tunesien, laufen. Zuletzt war er tagelang in Mauretanien blockiert, weil er kein algerisches Visum bekam. Der Medien-Hype um seine Situation führte nun aber dazu, dass die algerische Botschaft in London ihm ein Gratis-Visum versprochen hat, damit er seine Reise - bisher schon über 12.000 Kilometer - beenden kann. Die Ziellinie soll nun am 7. April erreicht werden.
Worthing man running length of Africa announces end date
(BBC, 6. Februar 2024)
Während hier also ein Happy End in Sicht ist, sieht es für den anderen Läufer, den Südafrikaner Keith Boyd, zur Zeit nicht gut aus: Er hatte sich für die traditionsreiche Kap-Kairo-Route entschieden und ist nun - nach 7.500 Kilometern - seit Wochen in Äthiopien blockiert. Auf dem Weg von Addis nach Bahir Dar haben die unsichere Lage und Rechtlosigkeit auf der Strecke seinem Lauf ein vorläufiges Ende bereitet. Derzeit überlegen Boyd und sein Team, ob und wenn ja wie sie weitermachen sollen bzw. können. Denn nach der Unruheprovinz Amhara in Äthiopien lauert gleich die nächste, womöglich noch größere Herausforderung: die Durchquerung des Sudan, wegen des katastrophalen Krieges dort nahezu unmöglich. Sehr schade eigentlich, denn Boyd will Aufmerksamkeit für sein Projekt, die "Rainbow Leaders", generieren, mit dem er junge Leute in Südafrika zum Wählen motivieren will.
Rainbow Leaders
Rainbow Runner - Cape to Cairo Expedition
Irgendwie ist das an der Grenze zwischen einer Reise und einem Projekt - aber das Mittel der Fortbewegung ist so ungewöhnlich und in hohem Maß anerkennenswert, dass die beiden Wanderer hier aufgeführt werden sollen.
Viele Grüße
Achim
Re: Ungewöhnliche Reisen
David Rosen aus San Francisco ist mit einem Elektroauto von Kalifornien nach Argentinien, Brasilien und Uruguay gefahren.
Das Video ist allerdings kein spannender Reisebericht, sondern eine etwas dröge Erklärung seines umfangreichen Lade-Equipments, Kabel, Stecker, Adapter, und wird die eingefleischten Verbrenner-Fans wohl eher in ihrer Ablehnung bestärken als von Elektromobilität überzeugen.
Dennoch, wie ich finde, eine Pioniertat, die zeigt, dass möglich ist, was die wenigsten erwarten.
Leider ist sonst außer ein paar Facebook-Posts nichts von dem Herrn und seiner Tour im Internet zu finden.
Das Video ist allerdings kein spannender Reisebericht, sondern eine etwas dröge Erklärung seines umfangreichen Lade-Equipments, Kabel, Stecker, Adapter, und wird die eingefleischten Verbrenner-Fans wohl eher in ihrer Ablehnung bestärken als von Elektromobilität überzeugen.
Dennoch, wie ich finde, eine Pioniertat, die zeigt, dass möglich ist, was die wenigsten erwarten.
Leider ist sonst außer ein paar Facebook-Posts nichts von dem Herrn und seiner Tour im Internet zu finden.
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middeldorfklaus3
- Beiträge: 424
- Registriert: So 11. Sep 2022, 19:29
Re: Ungewöhnliche Reisen
Warum sollte es auch nicht möglich sein
, andere machen es mit dem fahrrad oder sogar nur zu Fuss und nur sowas hat guten CO2 Fussabdruck
Aber nicht jeder möchte sich mit reiner Muskelkraft die ganze Strecke fortbewegen so wie andere keine Lust haben sich die ganze Reise Gedanken machen zu müssen wie und wo sie ihr Auto aufladen können und lieber die Reise genießen und erleben wollen-vielleicht hat er deswegen auch keinen Reisebericht drin.
Aber nicht jeder möchte sich mit reiner Muskelkraft die ganze Strecke fortbewegen so wie andere keine Lust haben sich die ganze Reise Gedanken machen zu müssen wie und wo sie ihr Auto aufladen können und lieber die Reise genießen und erleben wollen-vielleicht hat er deswegen auch keinen Reisebericht drin.
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Bäärti
- Beiträge: 1569
- Registriert: Mo 1. Aug 2005, 20:23
- Wohnort: südlich von Luzern... im Herzen der Schweiz, da wos am schönsten ist.
- Kontaktdaten:
Re: Ungewöhnliche Reisen
Louis Palmer aus Luzern reiste bereits 2007/08 mit seinem Elektrofahrzeug und Solaranhänger rund um die Welt. Also ganz ohne Steckdose!
https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Palmer
Gruss Bäärti
https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Palmer
Gruss Bäärti
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
- Achim Vogt
- Moderator
- Beiträge: 2854
- Registriert: Fr 2. Jan 2009, 19:32
- Wohnort: Kampala / Uganda
Re: Ungewöhnliche Reisen
Durch Zufall bin ich auf eine ganz besondere Reise gestoßen: 1999 sind vier Italiener mit zwei Autos über den Atlantik gereist - jawohl, segelnd und schwimmend! Wenn man sich allerdings das Heck des einen Fahrzeuges anschaut, ist klar, dass das Salzwasser dem Erhalt der Fahrzeuge nicht förderlich gewesen ist.
Ocean by Cars Docu-Film Project on Photo-Story
Es gibt auch ein Youtube-Video, leider nur auf Italienisch. Aber die ersten und die letzte Minute sind schon faszinierend.
Viele Grüße
Achim
Ocean by Cars Docu-Film Project on Photo-Story
Es gibt auch ein Youtube-Video, leider nur auf Italienisch. Aber die ersten und die letzte Minute sind schon faszinierend.
Viele Grüße
Achim
Re: Ungewöhnliche Reisen
Danke für den Buchtipp - grad geschossen bei AmazonDieter der Raabe hat geschrieben: ↑Sa 1. Jul 2023, 16:59Eine britische Familie verkauft 1953 ihr Hab und Gut, um nach Rhodesien auszuwandern. Die Reise wird über Land mit einem ausgebauten 86er Land Rover durchgeführt:
https://thegreat1953trek.blogspot.com/
Viel Spaß beim Lesen
Dieter
Nachtrag
In diesem Buch wird ein Handbuch erwähnt: Automobile Association Trans-African Highways book published in 1949. Unfassbar, habe gerade ein Exemplar bei A kaufen können, es war das letzte. Das wird spannend werden...




