Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

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Uwe Schmitz
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Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von Uwe Schmitz »

-
BPfeilB per Email vom HBI erhalten mit der Bitte um Veröffentlichung (der ich hier gerne nachkomme):
Liebe Wüstenschiff-Gemeinde,

in den letzten Jahren ist die Zahl der Anfragen an den Heinrich-Barth-Institut e.V. (HBI) und die Afrika-Archäologie in Köln deutlich angestiegen, in denen um die Unterbringung oder Übernahme privater archäologischer Sammlungen aus Afrika gebeten wird. Obwohl wir uns als Verein dem Erhalt und der Bewahrung des kulturellen Erbes Afrikas verpflichtet fühlen, darf das HBI aus rechtlichen Gründen keine Kulturgüter aus privaten Sammlungen annehmen.
Auch öffentliche Museen lehnen in der Regel die Übernahme privater Sammlungen ab, die von Afrikareisenden zusammengetragen wurden. Wenn eine Sammlung nicht dauerhaft untergebracht werden kann, zum Beispiel aufgrund einer veränderten Wohnsituation oder einer Vererbung, kann Kulturgutverlust drohen. Uns ist diese schwierige Situation bewusst und wir bemühen uns, im Austausch mit entsprechenden Stellen (u.a. Ämter, Museen, Kulturvertretende, Vereine etc.), nach Lösungen zu suchen. Bis dahin möchten wir solch einem Verlust so gut wie möglich vorbeugen.
Dazu ermitteln wir mit einem Online-Fragebogen die Anzahl und den Umfang privater archäologischer Sammlungen aus Afrika in Deutschland, und wie stark diese von einem Kulturverlust bedroht sind:

https://hbi.uni-koeln.de/projekte/priva ... aus-afrika

Wir würden uns freuen, wenn ihr diese Umfrage im Wüstenschiff annehmen würdet.
Mit den besten Grüßen aus dem Heinrich-Barth-Institut,
Oliver Vogels
vogelso
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von vogelso »

Danke Uwe.
Ich habe mich nun auch im Wüstenschiff Forum registriert, damit ich noch einmal etwas Werbung für unser Abfrage zu privaten Sammlungen aus Afrika machen und ggfs. Fragen beantworten kann. Wir werden oft angesprochen und gefragt, ob wir als Institutionen (Uni Köln oder Heinrich-Barth-Institut e.V.) private Sammlungen übernehmen können. Dies ist aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Das Formular ist daher ein Angebot für Sammlerinnen und Sammler, die ihre Sammlung langfristig gerne in sichere Hände geben möchten. Hier springen wir ein und versuchen zu vermitteln und passende Unterbringungsmöglichkeiten zu finden.

Das Vermitteln einer Sammlung braucht aber Zeit. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Museen die Annahme verweigern. Daher sind wir mit öffentlichen Stellen in Kontakt und versuchen Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Da eine kurzfristige Unterbringung von Sammlungen nicht möglich ist, macht es Sinn unser Formular auszufüllen, wenn man eine Sammlung hat, diese aber gar nicht abgeben möchte. Dies kann man in dem von Uwe oben verlinkten Formular auch angeben. Wir können aber nur dann langfristig Lösungen finden, wenn wir möglichst genaue Informationen dazu haben welche Sammlungen es gibt, woher sie stammen, und wie gut sie dokumentiert sind.

Alle persönlichen Informationen behandeln wir natürlich vertraulich.

Bei Fragen freue ich mich über eine Nachricht.
Oliver Vogels
Sandfisch
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von Sandfisch »

Ciao Oliver

Bin eben auf deine Nachricht gestossen. Tönt spannend. Meinst du es gibt viele private archäologische Sammlungen aus Afrika in privaten Händen?

Nehmen das Museen und Stiftungen nicht an weil das unter „Kulturgüterraub“ läuft?

Ist das überhaupt erlaubt? Archäologische Kulturgüter aus Afrika nach Europa zu importieren? Oder sind sie legal wenn sie dann bereits hier sind?

Werden die dann privat weitervermittelt oder verkauft?

Ich selber habe keine Sammlung, bin einfach nur etwas neugierig.

Liebe Grüsse und gute Fahrt!
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Peter D
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von Peter D »

Gibt es einige..
ich hab 1982 bei Dr. Reisner, Neurologischer Leiter des damaligen Maria Theresien Schlössl-Krkh. mit dem Sextanten gelernt, er sah mich damals bei Freitag&Bernd, Karten- und Navgeschäft in Wien, mit dem Cassen&Plath-sextant falsch in der Hand und hilflos haltend an, da war es um ihn geschehn, er schnappte mich in seine Villa und ich lernte.
Aber atemberaubender waren seine zig dutzende
von riesigen Glasvitrinen, vollgestopft mit steinzeitlichen Artefakten der letzten 40 Jahre, auch Mastondontenknochen gab es, Nomadenzeugs aus den sechzigern, ein Wahnsinn..
Er ist 2017 gestorben, mit 85 Jahren fuhr er das letzte mal im Tenere, seine LIeblingsgegend herum...
Was aus den Vitrinen geworden ist und wer sie hat, weiß keiner... hoffentlich in guten Händen... Sein Vorgänger im Theresien-Schlössl war der Neurologe Dr.Pichler, gestorben in den Siebzigern, der war genauso wüstenverfallen und Reisner schloss vermutlich an seine ebenfalls riesige Sammlung an, da gabs ja noch Artefakte aus den fünzigern, da waren noch die Franzosen da und man konnte relativ gut reisen, wenn man damals das Kleingeld dafür hatte... das war eine Zeit, wo noch der Adriaurlaub für viele unmöglich war...

lg Peter
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
Regula St.
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von Regula St. »

Hallo Sandfisch
hier ein paar Gedanken und auch Fakten zu Kulturgütern:
Sandfisch hat geschrieben: ↑
Do 15. Okt 2026, 21:32
Nehmen das Museen und Stiftungen nicht an weil das unter „Kulturgüterraub“ läuft?
Ja, zum einen gelten solche Sammlungen als sog. Raubkunst (damit kommen Museen heute in Teufels Küche, schau mal, was das Museum Rietberg in Zürich deswegen gemacht hat), zum andern sind solche Sammlungen aus wissenschaftlicher Sicht wertlos, weil der Zusammenhang der Objekte untereinander und mit der Fundstelle fehlt und nicht dokumentiert ist.
Man muss allerdings auch in Betracht ziehen, dass Objekte aus archäologischen Ausgrabungen verkauft wurden, um eben diese Grabungen finanzieren zu können; da gibt es viele Museen, in deren Depot beispielsweise altsteinzeitliche Werkzeuge aus den Höhlen von Le Moustier oder La Madeleine liegen.
Sandfisch hat geschrieben: ↑
Do 15. Okt 2026, 21:32
Ist das überhaupt erlaubt? Archäologische Kulturgüter aus Afrika nach Europa zu importieren? Oder sind sie legal wenn sie dann bereits hier sind?
Heute haben fast alle Staaten eine Kulturgüterschutz-Gesetzgebung. Die Ausfuhr archäologischer Objekte ist üblicherweise verboten, da sie als "historisches Erbe" gelten, und kann böse Konsequenzen haben, wie unter anderem die Geschichte des Walliser Polizeikommandanten Varone in der Türkei 2012 zeigt. Ob und wie legal solche Sammlungen sind, hängt auch davon ab, wie die Objekte dokumentiert sind: Gibt es Nachweise, dass sie vor dem In-Kraft-Treten der entsprechenden Gesetzgebung aus den betreffenden Staaten ausgeführt (und in unserem Fall legal in die Schweiz eingeführt) wurden? Daran dürfte es bei den meisten derartigen Sammlungen mangeln. Einfuhrpapiere dürfen laut dem aktuellen schweizerischen Kulturgütertransfergesetz nur ausgestellt werden, wenn vom andern Staat entsprechende Ausfuhrpapiere vorhanden sind ..., was natürlich den illegalen Ex-/Import nicht kümmert ... Und wie kann ich beispielsweise belegen, dass mein Urgrossvater das Dutzend Ushebti-Figürchen und das mesopotamische Rollsiegel 1894 in Port Said gekauft hat?
Sandfisch hat geschrieben: ↑
Do 15. Okt 2026, 21:32
Werden die dann privat weitervermittelt oder verkauft?
Wenn's gut geht, wird eine derartige Sammlung privat verkauft oder auch vererbt. Wieviele nachfolgende Generationen das dann noch be- bzw. erhalten werden, wage ich nicht zu beurteilen. Ich habe auch schon erlebt, dass eine Schulsammlung mit Objekten aus den französischen Altsteinzeithöhlen in der Abfallwanne gelandet ist (die konnte ich gerade noch retten und das Material ging dann an Frankreich zurück).

LG Regula
vogelso
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von vogelso »

Die fünf Fragen von Sandfisch beschreiben das Problem ziemlich exakt. Ich versuche mal auf jede Frage einzeln einzugehen:

1.
Es sind sicherlich nicht alle Sammlungen so umfangreich wie die von Peter eindrucksvoll beschriebene. Aber es gibt sie, und sie können auch durchaus hervorragend dokumentiert sein, so dass sie auch einen großen wissenschaftlichen Wert hätten. Die meisten Sammlungen sind aber sicherlich weniger umfangreich (deswegen aber nicht zwangsläufig schlechter dokumentiert). Ich denke wenn man das in eine Statistik gießen würde, ergäbe sich eine stark linksschiefe Verteilung. Es gibt viele Personen, die mal hier und 1 bis 10 Stücke gesammelt haben, und dann sehr wenige Personen, die große Sammlungen mit über 10.000 Stücken besitzen: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... a-100.html.

2.
Museeun und generell öffentliche Institutionen nehmen archäologische Funde (ich nenne sie hier kulturelle Güter, weil es eben alles Mögliche sein kann) oft nicht an, weil der Ursprung der Sammlung oft nicht klar ist. Peter und Regula haben das ja schon angesprochen. Die Provenienzforschung, also die Klärung der Herkunft ist mittlerweile ein eigener Forschungszweig geworden. Diese Provenienzforschung braucht natürlich entsprechend ausgebildetes Personal und kostet entsprechend Geld, welches die Museen nicht haben. Dazu sind sie mit der Erforschung der Herkunft ihrer eigenen Sammlung meist über Jahre ausgelastet und haben nicht die Möglichkeit die Herkunft privater Sammlungen zu prüfen. An dieser Stelle können Institutionen wie das Heinrich-Barth-Institut e.V. (HBI) einspringen, aber dazu später mehr. Die Provenienzforschung betrifft oft NS Raubkunst, aber eben auch die Herkunft aus anderen Ländern, und die Frage, ob ein Museum diese Stücke eigentlich rechtmäßig erworben hat. Ich verlinke hier mal das von Regula angesprochene Beispiel der Provenienzforschung am Museum Rietberg in Zürich: https://rietberg.ch/forschung/provenienz. Aber jedes Museum mit ethnographischen oder archäologischen Funden ist mit diesem Thema beschäftigt, hier nur mal zwei Beispiel aus Köln:
https://rautenstrauch-joest-museum.de/P ... en-des-RJM
https://www.stadt-koeln.de/artikel/73236/index.html
Wir vom HBI sind hier vor allem mit dem Arbeitskreis Provenienzforschung in Kontakt und Teil der Untergruppe Archäologie: https://www.arbeitskreis-provenienzfors ... haeologie/. Sehr informativ dazu ist auch der Wikipedia Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Provenienzforschung.

3.
An die Frage der Provenienz schließt sich Sandfischs Frage nach der rechtlichen Situation an. Auch hier haben Peter und Regula schon Beispiele genannt, und die Situation ist einfach unglaublich Komplex. In Deutschland gibt es das Kulturgutschutzgesetz: https://www.kulturgutschutz-deutschland ... _node.html. Dieses schützt aber hautpsächlich Kulturgüter aus Deutschland bzw. Kultugüter, die für "die kulturelle Identität unseres Landes besonders wichtig sind".

Daraus folgen zwei wichtige Punkte. 1. Der Besitz von Kulturgütern aus anderen Ländern ist zunächst einmal nicht per se verboten (wobei ich hier keine rechtssichere Auskunft geben kann). 2. Gleichzeitig sind diese Stücke, die nicht aus Deutschland stammen, in Deutschland nicht als schützenswert eingestuft und müssen von öffentlichen Institutionen nicht geschützt, sprich, angenommen, werden.

Regula hat natürlich Recht, wir kennen auch Beispiele, dass Ausgräber Funde verkauft haben, um ihre Ausgrabung weiter finanzieren zu können. Ich hatte schon solche Stücke aus La Miqoque in der Hand. Das war allerdings eine Praxis in den frühen Anfängen der Archäologie, vor über 100 Jahren, als es noch keine funktionierenden System für die Forschungsförderung und Konzepte zum Kulturschutz gab. Das ist aber ein schönes Beispiel dafür, dass die Museen oft selbst riesige Probleme damit haben die Herkunft ihrer eigenen Sammlungen und die Umstände ihrer Übernahme zu klären. Denn diese Sammlungen können über 100 Jahre alt sein.

4.
Damit kommen wir zu der Frage der rechtlichen Situation in den jeweiligen Ländern. Denn hier liegt der eigentliche Knackpunkt. Wann in welchem Land ab welchem Jahr eine Ausfuhr kultureller Güter verboten war ist ein hochkompliziertes Feld. In vielen Ländern ist es set langem sogar verboten Schneckenhäuser oder Steine mitzunehmen. Andere Länder hatten lange kaum gesetzliche Grundlagen zum Kulturgutschutz. Wie Peter schon angesprochen hat, sind manche Sammlungen 50, 70, oder mehr Jahre alt. In dieser Zeit war die Ausfuhr oft nicht verboten. Andere Wüstenfahrerinnen und Wüstenfahrer waren sich, gerade in den letzten 40 Jahren, durchaus bewusst, dass sie etwas illegal mitgenommen haben. Ich habe schon von Jemandem die stolz erzählte Anekdote gehört, wie er einen Reibstein im Tank über die Grenze geschmuggelt hat.

Seit 1970 gibt es das Kulturgutschutzgesetz der UNESCO, an das sich viele Länder halten: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbo ... aaten.html. Dieses

Hier liegt der nächste Grund, warum Museen, Universitäten, oder auch das HBI diese Sammlungen nicht annehmen können. Denn heute haben die meisten Länder klare Kulturschutzgesetze. Wenn Institutionen nun private Sammlungen übernehmen, handelt es sich offiziell oft um Hehlerware, wenn nicht klar durch Papiere dokumentiert ist, wann, wie und woher die Stücke eingeführt wurden, wie auch Peter und Regula schon erklärt haben. Als Archäologen, die in diesen Ländern tätig sind, kann uns passieren, dass wir keine Forschungserlaubnis mehr erhalten, was uns unsere berufliche Grundlage entziehen würde. Daher kann eine mögliche Rückgabe von Sammlungen oder einzelnen Stücken in die Herkunftsländer, oder ein Ausleihvertrag, oft nur über politisch begründete Abkommen in die Wege geleitet werden (siehe Punkt 5).

5.
Wir sind der Meinung dass der beste Weg ist, um mit dieser Situation umzugehen, der Weg an die Öffentlichkeit ist. Denn, und auch das haben Peter und Regula schon eindrucksvoll geschildert, es kann passieren, dass umfangreiche und hervorranged dokumentierte Sammlungen auf der Kippe landen, weil es in Deutschland keinen Schutz für diese Kulturgüter gibt. Dies möchte das HBI gerne vermeiden und setzt sich dafür ein, dass diese Kulturgüter geschützt werden. Denn: wenn viele kleine Sammlungen verloren gehen, droht der Verlust hunderttausender Artefakte.

Daher unterstützen wir Aufrufe wie den von Siegbert Eickelkamp ausdrücklich: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... a-100.html. Denn zunächst einmal müssen wir in der polititischen Community aufzeigen, dass der Verlust archäologischer Sammlungen aus Afrika überhaupt ein Problem darstellt. Dazu brauchen wir erst einmal belastbare Zahlen von den Sammelnden selbst. Aus diesem Grund haben wir den Fragebogen erstellt: https://hbi.uni-koeln.de/projekte/priva ... aus-afrika. Denn ohne belastbare Zahlen gibt es kein Problem, ohne Problem keine Lösungsansätze, und ohne Lösungsansätze landen alle privaten Sammlungen früher oder später auf dem Müll. Denn spätestens wenn sich keine Erben oder Interessierten mehr finden, welche die Sammlungen annehmen wollen oder können, und Museen und Forschungsinstitute die Annahmen verweigen müssen, ist eine schnelle Lösung nicht in Sicht. Man darf nicht vergessen, dass es sich für viele Nicht-Archäologie-Interessierte "bloß" um ein paar alte Steine, alte Keramikbrocken usw. ohne Erinnerung oder Wert handelt (persönlich, kulturell, finanziell).

Daher würden wir uns freuen, wenn auch jene Sammlerinnen und Sammler ihre Sammlung bei unserem Formular angeben, die ihre Sammlung NICHT abgeben wollen. Denn der Fragebogen ist nicht dazu gedacht, Sammlungen ihren Besitzern wegzunehmen, dazu gäbe es auch keinerlei rechtliche Grundlage.

Wir möchten ein Bewusstsein 1. in der politischen Community für den Schutz archäologischer Funde schaffen, und 2. Alle Wüstenfahrerinnen und Wüstenfahrer bitten nur Fotos mit nach Hause zu bringen, keine Funde:
https://hbi.uni-koeln.de/buecher/brosch ... the-desert

Einblicke in die Zerstörungsgewalt von Tourismus durch unerfahrene Wüstenfahrer in der Sahara hat Rudolph Kuper mal in diesem kurzen Beitrag (Seite 66 bis 69) festgehalten:
https://hbi.uni-koeln.de/buecher/africa ... -of-beasts

LG Oliver
Sandfisch
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von Sandfisch »

Ciao Oliver

Nun habe ich es glaube ich verstanden. Ich bewundere euer Engagement. Die Vergangenheit der Menscheit ist auch eng verknüpft mit der Zukunft der Menscheit, oder irgendwie so ähnlich.

Aber ich denke nicht, dass sich viele melden werden. Diese privaten Sammlungen sind wohl mehr oder weniger Kulturgüterraub, mit Nuancen und einigen Gesetzeslücken.

Ich kann mir daher nur schwer vorstellen, dass ein Mensch der so eine Sammlung besitzt und sie nicht weggeben möchte, sich freiwillig dazu entscheidet diese anzugeben und erst noch On-Line. Aber vielleicht täusche ich mich ja und habe das Ganze immer noch nicht richtig verstanden😉.

Aber man muss nicht immer alles im Leben verstehen. Ich habe vor einigen Jahrzehnten mal einen Sommer lang bei archäologischen Ausgrabungen in der Schweiz als Handlanger gedient und mir so meine nächste Reise verdient. Das war ein echt spannender Sommer, auch wenn „mein“ grösster Fund nur eine kleine Knochenperle war🙃.

Ich wünsche euch jedenfalls viel Erfolg und liebe Grüsse
vogelso
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von vogelso »

Ja das stimmt. Auf der anderen Seite melden sich immer wieder Leute bei uns, die ihre Sammlung in gute Hände abgeben wollen. Manchmal bekommen wir sogar ungefragt Päckchen mit Artefakten zugeschickt. Die müssen wir dann wieder zurück schicken.

Die Idee ist, zusammen mit den Sammlerinnen und Sammlern etwas aufzubauen. Dazu muss man auch gar nicht seine Sammlung bei uns angeben. Wir freuen uns schon, wenn sich Leute melden und wir zusammen nach Lösungen suchen können.

LG Oliver
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Peter D
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von Peter D »

vogelso hat geschrieben: ↑
Sa 17. Okt 2026, 11:39
Ja das stimmt. Auf der anderen Seite melden sich immer wieder Leute bei uns, die ihre Sammlung in gute Hände abgeben wollen. Manchmal bekommen wir sogar ungefragt Päckchen mit Artefakten zugeschickt. Die müssen wir dann wieder zurück schicken.

Die Idee ist, zusammen mit den Sammlerinnen und Sammlern etwas aufzubauen. Dazu muss man auch gar nicht seine Sammlung bei uns angeben. Wir freuen uns schon, wenn sich Leute melden und wir zusammen nach Lösungen suchen können.

LG Oliver
Die großen Artefaktesammler sind - einschließlich Dr.Reisner - meistens schon alle tot, und die es noch nicht sind müssen im hohen Alter schaun das das Zeugs gut unterkommt...
in den letzten Jahrzehnten konnte man ja nicht mehr so einfach so ein Sammelwerk zusammentragen..
Im Niger, Tenere - länger aufhaltend - wäre Tod oder Geiselnahme eine beschlossene Sache..
Aber für den sonst zurückgezogenen bescheidenen Reisner, für den ein Diavortrag nach einer Reise ein Greuel war, das sagte er mir persönlich immer wieder... war die Sammlung eine Sammlung letztlich nur für ihn.


Dr.Reisner hatte einen ausgeprägten Dokumentationssinn für seine Artefakte...
Das war vorbildlich, trotzdem hab ich mich aber schon damals 1983 geschreckt und nachgedacht, das es schöner wär mal an einer seltenen Pfeilspitze im Sand live vorbeizugehen... dort liegend hat sie ja einen spezielleren Reiz als in der Vitrine..
Dagegen spricht freilich, das gut ein Großteil von Reisner Sammlung vielleicht für alle Zeiten tiefer im Boden begraben liegt und keiner mehr davon was sehen kann.. nicht zu unterschätzen.
40 Jahre Teneere, Air, ein Gebiet das hochverdichtet enorme Neolithische Artefakte hat.. allein die Mastondontenfriedhöfe, ich selbst bin schon 1982 dorthin unterwegs von Militärs auf der "region interdite" im August erwischt worden, in Agadez in der Kaserne eingesperrt fiel die Klima aus im Hochsommer... und dann kamen sie, beruf peter ? Ich: technisien climatic, Nach der erfolgreichen Reparatur waren wir zwar frei, aber nach Norden hauten sie uns schon raus aus ihrem Land, zurück nach In Guezzam..
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
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Peter D
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Re: Erhalt privater archäologischer Sammlungen aus Afrika

Beitrag von Peter D »

vogelso hat geschrieben: ↑
Sa 17. Okt 2026, 11:39
Ja das stimmt. Auf der anderen Seite melden sich immer wieder Leute bei uns, die ihre Sammlung in gute Hände abgeben wollen. Manchmal bekommen wir sogar ungefragt Päckchen mit Artefakten zugeschickt. Die müssen wir dann wieder zurück schicken.

Die Idee ist, zusammen mit den Sammlerinnen und Sammlern etwas aufzubauen. Dazu muss man auch gar nicht seine Sammlung bei uns angeben. Wir freuen uns schon, wenn sich Leute melden und wir zusammen nach Lösungen suchen können.

LG Oliver
Die großen Artefaktesammler sind - einschließlich Dr.Reisner - meistens schon alle tot, und die es noch nicht sind müssen im hohen Alter schaun das das Zeugs gut unterkommt...
in den letzten Jahrzehnten konnte man ja nicht mehr so einfach so ein Sammelwerk zusammentragen..
Im Niger, Tenere - länger aufhaltend - wäre Tod oder Geiselnahme eine beschlossene Sache..
Aber für den sonst zurückgezogenen bescheidenen Reisner, für den ein Diavortrag nach einer Reise ein Greuel war, das sagte er mir persönlich immer wieder... war die Sammlung eine Sammlung letztlich nur für ihn.

ich hab Artefakte nur auf Bildern, zu Hause gibt es nichts, wobei doch - drei Pfeilspitzen in 40 Jahren, schenkte mir eine Targia.. als ihr Mann damit nicht einverstanden bekam er von ihr eine "zarte" Watschn..

Dr.Reisner hatte einen guten Dokumentationssinn für seine Artefakte...
Trotzdem hab ich mich aber schon damals 1983 geschreckt und nachgedacht, das es schöner wär an einer seltenen Pfeilspitze im Sand live vorbeizugehen... dort liegend hat sie ja einen spezielleren Reiz als in der Vitrine.. weil ich Gegend und Raum vor Ort mit ihr in Verbindung bringen kann...
Glasvitrinen sind da nicht grad der Gamechanger..
Aber kein Licht ohne Schatten...
Dagegen spricht freilich, das gut ein Großteil von Reisner Sammlung vielleicht für alle Zeiten tiefer im Boden begraben liegt und keiner mehr davon was sehen kann.. nicht zu unterschätzen.
40 Jahre Teneere, Air, ein Gebiet das hochverdichtet enorme Neolithische Artefakte hat.. allein die Mastondontenfriedhöfe, ich selbst bin schon 1982 dorthin unterwegs von Militärs auf der "region interdite" im August erwischt worden, in Agadez mit Militär in 2 tagen zurückeskortiert, in der Kaserne eingesperrt, fiel die Klima aus im Hochsommer... und dann kamen sie, beruf peter ? Ich: technisien climatic, Nach der erfolgreichen Reparatur waren wir zwar frei, aber nach Norden hauten sie uns schon raus aus ihrem Land, zurück nach In Guezzam..
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
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