Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

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Alexander
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Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Alexander »

Hallo zusammen,

wer kennt sich mit kinetischem Bergegurt bzw kinetischem Abschleppseil aus?
Wie funktionieren sie gegenüber normalen Gurten, bzw was ist der Unterschied?

Danke

Grüsse
Alexander
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florian schmidt
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von florian schmidt »

servus alexander,

hier wird die verwendung von kinetischen gurten erklärt:



mfg
f.
http://www.dust-and-diesel.de
Roger-Tecumseh
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Alexander hat geschrieben:wer kennt sich mit kinetischem Bergegurt bzw kinetischem Abschleppseil aus?
Wie funktionieren sie gegenüber normalen Gurten, bzw was ist der Unterschied?
Hallo Notorischer,

wozu brauchst denn ausgerechnet DU als Toyo-Fan (der Unkaputtbare)und mit 6 m Sandblechen (!) nun Abschleppseile?? Willst Du damit etwa das Urvertrauen der Neulinge in die Funktion der Sandbleche erschüttern? Oder war Deine (sehr eindrucksvoll, übrigens !) bildgestützte Wanderung bei Siwa doch nicht ganz so freiwillig? :mrgreen:

Gruß

Roger-T. :wink:
Alexander
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Alexander »

Roger-Tecumseh hat geschrieben: wozu brauchst denn ausgerechnet DU als Toyo-Fan (der Unkaputtbare)und mit 6 m Sandblechen (!) nun Abschleppseile??
Deine Frage, lieber Roger, hat durchaus seine Berechtigung. :wink:
War mir doch bis gestern der Begriff des kinetischen Bergegurtes vollkommen unbekannt, da, wie du ja schon bereits sehr schön ausgeführt hast, mein Toyo sich (nahezu) als unkaputtbar erwiesen hat.

Ich dachte mir nun, als Menschenfreund und als ein Weitgereister, der auch gerne mal Anderen aus dem Schlammloch oder einer Sandverwehung hilft, mir für diese Fälle einen dieser Hightechbergegute anzuschaffen. Wie bereits erwähnt, ich selbst benötige ihn ja nicht 8) Er ist mehr zur Bergung der Landies, Nissans und anderen, nicht so unkaputtbaren Reisefahrzeugen gedacht :mrgreen:

Viele Grüsse
Alexander
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Roger-Tecumseh
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Alexander hat geschrieben:Ich dachte mir nun, als Menschenfreund und als ein Weitgereister, der auch gerne mal Anderen aus dem Schlammloch oder einer Sandverwehung hilft, mir für diese Fälle einen dieser Hightechbergegute anzuschaffen. Wie bereits erwähnt, ich selbst benötige ihn ja nicht 8) Er ist mehr zur Bergung der Landies, Nissans und anderen, nicht so unkaputtbaren Reisefahrzeugen gedacht :mrgreen:
Dieser humane Impetus gereicht Dir zur Ehre! Bedenken solltest Du dabei aber: So ein Seil wirkt in beide Richtungen kinetisch! Die von Dir zu rettenden Fahrzeuge sind meist überladen (schon wegen der mitgeführten Ersatzteile). Wenn ich nun Dein ehrenwertes Postauto betrachte, könnte ich mir vorstellen, daß Dein hilfreicher Versuch entweder Dein Kurzmobil nach hinten beschleunigt (wo es unfein gegen den den Havaristen klatschen könnte), oder unwiderstehlich auf die Heckklappe stellt - Motor himmelwärts gerichtet. (Wahrscheinlich ist aber auch, dass die Kupplung - toyotypisch - schon vorher verraucht!)
Wollen wir das? :D
Kuno
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Kuno »

Nach hinten kippen kann er wohl nicht. Da haengen die ueberlangen Sandbleche doch viel zu weit raus und sperren gegen ein ueberkippen.
Roger-Tecumseh
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben:Nach hinten kippen kann er wohl nicht. Da haengen die ueberlangen Sandbleche doch viel zu weit raus und sperren gegen ein ueberkippen.
Leider nein, denn das würde ein echt apartes Bild gestalten - sushi als Schaschlik! Die liegen doch unter seinen Rädern, damit er die japanische Motorleistung überhaupt in Vortrieb (und nicht in Abtrieb, hin zum Erdmittelpunkt) umsetzen kann.
schnorr
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von schnorr »

Kuno hat geschrieben:Nach hinten kippen kann er wohl nicht. Da haengen die ueberlangen Sandbleche doch viel zu weit raus und sperren gegen ein ueberkippen.
dann rechts und links oben ein langes blech und in der mitte, an einer stange als verbindung, das reserververad, sozusagen als wheeliebar. :lach:
Viele Grüße
Jörg

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Alexander
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Alexander »

Ich sehe schon Jörg. Du rächst dich jetzt bitter für alle meine Negativbemerkungen, die ich über Quadfahrer von mir gegeben habe :x
Du hast Recht, ich habe es verdient :? Wer austeilen kann, muß auch einstecken können :mrgreen:

Kinetische Grüsse
Alexander
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schnorr
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von schnorr »

sandbleche habe ich übrigens auch mal mit dem quad dabeigehabt, für 5 minuten, um sie als transporter einem eingesandeten hj61 nachzutragen :mrgreen:
und ein kinetisches seil würde für mein quad nichts nützen.dass muss man sich mal vorstellen, wie ich versuche mit diesem seil ein auto rauszuziehen, das seil wird länger ..... und länger... und schliesslich lande ich auf dann dem dach des autos :mrgreen:
Viele Grüße
Jörg

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Soenke
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Soenke »

das tolle am kinetischen Gurt ist doch, daß man relativ viel (kinetische) Energie materialerhaltend übertragen bekommt und so mit kleinen Fahrzeugen auch dickere Brummer freireißt...
Bedingung ist natürlich eine verläßliche Befestigung, sonst fliegt einem wirklich der Rammschutz des Havaristen ins Heckfenster
Gruß Sönke
schnorr
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von schnorr »

Soenke hat geschrieben:das tolle am kinetischen Gurt ist doch, daß man relativ viel (kinetische) Energie materialerhaltend übertragen bekommt und so mit kleinen Fahrzeugen auch dickere Brummer freireißt...
hast du denn erfahrung oder zahlen, wie die relation sein kann?

mit meinem leichten quad (voll beladen ca. 500 kg mit 40 ps) schaffe ich es nicht, einen voll beladenen, eingesandeten landy rauszuziehen. die räder drehen durch und es bewegt sich keinen zentimeter (wen wunderts!) wir haben das mal aus spass ausprobiert :roll:

Bild

ich denke, da kann man mit keinem kinetischen seil was machen, oder ginge es doch?
Viele Grüße
Jörg

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Alexander
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Alexander »

schnorr hat geschrieben:mit meinem leichten quad (voll beladen ca. 500 kg mit 40 ps) schaffe ich es nicht, einen voll beladenen, eingesandeten landy rauszuziehen.
Das liegt einfach daran, dass die Landies stur sind und sich nicht von jedem Quad aus dem Schlammassel rausziehen lassen :mrgreen:

Grüsse
Alexander
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Miki
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Kinetik-Effekt

Beitrag von Miki »

Hi Alex,

vielleicht ist Dir der Effekt aus der Bergsteigerei bekannt, oder Du hast schon davon gehört.
Dort verwendet man ausschließlich (!) dynamische Seile*, da dann im Falle eines Sturzes die wirkenden Kräfte wesentlich kleiner sind und somit Mensch aber auch die Fixpunkte (Haken im Fels usw.) wesentlich kleineren Kräften über eine längere Zeit ausgesetzt sind.
Hier spricht man auch aus gegebenem Grund vom "Sturzfaktor" (Sturzhöhe/Länge ausgegebenes Seil), weil der und nicht die Sturzhöhe alleine für die Schwere der Belastung für Mensch und Material entscheidend ist. D.h., je mehr Seil unterwegs ist, desto kleiner sind die Kräfte beim Abfangen des Fallenden**.
Mit einem statischen Seil würde sich der fallende Bergsteiger schnell das Rückgrat brechen können .

Soll sagen, die Energie, die beim Sturz "entsteht" wird "vernichtet" (abgefangen), in dem mit relativ kleiner Beschleunigung (=mit kleinen Kräften) über eine längere Zeit abgebremst wird. Energieerhaltung halt...

Und genauso funktioniert das bei der Fahrzeugbergung. Die auftretenden Beschleunigungen (=Kräfte) sind geringer, wirken aber über eine längere Zeit (Dehnung des Seiles), als dies mit statischen Seilen der Fall wäre. Mit anderen Worten - keine Zauberei, sondern solide Physik . Das Seil stelle man sich dabei am besten als eine (bedämpfte) Feder vor.

Die "Minimalkraft zum rausziehen des Fahrzeuges" wird beim statischen Gurt mit der "Ruckmethode" unnötig überschritten, womit unnötig zu hohe Kräfte das gesamte Material beanspruchen. Deswegen erfährt der arme, statische Bergegurt im Normalfall auch deutlich höhere Kräfte, als das dynamische Seil.


___
* Beim Höhlenklettern verwendet man hingegen statische Seile, weil man da erklärtermaßen am Seil hochsteigt und die Dehnung des Seiles dabei extrem unpraktisch ist . Freiklettern am statischen Seil ist lebensgefährlich.

**Daher ist die Länge des dynamischen Seil bei der Fahrzeugbergung entscheidend, doppelt genommenes Seil dehnt sich dann nur noch die Hälfte.

Beste Grüße

Miki
Soenke
Beiträge: 86
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Re: Erfahrung mit kinetischem Bergegurt bzw Abschleppseil

Beitrag von Soenke »

Moin Jörg,

mit dem Quad habe ich keine Erfahrung, kenne aber auch das Eingraben des Zugfahrzeuges am straffen Seil.
Mit dem kinetischen fährt man in das Seil rein, wie ein Gummiband wird es gedehnt und überträgt dann die Kraft auf das festsitzende Auto während der Ziehende gebremst wird. Diese dynamische Kraft ist viel größer als die reine Zugkraft aus dem Stand, steht aber nur einen Moment für eine kurze Strecke zur Verfügung,
der Havarist wird eher freigerissen aus der Umklammerung des Sandes / Schlammes als gezogen...
In der Geländewagen / LKW Relation hat es funktioniert.
Gruß Sönke
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