Biosprit - Mit Ethanol gegen die Armut in Afrika?

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Birgitt
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Äthiopien - Biodiesel zu Lasten von Elefanten

Beitrag von Birgitt »

Pro Wildlife: Anbau von Sprit-Pflanzen gefährdet zum Teil vom Aussterben bedrohte Vogel- und Pflanzenarten
10.08.2007 - Standard

Mehrfach wurde bereits darauf hingewiesen, dass der Biodiesel-Boom zu Lasten etwa der Nahrungsmittelproduktion aber auch zu Lasten von Regenwäldern und damit auch der Artenvielfalt geht. Aus aktuellem Anlass protestieren nun internationale Umweltorganisationen gegen den Anbau von Biotreibstoffen in Naturschutzgebieten durch das Münchner Unternehmen Flora Ecopower: "In Äthiopien gibt es nur noch 600 bis 1.600 Elefanten, einer der letzten Bestände lebt im Babile Elephant Sanctuary. Diese Bestände sind nun durch den Biosprit-Anbau gefährdet", so Daniela Freyer von der Umweltorganisation Pro Wildlife ... mehr hier und hier

Gruß :?
Birgitt
Manfred Franz
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Biotreibstoff aus Mais in Südafrika verboten

Beitrag von Manfred Franz »

STRATEGIE ZUR BIOTREIBSTOFFPRODUKTION
Treibstoffproduktion aus Mais überraschend verboten
Die südafrikanische Regierung hat sich nach monatelangem Hin und Her auf eine Strategie zur Biotreibstoffproduktion geeinigt und überraschend die Ethanolproduktion aus dem Grundnahrungsmittel Mais verboten. Andere Energiepflanzen wie Zuckerrüben und Zuckerrohr oder auch Sonnenblumen sind allerdings nach wie vor Teil des Fahrplans.

MEHR DARÜBER HIER
Götz Krieger
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Biotreibstoff aus Nahrung verletzt Menschenrecht

Beitrag von Götz Krieger »

Biotreibstoff aus Nahrung verletzt Menschenrecht

Wer potentielle Lebensmittel zu Biosprit verarbeitet, der verletzt nach Ansicht des Uno-Experten Jean Ziegler das Menschenrecht auf Nahrung. Abhilfe soll ein fünfjähriges Moratorium schaffen. Doch die Industrie winkt ab.

Genf - Das Menschenrecht auf Nahrung werde massiv verletzt, sagte der Schweizer Jurist und Soziologe Jean Ziegler vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Ziegler hatte am Montag seinen Bericht über das weltweite Recht auf Nahrung veröffentlicht. Nun setzt er sich dafür ein, die Umwandlung von Nahrungsmitteln in Biotreibstoff vorerst zu stoppen. Mit Hilfe eines fünfjährigen Moratoriums solle nach alternativen Möglichkeiten zur Gewinnung von Biotreibstoff gesucht werden.

Ziegler erklärte, die von den USA und der EU geplante Steigerung der Biotreibstoffproduktion könne nicht durch landwirtschaftliche Produktion in den Industrieländern erreicht werden. Deswegen würden die Staaten des Nordens auf Länder der südlichen Hemisphäre ausweichen. Zwar könne Biotreibstoff durchaus auch positive Effekte auf den Klimawandel haben. "Es ist jedoch inakzeptabel, dass die steigende Produktion von Biotreibstoff zu mehr Hunger führen könnte." Doch selbst die positiven Effekte der vermeintlichen Ökotreibstoffe werden von Forschern immer wieder in Frage gestellt. (mehr http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 73,00.html)

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie lehnte Zieglers Forderung nach einem Moratorium umgehend ab. "Auch wenn in Europa weniger Raps und Zuckerrüben für Biokraftstoffe verwendet würden, gelangen nicht mehr Nahrungsmittel zu den hungernden Menschen", erklärte Verbandschef Arnd von Wissel. Biokraftstoffe böten den Entwicklungsländern sogar Chancen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Vermeidung von Hunger.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 48,00.html

Grüße

Götz
Götz Krieger
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Biosprit verteuerte Lebensmittel um 75 Prozent

Beitrag von Götz Krieger »

Biosprit verteuerte Lebensmittel um 75 Prozent

Wenn von dem starken Preisanstieg für Lebensmittel die Rede ist, verweisen Politiker gern auf die hohe Nachfrage auch China und Indien. Eine bisher geheim gehaltene Studie der Weltbank kommt indes zu einem ganz anderen Schluss: Danach hat die Produktion von Biosprit die Lebensmittelpreise deutlich stärker in die Höhe getrieben als bisher angenommen....

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,563817,00.html

Grüße

Götz
schnorr
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Re: Biosprit - Mit Ethanol gegen die Armut in Afrika?

Beitrag von schnorr »

um eine tankfüllung von 70 litern ethanol herzustellen, braucht man so viel weizen, mit dem man auch 500 toastbrote backen könnte. dies sind so viel kalorien, um einen menschen für 271 tage am leben zu erhalten.

Quelle ARD-Sendung Hart aber fair vom 02.07.2008

auch in mexico bangen die menschen um ihre tortillas, weil dort ethanol aus mais hergestellt wird.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Alexander
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Bioethanol - Süßer Tod: Idyll in Kenia bedroht

Beitrag von Alexander »

Süßer Tod: Idyll in Kenia bedroht

Wo jetzt Krokodile, Nilpferde und Eisvögel leben und Bauern Vieh züchten, könnte schon bald eine riesige Plantage dieses Idyll zerstören - um Bioethanol für den Export zu produzieren. mehr...

Grüsse
Alexander
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Birgitt
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Kenia - Ethanol - Streit um Land im Tana River Delta

Beitrag von Birgitt »

Die Bewohner des Tana River Deltas in Kenia sind wütend. Die Regierung will ihr Land an Konzerne vermieten, die dann dort Zuckerrohr pflanzen. Mehr als 25.000 Menschen müssten dafür ihre Häuser verlassen [...] Der globale Bedarf, Biokraftstoffe wie Ethanol herzustellen, hat laut Aktivisten und Umweltschützern in vielen armen asiatischen und afrikanischen Nationen zum "land grabbing" - zur Landnahme geführt. Und so befürchten Umweltschützer und Bürgerinitiativen, dass die derzeitigen Pläne nur eine Ausrede sind, um die lokale Bevölkerung gänzlich zu vertreiben und das Delta baulich zu nutzen. So planen die Unternehmen TARDA und "Mumias Sugar Company", 20.000 Hektar des Deltas zur Produktion von Biokraftstoffen in eine Monokultur-Plantage umzuwandeln.
Streit um Land im Tana River Delta
29.08.2010 - Deutsche Welle

Gruß
Birgitt
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Brasilien - Lieferverträge mit Mosambik und Kenia

Beitrag von Birgitt »

Präsident Lula will ein lukratives Dreiecksgeschäft mit der EU und Afrika zur Biosprit-Produktion aufbauen. NGOs befürchten einen neuen "Agrokolonialismus" und kritisieren Sklavenarbeit auf brasilianischen Plantagen [...] Eingefädelt hat diese Dreieckszusammenarbeit Brasiliens scheidender Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. "In 20 Jahren wird Brasilien das Saudi-Arabien des Biotreibstoffes sein", verkündet er stolz. Zuckerrohr sei der Schlüssel zur weltweiten Bekämpfung von Armut und Hunger. Auf seinen jüngsten Afrika-Reisen steckte Lula da Silva das Terrain ab und schloss mit Mosambik und Kenia Verträge über die Lieferung von Technologie und Know-how zum Aufbau einer eigenen Ethanol-Produktion.

Brasilien setzt auf Biosprit aus Afrika
16.09.2010 - Deutsche Welle

Gruß
Birgitt
FlorianR
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Re: Biosprit - Mit Ethanol gegen die Armut in Afrika?

Beitrag von FlorianR »

ja dann müssma wohl über unseren eigenen Schatten Springen und wieder zu Jägern und Sammlern werden :lol:

Spass beiseite.

Solang irgendwer auf dem Planeten Hunger leidet find ichs menschenverachtetnd aus potenziellen lebensmitteln Treibstoff zu gewinnen :kotz:

Aber genauso verwerflich ist es doch landwirtscahftliche Nutzflächen mit Straßen Gebäuden und anderer Infrstruktur zu "vernichten" oder :?:

Nachdenkliche Grüße Florian
Reisen statt Rasen, der Weg ist das Ziel =D

Mein Verein: www.gelaendewagenfreunde.de
Birgitt
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Mosambik - Purgiernuss / Jatropha - Projekt gescheitert

Beitrag von Birgitt »

Mit großen Erwartungen begann Mosambik vor Jahren, Pflanzen für die Biodiesel-Produktion anzubauen. Doch der Boom ist ausgeblieben. Um die Purgiernuss, wissenschaftlich auch "Jatropha curcas" genannt, ist es in Mosambik verdächtig ruhig geworden. Dabei müsste man eigentlich, wenn man den Prognosen und Projekt-Ideen der vergangenen Jahre geglaubt hätte, heute in ganz Mosambik Jatropha-Felder erblicken können. In der Realität ist die ursprünglich aus Zentralamerika stammende Jatropha aber bereits vertrocknet, bevor sie überhaupt Blüten treiben konnte. Auch für die deutsche Elaion AG brachte die Pflanze nicht die erhofften Resultate. Das Unternehmen hatte 2006 in der Nähe der Stadt Beira ein 1.000 Hektar großes Jatropha-Projekt gestartet [...] Von den 438.000 Hektar, die in Mosambik für den Jatropha-Anbau freigegeben sind, waren im Jahr 2009 gerade einmal knapp 10.000 Hektar tatsächlich bebaut, also weniger als drei Prozent.
Jatropha-Träume in Mosambik geplatzt
24.02.2011 - Deutsche Welle

Gruß
Birgitt
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Biosprit Bioethanol Kenia Malindi Kenya Jatropha Energy Ltd

Beitrag von Birgitt »

Kenyans fear Dakatcha Woodlands biofuel expansion
23.03.2011 - BBC

Sitting in the shade of a tree beside his thatched mud hut in in Kenya's Dakatcha Woodlands, Joshua Kahindi Pekeshe is defiant. "We are not going to let this land go even if it means shedding blood," he told the BBC. "Land is very important to us. We farm and get our livelihood from it. On this land we bury our dead." He is one of the many people opposed to the creation of a large biofuel plantation in the area, about an hour's drive inland from the coastal town of Malindi. It is an arid area and home to some 20,000 people as well as globally threatened animal and bird species. An Italian company has asked the authorities for permission to lease 50,000 hectares there to grow jatropha, whose seeds are rich in oil that can be turned into bio-diesel ... mehr


Noch ein interessanter Link zum Thema:

http://www.jatropha.com/


Gruß
Birgitt
frizzzcat
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biosprit öffnet chemie die tore

Beitrag von frizzzcat »

dass biosprit fläche, die sonst der nahrungsmittelproduktion dient, beansprucht ist klar-
ABER, und das ist das wichtigste- höchstmengen an chemie, der einsatz gentechnisch modifizierter pflanzen, kunstdünger in irren mengen all das wird kommen.
gesetze und verordnungen in der landwirtschaft haben ja in erster den schutz des verbrauchers und der nahrungsmittel zum ziel.
dient das erzeugte produkt jedoch nich der ernährung, brauchen auch keine höchstmengen mehr eingehalten werden, geschweige denn rücksicht auf genpflanzen genommen werden.
monokultren , spritzen und düngen was das zeug hält---DAS ist das ziel der chem industrie-
und- die gentechnik wird so ein weiteres mal durch die hinztertür eigeführt- denn auf diesen vergifteten äckern wird IRGENDwann mal wieder getreide etc. angebaut werden müssen- nach 10 jahren der monokultur für biosprit----und da sind dann schon lange saatgut vermischungen erfolgt.
biosprit ist nichts als ein weltweiter test, wie weit !landwirtschaft" gehen kann
Birgitt
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Zuckerrohr kühlt Klima

Beitrag von Birgitt »

Der Anbau von Pflanzen für Biokraftstoffe muss nicht immer negative Klimaauswirkungen haben: Werden nur bereits existierende Äcker oder Weiden mit Zuckerrohr bepflanzt, wie in Brasilien verbreitet der Fall, sorgt dies sogar für eine Kühlung des lokalen Klimas, wie eine Studie amerikanischer Forscher belegt. Grund dafür ist, dass die Blätter des Zuckerrohrs das Sonnenlicht besonders gut reflektieren und mehr Wasser abgeben als andere Nutzpflanzen. Dennoch, so mahnen die Wissenschaftler in „Nature Climate Change“, ist die natürliche Vegetation in punkto Klimawirkung jeder Nutzfläche haushoch überlegen.
Umwandlung von Ackerland in Zuckerrohrplantagen senkt lokale Temperaturen
19.04.2011 - scinexx

Gruß
Birgitt
Walter
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Der vergessene Faktor: die C-Bindung im Boden

Beitrag von Walter »

Jegliche Umwandlung von Wald oder Grasland in einen Energieacker ist unausweichlich gefolgt von der Freisetzung von gebundenem Kohlenstoff aus der oberstern Krume (von der Wissenschaft als Faktum identifiziert). Dazu kommen noch je nach Düngung Lachgasemissionen (ebenfalls Faktum).
Die Lernfähigkeit des Menschen ist stärker begrenzt als man pessimistischerweise glaubt.
schu achbar ?

Re: Biosprit - Mit Ethanol gegen die Armut in Afrika?

Beitrag von schu achbar ? »

OK, also kein Biosprit aus Pflanzen, keine AKW, keine schmutzige Kohle.
Alle Solarzellen und Windräder u. Wasserkraftwerke u. Biogasanlagen in Zipfelland tragen laut Prof. Hans Werner Sinn z.Z. ganze 1,8 %zum Gesamtenergieverbrauch bei.
Also incl. Energieverbrauch f. den Verkehr, nicht nur für den Stromverbrauch aktuell.
Wenn wir das Öl also f. was hochwertigeres als f. die Mobilität benutzen wollen, u. trotzdem kein böses Ethanol wollen, dann müssten wir bei der kompletten Energiewende mit E Autos etwa das 55 fache der jetzigen Sonne-Wind-Wasser-Scheisse Leistung erreichen.
Das ist einfach nicht zu schaffen, ausser wir schütten das Wattenmmer bis zum Skarerrag auf.

Also entweder machen wir Abstriche bei der Stabilität der Tortillapreise oder
beim Ausstieg aus der Kernenergie u. bauen moderne einigermaßen sichere Meiller mit selbsttätigem Kühlkreislauf, core catcher u. Absturz-sicherer Kuppel mit weniger Uranbedarf aus schmutzigen Uranminen oder wir verbraten weiter Öl , Kohle , Gas mit 10 tausend Toten im Bergbau jährlich allein in China u. ignorieren den angeblichen CO 2 Effekt.
Oder wir bauen das ganze Land in mit Windradbänken von Füssen bis hinauf ins Wattenmeer zu u. haben keinen eigene Kernschmelze mehr zu verantworten u. das Endlager wird weniger voll. Und der angebliche Treibhauseffekt liegt auch nicht mehr an uns.
Dafür gibts dann auch mit irgendeiner Speichertechnologie oder riesigen neuen Stauseen trotzdem Stromausfälle oder eben Gaskraftwerke mit russischem Gas, wenn mal lange kein Wind weht. Vielleicht gibts auch wieder neue Leukämiecluster. Diesmal nicht beim AKW Krümmel, sondern entlang neu gebauter Hochspannungsleitungen in grossem Ausmaß.
Aber wie man bei Umstellung auf E Autos ( MP Kretschmann) ohne Gas, Kohle oder KKW auskommen will - wie soll das gehen ?
Ein Windrad pro 1000 Quadratmeter Fläche ??
Alles also nicht so einfach. Man muss sich nur mal entscheiden.
Das Allerschlimmste ist doch dieses hin und her u. diese wechselnden demokratischen Mehrheiten u. die Lobbies. Jeder Weg ist besser als gar keiner oder nur halbe Sachen.

Auch Effizienzsteigerungen können aus dem o.g. 55 fachen vielleicht ein 35 oder 40 faches machen - das ändert nichts an der Problematik.
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