Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

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Andreas Pflug
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Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Liebe Birgitt, dem Wunsch komme ich natürlich gerne nach. (In Bezug auf neuen Thread und viewtopic.php?f=2&t=36681&p=137665#p137665 )

Mit der Bitte, nicht ganz ernst genommen zu werden:



:mrgreen:

Und damit der Thread nicht so leer hängen bleibt, ein Video ist ja nicht besonders viel, werd ich mal den mehr als ausführlichen Reisebericht rankopieren. Der enthält dann auch mehr Kopfkino und Infos. (dauert nen Moment)
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012

Beitrag von Andreas Pflug »

Let us entertain you :h:



Wir starten unseren Reisebericht mal mit einer stilechten Anmoderation vom Deck der Tanit, dem neuen Stolz der CTN Mittelmeerflotte. In den nächsten Tagen setzen wir dies dann in Wort und Bild fort. Als kleiner Ausblick sei nur gesagt: Erstens kommt es anders, zweitens als man plant. :shock:

Wir machen vor, wie ein Bilderbuchurlaub nicht laufen sollte und haben verdammt viel Spass dabei. Parallel berichten wir als inoffizielles exklusives Presseteam von der großartigen TGC "Tunisia GPS Challenge", deren Gäste wir ebenfalls waren.
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012

Beitrag von Andreas Pflug »

Freitag - Anreise

Es war ein sonniger Herbsttag im Oktober des Jahres 2012. Patrick und ich waren guter Dinge, hatten unsere Fahrzeuge gepackt und machten und schon früh am Morgen auf dem Weg gen Süden. Ja, es war wieder Urlaubszeit, Zeit für ein neues kleines Abenteuer in Nordafrika. Nach Tunesien würde es uns dieses Jahr ziehen, in den feinen Sand der Sahara. In ein Land zwischen Orient und Moderne, zwischen Revolution und Paradies. Für mich würde es der dritte Besuch werden, für Patrick die Premiere. Und so freuten wir uns bester Dinge starteten die Motoren und rollten vom Hof in Limbach Oberfrohna.

Die Reiseplanung sah dieses Jahr sehr überschaubar aus. Einfach alles auf uns zukommen lassen. Schauen was geht, fahren was fahrbar ist und genießen, was das Leben für uns bereit halten wird. Unser heutiger weg führte gen Genua, allerdings nicht direkt bis in die italienische Hafenstadt, sondern erst einmal ins Hotel Flower bei Serra Ville - Das liegt 50km nördlich.

Die Strecke bis dort hin war einfach. Sachen - Nürnberg - Lindau (Bodensee) - Korridor Österreich - Schweiz - vorbei an Lichtenstein - Italien - Mailand - 130km gen Küste und schon wären wir da. Das sind entspannte 950km an einem Tag.

Doch wer schon einmal eine längere Strecke im gemütlichen Reisetempo auf deutschen Autobahnen unterwegs war, wird ahnen, dass da doch einige Stolperfallen auf dem Weg warten können. Die erste begegnete uns in Form eines fahrenden Vollpfostens im Audi Q7 etwa 50km nach "Nünnbech". Aber fangen wir in der Situation mal von vorne an.

Zweispurige Autobahn. Rechts LKWs mit Tempo 80. Blick in den Rückspiegel, links alles frei, wir setzen mit Tempo 110 zum Überholen an. Kurz bevor wir die zwei LKWs passiert hatten, kam von hinten besagter Audi Fahrer angerast. Lichthupe und extrem nahes Auffahren waren seine Begrüßungsgesten. Nachdem wir wieder korrekt rechts eingeschert hatten, überholte er uns, zeigte uns den Mittelfinger, drehte sich im Auto am Steuer nach hinten um und machte von Grafe noch ein Frontfoto.

Ja, wir hatten Spass und freuten uns der Dinge. Unser nächster Stopp war die Grenze zu Österreich. Mautstation, Pickerl / Vignette kaufen. Und während ich noch die Sauberkeit der örtlichen WCs lobte, bemerkte Patrick in der Nachbarkabine, das ein "Vorbenutzer" mit höchter Präzision seinen "Stuhl" senkrecht an die Wand gesetzt hatte.

Die Fahrt durch Österreich und Schweiz lief problemlos. Als wir den San Bernadino grade hinter uns hatten, wurde es langsam dunkel. Aber unseren Plan, im Hellen die Alpen zu queren, hatten wir erfolgreich umgesetzt. Zur Freude steuerten wir eine schweizer Tanke an und ließen es uns mit belegten Köstlichkeiten gut gehen.

Weiter ging es in die Dunkelheit gen Mailand. Diverse Mautstellen unterbrachen das monotone Rollen uns zogen uns harte Währung aus der Tasche. Patrick sagte permanent via Funk die Reststrecke zum Hotel durch. Ein Wert, der mich mehr und mehr irritierte. Denn entweder hatten wir bei gleicher Route 80km gespart oder etwas stimmte nicht. Zur Erinnerung, wir fanden 2011 das Motel Flower in Serra Ville, nahe einem Mega-Einkaufszentrum, 50km vor Genua und wollten dort wieder hin - Hatten die Zimmer online schon gebucht.

Patrick fuhr von der Autobahn ab und verwies mich auf sein Supernavigationssystem, nur bekannt unter dem Codenamen "die Mediathek". Das Motel Flower wäre genau hier - viele viele km zu früh, an der falschen Ausfahrt. Doch es sollte Recht behalten. Nach kurzer Fahrt durch abgelegene Seitenwege an der Autobahn, standen wir vor dem Hotel Flower. Ja, das Haus hier exakt genauso und gehörte zur gleichen Hotell- /Motel-Kette. Und amüsanterweise hatten wir tatsächlich auch hier reserviert.

Wir fragten uns ins früher Nacht, ob wir wirklich so bekloppt waren oder einfach nur zu oft Top Gear kucken und die gespielte Doofheit auf uns ungewollt abfärbte. Wie kann man denn das falsche Hotel buchen und dann auch noch dieses im Navi finden? Egal - Eingecheckt und abgechillt. Wir würden nur am nächsten Morgen früher raus müssen, um noch (80km weiter) im Megamonstromart einkaufen zu können. Denn danach wartete im Hafen das Team der Tunisia GPS Challenge um Johannes und Muscha auf uns, mit denen wir gemeinsam an Bord der Tanit gehen würden. Doch für den ersten ehr unspannenden Tag erstmal genug. Die Betten waren gemütlich, das Bier in der Minibar dröhnte gut und unsere Müdigkeit schickte uns schnell in den besten tiefen Schlaf. Morgen wartet das Mittelmeer und Abenteuer "Bording".

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Vorschau auf Teil II - Die Tanit, ein Megaliner auf dem Mittelmeer.

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Walter
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Walter »

So ein Scheissss !, so ein Schwachsinn ! wundert sich noch jemand,das sie uns "nirgends "mehr alleine "hinfahren" lassen ?und das mit dem Lagerfeuer - absolute Schweinerei -so ein Scheiss!!!
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Verzeihung? :shock:
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Samstag - Die Tanit

Samstag morgen und der Nebel stand noch tief über den Wiesen Italiens, während der Tau auf den Halmen sanfte Tropfen bildete. Es war kühl und leicht bewölkt. Wir packten unsere Sachen und stürmten in den Frühstückraum unserer Herberge. Dort war es ebenfalls sack kalt, aber ein warmer Espresso und einige Zerealien füllten unsere Mägen und Herzen mit Glück.

Ich beschleunige das Schreibtempo mal fix: Autobahn, 80km Fahrt zum Monstro-Mart, 8.30 Uhr angekommen und festgestellt, dass die derst um 9.00 Uhr auf machen.

Den Einkauf wollten wir kurz halten, da die wichtigen Sachen schon in Deutschland gekauft und verpackt wurden. Hier ging es um lokale Köstlichkeiten wie Wurst, Käse, Apperetivos, Brot und Naschereien. Hier wird einem warm im Magen:

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Allerdings war die Kasse danach ein Desaster. Selbstabfertigung. Nach etwa 15min sind wir ausgerastet, haben uns auf den Boden geworfen und wild um uns geschlagen. In der Praxis sah es natürlich so aus, dass wir dreimal die Hilfe einer unmotivierten Fachkraft des Marktes benötigten, weil das bekloppte System dauernd was von "Artikel entnommen" faselte. Den zweiten Teil des Einkaufs haben wir dann regulär von einer echten Kassiererin einscannen lassen.

Weiter ging es gen Hafen, der ja nur noch 50km entfernt war. Die Ausschilderung ist inzwischen perfekt, so dass man von der Autobahn kommend sofort den kürzesten Weg findet. Am "blauen Tor" angekommen, begrüßte uns schon Muscha und reihte uns in die passende Warteschlange für Fahrzeuge ein. Wir sahen die Tanit zum ersten mal und waren schon beeindruckt von ihrer Größe. Allerdings war das Nachbarschiff nochmal in einer ganz eigenen Liga:

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Inzwischen war es warm geworden und die Sonne knallte wie ein Böller im Suppenkessel. Vor uns am Pier zeichnete sich ein interessantes Schauspiel ab. Ein Tunesischer fliegender Händler kam mit etwa 20 verpackten Schals an, schrie wie ein Marktschreier herum, warf sie auf den Boden und sprang im Kreis. Immer mehr und mehr Landsleute kamen dazu, begrapschten das flauschige Material und begannen ihrerseits mit dem Erwerb. Nach etwa 10 Minuten waren fast alle Schals verkauft und glückliche Tunesier kleideten ihren Hals mit neuem Gewand.

Irgendwann ging es dann los, wir durften in den Bauch des Schiffes fahren. Dieses Beladen mit Fahrzeuge dauerte dann etliche Stunden, so dass wir erst lange nach Einbruch der Dunkelheit starteten - Mit ca. sechs Stunden Verspätung.

Wir kamen in unserer luxuriösen Kabine an und harrten dort einige Minuten aus. Über Lautsprecher ertönte dann die Stimme des El Chott Rallye-Sprechers, der das Team auf den Treffpunkt im Restaurant hinwies. Eine Minute später hörten wir Muschas stimme, die das Team der Tunisia GPS Challenge ebenfalls zum Meet & Greet ins Restaurant einlud. Wir fühlten uns angesprochen und lustwandelten durch die fast kilometerlangen Gänge bis zum oberen Food-Deck, wo schon Schiffsstewards dabei waren, die Besucher zielgerichtet zu platzieren.

Es folgte ein 4 Gänge Menü aus Suppe, Vorspeise, Hauptgang (Fisch) und einem Eclair zum Dessert mit dem Kaloriengehalt einer mittleren nuklearen Bombe :angst:
Wir blieben an diesem Abend nicht all zulange auf. Morgen würden wir mit phantastischer Verspätung im Hafen von La Goulette ankommen und dafür wollten wir fit sein.
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Sonntag - Ankunft im Morgenland

Langsam wird es wohl Zeit für etwas Action. Anreise, Einschiffung - Alles keine wirklich Brüller in der Geschichte des Abenteuers. Doch heute würde alles anders werden. Frühstück, Decksrundgang und die Einladung von Johannes und Muscha, doch mal das Oberdeck zu besuchen. Dort erwartete uns ein Wind, der mir die Klamotten vom Körper zu reißen drohte und Patrick zum Windfang degradierte. Ein Sturm, der einem die Zähne im Mund umklappen konnte und dem kleinere Tunesier nichts mehr entgegen zu setzen hatten und einfach von den Beinen gefegt wurden. Wir beschlossen, unsere Urlaubsanmoderation in diesem eher unwirklichen Umfeld aufzunehmen und genossen sichtlich das Gefühl, Spielball der Naturgewalten zu sein.

Unsere Ankunft im Hafen war mit etwa 14.30 Uhr berechnet. Laut Plan wären wir schon um 9.00 Uhr morgens da gewesen, aber mit der Verspätung und Gegenwind, war einfach nichts rauszufahren über Nacht.

La Goulette, der tunesische Hafen bei Tunis. Es war angenehm warm, man spürte die Rückkehr in den Sommer und genoss die sanfte Brise, die hier noch wehte. Was jetzt unweigerlich folgte, war der Zoll. Johannes und Muscha hatten an Board bereits für die gesamte Gruppe der TGC (inkl. uns) die Abwicklung übernommen. Eine großartige Leistung und Service, für den wir uns gar nicht genug bedanken können. So mussten wir eigentlich nur noch aus dem Schiff fahren und uns durch die Autoschlangen an Zoll quälen. Zum Glück standen wir auf einem Deck, wo wir sehr schnell raus kamen und waren relativ weit vorne. Aber obwohl Patrick drekt hinter mir aus dem Schiff fuhr, war ich nach 20min durch und er erst nach anderthalb Stunden. Aussteigen brauchte man nicht, alles ging bequem vom Fahrersitz aus.

Die TGC traf sich dann noch innerhalb des Zollgeländes zum Sammeln. Dort stießen wir auch auf unseren Begleiter Momo, der schon das korrekte Durchfädeln der Teilnehmerfahrzeuge koordinierte und zum Schluss Patrick behilflich war, auch seinen Stempel zu bekommen. Was nicht jeder weiss - Man muss sich selber einen Zöllner schnappen und den Laufzettel bekritzeln lassen. Sonst zieht man am Ende ein langes Gesicht, weil genau das fehlt.

Zollschlangen:

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Das extrem sympatische Hummer H1 Team:

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Endlich raus ausm Zoll:

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Das Bergeteam Mathias und Svantje von SANDS:

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Eigentlich sah unser Plan vor, dass wir dank der sehr früh ankommenden Tanit (9.00 Uhr) direkt vom Hafen durchfahren bis in die Oase Ksar Ghilane. Das wäre irgendwas um die 550km gewesen und bis zum Einbruch der Dunkelheit durchaus machbar. Nur brach jetzt gerade die Dunkelheit schon hereis und es musste ein Plan B her.

Der hieß: Klammern. Und zwar einfach beim Trupp der TGC bleiben und mit ins gleiche Hotel fahren. Die Leute waren allesamt sehr nett und es machte Spass, ihnen zu folgen. Uns hatte man inzwischen mit offenen Armen aufgenommen. So ging es also mit kurzen Zwischen-Tank-Stop nach Hammamet, ins Paradies Palace - Einem vier Sterne Monsterhotelkomplex:

Unsere Suite:

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Beim Essen im Speisesaal

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Die Anlage ansich

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Aussicht vom Zimmer aus:

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Wir checkten also ein und stürzten uns direkt aufs Abend-Buffett. Was jetzt folgte war ein Kulturschock, denn bis dahin war uns nicht klar, wo wir eigentlich unter gekommen waren. Es war ein All Inklusive 1-2-3-Fly Neckermann Hotel für Urlauber, die quasi zwei Wochen das Hotel nicht (oder kaum) verlassen. In dem riesigen Restaurant saßen hunderte on Deutschsprachigen Touristen und kämpften um ein Essensangebot, dass für mehrere Kleinstaaten in Afrika gereicht hätte.

Wir saßen dort. Verschwitzt, schon leicht verdreckt und ein nette Ehepaar am Nachbartisch sprach uns an. "Wie war denn ihr Flug?"

"Flug? :shock:
Wir sind mit dem Auto hier.

Das wiederum war nun ein Kulturshock für die beiden, die sichtlich überrascht waren, als sie von unserer Anreise und Plänen hörten.
Wir plauderten noch etwas und ließen es uns gut gehen. Ist doch schön, wenn der Abenteuer-Outdoor-Urlaub erstmal in nem Luxushotel beginnt.
Aber wirklich "alt" wurden wir heute nicht. Die Müdigkeit schickte uns zeitigst ins Bett. Vor allem, wo jetzt endlich morgen der Startschuss für unseren Tunesien-Sand-Trip fallen würde.
Turi
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Turi »

So ein Scheissss !, so ein Schwachsinn
Würde es nicht so extrem ausdrücken, aber Walter hat schon recht.
Ist fast wie Hummer versenken im See :bang: .
Wenn man sieht wie langsam die Sträucher wachsen und das Feuerholz immer rarer wir, dann sollte man solche übermütigen, um nicht zu sagen, schwachsinnigen, Escapaden unterlassen.
So verliert die Bevölkerung jegliche Achtung vor den Touristen, was auch verständlich ist.
Das Gleiche gilt im übrigen bei den Wasserreserven, auch wenn dort unten fast jeder Anschluss rinnt.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

@Turi: Wenn man genau hinschaut oder es hinterfragt, sieht man folgendes: Wir zünden nur einen toten Strunk vor dem Busch an, an der Seite liegt besseres Brennmaterial und am Wichtigsten - Der Busch steht noch in voller Pracht. Koordinaten gerne zum Prüfen auf Anfrage. Es ist auch in der Hinsicht dennoch seltsam, einerseits mit Motorfahrzeugen in ein Ökosystem zum Spass einzudringen und andererseits Kritik daran zu üben, wenn man ökologisch verantwortlich ein Feuer entfacht.

Da wir "von der Bevölkerung" eine eine Einladung zum Essen bekommen haben, sind wir ggf. doch noch mal in TN nächstes (korrigiert) Jahr. Uns liegt bei so einer Reise, abseits der lustigen Videomomente, schon am Herzen, uns richtig zu verhalten und weitestgehend im Einklang mit Mensch und Natur unterwegs zu sein. Daher gibt es bei uns keine "Müllfeuer" oder ähnliches. Wir nehmen den Dreck eines Lagers wieder komplett mit.
Turi
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Turi »

Hallo Andreas
Sieht auf dem Video ein wenig anders aus und ich bin nicht der Einzige der das in dem Fall falsch gesehen hat.
Motorfahrzeugen in ein Ökosystem zum Spass einzudringen und andererseits Kritik daran zu üben, wenn man ökologisch verantwortlich ein Feuer entfacht.
Das ist dann aber schon sehr weit hergeholt, das "Ökosystem" Dünen oder Sand ist in den meisten Fällen spätestens nach ein paar Wochen wieder intakt und die Spuren verweht.
Und ein "ökologisch" verantwortliches Feuer mit dem Bunzenbrenner entfacht sind mir doch schon weit ausgeholte Wortspielereien.
Sei's wie's will, denke wir haben uns verstanden :wink:
und wenn tatsächlich so verantwortungsbewusst gehandelt wurde ist es ja auch kein Problem.
Ein wenig Spass gehört zum Leben.
Gruss Turi
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Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Mit was ein Feuer letztendlich entfacht wird, ist doch solange egal, solange nichts davon zurück bleibt oder es zu unnötigen Emmissionen kommt. Ein Bunsenbrenner verbrennt ein Gas, genauso wie ein Feuerzeug. Das ist sogar mit Abstand der ökologischste Weg des Anzündens, da dieses Gas (Butan, Chemisch C4H10) zu Kohlenstoffdisoxid und Wasser bei Oxidation (Feuer) mit Sauerstoff zerfällt. Wir haben allerdings eine Spraydose mit einem anderen Kohlenwasserstoff genommen, die Restprodukte sind jedoch identisch.

Worauf ich eigentlich nur hinaus wollte ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Es gibt es Tunesien etliche Millionen kleiner Büsche und sie können ganz sicher im Bedarfsfall als Brennstoff dienen. Selbst da sehe ich keine Probleme, da alleine das Befahren von Dünen schon meist automatisch über Pflanzen und auch kleine Tiere führt. Ist ja nicht so, dass wir einen Liter Diesel verkippt haben oder mit der Kettensäge Bäume gerodet.

Die Realität außerhalb des Videos war eh, dass das Feuer fast umgehend erlosch und wir dann die fürs Lager und Kochen nötige Helligkeit mittels einer extra dafür konzipierten HID Lampe auf Tripod erreichten. Die ist dabei, damit man bequem ohne Lagerfeuer auskommt und es dennoch "wohnlich" hat. Natürlich ersetzt das keine Wärmequelle, die war aber auch nicht nötig dieser Tage.

Initial stand am Video ja: Mit der Bitte nicht ganz ernst genommen zu werden. 8)
philipp aka fipsicola
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von philipp aka fipsicola »

hallo andreas,
ich kann die aufregung hier nicht verstehen.
ihr habt irgendwo einen busch angezündet...ja, und jetzt...
aufhorchen tun da wohl eher die möchtegern gutmenschen.
laß sie reden bzw. schreiben.
die, die aus europa kommen und meinen sie können ihre vorstellungen vom leben auf andere kontinente übertragen,
das ist nicht zu ertragen.
da fahren sie nach afrika um etwas zu erleben,( vielleicht ihren horizont zu erweitern)
und nehmen aber ihre engstirnigkeit mit.
meinst du, das da unten nur irgendein tunesier danach kräht?
so wie ich die kenne, wohl eher nur, wenn eine finanzielle einnahme dadurch ergibt.
und wenn.. ein hoch auf das falsche...und auf den spaß..
grüße
und weiter so mit deinem V8
philipp
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Hallo Philipp, Danke für Dein Feedback. Der Vollständigkeit halber muss ich anmerken, dass ich den 2.5l Turbodiesel im Landrover fahre und Patrick im schwarzen Jeep den 5.2l V8 sein eigen nennt. Ich hab auf der Reise mein neues Lader-Regelsystem ausprobiert, was man in einigen Videoeinstellungen in Form des Pfeifens im Lastwechsel hören kann.

Und nun weiter im Gebäck: :mrgreen:

Montag - Dem Süden entgegen, der Sonne hinterher.

Oh Du fröhliche - Es war warm, die Sonne schien wie im Hähnchen-Bräter und die Kollegen der TGC bereiteten sich auf den Start in die zweite Wertungsetappe vor. Heute, ja heute würden sich unsere Wege endgültig trennen. Uns zog es schnurstracks nach Ksar Ghilane, der kommerzialisierten Camping-Wüsten-Kamelritt-Oase am Rande des großen Erg Orientals. Bis dahin waren es noch immer über 500km und unser Plan sah einfach aus: Wir würden zuerst auf den Transafrikanischen Highway #1 fahren und ihm bis zum aktuellen Ende bei SFAX folgen. Von dort geht es weiter auf der bekannten Landstraße Richtung Gabes - Vorbei an dutzenden von libyschen Phosphatsack-LKWs. Bei Gabes würden wir uns westlich halten und der P16 für 20km Richtung Kebili folgen. An diesem Punkt, direkt am Ortseingang zu Al Hammah, gibt es zwei wichtige Dinge. Einerseits die letzte gute Tankstelle auf unserem Südkurs und andererseits den Einstieg in den Offroad-Teil der verlängerten Pipelinepiste. Und obwohl Google Maps dort eine Straße einzeichnet, ist es nur eine laaaange Piste mit viel Sand, Fels und etwas Geröll. Sie lohnt sich aber, weil man viel Zeit spart und nicht bei Matmata durch die Berge cruisen muss. Ist auch mit Hänger machbar - Keine Sorge. Allrad sollte es dann aber schon haben, einige Stellen können zugesandet sein.

Am Ende der Piste folgte die Teerstraße zwischen Douz und Matmata bzw geradeaus weiter die asphaltierte Pipelinepiste Richtung El Borma, von der nach etwa 60km der Abzweig nach Ksar Ghilane abgeht. An dieser Kreuzung hat die Garde Nationale eine Straßensperre errichtet, die mal in Betrieb ist und mal nicht. Heute war niemand zu sehen und wir konnten direkt passieren.

Mit gutem Vorsprung vor dem Sonnenuntergang erreichten wir dann freudestrahlend unser Ziel. Den hinteren Campingplatz, direkt am "Pool" vor der Schutzdüne. Hier war es ruhig und schattig. Der Tross der El Chott Rallye war vor uns angekommen und residierte im Paradies Camping etwas weiter vorne. Für die Menge an Menschen und Fahrzeugen, war es aber alles angenehm entspannt und ruhig. Wir beendeten den Abend bei einer Cola am Pool und beobachteten mitebrachte Czechische Girls beim Bad im Pool. Vorher köchelten wir uns etwas Pute mit Toast und Mango Chutney.

Morgen wollten wir dann durchstarten zu einer zwei bis drei Tage Tour durch das bergige Land östlich der Pipelinepiste. Doch dazu im nächsten Teil mehr.

Technische Pause am Straßenrand - Umprogrammierung des Turbolader-Systems auf Fallback ohne Drehzahlsignal, da meine zweite Lima etwas zu spinnen begann.

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Pause an der Pipelinepiste

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Laaange geradeaus fahren

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Es wird offroadiger

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Blick von der schutzdüne auf unser kleines Camp

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Die Hygienezellen bei Nacht

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Unsere Camp-Beleuchtung. Ein 35W HID Strahler auf Stativ, der indirekt ein angenehmes Licht schaffte.

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Futtervorbereitung

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Wir gingen bald ins Bett, als dann bei mir der Magen zu grummeln begann und meine Verdauung schlagartig die Viskosität verringerte... :shock:
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Dienstag - Zwangspause

"Everybody who comes to tunisia gets the trots" - Frei adaptiert. Aber genau das geschah nun. An dieser Stelle eine offizielle Reisewarnung: Fahren Sie niemals mit Flashi in den Urlaub, der wird schnell undicht. :shock:

Die Nacht wurde unangenehm. Magenkrämpfe und Brechdurchfall. Leider gibt es keine schönen Worte, dass zu umschreiben. Zum Glück war die Toilette nur wenige Meter entfernt und mich trieb es die Nacht öfter raus, als mir lieb war. Der Dienstag war eigentlich gelaufen, mit mir war nichts anzufangen. Ich fühlte mich schlapp und konsumierte Unmengen an Volvic Mineralwasser, um meinen Durst zu stillen.

Patrick musste heute alleine was unternehmen und beschloss, etwas um die Oase zu cruisen, den Sand zu genießen, achte grade sein zu lassen und sich auch mal fein fest zu fahren. Während ich "daheim" im oder ums Zelt lag und wimmerte.

Wo ich mir das eingefangen hatte, war noch unklar. Wir hatte keinen Hammel am Straßenrand gegessen und uns eigentlich nur von europäischen Lebensmitteln ernährt - Außer am letzten Abend im Hotel.

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Der heutige Bericht fällt sehr kurz aus - Sorry. Aber morgen, am Mittwoch, da wird was passieren.
Andreas Pflug
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Re: Tunesien im Herbst 2012 - Video und Bildbericht

Beitrag von Andreas Pflug »

Mittwoch - Tour de pain

Ich fühlte mich etwas besser und wir beschlossen, heute mit unserer Tour durch das bergige Land östlich der Pipelinpiste zu beginnen. Die Richtung Medenine / Djerba und dann aber vorher weg gen Süden - Einfach querfeldein und drauflos, ohne Route oder Plan. Ich hatte schon 2008 mal das Terrain auf der Piste erkundet und vermutete einige schöne landschaften in dem Bereich. So packten wir unser Camp zusammen und starteten drauf los.

Mein Magen war noch nicht wirklich wieder in Ordnung und ich verbrachte ab jetzt den ganzen Tag damit, parallel zum Auto fahren immer mal wieder laut zu stöhnen, während Magenkrämpfe meinen Körper schüttelten.

Der Start ansich war der Pisteneinstieg von der Pipelinestrasse gen Osten. Eine viel befahrene Strecke, insbesondere von Touri-Taxis, die aus Djerba kommende hauptsächlich Pauschaltouristen nach Ksar Ghilane karten, um dort den Hauch von Wüste und Kamelreiten anzubieten. Uns kamen sicher 10 Fahrzeuge entgegen.

Auf unserem Weg gen Osten kamen wir irgendwann auch in die Region der kleinen Schotterberge. Die sehen von Ferne alle einfach befahrbar aus, aber nahe dran sind fette Brocken drin und dolle Kannten. Dennoch wollten wir einen erklimmen, alleine schon für die grandiose Aussicht. Gesagt, getan. Nach etwas Rockcrawling und springendem Heck, erreichte ich das oberste Plateau. Freudestrahlend sprang ich raus und winkte Patrick hinterher, der den Berg unbeeindruckt im Standgas nahm.

Das erste, was Männer nach dem Erklimmen eines Berges machen, egal ob zu Fuß oder per Fahrzeug, ist aussteigen, sich freuen und sofort eine Stange Wasser in die Landschaft stellen. Diesem Ritus schlossen wir uns an. :mrgreen:

Weiter ging es auf kleiner Piste bis nach Bani Kheddache - Einem kleinen Ort. Ab dort wurde improvisiert auf Sicht. Einfach erstmal auf Straße etwas nach Süden, dann irgendwo irgendwann nach Westen in das riesige Gebiet der Badlands stechen und immer der Nase nach fahren. Siehe der Trackaufzeichnung weiter unten, haben wir uns gut durchgeschlängelt. Die wege wurden immer enger, immer steiler und endeten irgendwann in einem Kamelgrasfeld, eingeschlossen von Minidünen...Da saßen wir dann in der Mitte vom Nirgendwo und suchten unseren Weg raus aus der Gegend. Wir spotteten am Horizont ein Haus und sagte uns, "wo ein haus, da eine Piste" und fuhren drauf los. Extra für Baloo (einen daheimgeblieben Freund), nannten wir das wieder "Crossfield-Navigation" und stellten uns vor, wie er virtuell beim Hören des Wortes ausrasten würde.

Wir kamen nicht zum Haus, denn schon nach kurzer Fahrzeit kam von rechts ein Weg und wir hatten wieder besser fahrbares Terrain unter den Reifen. Dieser Weg vereinigte sich irgendwann mit einer fetten Piste und die wiederum führte über die Pipelinestrasse direkt durch nach Ksar Ghilane. Perfekt und nötig, denn mir gings inzwischen gar nicht mehr so prickelnd. So erreichten wir den Campingplatz in Müh und Not, und mein Magen war fast tot. :hammer:

Wir waren in nur fünf Stunden 167km Offroad gefahren. Gar nicht so schlecht und abgesehen von meinem Wimmern auch ne echt geile Tour. Da gabs schon jede Menge Sand zwischendrin, hässliche und schöne Landschaften, jede Menge Herausforderungen fürs Fahrwerk, Rinnen, Wadis, kleine Bergkämme - Was man sich so wünscht. OK, am Abend bemerkte ich einen schleichenden Reifenschaden am linken Vorderrad. Patrick reparierte das für mich fix mit dem Reifenreparaturset, was wirklich Gold wert ist und alle löcher in Minuten ohne Demontage des Rades dauerhaft verschließt.

Den Donnerstag überspringe ich, denn mir gings nachts dreckig. Am nächsten Morgen suchten wir uns eine französische Ärztin und bekamen echte Medikamente gegen Bakterien (Magen) und Durchfall (Darm), die erstmals auch wirkten. Dazu gab es Wermuttee unserer Campingnachbarn, der mir vor Bitterheit die Fratze auf links drehte, aber dem magen sehr gut tat. :kotz:

Unsere Strecke:

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Oben aufm Berg:

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Pistenimpressionen:

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Traumpiste bis zum Horizont

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Arg...Bitterer gehts nicht...

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Kamelgras? Reifenschaden. Am Auto von Grafe in wenigen Minuten repariert. Danach absolut dicht.

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Insgesamt ein geiler Tag. Weiter gehts mit Freitag...Dem Start in den Sand.
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