Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

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Alexander
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Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Alexander »

In den letzten Wochen konnte man einiges über den VW Abgasskandal lesen und hören. Man spricht von hohen zweistelligen Milliardenstrafen und Schadenersatzforderungen. Von den Rückruf- und Nachbesseraktionen mal abgesehen.

Heute wurden mehrere Standorte, Büros und Privatwohnungen von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Das Ergebnis dürfte aufschlußreich sein.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man der Halter eines dieser in Verruf gekommenen Fahrzeuge ist?


Durchsuchungen bei VW in Wolfsburg wegen Abgasaffäre

Im Abgas-Skandal hat es am Donnerstag eine Razzia bei Volkswagen gegeben. Am Vormittag seien in Wolfsburg und an anderen Orten Durchsuchungen durchgeführt worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Neben drei Staatsanwälten seien rund 50 Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes im Einsatz gewesen. Bei den unangekündigt durchsuchten Gebäuden handle es sich sowohl um Geschäftsgebäude des Volkswagen-Konzerns als auch um Privatgebäude sowie Wohnungen von VW-Mitarbeitern. Details würden aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht mitgeteilt. mehr...

Grüsse
Alexander
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Ralf Kiefer
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Alexander hat geschrieben: Wie sollte man sich verhalten, wenn man der Halter eines dieser in Verruf gekommenen Fahrzeuge ist?
Abwarten, bis VAG (oder das KBA) Dir als Besitzer die Umrüstung Deines Fahrzeugs anbietet. Vorher kannst eh nichts machen, denn VW/Audi/Seat/Skoda muß liefern (können). Es bringt überhaupt nichts bereits jetzt den Vertragshändler zu nerven.

Sollte das KBA die Umrüstung verlangen und bei Weigerung mit Stillegung drohen, bleibt Dir nichts anderes übrig. Ist die Umrüstung freiwillig, würde ich abwarten, was andere Besitzer berichten und mir dann überlegen, ob ich mit den Folgen im Fahrverhalten weiterfahren könnte oder möchte. Denn das Auto fährt VAG-typisch im Rahmen seiner Möglichkeiten, die man gekauft und akzeptiert hat. Also erstmal keine Panik! :-) Und keine Lächerlichkeiten wie jetzt schon eine Schadensersatzklage anstreben, weil man durch den Betrieb Schadstoffe in die Umwelt gepustet habe, was man gar nicht wollte und mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Voraussetzung für eine Schadensersatzforderung ist immer ein entstandener Schaden zu eigenen Ungunsten. Außer man klagt in USA.

In Kurzfassung: nichts tun, abwarten.

Gruß, Ralf
Rocky
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Rocky »

Richtig schlimm finde ich, daß hier wieder mit zweierlei Maß gemessen wird.

Wenn mein Privatwagen eines anderen Herstellers die AU (Abgasuntersuchung) nicht besteht, bekommt dieser keine HU-Plakette und darf nicht mehr auf die Straße.
Wenn ein Konzern die Abgaswerte seiner Produkte vorsätzlich manipuliert, dürfen die Karren weiter fahren.
Auch wenn jetzt betroffene VW eine HU-Prüfung absolvieren müssen, dies inkl. AU (mit manipulierten Werten), wissen die Prüfingenieure zwar, daß die HU (Hauptuntersuchung, von Laien auch "TÜV" genannt) für die Katz ist, aber ein HU-Plakette gibts trotzdem.

Wenn ich eine EBE (Einzelbetriebserlaubnis) für mein KFZ unter Vorspiegelung falscher Tatsachen betrügerisch erschleiche und das kommt raus, erlischt meine EBE. Das KFZ darf dann nicht mehr auf die Straße.
Wenn ein Konzern Millionen von KFZ (im 2stelligen Bereich) mit unter Vorspiegelung falscher Tatsachen betrügerisch erschlichener ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) in den Verkehr bringt, passiert NICHTS.

Normalerweise gehören alle betroffenen KFZ bis zur Nachbesserung still gelegt!!!
Das ist zwar für die Betroffenen hart, aber bei Einzelfällen von Privatfahrzeugen anderer Hersteller oder Kleinserienherstellern würde man so verfahren.
VW ist halt zur Hälfte in staatlicher Hand, da geht sowas, da dürfen die Karren auch mit manipulierten Abgaswerten und praktisch ohne ABE weiter fahren! :kotz:

Die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen. :bang:
landcruiser.
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von landcruiser. »

Woher weisst du denn, das die Auwehs die Grenzwert im Fahrbetrieb tatsächlich nicht einhalten?
Rocky
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Rocky »

Hat doch der Konzern selbst zugegeben. Das ihre Dieselfahrzeuge in Europa die gleiche Software wie in den USA haben, die Abgastests in Europa erkennen und ansonsten ohne Maßnahmen zur Abgasreinigung oder Minimierung fahren...
landcruiser.
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von landcruiser. »

Und wer sagt, dass die Fahrzeuge deswegen im normalen Fahrbetrieb die Abgasgrenzwerte tatsächlich alle nicht einhalten?

Ich hab eine solche belastbare Aussage noch nicht gelesen.
Rocky
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Rocky »

Mir reicht es, wenn das der Fahrzeughersteller auch für seine Europamodelle zugegeben hat...
markus-1969
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von markus-1969 »

Das Problem ist doch, daß die Grenzwerte wohl nur dadurch erreicht werden, daß immer dann wenn die Software den Abgastest erkennt, mehr Luft aus den Abgasen in den Motor zurückgeführt wird. Damit verbleibt weniger Abgas übrig.

Wie man das dann "umrüsten" will bleibt offen. Wenn weniger angesaugt wird, ist mehr Abgas da.
Rocky
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Rocky »

Ja, mich würde auch technisch interessieren, was der Fahrzeughersteller technisch gemacht oder nicht gemacht hat und wie er das Problem technisch lösen will.
Einspritzmenge, Einspritzverlauf, Förderbeginn, Lambdaverhältnis, Ladegeometrie, Abgasrückführung, Rußfilter, SCR, Kolbengeometrie, ZK, usw. usf. Huhuhuhuhhh... ich möchte nicht in der Haut der Entwicklungs- oder Verschlimmbesserungsingenieure stecken.
Da ja erst 2016 mit der Nachrüstung begonnen werden soll, isses wohl nicht mit einem Softwareupdate getan...
Und mit einer schwächeren Drehmomentenkurve und damit Leistungseinbußen usw. ist zu rechnen. Was ja auch wieder Betrug am Kunden wäre, denn man hat was beim Verkauf versprochen, was man nicht einhalten kann.
Turi
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Turi »

Hallo Wüschigemeinde
Was für mich von interesse wäre, und wer ist verantwortlich für den "Beschiss" , nicht die Informatiker die es entwidckelt haben, sondern die, die die verbotene Manipulation befohlen haben?
Da müssen doch mehrere den Auftrag gegeben haben.
Der Vorstandsvorsitzende allein kann das ja nicht sein.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Rocky
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Rocky »

Wer dafür verantwortlich ist, ist letztendlich doch egal.
Ein bisschen von Vielem, die Politik mit ihren Forderungen und Auflagen (was nutzt uns eine Umweltzone in D oder in Kalifornien, wenn in Indien und China Umweltschutz keine Rolle spielt, wir aber sehr viele Produkte billig von dort haben wollen?), es liegt mit an der Raffgier des Systems, dem Profitdenken der Manager (wer ist schon 10 oder 50 Mio€ Jahresgehalt wert?), dem Wunschdenken der Käufer diesen vom Führer initiierten deutschen Lieblingsprodukts, fehlende harte Strafen für solche Taten (sowas wäre früher mindestens mit Gulag o.ä. bestraft worden), die Verquickung von Politik, Staat und Wirtschaft (der Konzern gehört ja zum Teil dem Land und Staat) usw usf.
markus-1969
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von markus-1969 »

Turi hat geschrieben:Was für mich von interesse wäre, und wer ist verantwortlich für den "Beschiss" , nicht die Informatiker die es entwidckelt haben, sondern die, die die verbotene Manipulation befohlen haben?
Da müssen doch mehrere den Auftrag gegeben haben.
Der Vorstandsvorsitzende allein kann das ja nicht sein.
Es war wohl so - nach dem was ich in der Presse gehört habe - daß es Kostenvorgaben für den Motor gab, die ohne Manipulation nicht eingehalten werden konnten. Also muß man zuerst mal den fragen, der unsinnige Kostenvorgaben gemacht hat.
Rocky
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Rocky »

Da halte ich für vorgeschoben.
Selbstverständlich gibt es Kostenvorgaben, aber in der Großserie macht die notwendige Technik nur wenige hundert € pro KFZ aus. Die Fertigungskosten sind extrem niedriger als die Ersatzteilpreise .
Für irre halte ich die Manager, die glaubten damit ewig durch zu kommen! Eigentlich müßten die ihre Jahresgehälter für die Zeiträume zurück geben müssen oder als Strafe zahlen.
Guido3

Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Rocky hat geschrieben:Wenn mein Privatwagen eines anderen Herstellers die AU (Abgasuntersuchung) nicht besteht, bekommt dieser keine HU-Plakette und darf nicht mehr auf die Straße.
Du fährst also kein Auto aus dem VW-Konzern und ärgerst Dich mit Deinem Japaner oder Koreaner gerade :mrgreen:
Rocky hat geschrieben:Normalerweise gehören alle betroffenen KFZ bis zur Nachbesserung still gelegt!!!
Es wären auch ca. 1 Millionen Firmenfahrzeuge betroffen und wenn man die für Monate still legt, taugt das als Auslöser für eine kleine Wirtschaftskrise. Es wären auch tausende Polizeifahrzeuge betroffen. Eine noch weniger einsatzfähige Polizei will auch keiner. Und wenn man knapp 3 Millionen Fahrzeuge in Deutschland für ein paar Monate still legt, erwächst allein daraus ein zweistelliger Milliardenbetrag an zusätzlichen Schadensersatzforderungen gegen den VW-Konzern. Sämtliche vorsorglichen Haftungsausschlüsse in AGBs, Kauf- und Leasingverträgen greifen bei vorsätzlicher Manipulation ja typischerweise nicht.

Das Ganze wird so schon schmerzhaft und teuer genug. Die Manipulation werden VW einen Milliardenbetrag kosten. In Relation zu anderen "Industrieverbrechen" - häufig mit Todesfolgen - erscheint das als mehr als angemessene Strafe. Es kann niemand bei klarem Verstand ein Interesse haben, den Konzern nun mit Macht in die Insolvenz zu treiben. In gewisser Weise gilt sicher auch für VW "Too big to fail".
Rocky hat geschrieben:VW ist halt zur Hälfte in staatlicher Hand, da geht sowas, da dürfen die Karren auch mit manipulierten Abgaswerten und praktisch ohne ABE weiter fahren! :kotz:
Die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen. :bang:
In den USA ist VW kein "staatlicher" Anbieter und gehört zu den ganz Kleinen am Markt. Und da hätte man industriepolitisch noch ein Motiv mehr, denn von einer möglichst starken Schwächung des VW-Konzerns profitieren global auch die US-Anbieter Ford, GM und Co. Trotzdem legt man auch da die VWs und Audis bislang nicht still.

Ansonsten kursiert vieles an Gerüchten. Letzte Woche stand irgendwo, dass bei den 2.0 Dieseln ein neue Software reicht. Bei den 1.6 und 1.2 braucht es demnach zusätzlich Hardware-Änderungen. Aber so lange nichts offiziell verkündet wird, ist es genau das: ein Gerücht.

Beste Grüße

Guido
Zuletzt geändert von Guido3 am So 11. Okt 2015, 14:17, insgesamt 1-mal geändert.
Turi
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Re: Abgasskandal: betrügt VW seine Kunden?

Beitrag von Turi »

In der Firma in der ich vor Jahrzehnten mal gearbeitet habe, war im Arbeitsvertrag ein Passus ;
Bei Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit verursacht werden, muss Teilschadenersatz geleistet werden, der je nach Höhe des Schadens bis zu 10 % betragen kann.
Heute bekommen die Schadensverursacher einen goldenen Fallschirm und dürfen abtreten.
Was im ungünstigsten Fall bleibt ist ein schlechtes Gewissen.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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