Olaf 66 hat geschrieben:
Wer baut die besten Sandbleche aus Aluminium ?
immer noch die wehrmacht
im ernst, die alten luftlandebleche sind von der stabilität immer noch die besten. da die legierung aber sehr teuer ist, werden die heute nur noch (schlechter) nachgebaut.
@kuno, was hatten eigentlich damals die engländer und amerikaner zur hand?
Ich vermute, dass die Sandbleche der Wehrmacht erst gestanzt und anschließend im Gesenk verformt wurden.....da sind gewaltige Kräfte am Werk......
Diese Art der Fertigung ist aufgrund der hohen Werkzeugkosten heute kaum noch machbar. Ein 4mm starkes, AlMnSi legiertes Aluminumblech wirft sich bereits nach der Hälfte der eingebrachten Durchzüge in Längsrichtung ......und zwar erheblich.
Die Rückverformung in die Ebene durch etwa 55 Grad Abkantungen funktioniert nur mit stark dimensionierten Abkantpressen. Optimal wäre es, den Umformprozess mit einer Temperaturbehandlung im Ofen abzuschließen.
Die klassischen Sandbleche, die wir alle so gerne haben, stammen nicht von der 'Wehrmacht' sondern wurden zuerst von den Amerikanern zum befestigen von Sandpisten fuer die Flugzeuge auf den Pazifikinseln gebraucht....
Die Wehrmacht hatte eigentlich ueberhaupt nichts gleichwertiges. Man sieht nur ab und zu eine Art 'Knueppelbuendel' auf den alten Fotos. Selbst der gute Almasy wusste mit Sanblechen noch nichts anzufangen sondern verwendete eine Art Strickleitern.
Die Franzosen hatten noch in der Nachkriegszeit Sandleitern aus Metall. Etwa die Dimension der Sandbleche (Funktioniert auch gut).
Die ersten, die Sandbleche brauchten waren die Englaender, die in der 'Zwischenkriegszeit' in der Wueste rumfuhren. Sie verwendeten sogenannte "Sand Channels" - die Bleche waren wohl urspruenglich zum Bau von Unterstaenden vorgesehen und muessen in ziemlichen Mengen rumgelegen sein. Waren recht schmal und die Seiten so um die 45 Grad aufgefaltet.
Die Italiener hatten lange auch keine Bleche. Zuerst haengten sie einen Raupenschlepper vor die mit Fahrradraedern bestueckten LKW...
...und irgendwann kamen sie darauf, dass ein grosser Radumfang und wenig Luftdruck ziemlich was ausmachen koennen.
Kuno hat geschrieben:Die klassischen Sandbleche, die wir alle so gerne haben, stammen nicht von der 'Wehrmacht' sondern wurden zuerst von den Amerikanern zum befestigen von Sandpisten fuer die Flugzeuge auf den Pazifikinseln gebraucht....
wann waren diese anfänge? ich dachte bisher, dass unsere "sandbleche", die wir benutzen, allesamt noch luftlandebleche unserer luftwaffe gewesen sind.
Olaf. Die GANZ richtigen Sandbleche sind 3 Meter lange Stahlbleche - nicht Aluminium. Nicht unbedingt handlich aber auch ziemlich fest am Boden - eben genau richtig fuer Landepisten von Flugzeugen.
Aber die echten Bleche, ob nun aus Stahl oder Aluminium, erkennst du an den Hacken und Oesen auf den Seiten (wobei die Haken natuerlich im Normalfall weggeflext sind).
Die kenne ich natürlich auch. Logisch. Nur für einen "normalen" Geländewagen sind 3 Meter eindeutig zu lang.
Macht ein 3 Meter langes Sandblech solche Aktionen unbeschadet mit......und wenn man es vielleicht auf 1,50 Meter kürzt ?
Dann wären ja ausnahmslos alle momentan auf dem Markt erhältlichen Alu-Sandbleche rausgeschmissenes Geld und taugen nur für die Schubkarre zum Komposthaufen im Garten.
mein Wissen zum Thema ist begrenzt. Aber hier in Freiburg gibts einen kleinen Flugplatz, der früher ungefähr zu Hälfte von unserer hiesigen WKII-Besatzungsmacht, den Franzosen, benutzt wurde. Diese Platzteil war komplett mit Alublechen (meiner Erinnerung nach je ca. 3.10 m lang, habe leider kein ganzes Blech mehr) ausgelegt. Als die Franzosen abzogen und den Platz an Deutschland übergaben, wurden die Bleche ziemlich wenig feinfühlig mit Schaufelladern rausgerissen und in riesigen Mengen an hiesige Schrotthändler versteigert. Als diese feststellten, dass sich damit über den reinen Alu-Preis hinaus auch Geschäfte mit Expeditions-Ausrüstern abwickeln ließen, besorgten sie weitere Alu-Bleche auch aus Inner-Frankreich; auch dort waren solche Bleche auf Flugplätzen eingesetzt worden, mussten dann aber - angeblich, weil sie den höheren Belastungen durch moderne Flugzeuge nicht standhielten - gegen mineralische Hartbeläge ersetzt werden. Einige von Euch dürften demzufolge mit Sicherheit mit Hilfe französischer Bleche aussanden; an diesen finden sich oft noch Reste der olivgrünen Tarn-Farbe ...
Schon wieder den vergangenen goldenen (nein, leichtmetallenen) Zeiten nachtrauernd:
Ich hätte jetzt auch gedacht, dass die guten, begehrten Bleche alle Französisch sprechen.
Soweit ich mich erinnere sind lediglich die französischen Bleche aus Duraluminium, anstatt Alu oder gar Stahl. Daher sind auch die NAchbauten nicht mit den Dingern zu verlgeichen, denn Duralu und Alu haben von den Materualeigenschaften her nichts gemein, ausser das sie leicht sind. Oder gibt noch jemand, der heute Bleche aus Duralu herstellt ? Die gibt's dann sicher nur beim Juwelier
ich lass mal den Klugscheisser raushängen.....ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Ein Blech aus Dural herzustellen ist auch heutzutage kein Kunststück, dann bewegt man sich allerdings in der sogenannten "Klatsch-Bumm" Grauzone, also in der industriellen Fertigung.
Nun ist es aber so, dass die meisten Anbieter Preiskämpfe untereinander ausfechten......die Qualität bleibt dabei zwangsläufig auf der Strecke, auch weil die Strippenzieher einer Nachfertigungsaktion nicht viel von der Materie verstehen und Testphasen mit Prototypen nicht durchlaufen werden.
Auf das Versagen des Produktes im Gebrauchsfall angesprochen, werden seitens der Hersteller meist nur fadenscheinige Ausreden vorgebracht. Die Informationspolitik lässt leider sehr zu wünschen übrig.
Jedenfalls sehr bedenklich, dass Resourcen und Energie für diesen Unsinn vergeudet werden.
Nachtrag - ein sehr stabiles Blech aus AlMg4,5 Mn0,7 ist spannungsarm geglüht, erfordert bei der Bearbeitung allerdings ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Bei zu engen Biegeradien (Matritze, Stempel, Abkantpresse) in Walzrichtung, neigt das Material während des Kaltumformprozesses zu Rißbildung im Scheitelbereich (5mm Materialstärke).
Eine so massive Umformung wird man durch einfache Druckbelastung durch ein Rad bspw. allerdings nie hinbekommen. Preiswert ist das Material natürlich nicht.