Ägypten / Uweinat - Überfall
Moderator: Moderatoren
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Ägypten / Uweinat - Überfall
Nachdem es ja im Bereich des Raubüberfalls vom 3 Februar einige Verwirrung wegen einem zweiten Zwischenfall gegeben hat kommt es nun plötzlich klar heruas:
http://www.carlo-bergmann.de/
Am 18. Februar hat sich eine zweite Gruppe mit Aegyptischem Offizier über die Grenze hinaus in den Sudan verirrt und wurde dann dort von Militärpersonen verhaftet und festgehalten.
Nach der Freilassung hat man beschlossen, die Schnauze zu halten um nicht von den Aegyptischen Behörden über den Vorfall befragt zu werden.
Dies kann man dem soeben veröffentlichten Text auf der Webseite von Carlo Bergmann nachlesen.
-----
A) Hat man sich wirklich über die Grenze verirrt? Wenn man dort nach Felsmalereien suchen wollte - wohl kaum?
B) Wie bringe ich den begleitenden Aegyptischen Offizier dazu, einen illegalen Grenzübertritt zu vollziehen. Er reist zwar in zivil aber er befindet sich doch wohl im Dienst; oder nicht?
C) Dass man nach der Entlassung keine Lust hatte, den Aegyptern auch noch Rede und Antwort zu stehen, das kann wohl jeder nachvollziehen. Aber eigentlich muss es der Offzier doch rapportieren, oder?
D) Wenn man so lange Stillschweigen gewahrt hat. Warum kommt man dann Monate später damit an die Oeffentlichkeit? Der Begleitoffizier wird jetzt noch ein paar Fragen mehr zu beantworten haben.
E) Was will man nun mit dieser Veröffentlichung noch bezwecken? Andere warnen? Ich kapier's nicht. Wenn es 30 Jahre später in den Memoiren steht ok; aber jetzt?
http://www.carlo-bergmann.de/
Am 18. Februar hat sich eine zweite Gruppe mit Aegyptischem Offizier über die Grenze hinaus in den Sudan verirrt und wurde dann dort von Militärpersonen verhaftet und festgehalten.
Nach der Freilassung hat man beschlossen, die Schnauze zu halten um nicht von den Aegyptischen Behörden über den Vorfall befragt zu werden.
Dies kann man dem soeben veröffentlichten Text auf der Webseite von Carlo Bergmann nachlesen.
-----
A) Hat man sich wirklich über die Grenze verirrt? Wenn man dort nach Felsmalereien suchen wollte - wohl kaum?
B) Wie bringe ich den begleitenden Aegyptischen Offizier dazu, einen illegalen Grenzübertritt zu vollziehen. Er reist zwar in zivil aber er befindet sich doch wohl im Dienst; oder nicht?
C) Dass man nach der Entlassung keine Lust hatte, den Aegyptern auch noch Rede und Antwort zu stehen, das kann wohl jeder nachvollziehen. Aber eigentlich muss es der Offzier doch rapportieren, oder?
D) Wenn man so lange Stillschweigen gewahrt hat. Warum kommt man dann Monate später damit an die Oeffentlichkeit? Der Begleitoffizier wird jetzt noch ein paar Fragen mehr zu beantworten haben.
E) Was will man nun mit dieser Veröffentlichung noch bezwecken? Andere warnen? Ich kapier's nicht. Wenn es 30 Jahre später in den Memoiren steht ok; aber jetzt?
Zuletzt geändert von Kuno am Do 19. Jun 2008, 19:08, insgesamt 1-mal geändert.
Uweinat - zweiter Überfall
es handelt sich hier um den Uweinat und nicht um den Gilf Kebir
die Felsbilder sind im sudanesischen Teil des KT, da verirrt man sich nicht hin, die sind der Grund überhaupt dort hinzufahren!
Jede ägyptische Agentur hat sie bei einem Uweinat-Besuch ganz offiziell im Programm. Die ägyptischen Militärs billigen das, sie wissen, dass man sich einige km in den Sudan begeben muss, um diese Malereien und Gravuren zu besichtigen
Grüsse
Ursula
die Felsbilder sind im sudanesischen Teil des KT, da verirrt man sich nicht hin, die sind der Grund überhaupt dort hinzufahren!
Jede ägyptische Agentur hat sie bei einem Uweinat-Besuch ganz offiziell im Programm. Die ägyptischen Militärs billigen das, sie wissen, dass man sich einige km in den Sudan begeben muss, um diese Malereien und Gravuren zu besichtigen
Grüsse
Ursula
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
Danke für die Korrektur. Ich hätte mich nicht getraut zu schreiben, dass jemand in Begleitung einer Militärperson mit Billigung eines Aegyptischen Reisebüros die Grenze in ein anderes Land überschreitet. Aber es kann ja sein, dass die entsprechenden Visa vorhanden waren.
Deinem Text entnehme ich allerdings zwischen den Zeilen, dass man da auch unter dem Motto "kleiner Grenzverkehr" hinfährt.
Nun denn; ich würd's halt dann trotzdem nicht so präsentieren, wie man es leider gemacht hat. Das gibt all denen wieder Recht, die sagen, dass wer sich in die Wüste begibt bewusst das Risiko sucht. Es ist mM. einfach nicht die Zeit, um solche Speilchen zu machen; gerade dann nicht, wenn es -vom Laien aus gesehen- kurz zuvor in derselben Gegend zu einem Raubüberfall gekommen ist.
Ist nicht gut!
Deinem Text entnehme ich allerdings zwischen den Zeilen, dass man da auch unter dem Motto "kleiner Grenzverkehr" hinfährt.
Nun denn; ich würd's halt dann trotzdem nicht so präsentieren, wie man es leider gemacht hat. Das gibt all denen wieder Recht, die sagen, dass wer sich in die Wüste begibt bewusst das Risiko sucht. Es ist mM. einfach nicht die Zeit, um solche Speilchen zu machen; gerade dann nicht, wenn es -vom Laien aus gesehen- kurz zuvor in derselben Gegend zu einem Raubüberfall gekommen ist.
Ist nicht gut!
Uweinat Ägypten - Überfall
Kuno, ob dus gut findest oder nicht - es ist die Regel, ohne sudanesisches Visum in den Karkur Talh zu fahren.
Keine der mir bekannten ägyptischen Agenturen (inkl einer von einem ehemaligen Militärbegleiter geführten) verlangt für einen Uweinat-Besuch von den Touristen ein Sudan-Visum.
Gruss
Ursula
Keine der mir bekannten ägyptischen Agenturen (inkl einer von einem ehemaligen Militärbegleiter geführten) verlangt für einen Uweinat-Besuch von den Touristen ein Sudan-Visum.
Gruss
Ursula
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
Soooorry; wenn es die Regel ist, dass Touristen mit Aegyptern zusammen ohne Visum in den Sudan einfahren dürfen, dann ist ja alles ok.
Danke für die Aufklärung, ich wusste wirklich nicht, dass dies möglich ist und dachte, dass die Sudanesen auf einem Visum bestehen würden.
Man lernt nie aus :D
Danke für die Aufklärung, ich wusste wirklich nicht, dass dies möglich ist und dachte, dass die Sudanesen auf einem Visum bestehen würden.
Man lernt nie aus :D
Uweinat Sudan
ob das Ganze ok oder nicht so ok ist? weiss nicht, wie der Sudan das sieht :?
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
...habe eben gerade beim AA nachgeschaut. Obwohl ich oft nicht deren Meinung bin, was die Hinweise angeht (was dem AA aber wirklich egal ist) steht dort eigentlich nichts, was darauf schliessen lässt, dass man die Grenze am genannten Ort überschreiten darf.
Die Grenze ist aber auch blöd gezogen in dieser Gegend!
Die Grenze ist aber auch blöd gezogen in dieser Gegend!
Überfall der SLA im Sudan, Karkur Talh
PS - die erwähnte Sudan Liberation Army (SLA) ist nicht die reguläre sudanesische Armee, sondern ein loser Zusammenschluss von sudanesischen Rebellengruppen, welche die Regierung in Khartum bekämpfen
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
Oooops; da habe ich wohl wieder was verwechselt. Da der Bericht schrieb, dass die Soldaten "Zollabfertigung" an LKW gemacht haben, ging ich eigentlich davon aus, dass die Jungs die Regierung darstellen
Dann sind das also (von der Regierung aus gesehen) Rebellen, die dort die Gegend kontrollieren. Ein "loser Zusammenschluss" heisst doch aber meist auch keine einheitliche Strategie, Kompetenzstreitigkeiten & Rivalitäten zwischen den Gruppen.
....und genau in so eine Gegend fährt nun die Gruppe mit Begleitung eines Aegyptischen Offiziers im Dienst? Ok, waren nur etwa 5 Kilometer hinüber auf's "Rebellenterritrium" - da diese aber nur ein paar Tage vorher etwa 200 Kilometer weiter nördlich n Aegypten drin zwei Tourieautos ausgeliehen hatten... also ich weiss nicht; waren die nun einfach nur "blauäugig"?
Dann sind das also (von der Regierung aus gesehen) Rebellen, die dort die Gegend kontrollieren. Ein "loser Zusammenschluss" heisst doch aber meist auch keine einheitliche Strategie, Kompetenzstreitigkeiten & Rivalitäten zwischen den Gruppen.
....und genau in so eine Gegend fährt nun die Gruppe mit Begleitung eines Aegyptischen Offiziers im Dienst? Ok, waren nur etwa 5 Kilometer hinüber auf's "Rebellenterritrium" - da diese aber nur ein paar Tage vorher etwa 200 Kilometer weiter nördlich n Aegypten drin zwei Tourieautos ausgeliehen hatten... also ich weiss nicht; waren die nun einfach nur "blauäugig"?
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
Liebe Mitleser, die ihr fleissig hier reinklickt - keine weitere Meinung 
überfall Sudan Karkur Talh
blauäugig? wohl kaum, eher besessen, den Nachweis zu erbringen, dass die Pharaonen nicht nur bis zum Gilf, sondern auch bis zum Uweinat vorgestossen sind.
Ist PM Amerikaner? Weiss das jemand? Das könnte den glimpflichen Ausgang der Entführung erklären: Die SLA wird ua von den Amis unterstützt.
Dass sich ausser Schmugglern nun auch bewaffnete Gruppen im KT aufhalten, haben mir schon im letzten Herbst Franzosen berichtet. Sie waren zu Fuss unterwegs und konnten sich gerade noch vor ihnen verstecken.
Wir sahen im Oktober 2007 im hinteren Teil des KT auch neue grüne Sprayereien in arabisch, übersetzt etwa "Achtung Minen"
Ist PM Amerikaner? Weiss das jemand? Das könnte den glimpflichen Ausgang der Entführung erklären: Die SLA wird ua von den Amis unterstützt.
Dass sich ausser Schmugglern nun auch bewaffnete Gruppen im KT aufhalten, haben mir schon im letzten Herbst Franzosen berichtet. Sie waren zu Fuss unterwegs und konnten sich gerade noch vor ihnen verstecken.
Wir sahen im Oktober 2007 im hinteren Teil des KT auch neue grüne Sprayereien in arabisch, übersetzt etwa "Achtung Minen"
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
Besessenheit. Du hast wohl recht mit deiner Annahme. Habe mir mal die Texte auf Bergmanns Seite durchgelesen. Ok, das ist nur die eine Seite der Medaille - die "Konkurrenz" wird es bestimmt anders sehen. Schade; das waren ja alles mal Freunde, oder?
Erinnert mich irgendwie an die früheren Forscher in der Gegend - auf der Jagd nach Zerzura; das hat ja auch bald in Besessenheit ausgeartet.
Spannende Ecke dort unten!
Erinnert mich irgendwie an die früheren Forscher in der Gegend - auf der Jagd nach Zerzura; das hat ja auch bald in Besessenheit ausgeartet.
Spannende Ecke dort unten!
-
Regula St.
- Beiträge: 468
- Registriert: Sa 10. Mai 2008, 18:00
- Wohnort: Küssnacht am Rigi
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
Kuno und Ursula, ich denke, dass das Wort Besessenheit die Sache sehr wohl trifft. Es gibt da doch diverse Nachrichten und Publikationen von allen Seiten, in denen man über den Knatsch zwischen konventioneller und unkonventioneller Meinung nachlesen kann...
Vom archäologischen Standpunkt aus ist das Gebiet mehr als interessant; ich war im November 2006 dort und möchte eigentlich gerne nochmals dorthin fahren (um wenigstens einen Teil dessen zu sehen, was ich verpasst habe, auch in naturkundlicher/geologischer Hinsicht)
Nur: nach all diesen Nachrichten ist mir mein Leben vorläufig zu lieb...
Wieso PM übrigens mit Standort Luzern schreibt, ist schleierhaft; über die Google-Suche gerate ich nur zu deutschen Adressen.
Ich wünsche Euch einen schönen Abend
Regula
Vom archäologischen Standpunkt aus ist das Gebiet mehr als interessant; ich war im November 2006 dort und möchte eigentlich gerne nochmals dorthin fahren (um wenigstens einen Teil dessen zu sehen, was ich verpasst habe, auch in naturkundlicher/geologischer Hinsicht)
Nur: nach all diesen Nachrichten ist mir mein Leben vorläufig zu lieb...
Wieso PM übrigens mit Standort Luzern schreibt, ist schleierhaft; über die Google-Suche gerate ich nur zu deutschen Adressen.
Ich wünsche Euch einen schönen Abend
Regula
-
Ibrahim AbdelRahim
- Beiträge: 5
- Registriert: Sa 23. Aug 2008, 12:33
- Wohnort: Kairo
- Kontaktdaten:
Re: Ägypten / Uweinat - Überfall
Der ganze Vorfall ist als Entführung und Raubüberfall dargestellt. Es klingt sehr romantisch, daß die "Räuber" die Beute zurückerstatten, nachdem sie sich mit ihren Opfern anfreunden. Wenn das stimmt, dann hat der Herr, der das schildert, wohl ein unbeschreibliches Charisma. Aber ich glaube eher, er hat große Fantasie, die ihn ins Rampenlicht stellen soll.
Das man einige Kilometer in den Karkur Talh reinfährt, um die Felszeichnungen zu sehen, ist geduldet. Die Gruppe ist aber wohl viel tiefer in den Sudan hineingefahren und von einer sudanesischen Grenzpatrouille der dort kontrollierenden Armee festgenommen worden zum Verhör. Und beim Verhör wird man ganz regulär durchsucht und ggf. entwaffnet.
Das ist bei Grenzverletzungen in irgendeinem Land wohl üblich. Die Gruppe hat nach Beendigung der Vernehmung ihre Habe zurückbekommen und wurde insgesamt freundlich behandelt. Man hat ihnen sogar Sprit gegeben für die Rückfahrt, weil sie nicht genug hatten. Dies wurde mir von Fahrern aus Bahariya bestätigt, die dabei waren.
Und wenn die Leute beschließen, die ägyptischen Behörden nicht zu informieren - was ist mit dem ägyptischen Offizier, der dabeiwar? Wenn das stimmt, und er den Vorfall verschweigt, kommt er vor ein Militärgericht. Deshalb hat er seine Vorgesetzten mit Sicherheit informiert.
Das man einige Kilometer in den Karkur Talh reinfährt, um die Felszeichnungen zu sehen, ist geduldet. Die Gruppe ist aber wohl viel tiefer in den Sudan hineingefahren und von einer sudanesischen Grenzpatrouille der dort kontrollierenden Armee festgenommen worden zum Verhör. Und beim Verhör wird man ganz regulär durchsucht und ggf. entwaffnet.
Das ist bei Grenzverletzungen in irgendeinem Land wohl üblich. Die Gruppe hat nach Beendigung der Vernehmung ihre Habe zurückbekommen und wurde insgesamt freundlich behandelt. Man hat ihnen sogar Sprit gegeben für die Rückfahrt, weil sie nicht genug hatten. Dies wurde mir von Fahrern aus Bahariya bestätigt, die dabei waren.
Und wenn die Leute beschließen, die ägyptischen Behörden nicht zu informieren - was ist mit dem ägyptischen Offizier, der dabeiwar? Wenn das stimmt, und er den Vorfall verschweigt, kommt er vor ein Militärgericht. Deshalb hat er seine Vorgesetzten mit Sicherheit informiert.


