15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Moderator: Moderatoren
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Ach, was hab ich da nur für einen tollen Nachtplatz gefunden. Die Morgendliche Rundumsicht eröffnet mir, dass ich doch mal einen Blick auf meine Reifen werfen sollte. Hat es doch einige spitzen Steine rumliegen...
Tatsächlich sind die Reifen noch alle dicht.
Weiterfahrt nach reichhaltigem Frühstück. Rissani ist das nächste Ziel.
Ich treffe auf Christof. Schweizer.
Zufälligerweise habe ich ihn vor etwa einem Jahr ca. 10km von hier mit dem Motorrad das erste Mal angetroffen. Nun gleich wieder hier! Zufall. Wir erkennen einander sofort. Diesmal ist er nicht an der Rally, um zuzuschauen, zu spät wäre er jetzt.
Ein nettes Gespräch ergibt sich. ein Schweizer mehr, den ich bislang nur in Afrika gesehen habe...
Es wird weitergefahren und entsprechend weitergenossen...
Tatsächlich sind die Reifen noch alle dicht.
Weiterfahrt nach reichhaltigem Frühstück. Rissani ist das nächste Ziel.
Ich treffe auf Christof. Schweizer.
Zufälligerweise habe ich ihn vor etwa einem Jahr ca. 10km von hier mit dem Motorrad das erste Mal angetroffen. Nun gleich wieder hier! Zufall. Wir erkennen einander sofort. Diesmal ist er nicht an der Rally, um zuzuschauen, zu spät wäre er jetzt.
Ein nettes Gespräch ergibt sich. ein Schweizer mehr, den ich bislang nur in Afrika gesehen habe...
Es wird weitergefahren und entsprechend weitergenossen...
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Sand!
Der Vormittag wird genutzt, den Patrol ganz übel im Sand rumzuscheuchen.
Dabei entstehen Stativaufnahmen, oder onboard Kameraaufnahmen.
Mein Lieblingsvideo hat teilweise Material vom Alleingang drin, andererseits noch von der Reise in der Gruppe, als mit jemand filmen konnte.
Hier und da fordere ich die maximale Leistung und fahre so lange die Düne hoch, bis sogar beim kräftigen TD42 Turbo die Leistung einbricht.
Dann wird kurz vor dem Stillstand abgedreht, so dass sich die Fahrzeugfront wieder nach unten neigen kann. So bleibe ich in den par Sandtagen nie stecken.
Der Vormittag wird genutzt, den Patrol ganz übel im Sand rumzuscheuchen.
Dabei entstehen Stativaufnahmen, oder onboard Kameraaufnahmen.
Mein Lieblingsvideo hat teilweise Material vom Alleingang drin, andererseits noch von der Reise in der Gruppe, als mit jemand filmen konnte.
Hier und da fordere ich die maximale Leistung und fahre so lange die Düne hoch, bis sogar beim kräftigen TD42 Turbo die Leistung einbricht.
Dann wird kurz vor dem Stillstand abgedreht, so dass sich die Fahrzeugfront wieder nach unten neigen kann. So bleibe ich in den par Sandtagen nie stecken.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Am Mittagsplatz wird der Patrol etwas geschont.
Ich merke aber, dass der hintere, rechte Reifen leicht Luft verliert. Der Grund liegt in der deformierten Felge.
Der Luftdruck wird nur bei diesem Rad erhöht, somit ist Ruhe.
Ich baue meinen Lehnstuhl auf und setze mich in die Sonne.
Videos werden bearbeitet und faules Material rausgeschnitten.
Da sehe ich im Laptop Spiegelbild eine Gestalt, die sich von hinten nähert.
Ach.
Ja nu, komm, wir essen zusammen eine Orange!
Freudig nimmt er an. Ich habe mir schon eine Weile angewöhnt, das Essen nur mit der rechten (reinen) Hand rüberzureichen. Ein gewisses muss man sich im Gastland anpassen, jedenfalls aber die Einheimischen Regeln und Sitten respektieren. Sofern man gewillt ist, sich darüber etwas zu informieren, gelingt dies auch prima...
Auf die Frage, ob ich schon ein Nachtlager habe (am Mittag schon...) antworte ich, dass dieses Auto meine rollende Herberge sei. Er begreift schneller, als er meine Liegefläche sieht.
Weitere sandlastige Bilder...
Ich merke aber, dass der hintere, rechte Reifen leicht Luft verliert. Der Grund liegt in der deformierten Felge.
Der Luftdruck wird nur bei diesem Rad erhöht, somit ist Ruhe.
Ich baue meinen Lehnstuhl auf und setze mich in die Sonne.
Videos werden bearbeitet und faules Material rausgeschnitten.
Da sehe ich im Laptop Spiegelbild eine Gestalt, die sich von hinten nähert.
Ach.
Ja nu, komm, wir essen zusammen eine Orange!
Freudig nimmt er an. Ich habe mir schon eine Weile angewöhnt, das Essen nur mit der rechten (reinen) Hand rüberzureichen. Ein gewisses muss man sich im Gastland anpassen, jedenfalls aber die Einheimischen Regeln und Sitten respektieren. Sofern man gewillt ist, sich darüber etwas zu informieren, gelingt dies auch prima...
Auf die Frage, ob ich schon ein Nachtlager habe (am Mittag schon...) antworte ich, dass dieses Auto meine rollende Herberge sei. Er begreift schneller, als er meine Liegefläche sieht.
Weitere sandlastige Bilder...
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Einen wunderschönen Nachtplatz suche ich mir aus. Ich habe ja viel Zeit dafür.
Eine grosse Düne mit prächtiger Aussicht dient dazu.
Ich kann bis Algerien rübersehen.
Schon bald überfällt mich ein ruhiger Schlaf.
Kurz nach Mitternacht werde ich jä aus dem Standby gerissen.
Meine Karre sackt nämlich seitlich ab. Wie das?
Durchgeschüttelt von massiv starkem, wieder sandsturmähnlichem Wind, wird mir der Schlaf geraubt.
Der Sand peitscht an die Seitenscheiben, der Wagen wird immer schräger. Er neigt sich nach rechts, dort wo der Wind her kommt.
Natürlich, es ist schön Dunkel und ich kann selbst mit Flutlicht nicht sehr viel erkennen.
Obwohl ich auf der Ostseite des Erg Chebbis bin, die Militärposten teilweise auch noch Wach sind, sehe ich keine Lichter zur Orientierung.
Ich lege fest, dass ich den Wagen umparkieren werde, wenn die Seitliche Neigung die 10 Grad Grenze überschreitet.
Schon bei ein par Grad Neigung rollt man immer in die selbe Ecke auf der Liegefläche. An Schlafen ist nicht mehr zu denken, der Sturm hält an.
Der Wagen rutscht weiter und weiter. Jedes Mal gibt es einen kleinen Ruck und der Neigungsmesser gibt an.
Die 10 Grad Neigung ist erreicht. Wie also weiter?
Einigermassen habe ich die Landschaft noch im Kopf, habe ich doch bei Tageslicht den Schlafplatz aufgesucht.
Also, rechts von mir hat es einen Dünentrichter. Schön zum anschauen, gefährlich fürs reinfahren.
Hinter mir steigt das Gelände an, also würde ich mich da eher mehr exponieren.
Es bleibt mir nur noch, links abzudrehen und die Düne runterzufahren, so dass ich den Wind nicht mehr von der Seite habe und das rechte Radpaar nicht mehr untergraben werden kann.
Motor starten. Widerwillig lässt er sich zum drehen bewegen. Reisse ich den Mocken doch auch aus dem Tiefschlaf. Leisten muss er nicht viel, aber er dürfte mich wenigstens kurz zu einem optimaleren Schlafplatz bewegen.
Dies tut er dann auch.
Ich fahre in ein Dünenthal und habe den Wind im Rücken.
Sofort kehrt im Motorraum wieder Ruhe ein und der sandhaltige Wind übernimmt die Hauptgeräuschkulisse.
es ruckelt weiter, der Wagen sackt wieder ab. Diesmal aber hinten. Die Hinterachse wird vom Wind regelrecht untergraben.
Geschätzt um 02:30 Uhr schalfe ich wieder ein.
Was mich Morgen wohl für ein Bild erwartet?
Eine grosse Düne mit prächtiger Aussicht dient dazu.
Ich kann bis Algerien rübersehen.
Schon bald überfällt mich ein ruhiger Schlaf.
Kurz nach Mitternacht werde ich jä aus dem Standby gerissen.
Meine Karre sackt nämlich seitlich ab. Wie das?
Durchgeschüttelt von massiv starkem, wieder sandsturmähnlichem Wind, wird mir der Schlaf geraubt.
Der Sand peitscht an die Seitenscheiben, der Wagen wird immer schräger. Er neigt sich nach rechts, dort wo der Wind her kommt.
Natürlich, es ist schön Dunkel und ich kann selbst mit Flutlicht nicht sehr viel erkennen.
Obwohl ich auf der Ostseite des Erg Chebbis bin, die Militärposten teilweise auch noch Wach sind, sehe ich keine Lichter zur Orientierung.
Ich lege fest, dass ich den Wagen umparkieren werde, wenn die Seitliche Neigung die 10 Grad Grenze überschreitet.
Schon bei ein par Grad Neigung rollt man immer in die selbe Ecke auf der Liegefläche. An Schlafen ist nicht mehr zu denken, der Sturm hält an.
Der Wagen rutscht weiter und weiter. Jedes Mal gibt es einen kleinen Ruck und der Neigungsmesser gibt an.
Die 10 Grad Neigung ist erreicht. Wie also weiter?
Einigermassen habe ich die Landschaft noch im Kopf, habe ich doch bei Tageslicht den Schlafplatz aufgesucht.
Also, rechts von mir hat es einen Dünentrichter. Schön zum anschauen, gefährlich fürs reinfahren.
Hinter mir steigt das Gelände an, also würde ich mich da eher mehr exponieren.
Es bleibt mir nur noch, links abzudrehen und die Düne runterzufahren, so dass ich den Wind nicht mehr von der Seite habe und das rechte Radpaar nicht mehr untergraben werden kann.
Motor starten. Widerwillig lässt er sich zum drehen bewegen. Reisse ich den Mocken doch auch aus dem Tiefschlaf. Leisten muss er nicht viel, aber er dürfte mich wenigstens kurz zu einem optimaleren Schlafplatz bewegen.
Dies tut er dann auch.
Ich fahre in ein Dünenthal und habe den Wind im Rücken.
Sofort kehrt im Motorraum wieder Ruhe ein und der sandhaltige Wind übernimmt die Hauptgeräuschkulisse.
es ruckelt weiter, der Wagen sackt wieder ab. Diesmal aber hinten. Die Hinterachse wird vom Wind regelrecht untergraben.
Geschätzt um 02:30 Uhr schalfe ich wieder ein.
Was mich Morgen wohl für ein Bild erwartet?
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Nun ja, nach dieser eher bewegten Nacht, stehe ich auf, als die Sonne bereits meinen Wagen zu wärmen beginnt.
Wunderschöner Morgen. Kein Sandkörnchen in der Luft, nichts, aber auch gar nichts kann die wunderbar klare Sicht trüben.
Die letzte Nacht ist verschmerzt.
Der kurze Gang um den Patrol zeigt jedoch, dass er um einiges abgesackt ist.
Vorne unwesentlich
Hinten bin zu 20cm. Auch kein Problem.
Der starke Wind hat die Dünen frisch gefegt. Keine Wagenspur zeichnet den Sand. Seine eigene, alte Struktur hat er wiedergefunden.
Nun kann ich frische Spuren legen und mir dabei so vorkommen, als wäre ich der erste Mensch in diesem Sandkästchen.
Wunderschöner Morgen. Kein Sandkörnchen in der Luft, nichts, aber auch gar nichts kann die wunderbar klare Sicht trüben.
Die letzte Nacht ist verschmerzt.
Der kurze Gang um den Patrol zeigt jedoch, dass er um einiges abgesackt ist.
Vorne unwesentlich
Hinten bin zu 20cm. Auch kein Problem.
Der starke Wind hat die Dünen frisch gefegt. Keine Wagenspur zeichnet den Sand. Seine eigene, alte Struktur hat er wiedergefunden.
Nun kann ich frische Spuren legen und mir dabei so vorkommen, als wäre ich der erste Mensch in diesem Sandkästchen.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Ein solches Aufstehen regt natürlich zu einem ausgedehnten Frühstück an.
Bald ist der Teig für Crêpes gemacht.
Der Wagen ist schön gegen Norden ausgerichtet. Die Sonne scheint mir wärmend auf den Rücken, während ich die erste Crêpe in der Pfanne zubereite.
Noch ist das Eiweiss nicht geronnen, bricht auf einmal wie ein Hammerschlag der massive Sandwind wieder an.
Ist klar, jetzt wo ich Frühstücken möchte.
Die Sicht trübt stark ab.
Die Crêpes werden im Tempo des Gehetzten verschlungen. Ich muss zusehen, dass mir nichts aus dem Auto davonwindet und auf nimmerwiedersehen verschwindet. Höchste Anstrengung ist angebracht, mein Hab und Gut an mich zu binden.
Was nun?
Was mache ich nun mit dem angebrochenen Tag?
Die Sicht bleibt dauerhaft schlecht
Mein Entscheid: Fahren!
Noch nie bin ich während einem Sturm in den Dünen rumgedriftet. So gewähre ich mir eine Lehrstunde der besonderen Art.
Auszusteigen, um Fotos zu machen, geht immer auf Kosten der Kamera. Ist doch der Wind im unteren Bereich stark sandhaltig.
Bald ist der Teig für Crêpes gemacht.
Der Wagen ist schön gegen Norden ausgerichtet. Die Sonne scheint mir wärmend auf den Rücken, während ich die erste Crêpe in der Pfanne zubereite.
Noch ist das Eiweiss nicht geronnen, bricht auf einmal wie ein Hammerschlag der massive Sandwind wieder an.
Ist klar, jetzt wo ich Frühstücken möchte.
Die Sicht trübt stark ab.
Die Crêpes werden im Tempo des Gehetzten verschlungen. Ich muss zusehen, dass mir nichts aus dem Auto davonwindet und auf nimmerwiedersehen verschwindet. Höchste Anstrengung ist angebracht, mein Hab und Gut an mich zu binden.
Was nun?
Was mache ich nun mit dem angebrochenen Tag?
Die Sicht bleibt dauerhaft schlecht
Mein Entscheid: Fahren!
Noch nie bin ich während einem Sturm in den Dünen rumgedriftet. So gewähre ich mir eine Lehrstunde der besonderen Art.
Auszusteigen, um Fotos zu machen, geht immer auf Kosten der Kamera. Ist doch der Wind im unteren Bereich stark sandhaltig.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Hier und da muss die Video-Kamera hinhalten, meist aber bei Innenaufnahmen.
Hierbei ist ein grosser Teil dieses Videos entstanden.
Zeitweise hellt es etwas auf. Teilweise kommt zum Sand auch Regen dazu, welcher mir die Frontscheibe verklebt und die Sicht verschlechtert.
[youtube2][/youtube2]
Hierbei ist ein grosser Teil dieses Videos entstanden.
Zeitweise hellt es etwas auf. Teilweise kommt zum Sand auch Regen dazu, welcher mir die Frontscheibe verklebt und die Sicht verschlechtert.
[youtube2][/youtube2]
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Nun bieten sich mir ausserordentlich schöne Bilder.
Kein anderer Geländewagen, kein Kamel, rein gar Niemand ist zu sehen.
Den Wagen schräg an einer Düne geparkt, schnell davongehuscht um ein Foto zu schiessen, derweil den Wagen sandstrahlen lassen und sofort wieder rein in den Sandschutz.
Auf einer Dünenkante bleibe ich stehen und will aussteigen. Nichtsahnend betätige ich den Türöffnungsgriff. Die Tür halte ich normal fest und will sie gerade weiter öffnen. Schon erfasst sie der Wind und reisst sie so dermassen auf, dass es die massive A-Säule leicht biegt und das Scharnier deformiert, so dass beim Türschliessen jede Mal ein ächzendes Geräusch auftritt. So geht das also?
Die Aussicht von der über 100m hohen Düne ist prächtig.
Erst gerate ich in einen riesigen Dünenkessel. Es scheint keine vernünftigen Ausfahrten zu geben. Auch gibt es keine Fahrspuren. Nur Kamelspuren sind nun zu sehen, die der Wind noch nicht ganz verweht hat. Sie führen wie eine Motorradlinie, einfach schräg über die Dünen herab. Für mich so eigentlich unpassierbar.
Zurück kann ich nicht mehr, schliesslich habe ich, um in den Kessel zu kommen, eine Weichseite befahren müssen.
So muss ich also vorwärts rausfinden.
Nach einiger Suche und misslungenen Manövern steige ich erneut aus, leicht demotiviert, setze mich dem Wind aus und versuche einen Ausweg zu erspähen.
Eine verrückte Linie wäre mit sehr viel Leistung fahrbar.
Ob der Sand mich dann noch tragen wird?
Ich gehe die letzte Chance noch einmal zu Fuss ab und lege mir zurecht, wie ich wann lenken muss und welche Leistung wo gefordert ist.
Knapp schaffe ich die Flucht aus diesem Kessel. Die Kante ist erreicht, der Patrol steht praktisch auf dem Schweller.
Ich steige erneut aus, schaue zurück und sehe, dass ich an einigen Stellen tatsächlich Glück hatte, dass ich da hochkam.
Mein Lieblingsbild aus diesen Tagen, gerettet auf der Kante.
Was ich Motorseitig immer stärker vernehme, ist das Klackern. Noch weiss ich nicht genau, was mir wartet.
Eines weiss ich jedoch genau.
Den Motor darf ich nicht mehr zu fest fordern. So verlasse ich das Erg und fahre auf der Westseite dann in Richtung Norden.
Der Wind wird wieder stärker. Fast non-stop hat es heute gestürmt.
Dennoch sind es unvergessliche Stimmungbilder, die noch heute meine Erinnerungen prägen.
Mit wenig Luftdruck fahre ich nun dem Erg entlang. Hat es doch hier und da noch Weichsandfelder, die durchfahren werden müssen.
So gerate ich an kleine Minihügel.
Diese zu überfahren, ist ja niemals ein Problem. Doch offensichtlich kann man da gut noch einmal Ecken in die Felgen schlagen, so meine Erfahrung. Zwei mal den selben Fehler gemacht. Mit zu wenig Luft in den Reifen, Felge beschädigt.
Klar, die Luft ist jetzt draussen.
Den Reifen mit dem Kompressor wieder aufzudrücken, geht momentan nur, wenn er Windgeschützt im Innenraum des Fahrzeuges steht. So kann ich dann zum Glück doch weiterfahren, die Felge ist noch dicht geblieben.
Kein anderer Geländewagen, kein Kamel, rein gar Niemand ist zu sehen.
Den Wagen schräg an einer Düne geparkt, schnell davongehuscht um ein Foto zu schiessen, derweil den Wagen sandstrahlen lassen und sofort wieder rein in den Sandschutz.
Auf einer Dünenkante bleibe ich stehen und will aussteigen. Nichtsahnend betätige ich den Türöffnungsgriff. Die Tür halte ich normal fest und will sie gerade weiter öffnen. Schon erfasst sie der Wind und reisst sie so dermassen auf, dass es die massive A-Säule leicht biegt und das Scharnier deformiert, so dass beim Türschliessen jede Mal ein ächzendes Geräusch auftritt. So geht das also?
Die Aussicht von der über 100m hohen Düne ist prächtig.
Erst gerate ich in einen riesigen Dünenkessel. Es scheint keine vernünftigen Ausfahrten zu geben. Auch gibt es keine Fahrspuren. Nur Kamelspuren sind nun zu sehen, die der Wind noch nicht ganz verweht hat. Sie führen wie eine Motorradlinie, einfach schräg über die Dünen herab. Für mich so eigentlich unpassierbar.
Zurück kann ich nicht mehr, schliesslich habe ich, um in den Kessel zu kommen, eine Weichseite befahren müssen.
So muss ich also vorwärts rausfinden.
Nach einiger Suche und misslungenen Manövern steige ich erneut aus, leicht demotiviert, setze mich dem Wind aus und versuche einen Ausweg zu erspähen.
Eine verrückte Linie wäre mit sehr viel Leistung fahrbar.
Ob der Sand mich dann noch tragen wird?
Ich gehe die letzte Chance noch einmal zu Fuss ab und lege mir zurecht, wie ich wann lenken muss und welche Leistung wo gefordert ist.
Knapp schaffe ich die Flucht aus diesem Kessel. Die Kante ist erreicht, der Patrol steht praktisch auf dem Schweller.
Ich steige erneut aus, schaue zurück und sehe, dass ich an einigen Stellen tatsächlich Glück hatte, dass ich da hochkam.
Mein Lieblingsbild aus diesen Tagen, gerettet auf der Kante.
Was ich Motorseitig immer stärker vernehme, ist das Klackern. Noch weiss ich nicht genau, was mir wartet.
Eines weiss ich jedoch genau.
Den Motor darf ich nicht mehr zu fest fordern. So verlasse ich das Erg und fahre auf der Westseite dann in Richtung Norden.
Der Wind wird wieder stärker. Fast non-stop hat es heute gestürmt.
Dennoch sind es unvergessliche Stimmungbilder, die noch heute meine Erinnerungen prägen.
Mit wenig Luftdruck fahre ich nun dem Erg entlang. Hat es doch hier und da noch Weichsandfelder, die durchfahren werden müssen.
So gerate ich an kleine Minihügel.
Diese zu überfahren, ist ja niemals ein Problem. Doch offensichtlich kann man da gut noch einmal Ecken in die Felgen schlagen, so meine Erfahrung. Zwei mal den selben Fehler gemacht. Mit zu wenig Luft in den Reifen, Felge beschädigt.
Klar, die Luft ist jetzt draussen.
Den Reifen mit dem Kompressor wieder aufzudrücken, geht momentan nur, wenn er Windgeschützt im Innenraum des Fahrzeuges steht. So kann ich dann zum Glück doch weiterfahren, die Felge ist noch dicht geblieben.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Die Fahrt in den Norden geht also gemächlich voran. Einige Tage brauche ich dafür.
Viel habe ich nicht mehr ins Tagebuch geschrieben.
Sind es doch massive Gegensätze. Von der Wüste bin ich in einem Tag schon wieder im Schneegestöbere im Atlasgebirge.
Nun kann ich mich gewöhnen, was mich erwarten wird, wenn ich nach Hause kommen werde.
Wofür die wohl gebraucht werden? Grossbaustelle?
Und doch muss ich zwischendurch anhalten und die Stimmung geniessen. Auch wenns kalt um die Ohren zieht...
Wunderschöne Sonnenuntergänge bereiten mir viel Freude
Viel habe ich nicht mehr ins Tagebuch geschrieben.
Sind es doch massive Gegensätze. Von der Wüste bin ich in einem Tag schon wieder im Schneegestöbere im Atlasgebirge.
Nun kann ich mich gewöhnen, was mich erwarten wird, wenn ich nach Hause kommen werde.
Wofür die wohl gebraucht werden? Grossbaustelle?
Und doch muss ich zwischendurch anhalten und die Stimmung geniessen. Auch wenns kalt um die Ohren zieht...
Wunderschöne Sonnenuntergänge bereiten mir viel Freude
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Die Fahrt über den Atlas bietet einige Überraschungen. Die Pässe sint teils verschneit, so dass ich warten muss, um sie passieren zu können.
Mit dem 4x4 ist es dann aber kein Problem. Da es mir reichlich Spass macht, die Kiste quer durch die Kurven zu jagen, ernte ich unverständiges Kopfschütteln, begleitet von Lichthuperei. Achso, ja, ich bin ja wieder in der Zivilisation. Übermütiges Fahren gehört hier nicht hin. So versuche ich mich dann zu beherrschen.
In einem kleinen Dorf lerne ich einen Marokkanischen Mann kennen, der einen Marktstand betreibt.
Als er sieht, dass ich beim Nachbarn einkaufe, kommt er rüber und spricht mich auf Deutsch an.
Sein Bruder sei bereits in Deutschland und er habe die Sprache rein mit Lernkassetten erlernt. Hut ab!
Wir verstehen uns sprachlich nämlich ganz gut. Auch versucht er mir nichts aufzuschwätzen.
In diesem Dorf gibt es wieder einige Beispiele, wie man die Fahrzeugnutzlast -und Platz gut ausnützen kann.
Weiter im Norden ist alles wieder grün. Es ist schliesslich auch Regenzeit.
Die Felder erinnern an den Frühling...
Eine Pause tut gut. Die vorbeifahrenden Bauern grüssen sehr freundlich und wollen wissen, was ich da mache.
Viel Verständnis bringen sie auf, als sie vom "woher und wohin" erfahren.
Mit dem 4x4 ist es dann aber kein Problem. Da es mir reichlich Spass macht, die Kiste quer durch die Kurven zu jagen, ernte ich unverständiges Kopfschütteln, begleitet von Lichthuperei. Achso, ja, ich bin ja wieder in der Zivilisation. Übermütiges Fahren gehört hier nicht hin. So versuche ich mich dann zu beherrschen.
In einem kleinen Dorf lerne ich einen Marokkanischen Mann kennen, der einen Marktstand betreibt.
Als er sieht, dass ich beim Nachbarn einkaufe, kommt er rüber und spricht mich auf Deutsch an.
Sein Bruder sei bereits in Deutschland und er habe die Sprache rein mit Lernkassetten erlernt. Hut ab!
Wir verstehen uns sprachlich nämlich ganz gut. Auch versucht er mir nichts aufzuschwätzen.
In diesem Dorf gibt es wieder einige Beispiele, wie man die Fahrzeugnutzlast -und Platz gut ausnützen kann.
Weiter im Norden ist alles wieder grün. Es ist schliesslich auch Regenzeit.
Die Felder erinnern an den Frühling...
Eine Pause tut gut. Die vorbeifahrenden Bauern grüssen sehr freundlich und wollen wissen, was ich da mache.
Viel Verständnis bringen sie auf, als sie vom "woher und wohin" erfahren.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Nun ja, ganz fertig ist der Bericht noch nicht...
Die Fähre erwische ich noch gerade, durch den Scanner lassen sie mich heute nicht durchfahren. es nachtet ein und wir stechen ins Meer hinaus.
In solchen Momenten gehe ich aufs Deck und schaue mit Wehmut dem immer kleiner werdenden Afrika nach.
Fast könnte es eine Träne im Auge geben, gerührt von dem enorm viel Erlebtem.
---
Die Realität holt mich ein, als wir den Hafen in Tarifa anfahren. Wunderschön Beleuchtet. Es ist ganz Nacht geworden.
Die Zollformalitäten gehen gemächlich, aber sauber über die Bühne.
Ohne irgendetwas am Auto zu kontrollieren, gewähren mir die Spanier Eintritt ins Land.
Langsam fahre ich die Autostrasse hoch und geniesse die Stimmung. Noch immer erkennt man an dem silbernen Horizont, wo die Sonne untergegangen ist.
Einen Schlafplatz zu finden, stellt sich als durchschnittlich schwierig heraus.
Ein Olivenhain muss diesmal herhalten. Sieht mein Patrol doch schon wieder wie eine Schweinskiste aus. Matsch und Regen heissen mich in Europa willkommen.
Die Fähre erwische ich noch gerade, durch den Scanner lassen sie mich heute nicht durchfahren. es nachtet ein und wir stechen ins Meer hinaus.
In solchen Momenten gehe ich aufs Deck und schaue mit Wehmut dem immer kleiner werdenden Afrika nach.
Fast könnte es eine Träne im Auge geben, gerührt von dem enorm viel Erlebtem.
---
Die Realität holt mich ein, als wir den Hafen in Tarifa anfahren. Wunderschön Beleuchtet. Es ist ganz Nacht geworden.
Die Zollformalitäten gehen gemächlich, aber sauber über die Bühne.
Ohne irgendetwas am Auto zu kontrollieren, gewähren mir die Spanier Eintritt ins Land.
Langsam fahre ich die Autostrasse hoch und geniesse die Stimmung. Noch immer erkennt man an dem silbernen Horizont, wo die Sonne untergegangen ist.
Einen Schlafplatz zu finden, stellt sich als durchschnittlich schwierig heraus.
Ein Olivenhain muss diesmal herhalten. Sieht mein Patrol doch schon wieder wie eine Schweinskiste aus. Matsch und Regen heissen mich in Europa willkommen.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Die Grenze Spanien - Frankreich passiere ich auf der Landstrasse. Abwechslungsreiche Landschaften zieren den Weg. Noch nie bin ich diesen Weg gefahren.
Ich habe mir versprochen, den Spaniern diesmal rein gar nix zu schenken. Also noch nicht einmal Tanken oder Mautgebühren zu zahlen. Haben sie doch meine 1400.- noch.
So fahre ich mit Marrokkanischem Diesel über die schönen Landstrassen. Zeitdruck habe ich ja überhaupt keinen.
Es wird kälter, je nördlicher ich mich befinde. Am Morgen ist das Starten des Motors trotz Standheizung lagsam aber sicher ein Kraftakt. Da muss was krumm sein. Auch das Klackern begleitet mich und stört mich immer noch.
Heute gibts ein par lustige alte Mobilets zu sehen
Anhalten und in einem Selbstbedienungsrestaurant etwas essen.
Danach weiterfahren.
Ich befinde mich mittlerweile in Grenoble, Frankreich.
Ich habe mir versprochen, den Spaniern diesmal rein gar nix zu schenken. Also noch nicht einmal Tanken oder Mautgebühren zu zahlen. Haben sie doch meine 1400.- noch.
So fahre ich mit Marrokkanischem Diesel über die schönen Landstrassen. Zeitdruck habe ich ja überhaupt keinen.
Es wird kälter, je nördlicher ich mich befinde. Am Morgen ist das Starten des Motors trotz Standheizung lagsam aber sicher ein Kraftakt. Da muss was krumm sein. Auch das Klackern begleitet mich und stört mich immer noch.
Heute gibts ein par lustige alte Mobilets zu sehen
Anhalten und in einem Selbstbedienungsrestaurant etwas essen.
Danach weiterfahren.
Ich befinde mich mittlerweile in Grenoble, Frankreich.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
...es hat bereits eingedunkelt.
Die Spannung steigt, was nun beim Anlassen des TD42 kommt.
Er springt an, röchelt vor sich hin und klackert - wie gewohnt.
Ich wähle weiterhin die Landstrasse und steuere als Fernziel Chambéry an.
Eine kurvige Passstrasse lädt wieder zum flotten Fahren ein.
Ein 90er Landy überhole ich mit voller Leistung.
Da passierts.
Massiver Leistungseinbruch, Rauchentwicklung, Motorstottern.
Weiterfahrt unmöglich
An den Rand mit dem Patrol, sofort Motor aussschalten.
Der Landy tuckert gemütlich neben mir vorbei. Streckt förmlich die Zunge raus...
Leichte Röte im Gesicht kann ich wohl nicht verbergen. Klar, sowas macht man ja auch nicht...
Ich öffne die Motorhaube. Checke alles ab und komme zu keinem Schluss.
Ob es mir den Diesel parafiniert hat? Ist schliesslich Nordafrikanischer Sprit, direkt von der Küste, wo es nie gefriert.
Also Dieselverflüssiger in den Tank werfen. Etwas stehen lassen und die Einspritzung zerlegen. Mich interessiert, ob Diesel fliesst oder nicht. Nur ganz scheu fliesst beim anorgeln etwas aus der Einspritzleitung.
Mir wird hässlich kalt. Noch bin ich nicht richtig an die Winterlichen Verhältnissen gewohnt.
Die Strasse wird rege befahren. Die Fahrzeuge wechseln sich ab, mir beim Schrauben in Form von Lichtspenden behilflich zu sein. Jedoch hält kein Mensch an.
Nach etwa einer Stunde schrauben gebe ich die Arbeit auf.
Ich rufe meinen Versicherungs Notfalldienst an. Es ist Freitag Abend und die schlagen mir nun vor, dass sie einen "Experten" vorbeischicken können, der dann beurteilt, wo der Fehler liegt. Wenn er das weiss, wird er entscheiden, ob er am Montag mit einem Abschleppwagen kommen wird, um den Patrol zu einer Werkstatt zu bringen. Sie bieten mir an, ein Hotelzimmer zu organisieren.
Ich sage dem Notfalldienst, dass dieser "Experte" meinen Motor mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht kennen wird und Ersatzteile dafür in Frankreich eher schlecht zu bekommen sind etc.
Ich sage die Hilfe ab. Sicher vertrödle ich mir hier keine volle 2 Tage an dieser Kälte, um am Montag feststellen zu müssen, dass mein Patrol wirklich nicht mehr fährt.
Ich rufe "der Dahl" (ein Kollege) an. Er ist gerade am feiern und meine Idee wirft ihn wörtlich aus den Socken.
Tatsächlich wäre er bereit, mich nach Grenoble abholen zu kommen, bzw. die Kiste bis nach Bern abzuschleppen, was sicher einen ganzen Tag brauchen würde.
Wir verbleiben, dass er in einer frühen Morgenstunde aufbricht und in meine Richtung fährt - wenn er nichts anderes mehr hört.
Ich gehe wieder zum Motorraum und kontrolliere noch einmal alles. Das Werkzeug wird verräumt. Der Schlafplatz richte ich noch nicht ein.
Die Spannung steigt, was nun beim Anlassen des TD42 kommt.
Er springt an, röchelt vor sich hin und klackert - wie gewohnt.
Ich wähle weiterhin die Landstrasse und steuere als Fernziel Chambéry an.
Eine kurvige Passstrasse lädt wieder zum flotten Fahren ein.
Ein 90er Landy überhole ich mit voller Leistung.
Da passierts.
Massiver Leistungseinbruch, Rauchentwicklung, Motorstottern.
Weiterfahrt unmöglich
An den Rand mit dem Patrol, sofort Motor aussschalten.
Der Landy tuckert gemütlich neben mir vorbei. Streckt förmlich die Zunge raus...
Leichte Röte im Gesicht kann ich wohl nicht verbergen. Klar, sowas macht man ja auch nicht...
Ich öffne die Motorhaube. Checke alles ab und komme zu keinem Schluss.
Ob es mir den Diesel parafiniert hat? Ist schliesslich Nordafrikanischer Sprit, direkt von der Küste, wo es nie gefriert.
Also Dieselverflüssiger in den Tank werfen. Etwas stehen lassen und die Einspritzung zerlegen. Mich interessiert, ob Diesel fliesst oder nicht. Nur ganz scheu fliesst beim anorgeln etwas aus der Einspritzleitung.
Mir wird hässlich kalt. Noch bin ich nicht richtig an die Winterlichen Verhältnissen gewohnt.
Die Strasse wird rege befahren. Die Fahrzeuge wechseln sich ab, mir beim Schrauben in Form von Lichtspenden behilflich zu sein. Jedoch hält kein Mensch an.
Nach etwa einer Stunde schrauben gebe ich die Arbeit auf.
Ich rufe meinen Versicherungs Notfalldienst an. Es ist Freitag Abend und die schlagen mir nun vor, dass sie einen "Experten" vorbeischicken können, der dann beurteilt, wo der Fehler liegt. Wenn er das weiss, wird er entscheiden, ob er am Montag mit einem Abschleppwagen kommen wird, um den Patrol zu einer Werkstatt zu bringen. Sie bieten mir an, ein Hotelzimmer zu organisieren.
Ich sage dem Notfalldienst, dass dieser "Experte" meinen Motor mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht kennen wird und Ersatzteile dafür in Frankreich eher schlecht zu bekommen sind etc.
Ich sage die Hilfe ab. Sicher vertrödle ich mir hier keine volle 2 Tage an dieser Kälte, um am Montag feststellen zu müssen, dass mein Patrol wirklich nicht mehr fährt.
Ich rufe "der Dahl" (ein Kollege) an. Er ist gerade am feiern und meine Idee wirft ihn wörtlich aus den Socken.
Tatsächlich wäre er bereit, mich nach Grenoble abholen zu kommen, bzw. die Kiste bis nach Bern abzuschleppen, was sicher einen ganzen Tag brauchen würde.
Wir verbleiben, dass er in einer frühen Morgenstunde aufbricht und in meine Richtung fährt - wenn er nichts anderes mehr hört.
Ich gehe wieder zum Motorraum und kontrolliere noch einmal alles. Das Werkzeug wird verräumt. Der Schlafplatz richte ich noch nicht ein.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
Voller Spannung steige ich ein.
Drehe langsam den Zündschlüssel und lasse den Motor ca. 15 Sekunden orgeln. In der Hoffnung, der parafinierte Diesel im Filter möge sich auflösen. Diese Prozedur des Auflösens geht jedoch länger als diese 1-2 Stunden, die ich hier schon warte.
Wider Erwarten springt der Bock auf einmal an. Stottert am Anfang ziemlich und läufft auf einmal relativ sauber.
Ich lasse ihn mit erhöhtem Standgas laufen.
Nach etwa 5 Minuten läufft er ruhig und scheint bereit zu sein, weitere Kilomter in Angriff zu nehmen.
Was nun folgt, sind einige Stunden an einem Stück, die ich wie auf einem Nagelbrett verbringen muss. Die Spannung schnürt mir fast die Kehle zu. Waru nur? Ist doch nur der Motor!
Was, wenn er mitten an einer Steigung aufgibt? Oder auf einer Kreuzung?
Was, wenn es mir den Block zerlegt?
Mitternacht ist schon längst vorbei und die Kiste fährt immernoch.
Natürlich habe ich den Motor nie mehr abgestellt und fahre möglichst schonend, mit 80-90km/h auf der Autobahn durch die ganze Nacht.
die Schweizergrenze passiere ich ganz diskret. Es schneit und die Sicht ist schlecht.
Auch die Sicht nach hinten. Scheinbar verbrennt der Motor nun sein Lebenselixier und ich kann keinen Öldunst feststellen.
Der Öldruck sinkt bei der Fahrt drastisch ab. Die Warnleuchte geht noch nicht an, schon stelle ich den Motor ab und rolle auf den Pannenstreifen.
Nun wird kontrolliert. Der Messstab zeigt kein Öl mehr an. So leer, dass der Motor wohl kurz Luft gezogen hat.
Alle möglichen Schmierstoffe werden reingekippt, bis das Niveau am Messstab wieder angezeigt wird.
Der Motor lässt sich starten.
An einer anderen Raststätte finde ich einen geschlossenen Shop und Leute, die mir kein Öl geben wollen/können.
Ja, wir sind wieder im "bünzligen" Schweizerländle
Weiterfahrt bis vor das Autobahntunnel vor Estavayer le Lac.
Öldruck ist noch da, aber der Motor will einfach nicht mehr. So lasse ich ihm den Rest an Öl noch verbleiben.
Nun ist Ende der Fahnenstange für ihn. Ich halte an und rufe wieder den Notfalldienst an, erkläre der Person am anderen Ende der Leitung, dass mein Motor nun endgültig den Dienst quittiert hat. Noch würde er anspringen und stottern, aber das lasse ich jetzt sein.
Ein Mitsubishi Pajero mit Anhänger wird angefordert. Nach Hause bringen dürfe er mich nicht, da er damit sein Gebiet verlassen würde.
Nun steht auf einmal die Polizei am Fenster.
Was wollen die denn?
Ich erkläre ihnen, wieso ich da stehe und dass Hilfe organisiert sei.
Interessiert gehen sie um meine ehemalig wüstentaugliche Karre herum.
Mit Blick auf meinen bösen Rammbügel und die Aufkleber von der Africa eco Race gibts nur ein diskretes Grinsen. Wohl ein unkontrollierter Gemütsausbruch des einen. Schliesslich ist der Wagen so nicht MFK-Konform
Sonntag Morgen, die Nacht bin ich schliesslich durchgefahren und der Tag bricht an. Sie lassen Gnade walten und verschwinden wieder.
Der Pajero kommt tatsächlich und bringt mich durch den Tunel zur nächsten Autobahnausfahrt.
Anruf beim Dahl genügt, ihn aus dem Tiefschlaf zu reissen...
Drehe langsam den Zündschlüssel und lasse den Motor ca. 15 Sekunden orgeln. In der Hoffnung, der parafinierte Diesel im Filter möge sich auflösen. Diese Prozedur des Auflösens geht jedoch länger als diese 1-2 Stunden, die ich hier schon warte.
Wider Erwarten springt der Bock auf einmal an. Stottert am Anfang ziemlich und läufft auf einmal relativ sauber.
Ich lasse ihn mit erhöhtem Standgas laufen.
Nach etwa 5 Minuten läufft er ruhig und scheint bereit zu sein, weitere Kilomter in Angriff zu nehmen.
Was nun folgt, sind einige Stunden an einem Stück, die ich wie auf einem Nagelbrett verbringen muss. Die Spannung schnürt mir fast die Kehle zu. Waru nur? Ist doch nur der Motor!
Was, wenn er mitten an einer Steigung aufgibt? Oder auf einer Kreuzung?
Was, wenn es mir den Block zerlegt?
Mitternacht ist schon längst vorbei und die Kiste fährt immernoch.
Natürlich habe ich den Motor nie mehr abgestellt und fahre möglichst schonend, mit 80-90km/h auf der Autobahn durch die ganze Nacht.
die Schweizergrenze passiere ich ganz diskret. Es schneit und die Sicht ist schlecht.
Auch die Sicht nach hinten. Scheinbar verbrennt der Motor nun sein Lebenselixier und ich kann keinen Öldunst feststellen.
Der Öldruck sinkt bei der Fahrt drastisch ab. Die Warnleuchte geht noch nicht an, schon stelle ich den Motor ab und rolle auf den Pannenstreifen.
Nun wird kontrolliert. Der Messstab zeigt kein Öl mehr an. So leer, dass der Motor wohl kurz Luft gezogen hat.
Alle möglichen Schmierstoffe werden reingekippt, bis das Niveau am Messstab wieder angezeigt wird.
Der Motor lässt sich starten.
An einer anderen Raststätte finde ich einen geschlossenen Shop und Leute, die mir kein Öl geben wollen/können.
Ja, wir sind wieder im "bünzligen" Schweizerländle
Weiterfahrt bis vor das Autobahntunnel vor Estavayer le Lac.
Öldruck ist noch da, aber der Motor will einfach nicht mehr. So lasse ich ihm den Rest an Öl noch verbleiben.
Nun ist Ende der Fahnenstange für ihn. Ich halte an und rufe wieder den Notfalldienst an, erkläre der Person am anderen Ende der Leitung, dass mein Motor nun endgültig den Dienst quittiert hat. Noch würde er anspringen und stottern, aber das lasse ich jetzt sein.
Ein Mitsubishi Pajero mit Anhänger wird angefordert. Nach Hause bringen dürfe er mich nicht, da er damit sein Gebiet verlassen würde.
Nun steht auf einmal die Polizei am Fenster.
Was wollen die denn?
Ich erkläre ihnen, wieso ich da stehe und dass Hilfe organisiert sei.
Interessiert gehen sie um meine ehemalig wüstentaugliche Karre herum.
Mit Blick auf meinen bösen Rammbügel und die Aufkleber von der Africa eco Race gibts nur ein diskretes Grinsen. Wohl ein unkontrollierter Gemütsausbruch des einen. Schliesslich ist der Wagen so nicht MFK-Konform
Sonntag Morgen, die Nacht bin ich schliesslich durchgefahren und der Tag bricht an. Sie lassen Gnade walten und verschwinden wieder.
Der Pajero kommt tatsächlich und bringt mich durch den Tunel zur nächsten Autobahnausfahrt.
Anruf beim Dahl genügt, ihn aus dem Tiefschlaf zu reissen...
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...
...wenige Stunden vergehen, der Dahl steht auf Platz!
Nun ja, als erstes gibt es mal eine warme Umarmung.
Was nun?
Wir setzten uns in seinen Patrol, vertilgen erstmals eine Atlas-Orange und trinken Afrika Drinks.
Nach einer Stunde quatschen merken wir, dass wir doch vielleicht mal eine Lösung finden sollten, wie wir den Patrol nach Gümligen bringen könnten.
Bergegurt, was anderes braucht es ja nicht.
Es braucht einige Übung, das Seil immer schön gespannt zu halten. Insbesondere wenn der Bremskraftverstärker bei stehendem Motor nicht mehr mitmacht. So muss ich den Motor im 5. Gang zwitweise mitdrehen lassen.
Kommuniziert wird über CB Funk. Sonst ginge die Koordination fast nicht.
Einmal fährt uns ein Zivilist fast ins Seil, als wir vor Murten wenden müssen. Schliesslich ist ja früh am Morgen, nicht?
Wir stehen nun in Frauenkappelen und wissen nicht, wie wir nach Gümligen gelangen können. Es gibt drei Möglichkeiten.
1. Fahrt mit dem Gespann durch die Stadt. Muss besonders prickelnd sein.
2. Fahrt mit dem Gespann über die Autobahn, schnell, verboten
3. Fahrt mit dem Gespann über einen grossen Umweg ans Zielm auch nicht so...
Wir wählen Variante 2!
Gehen nun also ganz frech auf die Autobahn und rollen mit 60km/h unter dem Westside durch.
Die Kameras müssten uns eigentlich längst erfasst haben.
Dank dem geringen Verkehrsaufkommen können wir den Weg -pannen und störungsfrei zurücklegen.
Die letzten ca. 69km bin ich also noch am Hacken und darf mich abschliessend von Dahls schönem Patrol heimziehen lassen.
15'847km mit eigenem Antrieb, die Restlichen 69km dazugezählt war das nun eine Tour mit gesamthaft 15'916 wunderschöen Kilometern, gefahren in 57 Tagen, 13 Stunden, 26 Minuten und einer ganzen Sekunde.
Draufgegangen ist leider der Motor. Der Goldene TD42 hat einiges mitgemacht, doch das Überholen des Landys war zu viel des Guten. Machen wir das nächste Mal besser, gell...
Nun ja, als erstes gibt es mal eine warme Umarmung.
Was nun?
Wir setzten uns in seinen Patrol, vertilgen erstmals eine Atlas-Orange und trinken Afrika Drinks.
Nach einer Stunde quatschen merken wir, dass wir doch vielleicht mal eine Lösung finden sollten, wie wir den Patrol nach Gümligen bringen könnten.
Bergegurt, was anderes braucht es ja nicht.
Es braucht einige Übung, das Seil immer schön gespannt zu halten. Insbesondere wenn der Bremskraftverstärker bei stehendem Motor nicht mehr mitmacht. So muss ich den Motor im 5. Gang zwitweise mitdrehen lassen.
Kommuniziert wird über CB Funk. Sonst ginge die Koordination fast nicht.
Einmal fährt uns ein Zivilist fast ins Seil, als wir vor Murten wenden müssen. Schliesslich ist ja früh am Morgen, nicht?
Wir stehen nun in Frauenkappelen und wissen nicht, wie wir nach Gümligen gelangen können. Es gibt drei Möglichkeiten.
1. Fahrt mit dem Gespann durch die Stadt. Muss besonders prickelnd sein.
2. Fahrt mit dem Gespann über die Autobahn, schnell, verboten
3. Fahrt mit dem Gespann über einen grossen Umweg ans Zielm auch nicht so...
Wir wählen Variante 2!
Gehen nun also ganz frech auf die Autobahn und rollen mit 60km/h unter dem Westside durch.
Die Kameras müssten uns eigentlich längst erfasst haben.
Dank dem geringen Verkehrsaufkommen können wir den Weg -pannen und störungsfrei zurücklegen.
Die letzten ca. 69km bin ich also noch am Hacken und darf mich abschliessend von Dahls schönem Patrol heimziehen lassen.
15'847km mit eigenem Antrieb, die Restlichen 69km dazugezählt war das nun eine Tour mit gesamthaft 15'916 wunderschöen Kilometern, gefahren in 57 Tagen, 13 Stunden, 26 Minuten und einer ganzen Sekunde.
Draufgegangen ist leider der Motor. Der Goldene TD42 hat einiges mitgemacht, doch das Überholen des Landys war zu viel des Guten. Machen wir das nächste Mal besser, gell...
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<




