Simbabwe | Aktuelle Lage

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus
Staaten: Äquatorial Guinea, Gabun, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Uganda, Kenia, Burundi, Komoren, Tanzania, Angola, Zambia, Ruanda, Madagaskar, Mozambique, Zimbabwe, Namibia, Botswana, Malawi, Südafrika, Swaziland, Lesotho, São Tomé, Príncipe

Moderator: Moderatoren

Ebi1
Beiträge: 67
Registriert: Sa 3. Nov 2012, 06:43
Wohnort: Region Stuttgart
Kontaktdaten:

Simbabwe | Aktuelle Lage

Beitrag von Ebi1 »

Hallo miteinander,

ist gerade jemand in Simbabwe unterwegs, oder war die letzten paar Wochen dort? Wenn ja, wie war die Reise durchs Land? Wie sind die Erfahrungen mit Roadblocks? Gemeint ist Häufigkeit und Nervigkeit.

Grüße
Ebi
Riedfrosch
Beiträge: 89
Registriert: So 9. Okt 2016, 11:25
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Riedfrosch »

Ich war leider vor 8 Monaten zuletzt da. Die Roadblocks sind fast gänzlich weggefallen. Wir wurden nie aufgehalten.
Das aktuelle Problem liegt m.E. in der Versorgung mit Sprit und Lebensmitteln. Daher würde mich auch die aktuelle Lage interessieren.
Ebi1
Beiträge: 67
Registriert: Sa 3. Nov 2012, 06:43
Wohnort: Region Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Ebi1 »

ok, sieht so aus, wie wenn ich meine Frage selbst beantworten müsste. Wir fahren da jetzt mal durchs Land, Ende Mai schreib ich dann, wie es war.
horst.k
Beiträge: 354
Registriert: So 29. Jan 2006, 09:57

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von horst.k »

Hallo Ebi,

wir waren noch im Januar in Zimbabwe unterwegs, von der Versorgungslage abgesehen alles ganz entspannt.
Wir sind raus, als die Spritpreise (in Bond notes) verdreifacht wurden, das kann natürlich einiges geändert haben.
Bin auf deinen Bericht gespannt.

Viele Grüße
Horst
Ebi1
Beiträge: 67
Registriert: Sa 3. Nov 2012, 06:43
Wohnort: Region Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Ebi1 »

Hallo miteinander,

zur aktuellen Situation...

1.100 km gefahren, 4 Kontrollen, nie angehalten worden
Lebensmittel: die Läden sind voll, es fehlt an nichts
Sprit: gegen US$ kein Problem, ca. 1,35$ je Liter

Inzwischen gibt es Shutdowns im Stromnetz von offiziell 8 Stunden pro Tag in manchen Regionen. Ein Freund wohnt in einer Gegend, wo 10 Stunden nichts geht.

Die Reise war sehr angenehm und hat sich für uns nicht groß von einer Reise in anderen Ländern des südlichen Afrika unterschieden. Wenn, dann nur positiv. Wir hatten sehr, sehr viele angenehme Kontakte mit Einheimischen, egal, ob es sich um schwarze oder weiße Menschen gehandelt hat. Neugierig, freundlich, aufgeschlossen - trotz der schwierigen Situation, in der die Menschen nun schon seit vielen Jahren leben.

Wenn jemand das hier irgendwann in ein paar Monaten liest, bitte auf jeden Fall vor einer Reise aktuelle Informationen einholen, ist ja klar.

Grüße
Ebi
Riedfrosch
Beiträge: 89
Registriert: So 9. Okt 2016, 11:25
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Riedfrosch »

Hallo Ebi,

wir fahren in 2 Monaten und sind sehr erleichtert zu hören, dass die Spritsituation für Reisende gegen USD so aussieht, wie Du es beschrieben hast.
Nahrungsmittel kann ich für mehrere Wochen aus den Nachbarländern mitbringen, da komme ich mit einer schwierigen Lage aus, aber ohne Spritversorgung kann man schlecht reisen: Wenig Gamedrives in den NP und überlegte Strecken dazwischen.

Danke für den Lagebericht!

Es grüßt Riedfrosch
Ebi1
Beiträge: 67
Registriert: Sa 3. Nov 2012, 06:43
Wohnort: Region Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Ebi1 »

Hallo Riedfrosch,

hoffe, es verdirbt dir nicht die Laune... Hab eben gehört, dass sie die Spritpreise um fast 50% erhöht haben.

Grüße
Ebi
Maputo
Beiträge: 171
Registriert: So 9. Apr 2017, 15:17
Wohnort: Basel / Paris

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Maputo »

Spritpreiserhöhung ist fast immer ein Signal für neue Unruhen in ZIM.

Damit verteuert sich die Lebensmittel -neben der hohen Inflation- durch den Transport noch zusätzlich. Maismehl, von dem sich ein Grossteil der Bevölkerung ernährt, wird für viele dann zum Luxus.

Die "prall gefüllten" Supermärkte sind sowieso nur für die Elite und korrupte Beamte. Der normale Zimbabwer wird dort nie einkaufen können.

Zimbabwe ist immer noch gleich weit wie unter Mugabe. Es sind nur die Parasiten ausgewechselt worden. Das Regime geht äusserst brutal gegen Kritiker und die Opposition vor.

Das Land ist ohne fremde Hilfe verloren, keine Zukunft und Perspektive für die meisten Menschen dort, so freundlich sie auch sein mögen. Da helfen auch die wenigen Turis nicht, die das meisste aus RSA mitbringen und im Land ein paar U$ ausgeben.

lg Maputo
Ebi1
Beiträge: 67
Registriert: Sa 3. Nov 2012, 06:43
Wohnort: Region Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Ebi1 »

Ich kann jetzt schlecht beurteilen, was ein "normaler Simbabwer" ist. Die Massen an schwarzen Menschen, die wir in Supermärkten gesehen haben, können aber unmöglich nur den beiden genannten Gruppen zuzuordnen sein. Dafür sind es zu viele.

Wie auch immer, im Prinzip stimme ich Maputo zu. Wir Touristen werden das Land nicht retten, dennoch fahren wir wieder hin, weil es uns dort einfach gefallen hat. Ob es Unruhen gibt, und in welchem Umfang, muss man abwarten. Dank Internet bekommt man ja zügig mit, wenn es unruhig wird.

Klar, Hilfe von außen wäre toll, die ist aber leider nicht in Sicht. Wer will schon Geld ins Land pumpen, solange sich politisch nichts ändert. Das ist dann ja abgefackelt.

Grüße
Ebi
Riedfrosch
Beiträge: 89
Registriert: So 9. Okt 2016, 11:25
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Riedfrosch »

Spritpreiserhöhung ist natürlich nicht schön.
Aber den Unterschied zu: Es gibt gar keinen Sprit - weiß ich zu würdigen.

Maputo schrieb: "Zimbabwe ist immer noch gleich weit wie unter Mugabe. Es sind nur die Parasiten ausgewechselt worden. Das Regime geht äusserst brutal gegen Kritiker und die Opposition vor."

Wir waren während der Wahlen im Jahr 2018 vor Ort und haben mit vielen Einheimischen gesprochen.
Da wurde ein schönes Bild genutzt:

Only the busdriver changes with Mnangagwa.

Und wenn alles wie unter Mugabe läuft (so ganz stimmt das allerdings nicht), dann sieht man, dass die selben Leute mitfahren, die gleichen Strecken etc. Es ist doch traurig.
Wir haben weiße Zimbabwer getroffen, die die Wahl von Mnangagwa begrüßt haben. Da wüsste man, was man bekäme. Eine schwierige Situation.

Wir lieben Zimbabwe sehr, die Menschen, die Landschaft und die Begegnungen.
Wie Ebi schrieb: Wir, als Touristen, können keinen Einfluss nehmen.

Uns tut das Volk leid, das unter den Capriolen der Regierungen leiden muss.
In vielen afrikanischen Ländern heißt Regierungsgeschäfte übernehmen: Unterdrückung, Korruption, Sich-selbst-vergolden.
Ebi1
Beiträge: 67
Registriert: Sa 3. Nov 2012, 06:43
Wohnort: Region Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Ebi1 »

Schau erst jetzt wieder rein, liege mit ner hübschen Malaria im Krankenhaus.

Es ist nicht wie unter Mugabe. Einhellige Meinung von allen Einheimischen, mit den wir sprechen konnten. Was nicht bedeutet, dass alles gut ist. Wer die Politik unerträglich findet und aus ethischem Empfinden ne Reise ablehnt, muss halt daheim bleiben. Dann ist aber Afrika tabu, wo man hinschaut sieht man doch nur dieselbe frustrierende Situation.

Simbabwe will Touristen. An den Grenzen sind Leute vom Bureau of Tourism, die einem die ganzen Formalitäten abnehmen und der Grenzübertritt ist leichter als in jedem anderen mir bekannten Land. Wenn sie sich schon so ins Zeug werfen, wären sie ja völlig verblödet, wenn sie die Touristen danach schikanieren. Unter Mugabe durfte jeder Provinzscheriff seine Kasse auffrischen. Das gibt es nicht mehr, die Leute wurden getauscht (sagen Einheimische). Wer als Tourist erkennbar ist, wird freundlich behandelt und durchgewunken. Auch Beutezüge am Straßenrand gegen Einheimische gibt es nicht mehr. In Sambia haben wir das z.B. wieder erlebt.

Grüße
Ebi
skrewdriver
Beiträge: 762
Registriert: Fr 9. Mär 2012, 08:24
Wohnort: grossraum stuttgart

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von skrewdriver »

hallo
freut mich das positive zu hören.bin im jan. 2019 von sambia durch zimbabwe nach johannesburg.das einzige negative war die dieselversorgung und die langen schlangen an den tankstellen.wir hatten alle tanks voll und somit hat es uns durchgereicht bis südafrika.an den wenigen kontrollen wurden wir durchgewunken oder der polizist gab uns nach einem kurzen gespräch,woher-wohin, seine emai adresse.
auch die kostenlose hilfe an der grenze hatten wir erlebt.wo gibs es sowas sonst?
auch die seitlichen reflektorstreifen am fahrzeug sind vergangenheit.
im august geht es zurück,wieder durch zimbabwe nach sambia und dann später weiter nach tansania.
durch botswana werden wir nicht fahren.dort trafen wir bei unseren letzten fahrten offt hochnässige und arrogante beamte.
diesmal werden wir uns mehr zeit nehmen bei der durchfahrt zimbabwe.
gruss matthias
Riedfrosch
Beiträge: 89
Registriert: So 9. Okt 2016, 11:25
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Riedfrosch »

Ebi1 hat geschrieben:Schau erst jetzt wieder rein, liege mit ner hübschen Malaria im Krankenhaus.
Gute Besserung Ebi!!
Ich hoffe, Du leidest nicht allzu sehr und Du hast keine schwere Form.

Wo hast Du sie Dir geholt? (Falls Du das weißt!)

Mit jedem Urlaub mehr, denke ich, dass wir dieses Mal "dran" sind mit der Ansteckung. In Malawi war es heiß, die Einheimischen nur wenige Meter entfernt. Das ist risikoreich.
Und in Moz hatte ich sooo viele Mückenstiche, da befürchtete ich schon, dass darunter welche sind, die infizieren. Aber bisher haben wir Glück gehabt.
Maputo
Beiträge: 171
Registriert: So 9. Apr 2017, 15:17
Wohnort: Basel / Paris

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von Maputo »

Riedfrosch hat geschrieben:
Ebi1 hat geschrieben: Mit jedem Urlaub mehr, denke ich, dass wir dieses Mal "dran" sind mit der Ansteckung. In Malawi war es heiß, die Einheimischen nur wenige Meter entfernt. Das ist risikoreich.
Irgendwann geht das Glück zu ende, bei uns hat es aber 20 Jahre gedauert. :wink:

Vor 3 Jahren haben ich und meine Frau uns eine Malaria Tropica, die schlimmste Form, quasi also das Mulitpack in Zimbabwe geholt. Ich hatte genau eine Stich und sie 3, ein genialer Volltreffer also.

Zum Glück waren wir wieder Zuhause als die Symptome kamen. Die Behandlung ist keine grosse Sache, vorausgesetzt natürlich, dass man schnell damit beginnt. Nach 4 Tagen ist es überstanden. Wenn die Symptome dort unten kommen, musst du wissen, wo eine gescheite Klinik ist, die Blut untersuchen kann.

lg Maputo
skrewdriver
Beiträge: 762
Registriert: Fr 9. Mär 2012, 08:24
Wohnort: grossraum stuttgart

Re: Simbabwe – aktuelle Lage

Beitrag von skrewdriver »

hallo
riedfrosch schreibt:
in Malawi war es heiß, die Einheimischen nur wenige Meter entfernt. Das ist risikoreich.

steckt man sich von den einheimischen an?
meine malaria tropic ist über 20 jahre her.geholt in madagascar beim motorradfahren.sümpfe,regen,regenzeit,kein mosikitonetz,übernachtet auf der lehmstrasse in der pampa. das waren die bestem vorraussetzungen dazu.ich habe es dann vor ort so lange rausgezögert bis ich wieder nach hause geflogen bin.das war aber dann fast,fast zu spät.
die kliniken in afrika kennen sich mit malaria in der regel besser aus als bei uns im normalen krankenhaus.also auch nicht zu lange warten und lieber vor ort in ein krankenhaus gehen und mit der behandlung anfangen oder bei den symtomen selbst das medikamet auf verdacht einwerfen.
gruss matthias
Antworten